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Mittwoch, 6. April 2016

Kathrin Lange liest aus "Herz aus Glas" - eine Leserin berichtet

Die Bücher der Herz aus Glas-Trilogie sind etwas Besonderes. Autorin Kathrin Lange hat hier eine äußerst spannende Geschichte geschrieben, sie mit viel Mystery und einer prickelnd-gefährlichen Lovestory untermalt. Die Bücher sind sehr eindringlich, nicht vorhersehbar und gehen unter die Haut. Und auch die Lesungen der Autorin sind sehr originell ...


... Leserin Katharina Franke war auf einer Lesung des Buches "Herz aus Glas" in der Alfelder Bücherei und freut sich, hier darüber zu berichten.


"Heute ist auch für mich eine Premiere."
So läutete Kathrin Lange ihre Lesung in der Alfelder Bücherei am Mittwoch, den 09.03.2016, ein. Und in der Tat war es keine gewöhnliche Lesung: Mit Hilfe unterschiedlicher, passend ausgesuchter Requisiten stellte sie verschiedene Szenen ihres Buches "Herz aus Glas" vor und gab interessante Hintergrundinformationen. Das gemischte Publikum wurde in die Stimmung des Buches versetzt und hing gebannt an den Lippen der Autorin. Es wurden spannende Einblicke in das Buch gewährt und nach der Lesung gab es viele positive Rückmeldungen und allgemeines Interesse an dem Buch, welches auch in der Trilogie in der Alfelder Bücherei erhältlich ist.

Martha's Vineyard
Das von Kathrin Lange auf Martha’s Vineyard erstandene Holzschild sollte als Einleitung in das erste Kapitel dienen, das besonders durch seine blumigen Beschreibungen bestach. Sehr detailliert werden die einzelnen Figuren und die Grundstimmung beschrieben. Juli und David, die beiden Hauptpersonen, treffen zum ersten Mal aufeinander. Da Julis Vater sich beruflich zu seinem Chef nach Martha’s Vineyard begeben muss, soll Juli auf dessen Sohn David Acht geben, der kürzlich seine Verlobte verlor. Die Ich-Perspektive und kleine Details wie die beschriebenen Augen Davids, aber auch der Einbezug der Natur ("reißender Wind") machten es den Zuhörern leicht, sich sofort in die düstere Stimmung des Buches hineinzudenken.

"Rebecca" von Daphne du Maurier
Ein Bezug zur Literatur der 30-er Jahre wurde mit dem Roman "Rebecca" hergestellt. Davids Verlobte Charlie las diesen, bevor sie sich von den Klippen in den Tod stürzte. Mehr und mehr gruselige Details kommen zum Vorschein. Juli erfährt über einen Inselfluch, den Madeleine Bower angeblich auf die Insel legte. Sie war Passagierin auf der "City of Columbus", die vor der Küste von Martha’s Vineyard versank. Nur die Männer überlebten, und Madeleine sprach kurz vor ihrem Tod den Fluch aus, dass niemand mehr auf der Insel Glück in der Liebe finden solle. Die jugendlich gehaltene Sprache des Buches steht hier im Kontrast zu dem vergangenheitsbezogenen Inhalt. Sehr interessant war zu erfahren, dass die "City of Columbus" existierte und tatsächlich sank. Dass alle Frauen starben bei dem Unglück, lag in Wirklichkeit aber mehr an den sperrigen Kleidern als an einem Fluch.




Das rote Kleid
Das rote Kleid ist das Verbindungsstück, das überall auftaucht. Madeleine trug ein rotes Kleid während ihrer Fahrt auf dem Schiff, im Roman "Rebecca" spielt ein rotes Kleid eine zentrale Rolle und Juli probiert aus Versehen das rote Lieblingskleid Charlies an. Weitere Details über Davids Mutter kommen zum Vorschein. Auch sie soll sich genau wie Charlie umgebracht haben. Die bestehende "Massenpsychose" wird beschrieben, da sich schon mehrere Frauen in den letzten Jahrzehnten von den Klippen gestürzt haben sollen und somit der Fluch von der breiten Masse angenommen und geglaubt wird. Die Spannung und Verwirrung erhöhen sich und die Geschichte formt sich von einer altbekannten Jungendstory zu einem handfesten Thriller, der generationenübergreifend gelesen werden kann.

Axt
Mit musikalischer Untermalung der "Mondscheinsonate" wurde die letzte Szene der heutigen Lesung vorgestellt, die auch gleichzeitig die eindrucksvollste war. Es kommt zum Eklat zwischen David und seinem Vater, der das Klavier in Davids Zimmer mit einer Axt zerschlägt. "Zwei weiße Tasten lagen auf dem Teppich wie ausgeschlagene Zähne." Dieser Satz blieb mir im Gedächtnis hängen und gab der Szene einen dunklen Unterton, der die Grauen, die auf Martha’s Vineyard passierten, noch gespenstischer wirken ließen.

Lesungstext - Katharina Franke


Wer nun neugierig auf die Bücher der Herz aus Glas-Trilogie geworden ist - wunderbar! Die mysteriöse Geschichte ist definitiv einen Blick wert und beschert dem Leser Baukribbeln und Gänsehaut gleichermaßen. Genaue Informationen gibt es in meinen Buchbesprechungen.



Band 1 - Herz aus Glas
Band 3 - Herz zu Asche

Dienstag, 17. Juli 2012

Nina Blazon liest aus "Zweilicht" - ein Lesungsbericht aus dem Stuttgarter Literaturhaus



Es fing 2010 an, als mir eine Freundin "Totenbraut" in die Hand drückte, mit den einfachen Worten: "Das ist ein Vampirbuch und echt super!" Gut, dachte ich mir, Vampire lesen sich meist bissig und außerdem ist das Cover toll. Das lese ich. "Totenbraut" wurde für mich zum Pageturner, obwohl das Vampirbuch gar nicht der aktuellen Vampirliteratur entsprach. Es ist nämlich historisch, Vampirismus wird hier von einer ganz anderen Seite betrachtet. Zusätzlich zum wunderbaren Schreibstil enthält das Buch einen originellen Hauch düstere und spannende Fantasy. Absolut lesenswert!
Es folgten bald "Faunblut" (hach, schön!), "Zweilicht" (grandios!), "Wolfszeit" (bestialisch!) und zuletzt "Ascheherz" (einzigartig!). Heute gehört Nina Blazon für mich zur deutschen Autorenelite. Ihr Stil ist eindrucksvoll, und ich warte ungeduldig auf jedes ihrer Jugend- bzw. Young-Adult Bücher. Und noch eine Besonderheit finde ich sehr erwähnenswert, weil es im Lesezeitalter der Serien und Reihen immer seltener wird: Alle von mir genannten Romane sind Einzelbände.

Als mich dann Bloggnachbarin und (Bücher)Freundin Anka auf eine Lesung der Autorin in Stuttgart hinwies, war der Termin ruckizucki ein fester Eintrag im Kalender. Und dass das Buch der Lesung "Zweilicht" sein sollte, ein ganz besonderer Bonus.

An einem strahlenden Sonnensonntag im Juli 2012 machten ich mich auf den Weg ins ca. 100 Kilometer entfernte Stuttgart, wo ich mich mich Anka direkt am Lesungsort, dem Literaturhaus Stuttgart/Stadtmitte treffen würde. Die Fahrt verlief staufrei, das Auto stand bald im kühlen Parkhaus und wir hatten noch eine Stunde Zeit um bei Milchkaffee und Saftschorle die neuesten Blog- und Booknews auszutauschen. Anka und ich kennen uns von mehreren Lesungen, Messebesuchen und der Kommunikation auf den Blogs auch privat, und es ist jedes Mal schön wie wohl wir uns miteinander fühlen. Gerade weil wir uns ja nicht monatlich über den Weg laufen.


Um Punkt 15 Uhr ging's los, und wir steuerten zielstrebig unsere bevorzugen Plätze an - ganz vorne, in der ersten Reihe. Merkt euch, wenn möglich, bei einer Autorenlesung euch immer ganz nach vorne zu setzten. Erstens beißt kein Autor (anderweitige Erfahrung dürfen mir gerne mitgeteilt werden *g*) und zweitens sieht und hört man einfach am besten. Letzteres ist ist besonders wichtig, wenn die Lesung ohne Mikrofon stattfindet.

Nina Blazon traf zusammen mit Constantin Schnell ein. Herr Schnell führte als Gesprächspartner durch die Lesung und stellte vorab und zwischendurch einige interessant Fragen. So habe wir erfahren, dass Nina Blazon schon als Kind auf phantastische Geschichten wie "Momo" und "Die Unendliche Geschichte" geprägt wurde. Auch "Der Herr der Ringe" gehört für sie zur ganz großen Literatur.
Privat liest Frau Blazon sehr gerne Fach- und Sachliteratur, aus der sie sich auch Anregungen für ihre eigenen Projekte holen kann. "Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde" von Alan Weisman hatte zum Beispiel großen Einfluss auf ihr Lesungsbuch "Zweilicht".
Anfangs schrieb Frau Blazon neben ihrem eigentlichen Beruf (Journalistin), aber bald nahmen die Recherchen, vor allem für ihre historischen Romane, so viel Raum ein, dass das Schreiben bald den Hauptberuf überlagerte. Mittlerweile ist sie vollberuflich Autorin für Kinder - und Jugendbücher. Dabei ist es meist so, dass sie abwechselnd einen historischen und einen phantastischen Roman schreibt, weil historische Romane einfach mehr Recherchezeit benötigen. Für die Zukunft könnte sie sich vorstellen, auch mal einen Krimi für erwachsene Leser zu schreiben.




Aus "Zweilicht" las Nina Blazon dann drei spannende Abschnitte, nach denen ich das Buch am liebsten gleich nochmal gelesen hätte. Ohne Übertreibung gehört "Zweilicht" für mich zu den YA-Büchern mit einem der am besten ausgearbeiteten Plots, die ich kenne. So überrascht wurde ich von einer Story selten. Auf Nachfrage teilte mir die Autorin auch mit, dass solch ein Plot schon von Anfang an feststeht, er entwickelt sich also nicht beim Schreiben. Sie musste hier die Storyline genau planen, Irrwege und Verwicklungen einbauen, damit man als Leser so überrascht wird, wie es bei mir der Fall war.
Frau Blazon erzählte auch, dass "Zweilicht" ein kleinen Wagnis, bzw. ein Experiment war. Das Buch wird unter dem Genre Fantasy verkauft, beinhaltet aber auch dystopische Elemente und eine Lovestory, die sich aber dann ganz anders entwickelt, als der Leser es erwartet. Das kam bei vielen sehr gut an *Hand heb*. Einige Leser, die eine "normale" Jugendfantasy-Lovestory erwartet hatten, wurde aber auch etwas enttäuscht oder haben die Geschichte nicht komplett verstanden.

Nach der Lesung konnten noch einige Fragen von den Zuhörern gestellt werden, die Nina Blazon sehr herzlich und sympathisch beantwortet hat. Viel zu schnell war diese schöne Stunde vorbei, wir hätten noch ewig zuhören können. Im Anschluss hat sich Anka blitzschnell "Zweilicht" vom Verkaufstisch geschnappt, und Frau Blazon hat uns unsere Bücher dann sehr gerne signiert. Ich selbst hatte natürlich das Lesungsbuch sowie meinen ersten Roman der Autorin "Totenbraut" mitgebracht.
Danach haben Anka und ich den Nachmittag nochmals in einem Café ausklingen lassen. Ankas tollen Bericht zur Lesung gibt es übrigens HIER.

Schön war's! Bis zur nächsten Lesung von Nina Blazon!




Jugend- und Young Adult-Bücher der Autorin (in Erscheinungsreihenfolge):



"Faunblut" von 2008, mittlerweile mit neuem Cover - Sehr spannend und romantisch, ein absoluter Favorit! (HIER geht's zur Review)
"Totenbraut" von 2009 - Mein erstes Buch der Autorin. Düster, historisch und einfach lesenswert. Die Verknüpfung von Historie und Fantasy ist super!




"Ascheherz" von 2011 - Habe ich ganz aktuell gelesen. Eine filmreife Story mit dem einzigartigen Setting der Welt aus "Faunblut" (die Geschichten sind voneinander unabhängig). Wunderschön!
"Zweilicht" von 2011 - Ich habe selten ein überraschenderes Buch gelesen, bei dem fast nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Nach Beendigung wollte ich es sofort nochmals lesen. Ein perfekter Plot und einfach grandios! (HIER geht's zur Rezension)



"Wolfszeit" von 2012 - Ein historischer Roman mit einer hohen Grundspannung. Nie war die Geschichte über die Bestie von Gévaudan lesenswerter. (HIER geht's zur Rezension)
"Laqua: Der Fluch der schwarzen Gondel" erscheint im August 2012 - Eine spannende Geschichte mit Phantastikelementen und düsteren Rätseln in den Gassen Venedigs. Für junge Leser ab ca. 10-12 Jahren.

Mittwoch, 28. September 2011

Markus Heitz Lesung in Senden - mein Bericht vom 27. Sept. 2011

Damaris, Markus Heitz, Anka

Gestern war es endlich soweit. Schon lange habe ich der Lesung mit Markus Heitz entgegengefiebert. Ist er doch einer der Autoren, die meine Leidenschaft für Fantasybücher entscheidend mitgeprägt haben. Also machten Bloggerfreundin Anka und ich uns zusammen auf den Weg ins Sendener Bürgerhaus (fünf Minuten von meiner Haustür entfernt).

Markus Heitz hat aus dem Vampirthriller Judastöchter gelesen, dem 3. Band seiner "Judas-Trilogie" Er hat gesagt, dass man auch jeden Band für sich alleine lesen könnte. Richtig Spaß würde es aber machen, wenn man mit Ritus über Sanctum (und Blutportale) bis hin zur "Judas-Trilogie" (bestehend aus Kinder des Judas, Judassohn und Judastöchter) liest, da sich ein roter Faden durch alle Bücher zieht und bekannte Personen wieder auftauchen. Notiz für mich: Ich nehme mir das mal vor!! Da jedes dieser Bücher aber ca. 600-700 Seiten umfasst .... ich nehme es mir fest vor!!! Vielleicht erstmal doch die "Judas-Trilogie" alleine?

Vor dem eigentlichen Beginn der Lesung hat Markus Heitz sich vorgestellt. Er ist ein sehr cooler, sympathischer Typ, der die ganze Zeit zu Scherzen aufgelegt ist und auch mal aus dem privaten (sicher nicht vorhandenen) Nähkästchen plaudert. Warum er eine Trilogie über Vampire geschrieben hat? Nun, er sagte das so: "Ihr fragt euch jetzt sicher alle, warum haut der Heitz jetzt auch noch bis(s) zum Morgengrauen die Vampire raus?" Viele Lacher garantiert! :-)
Die Recherche zu den Judas Büchern war ziemlich umfangreich. Markus Heitz hat sich über alte, reale Volksmythen informiert, die sich mit Vampiren, Hexen und Dämonen beschäftigt haben, und daraus dann seine Vampire abgeleitet. Die sollen also sehr ursprünglich sein und keinesfalls glitzern :-). Auch wenn er selbst eher dunkel rüberkommt, Ringe und schwarze Kleidung trägt, so hat er doch beteuert, dass er persönlich absolut nicht an Vampire glaubt.

Danach startete der eigentlich Teil der Lesung. Hr. Heitz hatte vier interessante Parts aus "Judastöchter" ausgesucht, die natürlich alle beendet wurden, bevor sie zu viel verraten würden.

Nach dem Lesungsteil startete die Fragerunde an den Autor. Das ging sicher nochmal genau so lange wie die eigentliche Lesung. Hr. Heitz hat sich geduldig allen Fragen gestellt, z.B "Wie sieht ein typischer Tag in Ihrem Alltag aus?" oder "Haben Sie diverse Spielzimmer, in denen Sie die Szenen aus ihren Büchern nachspielen?" (wtf??) Nein, hat er nicht!

Zum Abschluss konnte man sich natürlich noch seine mitgebrachten Bücher signieren lassen und mit dem Autor noch ein paar Takte reden. Mein ganzer Stolz ist jetzt natürlich meine "für Damaris" signierte Originalausgabe von "Die Zwerge", mit dem Markus Heitz damals der Durchbruch gelang.

Wer von Markus Heitz noch nichts gelesen hat, dem empfehle ich die Ulldart-Saga, sowie seine Zwerge-Reihe. Ich habe beides gelesen und bin begeistert. Geniale Fantasy, die gut verständlich ist und viel Spaß macht!

Anka und ich hatten einen super Abend, der uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ankas Bericht dazu könnt hier HIER auf ihrem Blog lesen.

Wir haben über den Droemer Knaur-Verlag die Gelegenheit bekommen, Markus Heitz ein paar Fragen rund um seine Bücher zu stellen. Das Interview dazu wird nächste Woche bei Anka und mir veröffentlicht. Dranbleiben lohnt sich, denn Anka hat dazu dann noch ein ganz besonderes Schmankerl für euch (auch haben will!).