Dieser All Age- und Jugendbuchblog wurde beendet. Schau dich jedoch gerne um! Infos dazu gibt es HIER.

Freitag, 28. September 2012

Rezension zu "Grave Mercy: Die Novizin des Todes" von Robin LaFevers



Verlag: cbj (September 2012)
Originaltitel: His Fair Assassin. Grave Mercy
Übersetzer: Michaela Link
Reihe: Band 1/3, ab ca. 12 J.
Ausführung: Klappenbroschur, 544 S.
ISBN: 978-3570401569
14,99 € [D]

Genre: Historische Fantasy



Inhalt/Verlagsinfo
Auftragsmörderin mit Herz!
Die 17-jährige Ismae flüchtet vor einer Zwangsheirat und findet Zuflucht im Kloster von St. Mortain, wo die Schwestern noch den alten Gottheiten dienen. Doch um selbst ein neues Leben beginnen zu können, muss sie das Leben anderer zerstören: Der Gott des Todes hat ein Schicksal als Auftragsmörderin für sie vorgesehen …
Ismaes erster Auftrag führt sie an den Hof der bretonischen Herzogin, wo sie mit einem unlösbaren Gewissenskonflikt konfrontiert wird: Wie kann sie den Auftrag des Todes ausführen, wenn das Opfer ihr Herz gestohlen hat? (Text- und Bildquelle: cbj Verlag)

Über die Autorin
Robin LaFevers wuchs auf mit Märchen, Bulfinchs Mythologie und der Dichtung des 19. Jahrhunderts. Kein Wunder, dass aus ihr eine hoffnungslose Romantikerin wurde. Sie hatte Glück, ihre große Liebe zu finden und Lebt heute mit ihrem Mann in Südkalifornien. "Grave Mercy: Die Novizin des Todes" ist der Start einen fulminanten, fantastischen Trilogie.

Rezension

Der erste Satz: Ich habe eine dunkelrote Narbe, die sich von meiner linken Schulter bis zu meiner rechten Hüfte zieht.

Ismae, die im 15. Jahrhundert in der Bretagne lebt, ist anderes als andere Mädchen. Das wusste ihre Mutter schon vor ihrer Geburt, und wollte sie, noch im Mutterleib, von einer Kräuterhexe vergiften lassen. Doch Ismae hat überlebt, ist aber wegen dem Gift durch einen große Narbe auf dem Rücken gezeichnet. Sie wird weder von der Mutter noch vom Vater akzeptiert. Ihre Kindheit ist voller Gewalt und Schmerz, bis sie mit vierzehn Jahren zwangsverheiratet wird. Wie durch ein Wunder entkommt sie ihrem gewalttätigen Ehemann und wird in ein Kloster gebracht, indem sie erfährt, dass sie eine Tochter von Mortain, dem Gott des Todes, ist. Fortan wird sie im Auftragsmord ausgebildet. Sollte der Gott des Todes einen Gegner der bretonischen Regierung kennzeichnen, müssen die Novizinnen diesen umbringen. Bald schon gerät Ismae in einen Gewissenskonflikt. Soll sie sich wirklich immer blind den Anweisungen Mortains und des Klosters beugen?

Ich bin ein Instrument des Todes. Ich gehe in Seinem dunklen Schatten und erfülle Seinen Willen. Ihm zu dienen ist mein einziges Ziel im Leben [...]. S. 105

Die Zeit im Mittelalter, hier das 15. Jahrhundert, war geprägt von Kriegen und Gewalt. Wie schon in anderen historischem Romanen, konzentriert sich die Autorin hier hauptsächlich auf den Konflikt zwischen um die Bretagne, bzw. der Bretagne und Frankreich. Vor allem die Frauen der ländlichen Bevölkerung hatten in dieser Zeit nichts zu lachen. Das zeigt sich gleich am Anfang, beim "Vollzug der Ehe" von Ismae mit einem gewalttätigen Schweinebauern. Man ist als Leser(in) direkt froh, nicht in dieser Zeit geboren worden zu sein.
Die Spannung bleibt, und Ismaes Flucht, sowie die Ausbildung zu einer Auftragsmörderin im Kloster, ist sehr interessant. Nach einer dreijährigen Ausbildungszeit, wird sie auf ihre ersten Opfer losgelassen, bevor sie mit Gavriel Duval, einem Gegenspieler des Klosters, einen Spionageauftrag am bretonischen Hof annehmen muss. Das Duval derjenige welche ist, und Ismae ganz schön den Kopf verdrehen wird, kann jeder Leser hier schon erahnen. In dieser Beziehung ist "Die Novizin des Todes" komplett vorhersehbar. Das macht aber nichts, man ist sogar sehr erfreut, wenn es zischen Ismae und Duval zu knistern beginnt.

Obwohl der Umfang des Romans mit knapp 550 Seiten recht hoch ist, ist das nichts im Vergleich zu den über 1000-seitigen historischen Schmökern von z.B. Gablé oder Follett. Hier wurde wahrscheinlich die jugendliche Zielgruppe berücksichtigt. Gerade darum freut es umso mehr, dass "Die Novizin des Todes" sich hinter den erwachsenen Historikromanen nicht zu verstecken braucht. Das Buch ist hervorragend recherchiert und aufgebaut, dazu wunderbar farbenprächtig und hat tatsächlich etwas fulminantes. Sprachlich balanciert das Buch zwischen einem modern-humorvollen und altertümlichen Stil, der nicht schwierig ist und sich erfreulich flüssig lesen lässt.
Jeder Charakter, allen voran Ismae und Duval, ist ausgezeichnet gestaltet. Viele der zahlreichen Nebenpersonen sind eindrucksvoller, als mancher Hauptcharakter in anderen Romanen. Einige Handlungen dürften erfahrenen Lesern dieses Genres wiederum bekannt vorkommen, machen aber immer wieder Spaß. Junge Leser oder Genreneulinge können sich von einer dramatischen Handlung mitreißen lassen.

Ab dem Zeitpunkt, als Ismae mit Duval an den bretonischen Hof kommt, entwickelt sich die Story etwas anders, als angenommen. Es geht hier jetzt weniger um Ismaes Arbeit als Meuchelmörderin und Giftmischerin, als vielmehr um die Intrigen und Machenschaften des bretonischen Adels.
"Die Novizin des Todes" hat zwar einen Fantasyanteil, dieser ist aber so subjektiv (durch Götterglauben und besondere Gaben) in die Geschichte integriert, dass der Roman nicht wie ein Fantasyroman, sondern eher wie ein rein historisch-romantischer Roman erscheint.
Die gesamte Handlung ist sehr ausgewogen und erscheint geschlossen spannend. Es gibt keine langweiligen Parts und selbst am Schluss fühlt man sich nicht, wie so oft, gehetzt. Obwohl das Buch der Start einen Trilogie ist, ist "Grave Mercy: Die Novizin des Todes" in sich abgeschlossen. Das Buch lässt sich somit als Einzelband lesen.

Persönliches Fazit
Ich oute mich hiermit als Rebecca Gablé Fan und habe die meistern ihrer historischen Romane gelesen. Hat das jetzt etwas mit "Grave Mercy: Die Novizin des Todes" zu tun? Für mich ja. Denn obwohl mit Gablés Romanen die Messlatte nicht höher liegen könnte und ich die Tatsache bedenken muss, dass es sich beim vorliegenden Buch um ein Jugendbuch handelt, war ich von "Die Novizin des Todes" sehr positiv beeindruckt. Das Buch liest sich toll, war für mich ein komplexer und bunter Roman, mit leichtem Romantikanteil, bei dem ich viel Spaß hatte. Viel neues konnte mir persönlich das Buch nicht aufzeigen, aber das trübte meine Lesefreude kein bisschen. Ich habe das Buch fast nicht aus der Hand gelegt. Eingefleischte Leser von historischen Romanen und Leser, die in dieses Genre reinschnuppern möchten, werden hier gleichermaßen Spaß haben. 4 Sterne!


Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Dienstag, 25. September 2012

Review zu "Töchter des Mondes: Cate" von Jessica Spotswood



INK (August 2012), Band 1,
Hardcover/SU, 363 Seiten,
17,99 € [D] 


Cate und ihre Schwestern Maura und Tess sind Hexen. Niemand darf davon erfahren, denn Hexen drohen Verbannung und Tod. Die Gefahr, aufzufliegen, lastet schwer auf Cate. Vor allem seit Finn aufgetaucht ist, dieser Junge mit den Zimtsommersprossen und dem kupferroten zerzausten Haar. Verzweifelt sucht Cate nach einem Ausweg und stößt im Tagebuch ihrer toten Mutter auf eine rätselhafte Prophezeiung, die besagt, dass drei Schwestern mit magischen Kräften die Hexen zurück an die Macht führen werden. Handelt es sich dabei um Cate, Maura und Tess? Und kann es überhaupt eine gemeinsame Zukunft für Cate und Finn geben? (Text- und Bildquelle: Egmont INK)


Meine Meinung
In New England, Ende des 19. Jahrhunderts, wachsen Cate und ihre zwei jüngeren Schwestern in einer streng religiösen Dorfgemeinschaft auf. Die Bruderschaft der Männer steht über allem. Viele Dinge sind verboten, Frauen habe hier überhaupt keine Rechte, sollen sich nicht weiterbilden und nur für Mann und Kinder da sein. Cate ist sechzehn und in wenigen Wochen muss sie ihre Absichtsbekundung während des Gottesdienstes öffentlich machen. Hier hat sie genau zwei Möglichkeiten; zu heiraten oder einer frommen Schwesternschaft beizutreten. Keinesfalls darf die Bruderschaft erfahren, dass Cate und ihrer Schwestern Hexen sind, denn sonst droht ihnen die lebenslange Gefangenschaft. Cate versucht ihre Schwestern zu schützen, doch als sie Finn kennenlernt, muss sie sich entscheiden, ob sie das Wohl ihrer Schwestern oder ihr eigenes Glück vorzieht.

Romane im Präsens (Gegenwart) waren vor ein paar Jahren noch etwas Besonderes, werden im Jugendbuchbereich nun aber immer häufiger gesehen, bzw. sind mittlerweile schon Standart. Auch für "Töchter des Mondes: Cate" hat sich Jessica Spotswood für diese Erzählform entschieden. Cate erzählt ihre Geschichte in der Ich-Form, Gegenwart. Das passt sehr gut, weil sie einem als Leser hautnah die teilweise beklemmenden Gegebenheiten schildert. Besonders gut hat mir hier gefallen, dass die Erzählform zwar modern, einige Wörter und Ausdrucksweisen aber durchaus ins späte 19. Jahrhundert passen. Das macht den Roman frisch und zugleich auch echt. Der Plot ist gut durchdacht, nicht kompliziert und entwickelt sich, vor allem gegen Ende, ganz anders als erwartet.
Obwohl sich die Geschichte locker liest und alles gut erklärt wird, muss ich zugeben, dass sie für mich am Anfang mehr plätscherte, als rauschte. Ich hatte zwar Spaß beim Lesen, die große Begeisterung packte mich aber nicht. Das sollte sich aber noch ändern ...

Cates Leben ist kein Ponyhof und man entwickelt sofort ein Misstrauen und eine gewisse Empörung der religiösen Bruderschaft gegenüber. Nicht nur, dass hier Frauen dumm und klein gehalten werden, ihr Lebensweg wird ihnen von der Bruderschaft vorgegeben. Eine Alternative haben die Frauen nicht. Dass Cate noch ihre Existenz als Hexe geheimhalten muss, verkompliziert die Sache noch. Cates Gefühle waren für mich verständlich. Auch wenn sie für mich kein reiner Sympathiecharakter war, mochte ich sie doch recht gerne. Noch mehr Mühe hatte ich mit ihrer jüngeren Schwester Maura, die ich anfangs noch lustig keck empfand, sich dann aber immer unsympathischer darstellte. Auch ihrer Beweggründe und Handlungen habe ich gut nachvollziehen können. Trotzdem wurde ich vor allem mit Maura nicht recht warm, war am Ende sogar richtig sauer auf sie.

Überraschend war für mich Finn. Endlich mal kein düsterer, geheimnisvoller und perfekt aussehender männlicher Charakter! Finn ist einfach freundlich und sehr nett, stahlt aber auch eine gewissen Härte und Konsequenz aus. Zudem ist sein Aussehen wirklich ungewöhnlich beschrieben: Rote Haare (okay, zerzaust sind sie auch!), Brille, Zimtsommersprossen und eine Zahnlücke zwischen den vorderen Schneidezähnen - mir hat's gefallen! Ich mochte seine Art und sein Wesen sofort.
Die Lovestory entwickelt sich für ein Jugendbuch sehr langsam und nimmt nur wenig Raum in der Geschichte ein. Dazu ist sie kitschfrei und lädt stellenweise zum kribbeligen Seufzen ein. Noch jetzt erinnere ich mich sehr gerne an zwei romantisch-schöne Szenen. Hach!

Im letzten Buchdrittel kommt einiges an Dramatik in die Geschichte. Durch eine Entscheidung von Cate wird diese noch verstärkt. Auch das eigene Herz macht einen entsetzten Hüpfer. So hatte ich mir das aber nicht erhofft! Scheint die Prophezeiung lange Zeit eindeutig, ist am Ende wieder alles offen und es ist noch lange nicht alles geklärt.
Nachdem "Töchter des Mondes" den Beinamen Cate hat, dachte ich mir, dass es in den Folgebänden um jeweils eine von Cates Schwestern geht. Bei einer Trilogie wäre eine Fortsetzung von "Cate" mit Maura und Tess die logische Schlussfolgerung. Nach diesem Ende bin ich mir da aber nicht so sicher. Cates Geschichte, so meint man, hat eben erst begonnen.

Fazit
"Töchter des Mondes: Cate" hat mich richtig überrascht. Hexengeschichten sind eben nicht jederfraus Sache, und obwohl die Geschichte ab Beginn interessant war, war meine Begeisterung anfangs eher verhalten. Doch dann war ich von der Entwicklung richtig verzückt und hätte nach diesem Schluss gerne sofort weitergelesen. Das Buch hat eine ganz besondere Wirkung. Für mich wird es ganz klar ein Wiedersehen mit (hoffentlich) Cate geben. Geht gar nicht anders!

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Freitag, 21. September 2012

Rezension zu "Ashes: Tödliche Schatten" von Ilsa J. Bick



Verlag: INK (August 2012)
Originaltitel: Shadows
Übersetzer: Kollektiv Druck-Reif
Reihe: Band 2/4, ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 571 S.
ISBN: 978-3863960063
19,99 € [D]

Genre: Endzeitroman


Inhalt/Verlagsinfo
Den verheerenden Anschlag auf die Welt hat die siebzehnjährige Alex überlebt, aber nun muss sie sich den schwerwiegenden Folgen stellen. In den Städten, die nicht zerstört wurden, rotten sich diktatorische Tyranneien zusammen, in denen sich menschliche Abgründe auftun. Außerhalb der Schutzwälle droht der sichere Tod. Denn dort lauern Horden Jugendlicher, die sich seit dem Unglück in bestialische Kannibalen verwandeln. Und schließlich bleibt noch die Ungewissheit, ob Alex selbst noch zu so einem Monster mutiert. Warum sind ausgerechnet sie und ein paar wenige Ausnahmen von dieser Verwandlung bisher verschont geblieben? (Text und Bildquelle: Egmont INK)

Über die Autorin
Ilsa J. Bick ist Kinder- und Jugendpsychiaterin und ehemalige Air-Force-Majorin, widmet sich mittlerweile aber ganz ihrem Autorinnendasein. Am liebsten schreibt sie Jugendbücher und Kurzgeschichten, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde.

Rezension

Der erste Satz: "FUBAR" - so nannte es Jed.

Eine inhaltliche Zusammenfassung von "Ashes: Tödliche Schatten" ist schwierig. Darum soll hier der Klappentext des Verlages ausreichen. Weitere Ausführungen würden den Rahmen sprengen. Wer diesen zweiten Teil nicht direkt nach Band 1 liest, dem sei dringend empfohlen die Zusammenfassung auf der INK Homepage (in Englisch und Deutsch) zu lesen - ein perfekter Refresher!

Nach einem der fiesesten Cliffhanger der YA-Literatur erwartet man im ersten Kapitel von "Tödliche Schatten" die Weiterführung der Szene, die wohl alle Leser von Band 1 mit einem erschreckten Aufschrei zurückließ. Doch dem ist nicht so. Im ersten Kapitel lernt man zwei neue Personen kennen. Es wird kurz wiederholt, bzw. angedeutet, was mit der Welt passiert ist und wie die Situation jetzt aussieht. Außerdem erfährt man etwas über einen Jungen, den die beiden alten Leute in ihrer Zweiergemeinschaft aufgenommen haben. Aufmerksame Leser erahnen sofort, um wen es sich bei dem jungen Mann handelt, noch bevor dieser dann auch seinen Namen nennt.
Und dann erfährt man, wie es mit der abartigen Lage der Hauptprotagonistin Alex weitergeht ...

"M-hm. Na, du kennst ja den alten Spruch." Sharon kaute, schluckte und fuhr sich mit dem Handballen übers Kinn.
"Welchen?" [...] "Was uns nicht umbringt, macht uns stark? Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her?"
"Nö." Sharon leckte sich di Hand ab, bevor sie sich eine weitere Gabel wurmartiger Nudeln in den Mund stopfte. "Du denkst, schlimmer kann's nicht kommen? Schlimmer geht immer!" - S. 174

Der größte Unterschied zum Vorgängerband, ist, dass die Geschichte nicht alleine aus der Perspektive von Alex erzählt wird. Tatsächlich gibt es hier vier Handlungsstränge und acht (!) verschiedene Perspektiven der einzelnen Protagonisten (3. Person, Präteritum). Das klingt sehr kompliziert, ist es aber nicht. Man findet sich gut in den einzelnen Erzählungen zurecht und kann sie zeitlich zuordnen. Auch treffen sich die Handlungsstränge (noch) nicht, wie in Romanen durchaus üblich, sondern in "Tödliche Schatten" steht jede Handlungsperspektive für sich. Dadurch ist für dieses Buch die Bezeichung Mittelteil absolut wörtlich zu nehmen.
Die Autorin weiß, von was sie schreibt. Jede Handlung, Waffe und Aktion ist plausibel und gut erklärt. So könnte es sich tatsächlich abspielen. In einzelnen Abschnitten sind die Kapitel sehr kurz, wodurch ein sehr hohes Erzähltempo erreicht wird. Die ohnehin schon spannende Handlung ist dann vor Anspannung kaum auszuhalten. Stil und Übersetzung sind perfekt, und das Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Es gehört unumstößlich zu den spannendsten Büchern im Jugendbuch-/Young-Adult Genre!

Und gerade weil es so sehr fesselt und weil es irrsinnig gut gefällt, lässt eine Tatsache beim Lesen einen faden Nachgeschmack zurück. Das Buch ist fast schon obszön gewalttätig. Kauft man einen Horrorroman, weiß man, was beim Lesen auf einen zukommt. Ebenso bei einem Erotikroman. Hier liegt nämlich das Problem von "Tödliche Schatten" - man weiß es nicht! Bekam man in Band 1 schon harte Kost serviert, ist dieses Buch an Grausam- und Widerlichkeiten nicht mehr zu übertreffen. Es geht hier nicht darum, dass Gewalt im Buch zu finden ist, sondern dass man es hier mit einem Jugendbuch zu tun hat. Hier MUSS ein unbedarfter 14-jähriger Leser wissen, was auf ihn zukommt! Nicht auszudenken, wenn sich hier ein Kind vom hübschen Cover und dem nichtssagenden Klappentext zum Kaufen animiert fühlt. Um darum soll die Gewaltthematik hier auch beim Namen genannt werden, damit jeder für sich entscheiden kann, ob er solch ein Buch ertragen kann oder eben nicht: Im Buch gibt es Mord und Tötungen in jeder Form. An Tieren und Erwachsenen, genau wie an Kindern (die dabei teilweise nach Mutter, Vater oder Bruder rufen - herzzerreißend!). Es gibt grausame Todeskämpfe, abgetrennte Gliedmaßen und explizite Kannibalismusszenen (und hier sparen wir uns die Details!). Dazu Folterungen, psychisch und physisch, und Blut en masse und in allen Konsistenzformen. Und so verankert sich während des Lesens in den eigenen Gedanken immer wieder dieselbe Frage: Darf mir ein (Jugend!)Buch so sehr gefallen, sogar Spaß machen, bei dem Gewalt in dieser expliziten Form zu finden ist?

"Tödliche Schatten" endet wieder mitten in der Handlung, mit vielen offenen Fragen und der Unsicherheit, ob es einige der Hauptprotagonisten in den Abschlussband schaffen oder nicht. Zwar gibt es keinen solch schrecklichen Cliffhanger wie in Band 1, trotzdem könnte man direkt zum dritten Teil übergehen. Ungeachtet der Gewaltkritik; wer mit dem Buch klar kommt, der kann sich ihm nicht entziehen. Es ist ganz, ganz großes Kino und ein Spannungshighlight der Extraklasse!

Persönliches Fazit
Hier muss ich jetzt sehr persönlich werden, denn ich übertreibe nicht, wenn ich sage: So schwer, ist mir eine Sternebewertung bei einem Buch noch nie gefallen! Nach dem Lesen saß ich eine Weile vor dem geschlossenen Buch, um meine Gedanken zu sammeln. "Ashes: Tödliche Schatten" ist im Grunde ein entschiedenes 5-Sterne Buch! Es hat perfekte Charaktere, einen perfekten Plot und ist an Spannung kaum zu übertreffen. Doch an mir nagt das schlechte Gewissen, das ich bei einer perfekten Bewertung haben würde. Und das liegt an der explizit beschriebenen Gewalt, die eher im Horrorgenre anzusiedeln ist. Ich war stellenweise entsetzt, kam damit aber klar (wenn auch mit teilweise aufgewühltem Magen), aber ohne einen Hinweis an die jugendliche Zielgruppe, kann ich diese Art von Gewalt in einem Jugendbuch nicht gutheißen. Eine Erwähnung im Buch, wie es sein kann, dass gewaltverherrlichende Videospiele Spaß machen, erschien mir schon fast wie eine Parodie. Wer das aushält und sich bewusst ist, dass dieser Band um ein vielfaches härter ist als Band 1, der hält mit "Tödliche Schatten" ein perfektes Buch in der Hand. Ich ziehe einen "Gewaltstern" ab (dachte sogar kurz an zwei). Überschattete 5 - und somit 4 Sterne!


Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 5 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: (5) / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Ashes-Tetralogie:

2. Ashes: Tödliche Schatten

Dienstag, 18. September 2012

Das fictionfantasy Forum - ein neuer Treffpunkt für Buchblogger




Buch-Bloggen macht Spaß! Das sollte es zumindest. Aber Bloggen bedeutet auch viel Arbeit, viele Fragen und viel Recherche. Oft widmen wir einen Großteil unserer freien Zeit diesem tollen Hobby. Für die meisten neue Buchblogger ist diese Freizeitbeschäftigung absolutes Neuland. Nach der ersten großen Leistung, dem Erstellen des persönlichen Blogs, macht man neue Erfahrungen mit der Bloggerszene, viele schöne natürlich und vielleicht auch manche unerwartete. Fragen entstehen und es gibt zu manchem Thema Diskussionsbedarf.
Auch viele "alte" Bloggerhasen haben Fragen, möchten Themen intensiver besprechen oder sich mit Gleichgesinnten austauschen.
 
 


Ganz neu gibt es jetzt auf dem Rezensions- und Literaturportal fictionfantasy.de ein Forum speziell für Buchblogger. Hier könnt ihr - egal ob Neublogger oder schon länger mit dabei - auf eure Blog-Seite aufmerksam machen, euch Rat/Hilfe holen, Aktionen präsentieren, Links zu euren Rezensionen posten oder über aktuelle Themen, die Buchblogger beschäftigen, diskutieren.
 

Montag, 17. September 2012

Auslosung meines "Grischa"-Gewinnspiels

 
 
Vielen herzlichen Dank euch allen, dass ihr so zahlreich an meinem "Grischa"-Gewinnspiel teilgenommen habt. Die Reaktionen auf das Buch sind wirklich erstaunlich. Es gibt kaum jedanden, der es nicht gerne lese würde. Eure Anworten, was ihr schon alles von Bittersweet gelesen habt, haben mich auch sehr gefreut. Es gibt viele, die haben tatsächlich fast jedes Buch dieses Lables gelesen.
 
Machen wir es ganz kurz. Jeder, der beide Aufgaben (Gewinnspielformular + Kommentar) erfüllt hat, kam auch in den Lostopf. Per Random.org habe ich eine Liste der Teilnehmer angelegt und zwar in Kommentarreihenfolge. Ein Klick hat entschieden:
 
 
 
 
Die Gewinnerinnen für je ein Exemplar von "Grischa: Goldenen Flammen" sind:
 
Lilly und Rosa
 
(ihr bekommt eine Mail von mir)
Quelle

Sonntag, 16. September 2012

Zu was man manchmal so greift ...

... wenn man etwas unschlüssig vor seinem SuB steht. Witzigerweise, und ohne mir dessen bewusst zu sein, zu zwei INK Büchern. Neben meinen 6 fest eingepanten Septemberbüchern habe ich mir überlegt, was ich sonst von den aktuellen Neuerscheinungen noch lesen möchte. Der Griff ging zu "Ashes: Tödliche Schatten" und "Töcher des Mondes: Cate", beide vom Egmont INK Verlag. "Ashes 2" ist eine Dystopie und "Cate" historische Fantasy (??), soweit ich das aus den sehr positiven Rezensionen herauslesen konnte. Das ist perfekt, weil sich die beiden Bücher dann vom Genre her nicht in die Quere kommen.
 
"Ashes: Brennendes Herz" (hier geht's zur Rezension) fand ich damals genial. Sehr hart, sehr spannend und sehr dramatisch. Band 2, "Ashes: Tödliche Schatten" von Ilsa J. Bick, soll wohl nochmals um einiges härter sein und sich außerdem vom Stil her (4 Erzählperspektiven) von Band 1 unterscheiden. Obwohl ich meine noch viel von Teil 1 zu wissen, werde ich die Zusammenfassung auf der INK Homepage lesen. Sie soll sehr hilfreich sein, weil im zweiten Band überhaupt nichts wiederholt wird. Für alle, die den ersten "Ashes" Band nicht gelesen haben, spoilert die Zusammenfassung natürlich komplett.
 
"Ashes: Tödliche Schatten von Ilsa J. Bick, OT: Shadows, Hardcover/SU,
571 Seiten, 19,99 €
 
 
Den verheerenden Anschlag auf die Welt hat die siebzehnjährige Alex überlebt, aber nun muss sie sich den schwerwiegenden Folgen stellen. In den Städten, die nicht zerstört wurden, rotten sich diktatorische Tyranneien zusammen, in denen sich menschliche Abgründe auftun. Außerhalb der Schutzwälle droht der sichere Tod. Denn dort lauern Horden Jugendlicher, die sich seit dem Unglück in bestialische Kannibalen verwandeln. Und schließlich bleibt noch die Ungewissheit, ob Alex selbst noch zu so einem Monster mutiert. Warum sind ausgerechnet sie und ein paar wenige Ausnahmen von dieser Verwandlung bisher verschont geblieben? (Text und Bildquelle: Egmont INK)
 
 
"Töchter des Mondes: Cate" von Jessica Spotswood ist ein Trilogiestart. Das Cover finde ich mal wieder wunderschön! Wie schon erwähnt, sind die Rezensionen dazu sehr positiv. Sie loben eine tolle, komplexe Story und eine schöne Liebesgeschichte. Freu mich!
 
Cate und ihre Schwestern Maura und Tess sind Hexen. Niemand darf davon erfahren, denn Hexen drohen Verbannung und Tod. Die Gefahr, aufzufliegen, lastet schwer auf Cate. Vor allem seit Finn aufgetaucht ist, dieser Junge mit den Zimtsommersprossen und dem kupferroten zerzausten Haar. Verzweifelt sucht Cate nach einem Ausweg und stößt im Tagebuch ihrer toten Mutter auf eine rätselhafte Prophezeiung, die besagt, dass drei Schwestern mit magischen Kräften die Hexen zurück an die Macht führen werden. Handelt es sich dabei um Cate, Maura und Tess? Und kann es überhaupt eine gemeinsame Zukunft für Cate und Finn geben? (Text- und Bildquelle: Egmont INK)

Freitag, 14. September 2012

Rezension zu "Dark Angels' Fall: Die Versuchung" von Kristy & Tabita Lee Spencer



Verlag: Arena (August 2012)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: Band 2/3, ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 483 S.
ISBN: 978-3401067858
18,99 € [D]

Genre: UrbanFantasy

© Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag
Inhalt/Verlagsinfo
Wie weit würdest du gehen für den Menschen, den du liebst?
Sam Rosell und seine dunklen Anhänger sind besiegt. Der Herbst hat den Sommer auf Whistling Wing abgelöst. Aber Dawna und Indie wissen, dass der Schein trügt. Auf der verzweifelten Suche nach Miley, dem Mann, den Dawna gegen alle Vernunft liebt, begegnet sie Dusk wieder. Der Wolf mit den goldenen Augen rettet ihr Leben, während sich die Schatten auf Whistling Wing zum zweiten Mal mehren. Und Dawna ahnt, dass Dusk viel mehr ist als nur ein Wolf … (Text- und Bildquelle: Arena Verlag)

Über die Autorinnen
Beate Teresa Hanika (Kristy Spencer), geboren 1976 in Regensburg, wurde für ihren ersten Jugendroman "Rotkäppchen muss weinen" u.a. mit dem Oldenburger Kinder und Jugendbuchpreis 2007 und dem Bayrischen Kunstförderpreis 2009 ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010 nominiert.
Susanne Hanika (Tabita Lee Spencer), geboren 1969 in Regensburg, macht sich auf dem deutschen Buchmarkt einen Namen durch ihrer erfolgreichen Kriminalromane rund um die Ermittlerin Lisa Wild.
Unter dem Pseudonym Kristy und Tabita Lee Spencer veröffentlichen die beiden zum ersten Mal gemeinsam: die Dawna-und-Indie-Tetralogie.

Rezension

Der erste Satz: Der Regen prasselt gleichmäßig und monoton auf den Ford Ranger herunter.

Dawna und Indie wird sofort klar, dass sie sich nicht auf ihrem Zwischensieg über Sam und seine düstere Gefolgschaft ausruhen können. Für Dawna steht die Suche nach dem verschwundenen Miley an erster Stelle. Indie ist hin- und hergerissen zwischen der Sehnsucht nach Gabe und der bangen Frage, ob sie ihn vielleicht getötet hat. Zu allem Übel werden die Mädchen auch noch von dunklen Motorradrockern verfolgt und zwei neue Frauen, die am Engelsseminar von Mum teilnehmen wirken sehr zwielichtig. Ob sie am Ende mit der Motorradgang gemeinsame Sache machen?

Nicht nur bei uns zieht langsam der Herbst ins Land. Auch auf Whistling Wing wird es Herbst. So veröffentlichte der Verlag nun, passend zur Jahreszeit, den zweiten Teil der Dark Angels'-Reihe "Dark Angels' Fall: Die Versuchung" - rund um die Schwestern Dawna und Indie. Eine gute Entscheidung! Die Wirkung des düster atmosphärischen Romans könnte nicht besser in den Herbst passen, und alle Fans des ersten Bands "Dark Angels' Summer: Das Versprechen" dürfen sich freuen. Statt heiß-düster wird es nun nasskalt-düster. Band 2 erfüllt die hohen Erwartungen komplett. Das Lesefeeling (ein Mix aus Spannung, Sensibilität und Humor) ist einzigartig gut!

Wieder sehen wir uns an. Indies Augen sind grün, wie der See an einem heißen Sommertag. Unwirklich grün. Vielleicht liegt es daran, dass sie so blass ist. Kalkweiß. Jede einzelne Sommersprosse hebt sich von ihrer Haut ab.
Sie verschränkt die Arme vor der Brust und ich habe das dumme Gefühl, das sie gleich etwas ganz Blödes sagt.
"Ich tu es nicht", sagt sie, "niemals werde ich Sam Rosell [...] befreien."
In diesem Moment schlägt Rag zu. Der Schlag kommt so schnell und unvermittelt, dass Indie nicht mehr reagieren kann. Er trifft sie im Genick und Indie fällt auf die Grabplatte. Ich sehe Blut aus ihrer Nase laufen, das sich dunkel über den Stein ergießt, und fange zu schreien an. - S. 170

Nach diesem zweiten Band kann man sich ruhig einmal die berechtigte Frage stellen, was den unglaublichen Reiz des Buches ausmacht. Die behandelte Thematik ist nämlich nicht neu. Sogar ganz ursprüngliche, alte Bekannte der Fantasy bauen die Autorinnen in ihre Geschichte ein. Im Gegensatz zu manch anderer Lektüre wirkt das hier aber nicht abgedroschen, sondern neu, spannend und sogar reich an nicht wenigen Überraschungseffekten.
Was hat dieses Buch, das andere nicht haben? Eine genial-dichte Atmosphäre? Einen eindringlichen, komplexen Plot? Oder eine mitreißende und zugleich romantische Story? Ja, "Dark Angels' Fall" hat das alles. Aber vor allem hat das Buch etwas, mit dem ganz gewiss kein anderes Buch glänzen kann: Dawna und Indie!

Dawna und Indie gehören definitiv zu den markantesten weiblichen Buchcharakteren im deutschen Jugendbuch-/Young-Adult Genre. Sie agieren brillant. Jede der Schwestern besitzt ganz hervorstechende Charaktereigenschaften. Eine offensichtliche und eine unterschwellige, sehr subjektive. So ist Dawna die starke, unerschütterliche junge Frau, die sich ihrer Schwester und vor allem der labilen Mutter annimmt. Gleichzeitig ist sie aber auch bekümmert und hinterfragt ihre Rolle in der Familie. Indie ist ein Wildfang. Sie weint nie, ist sehr provokant und tough, und dabei die um keinen Fluch verlegene Göre. Die versteckte Indie ist manchmal unsicher und sehr sensibel.
Das hervorstechendste Merkmal der beiden ist aber ihr absoluter Zusammenhalt. Hier scheint es, als hätten die Autorinnen alle ihre reale, schwesterliche Liebe in ihrer fiktiven Charaktere gepackt. Bei Indie und Dawna fliegen oft die Fetzen, wie das bei Geschwistern normal ist. Wenn es aber darauf ankommt halten sie felsenfest zusammen und sind rührend besorgt um einander. Genau das macht sie so authentisch.

"Du darfst nicht lieben", flüsterte Dawna. "Das ist die Regel." S. 256

Neben den düsteren, übernatürlichen Szenen hat "Dark Angels' Fall" auch einiges an Romantik zu bieten. Außer etwas berechtigtem Lob von Äußerlichkeiten verzichtet das Autorenduo hier völlig auf Schmalz und Kitsch. Danke, und bitte weiter so! Indie bekommt in Sachen Romantik eine bevorzugte Rolle, und mit der Zeit kann man sich darauf einstellen, was passiert, wenn sie zum Holzholen in die Scheune verschwindet. Es kribbelt in der Magengegend und die Schmetterlinge im Bauch flattern schneller. Dawna wird hier plottechnisch etwas ausgebremst, aber auch bei ihr ergeben sich unerwartete und knisternde Abschnitte.

Die Kapitel wechseln zwischen den Ich-Erzählerinnen Dawna und Indie ab. Da die Geschichte im Präsens (Gegenwart) geschrieben ist, fühlt man sich ganz nahe dabei. Durchgehende Spannung wird in rasante und sehr metaphorische Parts unterteilt. Einige Szenen lassen den Leser hibbelig mitfiebern, andere sind sehr düster und sogar gruselig. Eine handlungsrelevante Szene ist durch einige Kurzkapitel so intensiv, dass sich die eigenen Gedanken überschlagen und man nicht zur Ruhe kommt. Das ist allerhöchste Schreibkunst! Sehr gut gelöst ist hier auch die folgende Tatsache: Übersinnlich wirkender Quatsch (z.B. das Engelsseminar der Mutter) bleibt zwar teilweise auch Quatsch, und man muss über die Teilnehmerinnen (und Indies Provokationen) ständig schmunzeln. Gleichzeitig hat es aber doch mit der Handlung zu tun und ist nicht so losgelöst abgehoben, wie man vielleicht glauben mag. Das bringt zusätzliche Spannung.

Viele Fragen, die im ersten Band aufkamen werden gelöst. Neue Erkenntnisse und ungelöste Handlungsstränge gibt es natürlich auch hier. Bei noch zwei weiteren Folgebänden ist das auch nicht weiter überraschend.
Das Ende ist nicht ganz so rasant, wie im Vorgängerband, aber mindestens genau so spannend. Man wird hier auch nicht mit allzu vielen Informationen erschlagen (es sind trotzdem genug) und kann die eigenen Gedanken und Erkenntnisse gut ordnen. Auf den letzten Buchseiten findet der Leser eine schöne Karte, die die Handlungsorte und die agierenden Personen in ihrer Beziehung zueinander zeigt. Ein sinnvoller und toller Bonus.

Persönliches Fazit
"Dark Angels' Fall: Die Versuchung" beginnt einen Tag nach den Ereignissen in Band 1. Und auch wenn der Serienstart schon einige Zeit zurückliegt, saß ich nach einem Kapitel wieder glücklich neben Dawna und Indie in ihrem Pickup. Möglich machte das eine kapitelintegrierte Zusammenfassung der Autorinnen, die die vorangegangenen Ereignisse unaufdringlich auffrischt. Perfekt! Spätestens seit diesem Buch darf sich die Whistling Wing-Geschichte zu meinen persönlichen Favoritenserien zählen. Ich liebe Dawna und Indie! Dawna ist wahnsinnig ausdrucksstark, und mit Indie könnte ich am laufenden Band lachen und sie gleichzeitig feste drücken. Hier hatte ich mal wieder alles vereint: Spannung, Humor, düstere Romantik (ja, das geht auch im Jugendbuchgenre!) und eine tolle Story. Engelsgleiche 5 Sterne!

Handlung: 4,5 / 5
Charaktere: 5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de





 

Reiheninfo Dark Angels'-Trilogie:
2. Dark Angels' Fall: Die Versuchung

Montag, 10. September 2012

Review zu "Portal" (Die Portal-Chroniken 1) von Imogen Rose



Imogen Rose (August 2012), Band 1,
Kindle E-Book, ca. 283 Druckseiten,
z. Zt. 3,49 € [D]
www.imogenrose.com


Komm und finde mich vor zwei Jahren…
Sechs Worte, die den Eishockey spielenden Wildfang Arizona in eine alternative Dimension geschleudert haben. Plötzlich lebt sie das Leben einer umschwärmten Cheerleaderin. Sie wird aus dem glücklichen Leben mit ihrem Vater gerissen und in ein neues, fremdes Leben mit ihrer verhassten Mutter gestoßen. Alle kennen sie als Arizona Darley, aber die ist sie nicht. Sie ist Arizona Stevens.
Während sie versucht, Antworten zu finden, stehen für sie nur zwei Dinge fest: dass ihre Mutter Olivia irgendwie für alles verantwortlich ist - und dass sie ihr altes Leben zurückhaben möchte.
Bis sie Kellan trifft...
(Text- und Bildquelle:
Imogen Rose)


Meine Meinung
Arizona Stevens wacht auf dem Rücksitz im Auto ihrer Mutter auf. Sie wundert sich noch, weil eigentlich ihr Vater sie nach einer Prüfung abholen sollte. Dann fällt ihr auf, das die Innenausstattung des Autos sich geändert hat und ihre kleine Schwester, die im Auto schläft, eine andere Haarfarbe hat. Als sie dann auch noch vor einem völlig fremden Haus anhalten, und ein fremder Mann sich als ihr Vater ausgibt, glaubt Arizona an einen Traum. Doch ihr Leben scheint echt zu sein. Ab jetzt muss sich sich als Arizona Darley an einer neuen Schule und mit teils unbekannten Freunden zurechtfinden. Aber Arizona ist fest entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen.

"Portal", der erste Band einer Zeitreise-Pentalogie (Fünfteiler), ist im August 2012 auf Deutsch erschienen. Die selbstveröffentlichte Reihe von Autorin Imogen Rose erlangte in den USA einen großen Bekanntheitsgrad und soll nun auch für die deutschen Leser übersetzt werden.
Zeitreiseromane sind sehr spannend und stets willkommen. Auf die Umsetzung des Zeitreiseelemts in "Portal" war ich gespannt. Ich fing an zu lesen und war sehr überrascht, wie gut die Story beginnt. Nach einem guten Prolog mit Aha-Effekt, begleitet der Leser Ich-Erzählerin Arizona, die in einer völlig anderen Dimension aufzuwachen scheint. Einige Leser könnten sich zwar wundern, dass sie diese Tatsache, obwohl sie sich sehr wundert, erst einmal stillschweigend hinnimmt. Meiner Meinung nach hat das die Autorin aber genau richtig gemacht. Die Gründe, die sie für Arizonas Zurückhaltung ihrer Mutter und ihrem "falschen" Vater gegenüber angibt, sind plausibel. Man kann Arizona gut verstehen, dass sie an diesem ersten Abend lieber abwartet, anstatt komplett durchzudrehen.

Arizona selbst ist taff und, genau wie ihrer kleine Schwester, nicht auf den Mund gefallen. Dagegen fällt ihr Umfeld, leider auch der männliche Hauptcharakter Kellan, für mich zu blass aus. Trotzdem hatte ich Spaß, Arizona an ihrer neuen Schule und bei ihren Nachforschungen zu begleiten. Ich konnte sogar einige übertriebene Schwärmereien verzeihen. Die Zeitreiseumstände bleiben geheimnisvoll, man will wissen, was es mit dem Ganzen auf sich hat und wie es dazu kam. Nachdem man Arizona gut kennengelernt hat, wechselt die Perspektive teilweise zu anderen Personen, meist zu Arizonas Mutter. Hier erhofft man sich nähere Infos zum Zeitreiseelement (und bekommt diese auch - teilweise!).

Normalerweise nicht groß erwähnenswert, muss ich hier anfügen, dass ich bei der deutschen Übersetzung einige Defizite feststellen konnte. Sie ist zwar nicht fehlerhaft, man versteht alles und der Text liest sich jugendlich pfiffig, wirkt aber stellenweise doch sehr amateurhaft. Englisch und Deutsch gleicht sich teilweise stark, einiges muss man hier aber definitiv anders ausdrücken. Bei manchen Sätzen hatte ich das Gefühl, dass diese 1 zu 1 aus dem Englischen übersetzt wurden und darum sehr hölzern klangen. Auch wiederholten sich viele Satzanfänge immer wieder, in einem Abschnitt hatte ich z.B. sieben Satzanfänge hintereinander mit "Sie" (Sie ging..., Sie dachte..., Sie holte..., Sie überlegte, Sie machte..., usw.). Hier kam ich dann doch manchmal ins Stocken.

Ab der Hälfte der Geschichte baut diese leider sehr stark ab. Man erfährt, dass das Zeitreiseelement (wie schon der Buchtitel verrät) ein Portal ist und von Arizonas Mum geschaffen wurde. Doch wie wurde es geschaffen? Wie sieht es aus? Wo steht es? Wie aktiviert man es? Woher bekommt es seine Energie? Warum wird diese plötzlich schwächer? Im allerletzten Kapitel bekommt man auf wenige dieser Fragen eine Antwort, aber das reicht lange nicht aus. Stattdessen wirkt die Story zunehmend wirr und künstlich in die Länge gezogen. Es gehört einiges dazu, die Reisen von der Zukunft zum Jetzt und wieder zurück nachvollziehen zu können. Irgendwann wissen alle Beteiligten, dass etwas nicht stimmt und zum Großteil wissen sie auch, was es ist. Trotzdem werden Gespräche mit Personen, die für Klärung sorgen können, immer wieder mit Vertröstungen aufgeschoben. Und das etliche Male. Ich war zusehends genervt.

Eine eingebaute Komplikation mit einem Nebenbuhler von Kellan ist komplett unnötig und war für mich nicht nachzuvollziehen. Hier wurden Arizonas Schwärmereien (die ja eigentlich nicht mehr ohne Kellan leben will) dann peinlich. Wo zwei Schulbösewichte und Gegenspieler von Arizona plötzlich abgeblieben sind, darf sich der Leser selbst ausdenken. Hier reicht es nicht, auf die Folgebände zu hoffen. Ein Hinweis hätte erfolgen müssen.
Die Geschichte hat bis zum Schluss keinen Spannungsanstieg, wenn, dann auf den letzten 5 Seiten. Danach bricht die Handlung unvermittelt ab und wird wohl im nächsten Band fortgesetzt.

Fazit
Was spannend und gut begann, wurde am Ende leider alles andere, aber nicht gut. Nach der Hälfte litt meine Konzentration stark, die Übersetzung störte mich und Dialoge sowie Lovestory nervten. Hatte ich mich noch gefreut, dass es in der Geschichte, außer dem Zeitreiseportal, keine Fantasy-/Sci-Fi-Komponente gibt (vor allem keine Gestaltwandler, Elfen, Feen, Zauberer, usw.), wurde ich nach dem Epilog dann wiederum mit einem großen Fragezeichen zurückgelassen. Für das Buch sprechen ein guter Preis und einige kreative Ansätze. Inhaltlich kann ich es aber nicht empfehlen. Schade.

Reiheninfo Die Portal-Chroniken
1. Portal
2. Equilibrium
3. Quantum
4. Momentum
5. Fusion

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Freitag, 7. September 2012

Rezension zu "Kälte" von Michael Northrop



Verlag: Loewe (August 2012)
Originaltitel: Trapped
Übersetzer: Ulrich Thiele
Reihe: - , ab ca. 13-16 J.
Ausführung: Taschenbuch, 256 S.
ISBN: 978-3785574287
6,95 € [D]

Genre: (Jugend-)Roman


Inhalt/Verlagsinfo
Es schneit wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Scotty und seine Freunde Pete und Jason gehören zu den letzten sieben Schülern ihrer Highschool, die darauf warten, nach dem Unterricht abgeholt zu werden. Bald jedoch wird klar, dass niemand mehr kommen wird.
Anfangs scheint es noch gar keine so schlechte Sache zu sein, den Abend und schließlich die Nacht in der Schule verbringen zu müssen – immerhin sind die zwei süßen Mädchen Julie und Krista mit von der Partie. Doch als zuerst der Strom ausfällt, dann die Heizung, schließlich die Wasserleitungen einfrieren und der Schnee draußen immer höher steigt und sie in Dunkelheit hüllt, liegen die Nerven blank – und plötzlich geht es ums nackte Überleben. (Text- und Bildquelle: Loewe Verlag)

Über den Autor
Michael Northrop wuchs in einer kleinen Stadt in den Berkshire Mountains auf, wo er seine Zeit damit verbrachte, in Bäume zu klettern, aus Bäumen zu fallen und Fußball zu spielen. Viele Jahre später zog er nach New York, dem er seitdem treu geblieben ist. Dort arbeitete er als Stand-up-Comedian und Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften, bis er 2009 seinen ersten Jugendroman veröffentlichte, der auf der Stelle zum Erfolg wurde. Seither heimst er eine Auszeichnung nach der anderen ein und hat das Schreiben zum Beruf gemacht.
Hier geht es zur Homepage von Michael Northrop (sehr humorvoll und sympathisch!)

Rezension

Der erste Satz: Wir waren zu siebt, die sieben letzten Schüler, die darauf warteten, von der Tattawa Regional Highschool abgeholt zu werden.

Während eines ganz normalen Schultages von Scotty Weems beginnt es so stark zu schneien, dass die Schulleitung den Unterricht vorzeitig beendet. Alle Veranstaltungen werden absagt, und die Schüler gebeten, sich zu den Bussen zu begeben, die alle Kinder vor Unterrichtsende nach Hause bringen soll. Scottys einzige Sorge ist zu diesem Zeitpunkt sein Basketballspiel, das er wegen des Schneegestöbers verpassen wird.
Als Scottys Freund ihn fragt, ob sie, satt mit den Bussen nach Hause zu fahren, im Werkraum an einem Gokart basteln wollen, willigt er ein. Zu dritt machen sich die Teenager an die Arbeit und realisieren bald, dass dies ein Fehler war. Der Schnee steigt immer höher und ihre Mitfahrgelegenheit kommt nicht zur Schule durch. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als mit vier weiteren Jugendlichen auf Rettung zu warten. Wie stark sich die Situation zuspitzen wird, ahnt zu diesem Zeitpunkt keiner von ihnen.

Das bin ich also: Scotty Weems. Ich werde euch sozusagen durch diese Geschichte begleiten. Gut möglich, dass die anderen manches anders erlebt haben, und ein paar von ihnen hätten das Ganze vielleicht auch besser erzählen können, aber ihr habt keine Wahl. Warum nicht? Tja, zum Beispiel, weil es nicht alle geschafft haben.
S. 11

Wie man an diesem Zitat erkennen kann, führt der 15-jährige Scotty den Leser durch seine Geschichte. Eigentlich ist es, ganz einfach ausgedrückt, die Geschichte von sieben jugendlichen Schülern, die wegen eines gewaltigen Schneesturms in ihrer Schule festsitzen. Aber was sich hier so einfach darstellt, ist umso dramatischer für die Jungen und Mädchen, denn die zweistöckige Schule versinkt buchstäblich im Schnee. Und nicht nur die damit verbundenen offensichtlichen Gefahren (Kälte, Hunger/Durst, Lebensgefahr) beschreibt Scotty in seiner Geschichte, er geht auch auf die zwischenmenschlichen Probleme unter den Jugendlichen ein. Die Spannungen, die sich automatisch bei solchen Extremsituationen ergeben. Dadurch wird "Kälte" zu einem sehr persönlichen Buch. Zum einen, weil Scotty seine Gefühle sehr offen darlegt und zum anderen, weil der Ich-Erzähler die Leser oft direkt anspricht.

Anders als in vielen Katastrophenromanen, lässt Michael Northrop einen mit der Handlung nicht im Schneegestöber stehen. Scotty stellt von Anfang an klar, dass in seiner Geschichte etwas Schlimmes passieren wird. Dass die Situation nicht für alle Beteiligen gut ausgehen wird. Dieses wiederholt er auch öfter, so dass man sich ungefähre Gedanken machen kann, was den Jugendlichen in dieser Extremsituation passieren könnte. Was es genau ist, verrät der Autor natürlich nicht.

Die sieben Jugendlichen sind ganz normale amerikanische Highschool-Kids. Da wären Scotty und seine zwei engsten Freunde - aufgeweckte Jugendliche, vielleicht leichte Nerds, zwei Außenseiterjungen und zwei Mädchen, die eine Jahrgangsstufe unter den Jungen sind. Im Schulaltag haben diese Gruppen nicht viel miteinander zu tun. Jetzt, alleine in der Schule und ohne die Möglichkeit von dort wegzukommen, müssen sie miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten. Dass da Spannungen nicht ausbleiben erscheint logisch und wurde vom Autor auch sehr glaubwürdig gelöst.
Einigen Lesern könnte die Handlung für ein Buch dieses Genres nicht spannend genug sein. Oft wirken die Jugendlichen sehr ruhig, auch wenn ihre Gefühle sehr in Aufruhr sind. Hier bekommt mein keinen dramatischen Actionblockbuster, wie "The Day After Tomorrow - Eiszeitkino à la Hollywood, sondern ein authentisches Szenario. Die Geschichte ist zwar erfunden, wenn man aber die teils extremen Wetterverhältnisse der USA bedenkt, hätte sie sich aber genau so zutragen können.

Gegen Ende erscheint die Situation immer auswegloser. Sehr dramatische Teile wurde von der Beschreibung her an jugendliche Leser angepasst, sind deswegen aber nicht weniger schlimm. Gefühle wie bittere Kälte oder totale Erschöpfung sind beinahe jedem von uns in Ansätzen bekannt, aber was diese Highschool-Kids erleben müssen, möchte sich kein Leser für eigene Situationen ausmahlen.
Das Buchende kommt ziemlich prompt und sogar etwas abgeschnitten. Trotzdem ist der Ausgang für die meisten der Jugendlichen klar. Einige Fragen, die Eltern oder Lehrer der Kinder betreffend, bleiben offen. Doch was passiert wohl einem Lehrer, der nachts, bei Eiseskälte und mannshohem Schnee, Hilfe holen möchte, und der nicht zurück kommt? Eigentlich klar, oder?

Persönliches Fazit
Es schneit und schneit und schneit und hört einfach nicht auf. Bei "Kälte" blieb mir gar nichts anderes übrig, als mit Scotty und seinen Freunden mitzubibbern. Bei der Thematik war ich anfangs tatsächlich an Filme wie "The Day After Tomorrow" erinnert. Die Szenerie ist aber viel natürlicher und hat nichts von einem produzierten Hollywood-Movie. Michael Northrops Beschreibungen hatten für mich etwas regelrecht Beklemmendes, wenn ich das Gefühl hatte, der Schnee ist während den letzten zehn Buchseiten schon wieder um einen halben Meter gestiegen. Das Buch ist wahrscheinlich nicht das spannendste seiner Art, sicher aber eines der realistischsten. Mir ist jetzt noch kalt. 4 Sterne.
Handlung: 3,5 / 5
Charaktere: 3,5 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



(li.) US-Cover und Deutsches Cover




Trailer by naomibates SchoolTube


Donnerstag, 6. September 2012

Buchzugänge vs. Buchabgänge im August 2012

Der August war meines Wissen mein zugangsreichster Monat in diesem Jahr. Ich habe fleißig mit anderen Bloggern getauscht, bin von einer lieben Freundin großzügig beschenkt worden, konnte das Kaufen nicht sein lassen und habe an Bloggeraktionen teilgenommen. 18 Bücher haben den Weg auf meinen SuB gefunden. So viele konnte ich natürlich nicht lesen, darum hat mein SuB auch einiges an Fett angesetzt. Ob er wohl je wieder abnimmt?





Zugänge August 2012 - 18 Bücher

01. Stiefvater, Maggie - In deinen Augen
02. Mafi, Tahereh - Ich fürchte mich nicht
03. Roberts, Jeyn - Dark Inside
04. Patrick, Cat - Die 5 Leben der Daisy West
05. Spotswood, Jessica - Töchter des Mondes: Cate
06. Pantermüller, Alice - Mein Lotta-Leben: Alles voller Kaninchen
07. O'Rouke, Erica - Die Erwählte: Der Weg in die Dunkelheit
08. Hellberg, Amanda - Abschiedskuss
09. Hand, Cynthia - Unearthly: Dunkle Flammen
10. Nelson, Jandy - Über mir der Himmel
11. Northrop, Michael - Kälte
12. Bardugo, Leigh - Grischa: Goldene Flammen
13. Bick, Ilsa J. - Ashes: Tödliche Schatten
14. LaFevers, Robin - Grave Mercy: Die Novizin des Todes
15. Cohn, Rachel & Levithan, David - Nick & Norah: Soundtrack einer Nacht
16. Belitz, Bettina - Linna singt
17. Spencer, Kristy & Tabita Lee - Dark Angels' Fall: Die Versuchung
18. Kagawa, Julie - Plötzlich Fee: Frühlingsnacht


Abgänge August 2012 - 13 Bücher

01. James, E L - Shades of Grey: Geheimes Verlangen
02. Karr, Julia - The Sign: Nur zu deiner Sicherheit
03. Hanika, Beate Teresa - Rotkäppchen muss weinen
04. Hill, Frances G. - Drachenhaut
05. Martini, Manuela - Wenn es dunkel wird
06. Hocking, Amanda  - Die Tochter der Tryll: Verborgen
07. Stiefvater, Maggie - In deinen Augen
08. Pantermüller, Alice - Mein Lotta-Leben: Alles voller Kaninchen
09. Souders, J.A. - Renegade: Tiefenrausch
10. Wortberg, Christoph - Dieser eine Moment (Kindle)
11. Lu, Marie - Legend: Fallender Himmel
12. Bardugo, Leigh - Grischa: Goldene Flammen
13. Patrick, Cat - Die 5 Leben der Daisy West

alter Bücherstapel August: 37
aktueller Bücherstapel September: 43

Mittwoch, 5. September 2012

Verlosung von "Grischa: Goldene Flammen" - Gewinne eines von 2 Exemplaren!


Vor kurzem erschien Leigh Bardugos Debütroman "Grischa: Goldene Flammen". Ich habe das Buch gelesen und war ziemlich begeistert von der Welt, die die Autorin geschaffen hat und den Figuren, die im Buch mitspielen. Zitat aus meiner Rezension:

"Grischa: Goldene Flammen" ist im Zeitalter der oberflächlichen Settings und nichtssagenden Romantasys ein kleines Kunstwerk.

Das Allerbeste, obwohl "Goldene Flammen" ein Trilogiestart ist, kann man das Buch auch perfekt als Einzeltitel lesen (wobei ich garantiere, dass jeder, der er liest, sich die Fortsetzungen nicht entgehen lassen wird!). Noch besser, ab heute verlose ich zwei brandneue, eingeschweißte Exemplare von "Grischa: Goldenen Flammen".
Jeder kann teilnehmen. Doch ohne Fleiß kein Preis - darum sind, um in den Lostopf zu hüpfen, ZWEI klitzekleine Aufgaben zu erfüllen.


AUFGABE 1

Lies dir meine Rezension zu "Grischa: Goldenen Flammen" durch und beantworte mir folgende Frage:

Was sind die Grischa und wie heißt die Gruppe, die Flammen erschaffen kann?
Ich wollte hier erst die gruseligere Gruppe nehmen, empfand das aber doch als zu hart :-)

Die Antwort schickst du mir mit dem folgenden Gewinnspielformular, mit dem Betreff "Grischa-Gewinnspiel", so kann ich dich im Falle eines Gewinns sofort benachrichtigen. Bitte nicht über die Kommentarfunktion am Ende des Beitrags.

Gewinnspielformular (abgelaufen)


AUFGABE 2

"Grischa: Goldene Flammen" ist beim Carlsen Verlag erschienen und wird auf der bittersweet Seite des Verlags zusammen mit fünf anderen Buchserien präsentiert. Besuche die bittersweet Seite, schau dir die Buchserien (Seitenreiter "Bücher") an und schreibe mir ein Kommentar unter diesen Beitrag mit folgendem Inhalt:

Von bittersweet habe ich .... bereits gelesen. Ich möchte "Grischa: Goldenen Flammen" gewinnen, weil ....



Viel Spaß und viel Glück allen Teilnehmern!

Das Kleingedruckte: Jeder kann mitmachen. Wenn ihr unter 18 Jahre alt seid, benötigt ihr für die Teilnahme das Einverständnis eurer Eltern. Jeder darf nur einmal teilnehmen und erhält dafür 1 Los. Gewinne werden nur innerhalb der EU und in die Schweiz versandt. E-Mail Adressen  werden sofort nach Beendigung gelöscht. Reine Gewinnspielblogs sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Auslosung erfolgt, lt. Kommentarreihenfolge, über Random.org. Teilnahmeschluss ist Sonntag, der 16.09.2012


Review zu "Die 5 Leben der Daisy West" von Cat Patrick



Boje/Bastei Lübbe (August 2012),
Hardcover, 304 Seiten,
14,99 € [D]


Daisy ist fünfzehn – und schon mehr als ein Mal gestorben. Sie lebt waghalsig, denn sie weiß, dass es Revive gibt, ein Medikament, das ins Leben zurückhilft, wenn alle anderen Mittel versagt haben. Da diese Medizin hochgeheim ist, muss Daisy nach jedem Tod eine neue Identität annehmen und an einen anderen Ort ziehen. Bisher hat sie daher meist isoliert und ohne enge Freunde gelebt. Aber dann findet sie an ihrer neuen Schule nicht nur völlig unverhofft eine beste Freundin, sondern verliebt sich auch noch Hals über Kopf. Zum ersten Mal lässt Daisy sich wirklich auf das Leben ein.
Da entdeckt Daisy, dass sie Teil eines großen Experiments ist. God, der zwielichtige Leiter des Revive-Programms, hat viele Menschen auf skrupellose Weise rekrutiert und behandelt sie wie Versuchskaninchen. Daisy begehrt auf. Und setzt damit ernsthaft und unwiederbringlich ihr Leben aufs Spiel ...
(Text- und Bildquelle: Bastei Lübbe)


Meine Meinung
Na, diese Inhaltsangabe klingt mal spannend! Zuerst dachte ich hier an einen dystopischen Science-Fiction Roman, doch das täuscht. "Die 5 Leben der Daisy West" ist ein Jugendthriller, der mit einem Sci-Fi Element daherkommt, das es natürlich so nicht gibt; das Wiederbelebungsmedikament Revive. Dieses holt Kinder und Jugendliche die sterben wieder ins Leben zurück. Eine verlockende und gleichzeitig sehr gruselige Vorstellung. Daisy ist Teil eines Forschungsprogramms, in dem das Medikament an ihr und ein paar anderen Jugendlichen getestet wird. Alles ist streng geheim und Daisy führt somit ein sehr isoliertes Leben mit Agenten, die sich als ihre Eltern ausgeben.

Die Geschichte legt auch sehr atmosphärisch los, nämlich mit Daisys 4. Tod. Ihre Gedanken und Gefühle in diesen letzten Minuten haben eine krasse Wirkung auf den Leser. Es ist beklemmend, aber auch sehr packend. Ich hatte sofort angebissen.
Es gelingt auch, Daisy mittels Revive wieder ins Leben zurückzuholen, aber das Forscherteam legt ihr eindeutig klar, dass es knapp war und sie nicht garantieren können, ob Revive noch ein 5. Mal wirkt. In den folgenden Kapiteln wird Daisys Situation gut beschrieben. Man bekommt Hinweise, wie sie Teil des Revive-Programms wurde, wie ihr Leben seitdem aussieht und dass sie außer ihren Alibi-Eltern keine richtigen Bezugspersonen hat. Daisy muss nach der letzten Wiederbelebung also wieder umziehen. Sie kommt an eine neue Highschool und trifft dort auf einen Jungen (denn eine Lovestory in Jugendromanen ist wahrscheinlich, trotz viel vorhandenem Thrillerpotenzial, ein absolutes Muss). Dieses Aufeinandertreffen gestaltet sich dann so:

Und erst in dem Moment fällt mir auf, was mir vorher total entgangen war, nämlich dass er unglaublich megascharf ist.
Lässig streicht er sich mit dem Daumen eine Strähne aus dem Gesicht. Hinter den Ohren stehen seine Haare auf diese absolut unwiderstehliche Art und Weise wild hervor, dass man nicht weiß, ob er zum Friseur müsste oder gerade dort war. Er hat dunkle Brauen - so wie sexy Bösewichte in Filmen - und mandelförmige braune Augen [...] und lächelt mich mit einem Lächeln an, das fast ... vertraut wirkt. Als er sich schließlich dem Lehrer zuwendet, fühle ich mich, wie gerade von Wolke Sieben gestürzt. S. 39

Oh nein! Nein! Und noch mal nein! Nicht diese Schiene, bitte nicht! Ich gebe es zu, Geschichten, in denen die Begegnung zwischen Hauptprotagonistin und dem männlichen Prachtexemplar wie im Zitat ablaufen, haben es bei mir sehr, sehr schwer. Hinüber ist der tolle Einstieg, und ich bin sofort genervt. Es ist doch immer dasselbe: Megascharfer Typ mit Modelattributen, gewisser Coolness und den allgegenwärtigen Strubbelhaaren. Wenn dies wirklich das ist, was Mädchen heute lesen wollen, was die Geschichte interessant machen soll, dann fällt mir dazu nichts mehr ein. Langsam wird es langweilig!
Damit nicht genug, die Schwärmerei von Ich-Erzählerin Daisy nimmt danach auch nicht ab. Natürlich ist der heiße Matt der Bruder von Daisys neuer Freundin. Sie laufen sich also ständig über den Weg. Im Folgenden wird jede Gestik, jeder Blick sogar das "lässige im Türrahmen lehnen" von Daisy analysiert und beschwärmt. Sogar wie das "Lewis-Model" eine Uhr an seinem, ach so hübschen, Handgelenk trägt, wird thematisiert. Also echt!

Daisy und Matt werden ein Paar, eine große Sympathie für die Beziehung konnte ich aber die ganze Zeit über nicht aufbringen. Sie war mir mehr oder wenig egal.
Überraschender Weise bringt die Autorin eine emotionale Wendung in die Geschichte, die einem dann wirklich auch zu Herzen geht. Hier hatte ich erst etwas Anderes erwartet, war dann tatsächlich auch richtig überrascht und gerührt. Cat Patricks Schreibstil ist hier sehr ergreifend.
Leider entpuppt sich ab hier das Verhalten von Model-Matt zu einer Farce. So verständlich seine Situation auch ist, diesen Hin und Her-Egotrip muss ich nicht verstehen. Und Daisys Verhalten und ihre unlogischen Entscheidungen noch viel weniger.

Wenn dann der große Bösewicht ins Spiel kommt, schwingt das kurzeitige Hoch wieder in ein ausgeprägtes Tief um. Die Namensgebung des Bösewichts (und die des Mittäters) empfand ich als überzogen lächerlich. Daisys sonnenklare Verschwörungstheorie, in Bezug auf das ganze Review-Projekt, klafft voller schwarzer Logiklöcher, wird dann aber so zu Ende gebracht, dass die Theorie richtig ist. Was der Zweck des Ganzen war, warum sich der Bösewicht so darstellt, wie er ist - ich weiß es nicht! Wahrscheinlich wollte er einfach Gott spielen *zwinker*.
Das abgeschlossene Friede-Freue-Eierkuchen-Ende reißt es dann auch nicht mehr heraus. Es ist dann alles gut - mit Abstrichen, traurigen Erinnerungen und hoffnungsvollem Blick in die Zukunft. Na, dann ...

Fazit
"Die 5 Leben der Daisy West" haben sich schnell schmökern lassen. Zufrieden war ich nicht. Die Lovestory nervt, die Charaktere handeln oft wenig vorausschauend, die Thrillerhandlung ist unlogisch aufgebaut, und auch die abschließenden Hintergrundinformationen zum Bösewicht sind viel zu mager. Gute Ansätze brachte der emotionale Teil und auch die Hauptthematik des Revive-Medikaments ist kreativ und spannend. Leider verloren sich die positiven Ansätze im Laufe der Handlung mehr und mehr. Eine Lesedrama war es zwar nicht, in Erinnerung bleibt mit das Buch aber auch nicht. Schade.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Dienstag, 4. September 2012

Rezension zu "Legend: Fallender Himmel" von Marie Lu



Verlag: Loewe (September 2012)
Originaltitel: Legend
Übersetzer: Sandra Knuffinke & Jessika Komina
Reihe: Band 1/3, ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 368 S.
ISBN: 978-3785573945
17,95 € [D]

Genre: Dystopie


Inhalt/Verlagsinfo
Eine Welt der Unterdrückung. Rachegefühle, die durch falsche Anschuldigungen genährt werden. Und Hass, dem eine grenzenlose Liebe entgegentritt. Dies ist die Geschichte von Day und June. Getrennt sind sie erbitterte Gegner, aber zusammen sind sie eine Legende!
Der unbändige Wunsch nach Rache führt June auf Days Spur. Sie, ausgebildet zum Aufspüren und Töten von Regimegegnern, erschleicht sich sein Vertrauen. Doch Day, der meistgesuchte Verbrecher der Republik, erweist sich als loyal und selbstlos – angetrieben von einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn. June beginnt, die Welt durch seine Augen zu sehen. Ist Day tatsächlich der Mörder ihres Bruders? Fast zu spät erkennt June, dass sie nur eine Spielfigur in einem perfiden, verräterischen Plan ist. (Text- und Bildquelle: Loewe Verlag)

Über die Autorin
Marie Lu wurde 1984 in Sanghai geboren und lebte für einige Zeit in Texas, bevor sie an der University of Southern California studierte. Das kalifornische Wetter hat sie überzeugt dortzubleiben und nun wohnt Marie Lu mit ihrem Freund und drei Hunden in Pasadena, einem Vorort von Los Angeles. Vor ihrem Erfolg als Autorin arbeitete sie als künstlerische Leiterin bei einem Unternehmen, das Videospiele produziert. Marie Lu mag Cupcakes, fröhliche Menschen, Kampfjets, Regen und natürlich Bücher. "Legend: Fallender Himmel" ist ihr Debüt.

Rezension

Der erste Satz: Meine Mutter glaubt, dass ich tot bin.

In einem Los Angeles der Zukunft lebt Day auf der Straße. Die Republik Amerika kämpft mit Militärgewalt gegen die verfeindeten Kolonien. Day pfuscht der Republik ins Handwerk, wo er nur kann, sabotiert Einsätze oder beschädigt Militäreigenturm und Luftschiffe. Dadurch ist er der meistgesuchte Verbrecher der Republik. Dumm ist nur, dass Day so geschickt vorgeht, dass er bisher noch nicht geschnappt werden konnte und es keinen konkreten Hinweis auf sein Aussehen und Aufenthaltsort gibt.
Doch die Republik hat ein Ass im Ärmel. June, eine überaus talentierte junge Soldatin, das Wunderkind der Republik, wird auf Days Spur gesetzt. Und sie hat persönliche Gründe ihn zu schnappen. Denn Day hat Junes Bruder getötet.

Mit gehypten Büchern ist das ja so eine Sache. Im Falle "Legend: Fallender Himmel" wurde schon vor Erscheinen kräftig die Werbetrommel gerührt. Das Buch hat eine eigene Homepage, einen filmreifen Trailer, und in den USA wurden sogar schon vor der Veröffentlichung die Filmrechte an eine bekannte Produktionsfirma verkauft. Das klingt großartig. Man setzt dementsprechend hohe Erwartungen in das Leseerlebnis.
Das Kreuz mit solchen Büchern ist dann oft, dass sie zwar gefallen, aber eben das Lese-Weltbild nicht erschüttern konnten. Woran liegt das? Waren die Erwartungen durch den Hype zu groß? Hat man dadurch eine Über-Vorstellung von einem Buch, der es nie gerecht werden kann? Bei "Legend: Fallender Himmel" können interessierte Leser aufatmen. Eine gelungene Dystopie und ein toller Trilogiestart!

Ich ziehe die Seeschlüsselblumen aus meinem Ärmel - einige Blüten sind etwas zerdrückt. So vorsichtig wie möglich stecke ich sie in den weichen Boden und drücke die Erde ringsum wieder fest. Mom wird sie hier wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommen. Aber ICH weiß, dass sie da sind. Die Blumen sind ein Beweis für mich selbst, dass ich noch am Leben bin. Und noch immer über meine Familie wache. - Day, S. 145

Die einzelnen Kapitel sind jeweils aus der Ich-Perspektive von Day und June geschrieben, und das konstant abwechselnd. Außerdem erzählen Day und June ihre Geschichte im Präsens (Gegenwart), was dem Leser von Anfang an das Gefühl gibt live dabei zu sein. Beide, der männliche, wie auch der weibliche Hauptcharakter, gefallen ab dem ersten Kapitel ausgesprochen gut. Perfekt gelöst ist die Begegnung von Day und June. Bevor sie aufeinandertreffen, geht einige Zeit ins Land. Man lernt beide gut kennen, und die Art der Begegnung ist dann herrlich spannend. Die darauffolgende Anziehung/Attraktion geht recht flott, ist aber auch wichtig für eine längenfreie Weiterführung der Geschichte.
Die weiteren, geschichtsrelevanten Personen überzeugen so, dass sie ihrem Platz im Plot gerecht werden. Hier setzt die Autorin auch nicht auf große Geheimniskrämerei. Als Leser kann man ziemlich schnell einschätzen, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört. Einzig Days Bruder John, dem hier definitiv eine wichtige und handlungsentscheidende Rolle zugeschrieben wird, hätte man als Leser besser kennenlernen sollen. Seine Beweggründe in einer Erinnerung von Day Revue passieren zu lassen reicht für eine überzeugende Authentizität nicht aus.

Dystopische Elemente findet man im Roman viele, sie sind sehr stimmig und nach bekannten Mustern diese Genres gewählt. Es existiert eine krasse Spaltung zwischen Arm und Reich, ein System, dass den Großteil der Menschen unterdrückt, bzw. Krieg führt und eine Umgebung mit viel Dreck, hygienischen Missständen und Veränderungen durch eine Naturkatastrophe mit folgendem Klimawechsel. Diese Elemente werden so subjektiv in die Story integriert, dass sie ein tolles Gesamtbild und eine vereinnehmende Lesestimmung ergeben. So ist es zum Beispiel im Los Angeles dieser Zeit im Dezember sehr heiß und es ist die Rede von einer Überflutung. Was aber genau passiert ist, durch was diese Lebensumstände entstanden sind, erfährt man nicht. Dystopieerfahrene Leser können mit dieser Ist-Situation sehr gut leben, da die Gewichtung auf der Geschichte von Day und June liegt und die Lebensumstände gut zum ergreifenden Lesegefühl beitragen.

Auch "Fallender Himmel" ist ein Jugendbuch, das mit Gewalt nicht spart. Hier hat der Verlag schon im Vorfeld seine Alterempfehlung auf (ab) 14-17 Jahre angepasst. Und das zurecht! Die körperliche und seelische Gewalt, die den Menschen in dieser Geschichte angetan wird, ist zahlreich und soll hier nicht detailliert erwähnt werden. Oft sehr grausam werden Szenen geschildert, die gut verarbeitet und ausgehalten werden müssen.
Aber es ist auch so, dass gerade diese polarisierenden Szenen zur Wirkung des Buches beitragen. Man ist hin- und hergerissen zwischen Entsetzen, wie Menschen solch ein Leben aushalten können, und der Faszination eines spannenden und mitreißenden Lesegefühls. Auffällig ist hier das sehr junge Alter der Hauptcharaktere. Diese sind beide erst 15 Jahre alt. Vor allem Days schlimme Lebensumstände beginnen bereits im frühen Kindesalter, ab dem 10. Lebensjahr war er praktisch auf sich allein gestellt. June kommt zwar aus wohlhabendem Elternhaus, doch auch sie hatte durch die totalitäre Republik eine Kindheit die man sich nicht wünscht. Beides sind Kämpfernaturen, die durch diese Umstände schon als 15-jährige sehr erwachsen wirken. Die Situation der Kinder und Jugendlichen im Buch geht sehr zu Herzen und verfehlt ihre Wirkung nicht.

Die komplette Handlung im Buch ist spannend und eindringlich und begeistert durch Elemente, die "Fallender Himmel" zu einem wahren Pageturner machen. Gegen Ende steigt die Spannung so sehr, dass man an den Seiten klebt. Viel zu schnell ist dann Schluss. Die Autorin verzichtet auf einen Cliffhanger gibt aber einen Ausblick, mit was man im Folgeband rechnen kann. "Fallender Himmel" ist somit als eigenständiger Abschnitt einer Trilogie zu sehen. Dystopie-Fans werden begeistert sein!

Persönliches Fazit
"Legend: Fallender Himmel" ist für mich ein Buch, dass dem Hype gerecht wird. Die Geschichte hatte mich bereits für sich eingenommen, nachdem Day seine Situation im ersten Kapitel beschreibt. Die Story war für mich so blendend, dass ich auch bei kleiner Kritik gerne beide Augen schließe. Eine Herabsetzung der hohen Qualität wäre durch nichts gerechtfertigt. Bei einer Wendung im Mittelteil fiel mir buchstäblich die Kinnlade herunter. Ich war ergriffen-entsetzt. So schneeweiß der Einband, so dunkel manche Abgründe der Geschichte. Faszinierend! Darum glänzt für mich "Legend" so golden wie das Republiksymbol auf dem Cover. 5 Sterne!

Handlung: 4,5 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de






Reiheninfo und Lesenswertes zur Legend-Trilogie:

Band 1 - "Legend: Fallender Himmel"