Dieser All Age- und Jugendbuchblog wurde beendet. Schau dich jedoch gerne um! Infos dazu gibt es HIER.

Dienstag, 26. Mai 2015

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Juni 2015

Beim Stöbern bei meinen favorisierten Verlagen (das sind viele!) war ich fast ein bisschen überrascht. Es erscheinen zwar einige tolle Bücher, es landen aber nur relativ wenige auf meiner Wunschliste, bei denen ich das Gefühl habe, sie unbedingt lesen zu müssen! Ganze sechs Stück sind das im Juni. Für diese heißt es jetzt: Ab auf die Wunschliste!


Fantasy - Lovestory - Zeitgenössisch - Drama

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)



Mitternachtsclowns von J.J. Howard ... handelt von Lexi, einer New Yorkerin, die nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters nach ihrer Mutter suchen muss. Deren letzter bekannter Aufenthaltsort ist ein kleiner Wanderzirkus, irgendwo im Süden der USA. Lexi findet dort zwar nicht ihre Mutter, dafür aber einen Job und Unterkunft.
Die Königin der Schatten von Erika Johansen ... hat mich sehr neugierig gemacht, weil der Verlag damit wirbt, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann (ja, ich springe auf so etwas an). High Fantasy lese ich zwischendurch immer sehr gerne und die Story (Königshaus, Intrigen, ...) klingt spannend. Es ist der Beginn einer Reihe/Trilogie (?)
Die Seiten der Welt: Nachtland von Kai Meyer ... ist schon der zweite Teil, er kam jetzt schneller als gedacht. Die buchische Geschichte über Bibliomantin Furia ist ein absolutes Lesemuss - und ein Augenschmaus dazu!



Wenn du dich traust von Kira Gembri ... habe ich schon gelesen, als das Buch noch als Selbsveröffentlichung vertrieben wurde. Jetzt erscheint es bei Arena. Die Geschichte über Lea & Jay ist absolut genial, witzig, tiefgründig und sehr charmant. Ich bin begeistert. Keiner sollte sich das Buch entgehen lassen!
Just Listen von Sarah Dessen ... ist keine direkte Neuerscheinung, sonder eher eine Neuauflage. Ich habe noch immer kein Buch von Sarah Dessen gelesen, bekomme ihre Bücher aber ständig empfohlen. Hier spricht mich der Inhalt besonders an.
Mein Leben für deins von Amber Kizer ... erinnert mich ein bisschen, aber nur ein bisschen, an die Thematik von "Wenn ich bleibe". Jessicas Leben findet durch einen Autounfall ein Ende. Doch Jessica lebt weiter - in vier Jugendlichen, denen Jessicas Eltern die Organe ihrer Tochter gespendet haben. Jessica begleitet die vier Schicksale, denn ihr Leben hat nun, durch ihren Tod, eine Bedeutung.


Das ging diesmal aber schnell mit der Wunschlistenfüllung. Trotzdem habe ich mir tolle Bücher ausgesucht, die früher oder später ganz sicher von mir gelesen werden. Welches sind eure Neuerscheinungsfavoriten im Juni?


Auf die Wunschliste!

Freitag, 22. Mai 2015

Rezension zu "Partials 3: Ruinen" von Dan Wells



Verlag: ivi (April 2015)
Originaltitel: Ruins. Partials 3
Übersetzer: Jürgen Langowski
Reihe: Band 3/3, ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 480 S.
ISBN: 978-3492702843
19,99 € [D]

Genre: Dystopie

© Cover- und Zitatrechte: ivi by Piper Verlag


Das Thema
Kira Walker hat sich in die Hände von Dr. Morgan begeben, die verzweifelt ein Heilmittel für das Verfallsdatum der Partials finden will. Dieses hofft sie in Kiras DNA zu finden und forscht grausam und mitleidslos an der jungen Frau. Währenddessen ist Samm im Reservat geblieben, um den dort lebenden Menschen zu helfen und sie zu unterstützen.
Jedoch scheint ein Krieg zwischen den letzten Menschen und Partials unausweichlich. Die Rebellen sind im Besitz einer Atombombe und entschlossen, diese auch zu zünden. Den Verlust vieler Menschen nehmen sie in Kauf. Sie wollen das Zahlenverhältnis zwischen den zwei Gegnern ausgleichen. Da macht Kira eine Entdeckung, die alles verändern könnte. Doch ihr läuft die Zeit davon.

Die Rezension

Der Anfang: "Dies ist eine Botschaft für alle Einwohner von Lang Island." Bei der ersten Durchsage hatte niemand die Stimme erkannt. Allerdings wurde der Text unablässig, Tag für Tag und Woche um Woche, auf sämtlichen verfügbaren Frequenzen wiederholt, damit es alle Bewohner der Insel hörten.

Mit "Ruinen" liefert Dan Wells den dritten Band, und somit den Abschluss, zu seiner einzigartigen Partials-Trilogie. Dem Autor ist es gelungen, eine spannende, postapokalyptische Welt zu kreieren, die den Leser an die Seiten fesselt, aber auch einiges von ihm fordert. Lässt man sich auch ein drittes Mal darauf ein, und begleitet die Unternehmungen um Kira und Samm bis zum Ende, wird man mit einem eindrücklichen, harten und in Erinnerung bleibenden Abschluss belohnt.

Kommt es wirklich nur aufs nackte Überleben an? Wenn ich es Morgan sage, und sie versklavt daraufhin die Menschen, um die Partials zu retten, dann werden die Menschen nicht untergehen, aber es wird die Hölle sein. Wie kann ich diese Entscheidung treffen? - Kira, S. 133

Die Partials-Geschichte war schon immer komplex. Neben dem postapokalyptischen Schauplatz USA, mit normalen, sowie genmanipulierten Menschen, muss man sich als Leser mit allerlei technischen und medizinischen Informationen befassen. Diese werden aber so geschickt in die Geschichte integriert, dass eine ständige Plausibilität vorhanden ist. Der Autor weiß, von was er schreibt. Die Recherche ist unglaublich gut! Nichtsdestotrotz ist "Ruinen" ein aufwändiger Roman, bei dem man sich gut konzentrieren, und am Ball bleiben muss, um der Handlung jederzeit folgen zu können.

Während es in den ersten Bänden noch mit einem stärkeren Fokus um Kira und Samm ging, kann man sie hier nicht mehr unbedingt als alleinige Hauptcharaktere bezeichnen. Kira ist im Grunde für die Zukunft von Menschen und Partials verantwortlich. Die Lösung für alle Probleme erscheint so einfach und doch so unmöglich. Kiras Mut, ihre Tapferkeit und Entschlossenheit macht sie zur tragenden Person der Geschichte, auch wenn man ihr nicht hinter jeder Ecke begegnet.
Das Buch hat so viele Handlungsstränge, dass die Erzählperspektive in fast jedem Kapitel wechselt und von Schauplatz zu Schauplatz springen. Jeder Handlungsstrang erzählt seine eigenen Geschichte und hat am Ende mit dem großen Ganzen zu tun. Das ist große Erzählkunst!

"Liebe bedeutet, dass du Gefühle, Vertrauen und Verletzlichkeit eines Menschen gegen ihn verwenden könntest, es aber nicht tust. Wenn du ein Versprechen abgibst, das du nicht einlösen willst, aber trotzdem Wort hältst, weil es sich richtig anfühlt." - Samm, S. 292

"Ruinen" führt eine, bzw. mehrere Liebesgeschichten fort, ist wenn, dann aber nur vor zarter Romantik geprägt. Liebe spielt für tragende Entscheidungen zwar eine Rolle, findet aber oft eine sehr nüchterne Anwendung. Das passt zur Geschichte, deren Gewichtung auf einem viel umfassenderen Konstrukt liegt.
Das Buch ist hart, manchmal schonungslos, erschreckend und auch bedrückend. Bis zum Ende glaubt man nicht, dass hier noch irgendetwas zu retten sei oder zum Guten gewendet werden könnte. Trotzdem hat sich Dan Wells für ein "gutes", angemessenes Ende entschieden. Es ist verlustreich, mitleidlos, aber voller Hoffnung.

Das persönliche Fazit
In "Partials 3: Ruinen" liegt die Welt in Trümmern, auf die Menschen und Partials nochmals mit dem imaginären Hammer draufhauen, bis nichts als Staub zurückbleibt. Es scheint unmöglich, dass aus diesem Krieg noch ein friedliches Miteinander entsteht, in dem beide Parteien überleben können. Das Buch ist konsequent, passend zum Titel, und hat mich mehrmals erschreckt. Auch wenn die Geschichte sehr komplex und nicht ganz einfach ist, hat es Dan Wells geschafft, mich bis zum Schluss zu fesseln, mir einige atemlose Spannungsmomente zu bereiten und mich somit über längere Handlungspassagen hinweggetragen. Ein würdiger Abschluss! 4 Sterne.

Aufmachung: 4 /5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Partials-Trilogie:

Band 1 - "Aufbruch"
Band 2 - "Fragmente"
Band 3 - "Ruinen"

Montag, 18. Mai 2015

Dieses Buch bleibt im Regal #1

Eine Aktion von Damaris liest.
Fast alle Büchersüchtigen sammeln ihre Bücher. Die Regale werden voller, der Platz immer weniger. Einige können sich von keinem Buch trennen, andere geben ihre Bücher auch gerne mal weiter. Zu letzterer Sorte gehöre ich. Natürlich gibt es aber Bücher, die für immer in meinem Regal bleiben. Entweder, weil sie echte Herzensbücher sind, und ich sie (theoretisch) auch mehrfach lesen würde, oder, weil sie für mich einen ideellen Wert haben, ich mich darum niemals trennen mag.
Eines dieser Bücher möchte ich hier - ein Mal im Monat - vorstellen. Denn sie verdienen eine besondere Beachtung.

In Liebe, Brooklyn


"In Liebe, Brooklyn" von Lisa Schroeder - 13,95 € [D] - Loewe Verlag

Im Buch geht es um Brooklyn, die vor einem Jahr ihren Freund Lucca verloren hat. Er ist gestorben. Doch nicht nur Brooklyn trauert, sondern auch Luccas Bruder Nico. Brooklyn und Nico lernen sich neu kennen und sind sich gegenseitig eine besondere Stütze. Jeder auf eine andere Art.

Das Buch ist absolut zauberhaft, sehr rührend und sehr besonders zu lesen. Zuerst fällt auf, dass es sehr klein ist, so klein wie meine Handfläche. Es schimmert und hat ein Lesebändchen. Ich sah es im Laden, schlug es auf, und es musste sofort mit nach Hause. Dort habe ich es an einem Nachmittag verschlungen, denn, "In Liebe, Brooklyn" ist optisch in Reimform geschrieben. Hängt man den Text aneinander, liest sich die Geschichte wie ein normales Buch. Sie reimt sich nicht und hat (k)einen besonderen Sprachklang. Durch die Reimoptik aber, werden einige Textpassagen sehr ausdrucksstark wahrgenommen. Ein Fest fürs Auge! Die Geschichte ist - in Tagebuchform - abwechselnd aus Brooklyns und Nicos Sicht verfasst. Beim Lesen ging sie mir sofort ins Herz. Schon damals war klar - Dieses Buch bleibt im Regal!




So, 5. Februar - Nico

Bei den Hausaufgaben
höre ich das neue Album
von den Killers.
Goodnight, Travel Well
fängt an.
Dunkel.
Unheimlich.
Traurig.
Es wird kalt im Zimmer.
Die Schreibtischlampe flackert.
Er ist hier.
Er hat die Killers geliebt.
Ich sitze da und weiß, er hört zu.
Ich schließe die Augen,
erinnere mich,
wünsche mir, alles wäre anders,
hasse die Welt dafür, dass es das nicht ist.
Als der letzte Ton verklungen ist,
wird es wieder wärmer im Zimmer
und das Licht wird heller.
Er ist weg.
Goodnight, Lucca.
Travel well.

- S. 327, © Loewe Verlag



Liebe Blogger, dies ist eine Mitmachaktion von Damaris liest. Du möchtest ebenfalls ein besonderes Buch, das niemals aus deinem Regal auszieht, auf deinem Blog vorstellen und es damit deinen Lesern empfehlen? Dann ...

SEI DABEI!
(die Aktion findet jeweils am 15. des Monats statt)

  • Verwende das Dieses Buch bleibt im Regal-Banner, und verweise damit auf den Ursprungsblog, damit die Aktion Wiedererkennungswert hat.
  • Wenn du magst, hinterlasse mir hier deinen Beitragslink als Kommentar, dann können interessierte Leser und ich zum Stöbern kommen.
  • Mach mit, oder auch mal nicht. Am Aktionstag oder später (du hast immer einen ganzen Monat Zeit, bevor die nächste Runde startet) - ganz egal. Die Aktion ist jedes Mal freiwillig. Sie soll gemeinsam Spaß machen und ggf. den Austausch anregen.

Dienstag, 12. Mai 2015

Review zu "Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb" von Tanya Stewner



FISCHER KJB (Februar 2015),
Hardcover, 320 Seiten,
14,99 € [D]


Mitten ins Herz! Wenn Juli nachdenken will, zieht sie sich auf ihre Lichtung zurück. Doch eines Tages ist sie nicht alleine dort. Ein Junge steht vor ihr, plötzlich und unerwartet. Ein Junge wie von einem anderen Stern, so schön und so geheimnisvoll ist er. Ihrer beider Liebe könnte die Welt verändern. Doch darf diese Liebe überhaupt sein? (Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER KJB)


"Wenn man jeden Augenblick genießt und bewusst erlebt, dann ist es gleichgültig, ob man wenige oder viele Jahre hat, denn man hat aus jeder Sekunde das Beste gemacht. Und darauf kommt es an." - S. 231


Meine Meinung
Es ist gar nicht so leicht, sich unter dem Titel von Tanya Stewners neuem Jugendroman "Der Sommer in dem die Zeit stehenblieb" etwas Genaues vorzustellen. Ein Sommerroman? Sicherlich. Zeitgenössisch oder doch phantastisch? Das erschließt sich aus dem Klappentext nicht eindeutig.
Ich persönlich finde es immer schade, wenn einem Roman zu viel vorweggenommen wird. Verraten kann man jedoch soviel: Das Buch ist nicht ganz von dieser Welt ... aber im Grunde schon. Was sich im ersten Moment wie ein Widerspruch anhört, ist hier durchaus möglich und könnte bei einigen Lesern für eine echte Überraschung sorgen.

Juli ist mit ihrem Leben nicht richtig glücklich. Sie kommt aus reichem Elternhaus, doch die Beziehung zu Vater und Mutter ist oberflächlich und nicht sehr innig. Der Lebensstil ihrer Eltern entspricht nicht Julis Überzeugungen. Mit sich selbst ist Juli auch nicht zufrieden. Sie fühlt sich linkisch, viel zu groß und unscheinbar. Sie wird zu keiner angesagten Party eingeladen, und hat im Grunde nur ihre beste Freundin Whoopi.
Und weil sich Juli nicht so recht verstanden fühlt, zieht sie sich gerne auf "ihre" Lichtung zurück. Eines Tages steht ihr dort ein wunderschöner, gottgleicher Junge gegenüber. Wir können uns hier alle denken, in welche Richtung das Ganze nun geht.

Okay, dass war dann der Moment, wo ich mich doch stark an gängige Romantasy (oder hier besser Sci-Fi-Romantik? - auch nicht ganz, wohl eine Mischung aus beidem) erinnert fühlte. Sie, Juli, unscheinbar. Er, Anjano, wunderschön. Natürlich findet er sie hinreißend und gar nicht unscheinbar. Geschwärmt, und leicht gekitscht, wird von Julis Seite auch am laufenden Band. Es gibt Hindernisse, die ein Zusammenkommen unmöglich machen. Soweit kam mir die Art der Geschichte einfach zu bekannt vor. Und diese Art änderte sich für mich auch bis zum Schluss nicht mehr. Die unterschwellig präsentierte Sei-gut-zu-unserer-Erde-Message war mir zu offensichtlich, regte somit eher wenig zum Nachdenken an.

Der Geschichtsaufbau, den die Autorin hier wählt, ist sehr kreativ. Er gleicht einem Kreislauf, einer runden Sache. Hier wartet so manche Überraschung auf den Leser. Andererseits sind einige Gedankengänge und Ideen überzogen, teils konstruiert unglaubwürdig. Das Buch ist sehr lässig und humorvoll geschrieben, damit gut auf die jüngere Zielgruppe zugeschnitten. Mit dem Ende geht "Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb" einen weitaus weniger gängigen Weg. Wenngleich dramatisch, wird das Buch komplett abgeschlossen, alle Fragen beantwortet und Rätsel gelöst.

Fazit
"Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb" ist ein heiter und kreativ geschriebener Jugendroman, dessen Konstrukt zwar bekannt, doch auf einer eigenen Ebene dargestellt wird. Das Buch wird so manchen Leser überraschen, da bin ich mir sicher. Insgesamt kommt die Geschichte jedoch etwas kraftlos daher, weswegen für mich beim Lesen die Zeit nicht lange stehenblieb. Dramatik und Auflösung sollen bewegen und zum Nachdenken anregen, komplett gelungen ist das bei mir nicht.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Donnerstag, 7. Mai 2015

Buchzugänge vs. Buchabgänge vs. Geflüster im April 2015

Der April lief für mich lesetechnisch nicht so dolle. Es waren einfach zu viele andere Dinge dran. Nicht mal das angefangene Hörbuch zu "Der letzte Engel" konnte ich beenden. Ich stecke noch mittendrin. Das Buch habe ich zwar schon gelesen, muss mich aber mit dem Hörbuch unbedingt nochmals auffrischen, bevor ich den zweiten Band "Der letzte Engel: Der Ruf aus dem Eis" lese. Jetzt, im Mai, soll es soweit sein.
Dann habe ich mich entschlossen, die Rubrik Ich lese aktuell wiederzubeleben. Zwar will ich nicht mehr jedes einzelne Buch, das ich gerade lese, vorstellen, aber ich mache mir pro Monat eine kleine Leseliste mit etwa fünf Büchern von meinen SuB, buntgemischt. Stressen werde ich mich nicht, aber ich habe damit ganz gute Erfahrungen gemacht.


Meine Buchzugänge im April 2015 - 6 Bücher:




Ruinen: Partials 3 ist ein Abschlussband. Obwohl von mir keines der Vorgänger die Höchstwertung erhalten hat, zieht Dan Wells mich mit seiner Partial-Trilogie in seinen Bann. Das erste Buchdrittel habe ich schon gelesen, die Bücher sind sehr komplex, manchmal langwierig und etwas umfangreicher.
Spontan in den Warenkorb wanderten Bis aufs Haar und Wie Sterne so golden. Ersteres spricht mich von der Verlagsbeschreibung sehr an, das zweite ist für Bücherjunkies ein Muss! Die ersten beiden Bände der Luna-Chroniken habe ich noch auf dem SuB, jetzt ebenso Band 3.
Dustlands: Der Blutmond gehört für mich zu DEN Neuerscheinungen im April. Es ist ebenfalls ein Trilogieabschluss. Ich liebe diese Reihe! Sehr gespannt bin ich auch auf Hellwach, eine Neuerscheinung von FISCHER FJB. Bei dem Buch kann ich nicht genau definieren, was mich erwartet, und ich lasse mich gerne überraschen. Könnte sehr verrückt werden, wenn man rein vom Cover ausgeht.
Mitte Mai erscheint Elias & Laia: Die Herrschaft der Masken. Das Buch wurde von Verlag One wunderbar beworben. Ich wurde (gerade wegen des Hypes) sehr neugierig. Die Leseprobe hatte mich schon nach den ersten zwei Seiten. Eine tolle Verlagsaktion und eine Portion Glück brachten mir das Buch schon jetzt nach Hause.


Buchabgänge - gelesen habe ich im April 6 Bücher:



  

Das Böse in uns von Cody McFadyen ... ist der dritte Teil der Smoky Barrett-Reihe und war mal wieder ein waschechter Thriller, abseits des Jugendbuches. Ich wollte ihn auf meinem Kindle nebenher lesen, das Buch hatte aber schnell meine ganze Aufmerksamkeit. Trotzdem fand ich diesen Teil insgesamt schlechter als die Vorgänger. Das Drumherum um Smoky, die ermittelnde FBI-Agentin, wird ständig wiederholt und nervte mich etwas.
Nacht ohne Namen von Jenny-Mai Nuyen ... Die Urban Fantasy Dämonenstory, die in Berlin spielt, erfüllte nicht ganz meine Erwartungen. Die Handlung konnte mich nicht mitreißen, die Sprache und verwendeten Metaphern waren oft sehr geschwollen und wirkten bemüht. Für mich nur ein mittelmäßiges Leseerlebnis. (meinen "Nacht ohne Namen"- High Five gibt's hier)
Erst wirst du verrückt und dann ein Schmetterling von Sjoerd Kuyper ... hat dieses gewisse Etwas der besonderen Bücher. Die Story ist charmant, witzig und glaubhaft. Gleichzeitig aber auch wieder total verzwickt und abwegig. Sollte man gelesen haben. (meine "Erst wirst du verrückt ..."-Review gibt's hier)


  

Mit uns der Wind von Bettina Belitz ... spielt komplett bei Rock am Ring. Diese besondere Atmosphäre und die einzigartigen Ideen der Autorin prägen das Lesefeeling. Ein sehr gutes Buch! (meine "Mit uns der Wind"-Rezension gibt's hier)
Flügel aus Papier von Marcin Szczygielski ... handelt vom Holocaust, genauer dem Warschauer Ghetto. Solche Bücher machen mich immer sehr traurig, sind aber wichtig, um sich zu erinnern. Die Geschichte hat mich an einem Punkt sehr überrascht. Zuerst war ich skeptisch, ob mir die Idee des Autors gefällt. Am Ende war ich vom Buch aber völlig angetan. (meine "Flügel aus Papier"-Review gibt's hier)
Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb von Tanya Stewner ... hat bei einem großen Onlinehändler fast ausschließliche höchste Bewertungen. Für mich war das Buch leider nur Mittelmaß. Das lag an der Geschichte an sich, die mir als Romantasy zu "normal" erschien. Inklusive aller Klischees dieses Genres. Schwärmerisch und kindisch-witzig, mit einer Sei-gut-zu-unserer-Erde-Message. Für viele war das Buch sehr überraschend und berührend, auch diese Meinung kann ich leider nicht teilen. Als Buch für zwischendurch ganz nett. (meine "Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb"-Review gibt's hier)


Highlight: War im April "Erst wirst du verrückt und dann ein Schmetterling". Die charmante und verrückte Art der Geschichte hat mich komplett überzeugt.

Lowlight: Weniger anfangen, damit die April-Lowlights, konnte ich mit "Nacht ohne Namen" und "Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb". Beide Bücher sind gut geschrieben, aber die Storys waren nicht komplett meine. Die Dämonengeschichte hat mich teils gelangweilt, die Zukunfts-Romantasy war mir zu kindlich-klischeehaft.

Montag, 4. Mai 2015

Review zu "Flügel aus Papier" von Marcin Szczygielski



FISCHER Sauerländer (Februar 2015),
Hardcover, 288 Seiten,
13,99 € [D]


Warschau um 1942: Rafal lebt mit seinem Großvater im Ghetto. Er kann sich an ein Leben ohne Hunger, Angst und Not kaum noch erinnern. Nur wenn er liest, vergisst er die schreckliche Wirklichkeit um sich herum. Schließlich gelingt es seinem Großvater, ihn aus dem Ghetto zu schmuggeln. Im Warschauer Zoo findet Rafal Unterschlupf und freundet sich mit zwei anderen Kindern an, die auch untergetaucht sind. Zusammen planen sie ihre Flucht - aber die Nazis sind ihnen bereits auf der Spur ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Sauerländer)


Wenn man sich an das Vergangene erinnert, an Gutes wie an Schlechtes, kann man die Zukunft so gestalten, dass sie besser ist als die Vergangenheit. - S. 269


Meine Meinung
Viele von uns kennen diese Art von Lektüre bereits aus der Schule - Bücher über den Zweiten Weltkrieg mit dem Holocaust und den schrecklichen Verbrechen, zu denen eine deutsche Diktatur fähig war. Obwohl man meist auch diesen Büchern einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen kann, sind sie nicht einfach zu verkraften, berühren und erschrecken immer wieder aufs Neue. Es geht hier keineswegs um eine Schuldzuweisung, kein Leser ist verantwortlich für diesen dunklen Fleck deutscher Geschichte. Doch sie gehört zu unserer Vergangenheit und wir sollten uns daran erinnern - damit die Zukunft besser gestaltet wird als die Vergangenheit.

Der polnische Journalist und Autor Marcin Szczygielski hat mit "Flügel aus Papier" ein Kinderbuch geschrieben, das auf historischen Fakten basiert, dem der Autor aber durch eigenen Ideen eine ganz besondere und feine Gewichtung gegeben hat. Schon das Cover rührt und bleibt im Gedächtnis, die Geschichte tut dies auch.

Mir kommt es so vor, als habe ich schon immer hier gelebt. Als wäre der Bezirk schon immer da, als gebe es schon immer zu wenig zu essen und zu viele Menschen. Als wäre schon immer Krieg und als dürfe man unter keinen Umständen vergessen, sich zu fürchten, selbst wenn man gar keine Angst hat. Das macht mich manchmal furchtbar müde. - S. 28

Der 8-jährige Rafal erzählt von seinen Erlebnissen und der Flucht aus dem Bezirk, Warschauer Ghetto, in dem alle Juden zusammengepfercht leben mussten. Er lebt mit seinem Großvater in einem keinen Zimmer, weil mehrere Familien sich die Wohnung teilen müssen. Rafals ganze Leidenschaft gilt den Büchern und der kleinen Bibliothek im Ghetto. Mit seinen acht Jahren liest er bereits komplexe Werke und kommt so an das Buch "Die Zeitmaschine" von H.G. Wells. Dieses Buch wird noch eine große Rolle in Rafals Geschichte spielen. 
Mich beeindruckte der kindliche Großmut, mit dem Rafal seine Geschichte erzählt. Der Alltag des Jungen ist geprägt von Verlust, Hunger und seelischem Leid. Dessen ist sich Rafal auch bewusst und er weiß, dass es den Familien und Kindern im Ghetto schlecht geht. Aber er beklagt sich nicht, in keiner einzigen Situation, ist dankbar für Kleinigkeiten und selbst sehr hilfsbreit.

Nachdem man Rafal eine Weile bei seinen Erlebnissen begleitet hat, nimmt die Geschichte eine Wendung, die mich überrascht und auch etwas kritisch die Stirn runzeln ließ. Nie hätte ich diesen Verlauf erwartet. Passt das zu dieser Art von Geschichten? Ich war mir nicht sicher, wollte mich aber weiterhin darauf einlassen. Am Ende passte es sehr wohl! Marcin Szczygielski gelingt hier eine Kombination von historischer Geschichte und Fiktion, wie ich sie noch nie gelesen haben. So kann man das Buch mit einem bewegten, aber guten Gefühl abschließen.

Fazit
Im Titel "Flügel aus Papier" versteckt sich das Grundthema dieses Kinderbuches. Die Hoffnung und Bedeutung, die ein kleiner Junge in einer Notlange einem Buch und seiner Geschichte beimisst. Die Handlung beruht auf Tatsachen, die Interpretation des Autors ist jedoch einzigartig. "Flügel aus Papier" wurde zurecht mit dem Astrid-Lindgren-Manuskriptpreis ausgezeichnet. Kein Scheu vor diesem Buch. Es hilft sich zu erinnern, berührt und hält so manche Überraschung parat.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Freitag, 1. Mai 2015

Ich lese aktuell ... Mein (unter anderem) Lesestoff für Mai 2015

Unter der Rubrik "Ich lese aktuell" habe ich in meinen Anfängen als Buchbloggerin jedes begonnene Buch meinen Lesern vorgestellt. Wenn man (damals war das bei mir noch möglich) alle zwei bis drei Tage eine neues Buch beginnt, wird diese Rubrik aber bald zu viel und auch etwas langweilig.
Sehr gute Erfahrungen habe ich mit einer Monatsauswahl oder Monatsleseliste gemacht. Dazu entscheide ich mich für etwa fünf Bücher von meinem SuB, die ich im aktuellen Monat auf jeden Fall lese. Dann ist noch genug Spielraum für den ein oder anderen SuB-Spontangriff.
Diese Rubrik möchte ich nun wiederbeleben. Für den Mai habe ich mich für folgende Leselistenbücher, in beliebiger Reihenfolge, entschieden:



Dan Wells Ruinen ist der Abschlussband der Partials-Trilogie. Komisch, dass die Bücher bei mir einfach nie auf Höchstwertung kamen, gefallen habe mir die beiden Vorgänger nämlich durchaus ("Partials 1: Aufbruch" und "Partials 2: Fragmente"). Ich freue mich auf den Schluss.
Die Unbarmherzigen von Danielle Vega ist ein Einzelband und liegt noch gar nicht so lange auf meinem SuB. Das Buch lässt viele Leser zwiegespalten zurück. Einige sind begeistert, andere haben sogar abgebrochen, weil die Geschichte ziemlich krass und nicht mehr auszuhalten war. Na, da bin ich ja gespannt!
Momentan höre ich noch das Hörbuch von "Der letzte Engel", dem ersten Band, bevor ich zu Der letzte Engel: Der Ruf aus dem Eis greife. Ich muss mich vorher unbedingt auffrischen, denn Zoran Drvenkars Dilogie ist absolut meisterhaft (davon gehe ich nach Band 1 einfach mal aus), aber auch sehr komplex.
Ebenfalls ein Einzelband ist Liebe und andere Fremdwörter von Erin McCahan. Es geht um ein sehr intelligentes Mädchen, das so manche Eigenart hat und immer sehr logisch denkt. Aber mit Logik bekommt man Dinge in Sachen Liebe einfach nicht in den Griff.
Von Elias & Laia: Die Herrschaft der Masken habe ich schon erste Stimmen von Bloggerkolleginnen gehört - und alle sind sehr angetan von der Dystopie (?). Dass Sabaa Tahirs Buch bis dato auch noch ein Einzelband ist (man weiß noch nichts genaues), ist gleich noch ein extra Pluspunkt.


Wer genaue Infos zu Büchern und Inhalt nachlesen will ...

Partials 3: Ruinen - Piper Verlag (ivi)
Die Unbarmherzigen - arsEdition (bloomoon)