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Freitag, 29. März 2019

"Batman: Nightwalker" von Marie Lu



Das Thema
Der junge Millionenerbe Bruce Wayne jagt in seinem Sportwagen eigenmächtig einem Polizeiflüchtigen hinterher. Der Täter kann gefasst werden. Er ist Mitglied der Nightwalker, die in Bruce’ Heimatstadt Gotham City vor allem die reiche Elite terrorisieren. Bruce jedoch wird wegen Missachtung polizeilicher Anordnungen zu Sozialstunden verurteilt, und zwar ausgerechnet im Hochsicherheitstrakt des örtlichen Gefängnisses. Dort trifft er auf Madeleine, ebenfalls Mitglied der Nightwalker, die seit Wochen jegliche Aussage verweigert. Bruce hingegen scheint sie zu vertrauen. Sie warnt ihn, dass er als Nächster auf der Liste der Nightwalker steht. Doch welche Rolle spielt sie selbst dabei?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


Mehrere Polizisten warfen sie hart zu Boden; ihr Gesicht schrappte über Kiesel und Gras. [...]
"Wir haben sie!", rief einer von ihnen in sein Funkgerät. Seine Stimme war heiser vor Adrenalin.
Ja, ihr habt mich ..., dachte sie, als sich das kalte Metall der Handschellen um ihre Handgelenke schloss. Die Wange auf den Boden gepresst, erlaubte sie sich hinter ihrem schwarzen Schal ein kleines, spöttisches Lächeln.
... fürs Erste. - S. 10


Das Leseerlebnis
Die Geschichte von Batman kenne ich recht gut. Allerdings weniger aus den Comics, sondern vielmehr aus diversen Verfilmungen. Diese weichen, je nach Regisseur, natürlich voneinander ab; einen Überblick über Charaktere, Grundkonflikt und Handlungsort habe ich aber dennoch. Nicht umsonst ist Batman einer meiner liebsten Superhelden. Seine Geschichte(n) faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Darum war ich, was Marie Lus Roman "Batman: Nightwalker", der als dritter Band der DC Icons-Reihe erschien, angeht, ein kleines Bisschen voreingenommen. Aber auch super neugierig, wie die Autorin Batmans Geschichte interpretiert. Und ja, ich hatte viel Spaß mit Batman, bzw. hier mit einer Geschichte des jungen Bruce Wayne.

Das mag auf den ersten Blick vielleicht überraschen, denn um Batman geht es im Buch eher weniger. Vielmehr geht um um den 18-jährigen Bruce Wayne, der gerade als Erbe eines Großkonzerns, und somit jüngster Milliardär der Welt, in die Fußstapfen seiner verstorbenen Eltern getreten ist. Als er eigenmächtig, ohne Polizeierlaubnis, ein Mitglied der Nightwalker verfolgt, eine Bande, die Gotham City terrorisiert, wird er zu Sozialstunden im Hochsicherheitsgefängnis der Stadt verurteilt. Dort begegnet er Madeleine, die Dinge über die Nightwalker weiß, aber nicht zur Kooperationen bereit ist. Bis sie anfängt, Bruce mit Insiderinformationen zu versorgen.

Mittwoch, 27. März 2019

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im April 2019

Wenn ich mir die Buchneuerscheinungen im April anschaue, habe ich das Gefühl, etwas durchatmen zu können. Warum, weiß ich nicht genau, immerhin füge ich sieben neue Bücher meiner Wunschliste hinzu. Einige davon interessieren mich brennend, bzw. gehe ich davon aus, dass sich hinter den schönen Cover ebenso schöne Geschichten verstecken. Ich bin sicher, erste Meinungen werden das bestätigen. Detaillierte Buchinfos gibt es mit einem Klick auf das jeweilige Cover ...


 

Drei Schritte zu dir von Rachel Lippincott, Mikki Daughtry und Tobias Iaconis ... erinnert mich von der Story her sehr stark an "Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt". Das ist aber rein subjektiv, die Thematik ist sicher anders. - Stella benötigt eine neue Lunge, nur damit hat sie eine Überlebenschance. Bis es soweit ist, muss sich sich ausnahmslos von jedem fernhalten, um ihr Immunsystem nicht zu gefährden. Dagegen setzt Will auf volles Risiko. Sobald er 18 ist, will er dem Krankenhaus den Rücker kehren und endlich etwas von der Welt sehen.
Dumme Ideen für einen guten Sommer von Kiera Stewart ... Gerade die Bücher für junge Jugendliche sprechen mit manchmal ganz besonders an. So auch dieses hier. Es klingt total gut. - Die 12-jährige Edie hat schlimme Ferien vor sich. Mit ihrer peinlichen Familie muss sie das Haus ihrer verstorbenen Großmutter auf Vordermann bringen. Zum Glück ist ihrer supercoole Cousine Rae auch da. Die beiden finden eine Liste der Großmutter mit Ideen für den Sommer und beschließen, diese Punkt für Punkt abzuhaken.

Montag, 25. März 2019

"Niemalswelt" von Marisha Pessl



Das Thema
Seit Jims ungeklärtem Tod hat Bee keinen ihrer Freunde mehr gesprochen. Als sich die fünf ein Jahr später in einem noblen Wochenendhaus an der Küste wiedertreffen, entgehen sie nachts nur knapp einem Autounfall. Unter Schock und vom Regen durchnässt kehren sie ins Haus zurück. Doch dann klopft ein geheimnisvoller Unbekannter an die Tür und eröffnet ihnen das Unfassbare: Der Unfall ist wirklich passiert und es gibt nur einen Überlebenden. Die Freunde sind in einer Zeitschleife zwischen Tod und Leben gefangen, in der sie dieselben elf Stunden immer wieder durchlaufen - bis sie sich geeinigt haben, wer von ihnen überlebt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


"Ich bin kein Nachbar."
Wieder musterte er uns, diesmal abwartend.
"Es wäre wirklich am besten, wenn ich hereinkäme, um es euch zu erklären."
"Sagen sie uns hier, was Sie wollen", erwiderte Cannon.
Der Mann nickte. Er wirkte nicht überrascht. [...]
Er hatte keinen Schirm bei sich und es stand kein fremdes Auto in der Einfahrt. Wie war er dann hierhergekommen, ohne auch nur einen Tropfen abzukriegen? Die Frage hing beunruhigend in der Luft wie ein diffuser Gasgeruch.
"Ihr seid alle tot", sagte er.
- S. 41/42


Das Leseerlebnis
Marisha Pessls Romane sind hochwertig und werden von vielen Leser*innen sehr geschätzt. Mit "Niemalswelt" wagt die Autorin etwas Neues, denn das Buch ist ihr erster Roman für Jugendliche und junge Erwachsene. Für mich ein ganz klassischer All-Age-Titel, dessen Beschreibung mich sofort in den Bann zog. Ist das Buch ein Mystery-Thriller, ein Zeitreiseroman oder eine düstere Gesellschaftskritik? Diese Frage stellte ich mir zu Beginn, konnte aber nicht richtig festmachen, mit was ich zu rechnen hatte. Vielleicht steckt ein bisschen etwas von allem in der Geschichte. Losgelassen hat sie mich zu keiner Sekunde. Für mich ist es eine der besten Geschichte in diesem Genre. So gut, dass man sie am liebsten sofort nochmal lesen möchte.

Beatrice hatte bei ihren Freunden schon immer einen Sonderstatus: Schwester Bee - gut, nett und mit blütenreiner Weste. Auch wenn Bees Freunde zumeist aus immens reichem Elternhaus kamen, waren sie doch beste Freunde und eine eingeschworene Clique. Bis zu Jims Tod, der immer irgendwie mysteriös und ungeklärt blieb. Seit diesem Zeitpunkt hatte Bee mit keinem ihrer Freunde mehr gesprochen. Ein Jahr später wagt sie es und sucht die vier anlässlich einer Feier in einer Villa an der Küste auf. Vielleicht hofft Bee auf einen Neuanfang. Gleich zu Beginn entgehen die wiedervereinten Freunde nur knapp einem Autounfall.
Und dann ist das Grundthema schnell erklärt: Ein Mann taucht auf, der sich als Wächter vorstellt und den Freunden erklärt, dass der Unfall tatsächlich passiert ist, sie eigentlich alle tot wären. Stattdessen sind sie nun in einer Art Zeitschleife gefangen, der Niemalswelt, bis sie sich per Abstimmung entscheiden, wer von ihnen überleben wird.

Samstag, 23. März 2019

"Wörter mit L" von Tamara Bach



Das Thema
Auf einmal sind alle verliebt. Paulines beste Freundin Natascha und die blöde Leonie auch. Angeblich sogar Paulines Mutter. Aber das kann Pauline sich nun wirklich nicht vorstellen. Trotzdem benehmen sich plötzlich alle so komisch und streiten sich um nichts und wieder nichts, fast als würden sie nicht mehr dieselbe Sprache sprechen. Aber zum Glück sind da Lukas und sein dreibeiniger Hund. Vielleicht wissen die noch, wie man einfach nur einen Schneemann baut.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Ich glaub, ich bin wütend. [...]
Auf Leonie.
Auf Natascha.
Auf alles.
Weil auf einmal alles anders ist.
Ich komm mich vor, als wäre ich zwei Wochen krank gewesen und komm jetzt in die Schule und versteh gar nichts mehr, weil jeder Lehrer mit einem neuen Thema angefangen hat. Weil alle dabei waren, nur ich nicht.
Als könnten alle plötzlich eine neue Sprache und ich versteh nur Lalula.
- S. 75/76


Das Leseerlebnis
Tamara Bachs Bücher für Jugendliche habe ich (fast) alle gelesen. Ich würde sagen, dass es allesamt Bücher sind, zu denen Leser*innen einen Zugang finden müssen, vor allem Erwachsene wie ich. Weil sie einen Nerv treffen, weil sie ehrlich sind. Die Geschichten sind echt, manchmal etwas spröde, aber gefühlvoll und punktgenau. Die Autorin hat die besondere Gabe, die Gefühle und Gedanken von Kindern und Jugendlichen so darzustellen wie sie tatsächlich sind. Dafür benötigt es keine Action und keine künstlich erzeugte Spannung. Es sind Geschichten über das Leben, über Entwicklungsschritte und das Erwachsenwerden. "Wörter mit L" ist ein Buch für Kinder, bzw. jüngere Jugendliche. Es hat mich mit seiner Glaubwürdigkeit wieder einmal beeindruckt.

Pauline ist elf Jahre alt. Sie wohnt die Hälfte der Woche bei ihrem Papa und dessen Frau und die andere Hälfte bei ihrer Mama, findet das auch völlig okay so. Eine wichtige Konstante in Paulines Leben ist ihre beste Freundin Natascha. Zusammen können die Mädchen lachen, Dinge unternehmen oder auch einfach nur rumhängen. Sie verstehen sich ohne Worte. Doch dann unterhält sich Natascha plötzlich überraschend oft mit Leonie und schreibt einen Brief an einen Jungen, den sie mehr als toll findet. Und Paulines Mama hat plötzlich viel weniger Zeit, weil sie, wie Papa sagt, wieder verliebt ist. Warum verändern sich plötzlich alle? Und warum scheinen plötzlich alle eine komplett andere Sprache zu sprechen als Pauline selbst? Zum Glück ist da noch Paulines Halbbruder Jonathan, ein Hund mit drei Beinen, Musik und ihre Schreibmaschine.

Dienstag, 19. März 2019

"Der Atem einer anderen Welt" von Seanan McGuire



Das Thema
Kinder und Jugendliche sind zu allen Zeiten in Kaninchenlöcher gefallen, durch alte Kleiderschränke ins Zauberland vorgestoßen oder auf einer Dampflok in magische Welten gereist. Aber ... was geschieht eigentlich mit denen, die zurückkommen?
Mit Nancy, die die Hallen der Toten besucht hat und den Rest ihres Lebens am liebsten still wie eine Statue verbringen würde. Und mit Christopher, den Jungen mit der Knochenflöte, der die Toten für sich tanzen lassen kann. Sumi, die das Chaos braucht wie die Luft zum Atmen, weil sie aus einer Unsinnswelt kommt. Oder Jack & Jill, die mit Vampiren und Wissenschaftlern unter einem blutig-roten Mond aufgewachsen sind.
Als sie sich in "Eleanor Wests Haus für Kinder auf Abwegen" treffen, ahnen sie nicht, dass ihnen ihr größtes Abenteuer noch bevorsteht ...


© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Tor


"Ich werde mich nicht hinstellen und behaupten, die Tür ist für immer geschlossen, denn da kann man nie sicher sein. Aber eins steht fest: Ihre Chancen, überhaupt durch eine Tür zu gehen, standen nie gut, und jetzt stehen sie noch schlechter. Der Blitz schlägt nie zweimal an derselben Stelle ein, heißt es. Nun, die Wahrscheinlichkeit, dass Sie zweimal vom Blitz getroffen werden, ist weit höher als die, dass Sie eine zweite Tür finden". - S. 56


Das Leseerlebnis
Soviel kann ich jetzt schon sagen; mein erstes Buch von Autorin Seanan McGuire hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Dabei war mir nicht ganz klar, um was es in "Der Atem einer anderen Welt" genau geht. Stichworte wie 'Alice im Wunderland', 'Magische Welten' oder 'Zaubertüren' mussten genügen. Doch das reichte, und das Buch hatte sich meine Aufmerksamkeit gesichert. Es ist schwer auszudrücken, was ich beim Lesen empfand, denn so stark hat mich schon lange kein Roman mehr in seinen Bann gezogen. Meine Gefühle schwankten zwischen Begeisterung, Bestürzung und auch Grusel. Ein wirklich geniales Leseerlebnis.

Der recht umfangreiche Roman besteht aus drei Novellen, die jeweils etwa ein Drittel des Buches ausmachen. "Der Atem einer anderen Welt" enthält also keine fortlaufende Geschichte, sondern drei, jede für sich allein stehende (Kurz)-Geschichten. Und doch hängen sie auch zusammen, bzw. besitzen Überschneidungen.
Die erste Geschichte Der Atem einer anderen Welt handelt von Nancy, die durch eine Tür in eine magische Welt gelangt ist, nun zurückkehrte und sich in unserer Welt kaum mehr zurecht findet. Die Hallen der Toten sind ihr Zuhause, und sie möchte unbedingt dorthin zurück. Für Kinder wie Nancy, die eine Tür zurück suchen, gibt es eine Art Internat, geführt von Eleanor West. Sie hilft diesen Kindern, die von ihrer Familie meist abgelehnt werden. Als Nancy in der Schule von Eleanor West ankommt, hat sich keine Ahnung, wie groß das Abenteuer sein wird, das sie dort erwartet.

Freitag, 15. März 2019

"Hinter Glas" von Julya Rabinowich



Das Thema
Wie ein Spiegel ist Alice bisheriges Leben in tausend Scherben zerbrochen. Sie hat die Enge und Stille, die Tyrannei des Großvaters nicht mehr ausgehalten. Und flieht zu Niko, ihrer großen Liebe. Von ihm erhofft sie sich Geborgenheit und Halt. Mit ihm verbringt sie einen Sommer voller Freiheit. Doch dann verändert sich alles: Niko ist zunehmend unbeherrscht. Im Moment der größten Verzweiflung gelingt es Alice, sich aus dem Strudel zu befreien.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag


Wenn ich ihn nicht kritisierte, ihm nicht widersprach und mich still verhielt, dann war er eigentlich immer noch so süß wie am Anfang. Ich lächelte und schwieg. Es würde sich irgendwie fügen. Es würde schon gehen. Manchmal wusch er sich nicht und roch nicht gut, aber ich schob auch das weg. Wenn man schiffbrüchig ist und im Meer von wilden Wellen umhergeschleudert wird, dann denkt man nicht darüber nach, dass die Planke, an die man sich klammert, müffelt. - S. 153/154


Das Leseerlebnis
Es ist bekannt, dass sich Gewalt, egal welcher Art, von innerhalb einer Familie, oftmals auch auf eine Beziehung außerhalb des familiären Umfelds ausbreitet. Ein Strudel, der mitreißt, der den Betroffenen das Gefühl gibt, immer schuld zu sein, da die Täter die Rolle des Opfers umkehren. Sich daraus zu befreien ist schwierig, und doch hat es Alice, die Hauptprotagonistin aus "Hinter Glas" geschafft. Man kann schon vor dem Lesen davon ausgehen, denn das Buch wird als Geschichte einer Emanzipation beschrieben. Ich war gefesselt, auch ohne den Inhalt zu kennen, wollte hinter das Glas schauen, das Alice umgibt (oder umgab). Am Ende musste ich erst mal tief durchatmen, denn das Buch hat mich völlig vereinnahmt. Es ist so gut, dass man es am Ende gleich wieder von vorne beginnen mag.

Julya Rabinowich beginnt ihre Geschichte mit dem eigentlichen Schluss, einer Ist-Situation, in der sich Alice nun befindet. Sie hat auf einem Flohmarkt einen Spiegel gekauft und trifft dort unverhofft auf ihren Exfreund Niko. Vor Schreck rutscht ihr der Spiegel aus der Tasche und zerbricht in viele Scherben. Dies wird zur Metapher für Alice' bisheriges Leben. Jedes der folgenden Kapitel, in denen Alice Vergangenes erzählt, steht für einen Spiegelscherbe. Bis der Spiegel, und damit auch Alice, am Ende wieder komplett ist.

Dienstag, 12. März 2019

"Agatha Oddly: Das Verbrechen wartet nicht" von Lena Jones



Das Thema
Agatha hätte so gerne einen richtigen Fall! Stattdessen muss sie ihre Zeit in einer Londoner Eliteschule absitzen, wo sie sich fast zu Tode langweilt. Eines Morgens stolpert sie endlich über ein Verbrechen: Eine Dame wird von einem Motorradfahrer angefahren. An ihrem Handgelenk entdeckt Agatha ein geheimnisvolles Tattoo. Sie beginnt zu ermitteln und wird dabei immer tiefer in die dunklen Machenschaften der Londoner Unterwelt hineingezogen. Plötzlich kann sie niemandem mehr trauen: Wer ist Freund, wer Feind? Ein tödliches Spiel hat begonnen ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Die Leute machen sich andauernd über meinen Namen lustig (Plumpsklo gehört noch zu den netteren Varianten), aber weil "Odd" auf Englisch "sonderbar" heißt, nennen mich die meisten einfach Oddly. Oder gleich Sonderbar, weil sich das auch noch halbwegs auf Agatha reimt. Was zwar nicht gerade nett ist, aber da stehe ich drüber. Ich habe es sogar zum Motto unserer Agentur gemacht: "Agentur Oddlow - kein Fall ist uns zu sonderbar." - S. 17


Das Leseerlebnis
Ich habe das Gefühl, dass spannende und besondere Krimigeschichten für Kinder- und Jugendliche gerade im Trend liegen. Kein Wunder; sie sind herrlich smart zu lesen, machen Spaß und lassen den Leser mitfiebern. "Agatha Oddly: Das Verbrechen wartet nicht" ist der Start einer neuen Krimireihe für junge Jugendliche. Die Bücher sind nicht das Werk nur einer Autorin, das Pseudonym steht für ein Autorenteam, das die Abenteuer und Kriminalfälle von Agatha gemeinsam entwickelt hat. Heraus kam ein erster Kriminalfall für die Schülerin, der sich teilweise schon fast mit denen meisterhafter Detektive messen kann.

Die 13-jährige Agatha Oddlow geht auf eine langweilige Eliteschule, sehr zu ihrem Leidwesen, spricht in Gedanken ganz gerne mal mit dem imaginären Detektiv Hercule Poirot, und hätte nichts lieber als einen echten Fall, ganz im Sinne von ihrem großen Vorbild. Die Chance bekommt sie, als sie Zeugin eines Motorradunfalls wird. Eine alte Dame wird angefahren und auf ihrem Handgelenk entdeckt Agatha ein geheimnisvolles Schlüsseltattoo. Was sie danach in Erfahrung bringt, würde jeden normalen Jugendlichen wahrscheinlich überfordern. Nicht Agatha, die alles daransetzt, das Rätsel im Londoner Untergrund zu lösen.

Freitag, 8. März 2019

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Februar 2019

Der Februar ist vorbei und ich schaue zurück auf meine neuen Bücher und alle, die ich im Februar gelesen habe. Ein toller Monat, denn ich hatte mit jedem meiner Bücher eine extrem gute Lesezeit (bzw. auch Hörzeit). Trotzdem kann ich es kaum glauben, dass die ersten beiden Monate des Jahres schon wieder vorbei sind. Wo ist der Jahresanfang geblieben? Naja, die Hauptsache ist doch, dass genug Lesezeit übrig bleibt ...


Meine Buchzugänge im Februar 2019 - 9 Bücher



Mittwoch, 6. März 2019

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Offline ist es nass, wenn's regnet" von Jessi Kirby



Loewe Verlag (Januar 2019),
Klappenbroschur, 336 Seiten,
übersetzt von Anne Brauner,
14,95 € [D]


Stell dir vor, du öffnest an deinem 18. Geburtstag die Haustür und dort liegt ein Geschenk: ein riesiger Wanderrucksack, ein Paar Wanderschuhe und ein Trailtagebuch für den Yosemite Nationalpark. Würdest du loslaufen?

Mari entscheidet sich genau dafür, obwohl sie noch nie mehr als zehn Schritte zu Fuß getan hat. Von heute auf morgen tauscht sie Smartphone und Social Media gegen schneebedeckte Berge, reißende Flüsse und Blasen an den Füßen, aber auch gegen Sonnenaufgänge wie aus dem Bilderbuch, warmherzige Begegnungen und mutige Entscheidungen - denn der Yosemite verändert jeden. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag)


Doch während ich zusehe, wie meine Füße Bris Wanderschuhe und ihren Rucksack vorwärtsbewegen, fühle ich mich wie ein Hochstaplerin. Die eine Meile an ihrer Stelle habe ich noch nicht mal hinter mir - geschweige denn zweihundertundelf Meilen - und möchte doch lieber nicht weitergehen, sondern umkehren. Ich möchte aufhören, bevor ich im ganz großen Stil scheitere. [...] Ich könnte mein Leben wieder aufnehmen, ohne dass überhaupt jemand erführe, welche Dummheit ich hier beinahe begangen hätte. - S. 95/96


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Das Thema "Digital Detox" ist gerade in aller Munde. Fast jeder, der ein Smartphone, ein Tablet oder einen Laptop nützt, wird irgendwann das Gefühl bekommen, dass diese Geräte einen immer größeren Platz im Leben einnehmen. Sie sind Zeitfresser und das Leben findet mehr und mehr online statt. Viele Menschen überkommt das Bedürfnis, diese Gewohnheiten zu ändern, mehr im Jetzt, weniger auf Social Media zu leben. "Offline ist es nass, wenn's regnet" greift dieses Thema in Romanform auf. Das Buch kann ein Denkanstoß sein, muss es aber nicht. Das Buch liest sich, auch völlig unvoreingenommen, richtig super.
  2. Mari ist eine bekannte und erfolgreiche Influencerin. Alleine auf Instagram hat sie so viele Fans, dass sie sich dort eine Art künstliche Realität geschaffen hat. Für ihre Follower (und sich selbst) stellt sie sich so dar, wie sie gesehen werden will. Das macht nicht immer Spaß, es ist auch sehr anstrengend. Denn Maris Leben glänzt nur zum Schein, ist eher ein Fake. Eigentlich läuft es bei Maris nämlich alles andere als gut, seit ihre Cousine Bri bei einer Wanderung tödlich verunglückt ist. Als sie von ihrer Tante Bris Wanderausrüstung erhält, kommt damit etwas ins Rollen, das Maris aktuelles Leben so ziemlich umkrempelt.
  3. Ich gehe jetzt mal rein von mir aus, und ich bin weit, weit davon entfernt, auf Social Media so bekannt und einflussreich zu sein wie Mari. Und das Online-Leben soll für mich auch niemals diesen hohen Stellenwert einnehmen. Und doch fand ich mich in Maris Aktionen und Postings, die im Buch beschrieben werden, teilweise wieder. Ganz objektiv möchte ich behaupten, dass sich viele Leser damit werden identifizieren können. Eigentlich traurig ... und verständlich, dass Marie etwas ändern will. Das Buch ist nicht nur optisch eine Augenweide (goldene Regentropfen, tolle Zeichnungen und Handlettering), es riss mich ab dem ersten Kapitel mit und ließ mich bis zum Ende nicht mehr los. Das Thema mag einen achtsamen Hintergrund haben, das schließt aber den Spaß, den das Lesen macht, nicht aus.
  4. Ob es realistisch ist, dass ein Mädchen alles stehen und liegen lässt, um eine Wanderung zu unternehmen, einen Trail zu laufen, für den selbst erfahrene Hiker lange trainieren müssen? Nun, zuerst hat Mari gar nicht vor, den Trail, den ihre Cousine Bri laufen wollte, komplett zu bewältigen. Sie möchte nur bis zu einem Aussichtspunkt ganz am Anfang kommen, den Kopf freibekommen, ihr Leben überdenken. Die Entscheidung, den kompletten Trail zu laufen, fällt Mari nach und nach. Und ich bin davon überzeugt, dass Menschen über sich hinauswachsen können und an Herausforderungen reifen können. Es geht hier nicht so sehr ums Ob, sondern ums Wie und Warum. Und das hat die Autorin sehr einfühlsam, und ja, auch realistisch, beschrieben. Mit jeder Seite wuchs in mir der Wunsch, genau so etwas einmal zu versuchen. In dieser Hinsicht hat mich das Buch völlig vereinnahmt.
  5. Am Ende ist die Handlung nicht mehr so detailliert wie zuvor. Nicht mehr jeder Wanderabschnitt wird genau beschrieben. Das macht aber nichts, denn es kommt auf den Schluss an. Hier hat man das Gefühl, gemeinsam mit Mari, eine "große Sache" bewältigt zu haben. Nicht körperlich (haha!), aber gedanklich. Vielleicht tut es gut, seine eigenen Motive und Verhaltensweise zu hinterfragen. Vielleicht war das Buch aber einfach nur eine schöne bereichernde Unterhaltung. Ich denke oft an die Geschichte, und ich habe noch immer große Lust, auf einen Trail zu gehen.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

golden, emotional, nachdenklich, herausfordernd und gewinnend



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Offline ist es nass, wenn's regnet" hat mir allerbeste Lesestunden beschert. Ich war nicht nur fasziniert vom Thema 'Digital Detox', auch dessen Darstellung und die Begleitung von Mari auf dem Wandertrail haben mich sehr für sich eingenommen. Dabei fühlte ich mich niemals belehrt, aber nachdenklich wurde ich schon. Das Buch ist wunderbar unterhaltsam und irgendwie auch gewinnend. Es hat etwas in mir berührt, wie ich das schon lange nicht mehr erlebt habe. Toll!


© Damaris liest.




Dienstag, 5. März 2019

"Rat der Neun: Gegen das Schicksal" von Veronica Roth



Das Thema
Das Leben von Cyra und Akos ist vom unausweichlichen Schicksal bestimmt, das die Orakel bei ihrer Geburt geweissagt haben. Demnach wird Akos im Dienst der Familie Noavek sterben. Trotzdem liebt er Cyra. Als Cyras totgeglaubter Vater Lazmet den Thron wieder für sich beansprucht, sieht Akos sein Ende näher denn je.
Lazmet beginnt einen brutalen Krieg, und Cyra und Akos sind zu allem bereit, um ihn zu stoppen. Für Cyra könnte das bedeuten, dass sie ihren eigenen Vater töten muss. Für Akos steht das eigene Leben auf dem Spiel. Doch schließlich bestimmt das Schicksal beide Leben auf vollkommen unerwartete Weise ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: cbj Verlag


[...] vielleicht konnten sie sich gegenseitig helfen, Stück für Stück die Dinge für sich in Ordnung zu bringen.
Akos fand, dass es ein gutes Gefühl war. Nun, da es Eijeh nicht mehr gab, blieb ihm nur noch eines: darauf zu warten, dass sein Schicksal sich erfüllte. Und dieses Schicksal war untrennbar mir Cyra verbunden. Er würde für das Haus Noavek sterben und sie war das letzte Mitglied dieser Familie. Sie war eine glücklich machende Unausweichlichkeit, wunderbar und unvermeidlich.
- S. 64


Das Leseerlebnis
Auf den Monat genau zwei Jahre musst ich mich gedulden, bevor ich die Fortsetzung der zweiteiligen Rat der Neun-Reihe lesen konnte. Und weil ich Band 1 total genial fand, meine Erinnerungen aber einige Lücken aufwiesen, habe ich mich entschieden, mich vor Band 2 mit dem Hörbuch aufzufrischen. Eine gute Entscheidung! Denn alleine aufgrund der hochwertigen und komplexen Handlung hat es "Rat der Neuen: Gegen das Schicksal" verdient, die volle Aufmerksamkeit zu erhalten. Die gesamte Geschichte ist ein herrlich rundes Leseerlebnis und zugleich ein perfekter Abschluss.

Die Geschichte geht nahtlos weiter. Cyra und Akos sind mit einem Rebellenschiff entkommen und steuern, gemeinsam mit einer kleinen Gruppe die Raumstation des Hohen Rats an. Doch ein Vorfall an Bord reist die Gruppe auseinander, mit großen Konsequenzen für politische Machtentscheidungen. Akos, Cyra und ein Teil der Rebellen sucht nun auf dem Planeten Ogra Unterschlupf, auf dem ein Teil des Shotet-Volkes im Exil lebt. Neue Enthüllungen, Machtspiele und Intrigen treiben Thuvhe und Shotet in einen Krieg.
Es ist schwierig, einen Kurzüberblick der Handlung wiederzugeben, denn "Gegen das Schicksal" ist so komplex, dass es mich als Leserin völlig vereinnahmte. Nichts ist sicher, alles kann sich wieder ändern und ich wurde nicht nur ein Mal schockierend überrascht. Ich kann nur wiederholen, dass ich die Geschichte, und welche Richtungen sie einschlägt, grandios finde.

Freitag, 1. März 2019

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im März 2019

Ähm, ja. Der März ist der absolute Killermonat für die Wunschliste. Das ist schon immer so, es ist eben ein Frühjahrsmonat und liegt mitten im Rahmen der aktuellen Verlagsprogramme. Außerdem ist bald die Leipziger Buchmesse, auf der Besucher dann geballt in den den Genuss der neuen Bücher kommen. Ich finde die große Menge an Neuerscheinungen, die mich alle interessieren, sehr klasse und wollte diesmal auch nicht besonders konsequent Prioritäten setzten. Meine Wunschliste darf ruhig unendlich lang sein. Perfekt wäre es, wenn ich es irgendwann einrichten könnte, jedes Buch darauf zu lesen. Wahrscheinlich eine Wunschvorstellung. Im März füge ich meiner Wunschliste 18 neue Bücher hinzu.


Fantasy - Märchen - Zeitreise

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