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Dienstag, 7. Mai 2019

"Lies mich!", "Nein, mich!, "Bitte mich zuerst!" - Meine Hassliebe, der SuB


Das ist mein SuB. Etwa 80 Bücher ist er hoch und seit mehreren Jahren meine Hassliebe. Sieht er nicht schön aus? Ich finde ihn wunderschön, vor allem so schön ungelesen. Für alle Nicht-Buchblogger*innen, Gelegenheitsleser*innen oder Neugierigen - SuB bedeutet Stapel ungelesener Bücher und beschreibt die Sammlung der Bücher, die eine Vielleserin wie ich hortet, mit dem Ziel sie irgendwann einmal zu lesen. Irgendwann kann in ein paar Tagen, Wochen, Monaten, aber auch erst in ein paar Jahren sein. Im schlimmsten Fall werden SuB-Bücher gar nicht gelesen, im allerschlimmsten Fall am Ende aussortiert, weil die Sammlerin keine Lust mehr darauf hat. Du siehst, ich spreche hier von mir selbst, denn genau diese Situation war innerhalb meiner Zeit als Buchbloggerin mein ständiger Begleiter. Davor, das heißt vor etwa acht Jahren, gab es bei mir keinen SuB. Bücher wurden gekauft und danach gelesen. Zwar sammelten sich auch mal 3-5 Stück an, zu einem Problem wurden diese aber nicht.
Vor über sechs Jahren, im Januar 2013, habe ich einen ähnlichen Beitrag "Der ewige Kampf gegen der SuB oder Das Luxusproblem einer Buchbloggerin" geschrieben. Damals hatte mein Stapel ungelesener Bücher die Hälfte des Umfangs von heute. Die gedankliche Belastung war dieselbe. Es wird Zeit, dass sich etwas ändert!

Dienstag, 4. Dezember 2018

Zu müde zum Lesen ... 3 hellwache Tipps für die dunkle Jahreszeit


Während ich diese Zeilen tippe, sitze ich zufrieden und glücklich im Warmen, bei Tee, respektive Kaffee. Draußen ist es düster und es regnet, aber mir geht es gut. Denn: Die Herbst- und die Winterzeit ist die gemütlichste Zeit des Jahres! Schön wär's. Diese Vorstellung habe ich schon immer und bin damit gewiss nicht allein. Wenn du, und auch ich, wenn wir also ganz ehrlich zu uns sind, dann bleibt diese Aussage oftmals Wunschdenken, eine romantische Version davon, was die Realität und der Alltag mit sich bringt. Je schneller das Jahr sich dem Ende zuneigt, desto mehr wollen wir erledigen, Aufgeschobenes nicht weiter aufschieben und nebenbei auch noch die herbstliche und vorweihnachtliche Stimmung genießen ... und lesen, ganz wichtig, viel lesen.
Du solltest dir, gerade bei viel Hektik und unumgänglichem Stress, immer Zeit für dich nehmen. Das ist wichtig, daraus kannst du Kraft schöpfen. Ich versuche tagsüber bewusste Lesezeiten einzuplanen, die nur mir allein gehören, in denen ich entspannen und mich vollständig auf mein Buch konzentrieren kann. Leichter gesagt als getan. Oftmals bringt die dunkle Jahreszeit nämlich noch eine weitere Begleiterscheinung mit; andauernde Müdigkeit.


Du kennst das sicher ... Gerade hast du Zeit. Vielleicht ist es Vormittag, vielleicht Nachmittag oder auch schon früher Abend. Du möchtest eine Stunde lesen, dich entspannen und in dein Buch tauchen. Doch nach wenigen Seiten fallen dir die Augen fast von alleine zu. Du spürst eine bleierne Müdigkeit und möchtest am liebsten für ein Weilchen schlafen. Ich erlebe das täglich, sehr ausgeprägt im Herbst und im Winter. Gemeint ist hier nicht die Müdigkeit am späten Abend. Dann ist unser Körper erschöpft, wir wollen schlafen und sollen das auch.
Lästig ist die Müdigkeit immer dann, wenn wir sie nicht gebrauchen können, wenn wir doch eigentlich lesen wollen. Ich habe in diesen Fällen genau zwei Möglichkeiten. Entweder ich ergebe mich der Müdigkeit und nütze meine freie Zeit für ein Schläfchen. Oder ich bleibe bei meinem Vorhaben zu lesen und gehe aktiv gegen die Müdigkeit an. Das geht. Dafür habe ich drei hellwache (und einfache) Tipps zusammengestellt. Und das Beste an ihnen ist, sie funktionieren jeder für sich alleine oder alle zusammen.

Freitag, 6. Januar 2017

Buchthema des Monats - Rezensionen, Reviews und High Fives? Es ist Zeit für Veränderungen ...

Das neue Jahr ist da, und mit ihm regen sich bei mir die (guten) Vorsätze und auch so mancher Wunsch nach Veränderung. Das betrifft private Bereiche genauso wie eine der Hauptsparten dieses Buchblogs - Rezensionen. Habe ich bisher noch gerne an Altbewährtem festgehalten, sage ich nun, wenn nicht jetzt, wann dann?!
Ein Blog ist ständigen Veränderungen unterworfen. Manches fährt sich mit der Zeit aber auch fest. Für mich stellt sich nun die Frage, nach fast sechsjährigem Bestehen von Damaris liest., ob ich meinen Weg der Buchbesprechungen so weiterführen möchte wie bisher. Eher nicht.

Blogger kennen das. Als ich mit dem Bloggen begann, prasseln die Informationen von allen Seiten. Ich saugte sie auf wie ein Schwamm, bildet mir eine Meinung, setzte vieles um und vieles auch nicht. Der Blog soll schließlich zu mir passen.
Bei meinen Buchbesprechungen schrieb ich munter darauf los - in Ich-Botschaften. Ich erzählte, was mir am Buch gefiel und was nicht, was ich beim Lesen empfand, wie sehr ich mich auf ein Buch freute, warum es ein anstrengendes, schönes, trauriges, empfehlenswertes Lesen war, und so weiter. Ich hatte zwar noch wenig Übung, aber damals schon einen Anspruch an die Qualität und den Nutzen meiner Besprechung zu einem Buch.

Und dann, recht schnell, sagte mir jemand, dass Rezensionen in Magazinen, die des Feuilletons und in Zeitungen, keine Ich-Aussagen enthalten. Dass Rezensionen, die professionell und gut geschrieben sind, die etwas darstellen, auf Ich-Botschaften verzichten. Oha! Mein Gehirn, der Schwamm, saugte begierig auf. Für mich klang das einleuchtend und richtig. Und natürlich wollte ich, als neue Hobbyrezensentin, alles gut machen. Ja, meine Rezensionen sollten etwas darstellen und professionell wirken. Unbedingt.

Also begann ich, den Stil meiner Rezension zu verändern. Das war auch gar nicht mal so schwer. Aus "ich" wurde "man" oder "der Leser". Aus "Das Buch gefiel mir richtig gut" wurde "Das Buch könnte interessierten Lesern durchaus gefallen". Mit der Zeit kam auch die Übung, und es stellte sich tatsächlich eine gewisse Routine ein, eine Art Hobby-Professionalität, die genau zu mir passte. Und weil ich nicht komplett auf die eigene Note verzichten wollte, fügte ich bei meinen Rezensionen ein persönliches Fazit ans Ende, das auch mal ein "ich" enthalten durfte. Ganz so streng sollte das ja nicht ablaufen. Bis dato habe ich hunderte dieser Buchbesprechungen verfasst.

Und jetzt möchte ich ganz offen zugeben, dass ein Rezensieren dieser Art für mich zwar angenehm, irgendwann aber keine persönliche und emotionale Herausforderung mehr ist. Etwas überspitzt gesagt - man kann so herrlich objektiv sein, so schön allgemein. Das Buch hinter Phrasen und Eventualitäten verstecken. Es muss mir ja nicht gefallen, könnte aber eine jüngere Zielgruppe wunderbar ansprechen. Oder es gefällt mir, könnte auf manche Leser jedoch zu langatmig wirken. Jeder Topf findet den passenden Deckel, jedes Buch den geeigneten Leser. So in etwa.
Geändert habe ich nichts, denn solch eine Buchbesprechung fällt mir in den meisten Fällen leicht. Weil mit der Zeit dann aber doch wieder der Wunsch nach einem persönlicheren Ausdruck an die Oberfläche kam, begann ich manchmal auch eine Review zu schreiben. Ab jetzt fuhr ich doppelgleisig und wählte nach eigenem Ermessen: Rezensionen für eine objektive und professionelle Buchbetrachtung, Reviews für mehr Persönlichkeit und Individualität. Ich übertreibe etwas, den Kern der Sache trifft es aber ganz gut.

In der Sache finde ich meine objektiven Rezensionen ohne Ich-Botschaften gut. Ich mag sie. Sie sind fair und nicht verurteilend, und natürlich fließt auch immer etwas meiner subjektiven Meinung in eine Buchbewertung ein. ABER ... Schon seit einiger Zeit hinterfrage diese Art des Rezensierens. Damaris liest. ist ein persönlicher Buchblog. Hier lese ICH, hier bewerte ICH und gebe Tipps und Empfehlungen. Warum sollten dann meine Rezensionen keinen ICH-Leseeindrücke sein? Mit meiner persönlichen Note und echten Empfindungen während des Lesens. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, finde ich keinen Grund der dagegen spricht.

Meine Buchbesprechungen sollen wieder persönlicher werden! Darum möchte ich das jetzt auch umsetzten. Back to the Roots sozusagen. Dazu gehört auch, dass Ich-Aussagen und eigenes Leseempfinden in meinen Rezensionen fest verankert und kombiniert werden. Der bisherige Mix aus Rezensionen und Reviews kann also gerne wegfallen. Darauf freue ich mich. Das ist genau das, was ich für Damaris liest. in Zukunft möchte.


... meine High Fives behalte ich zusätzlich gerne bei. Diese spezielle Art der Buchbesprechung gehört fest zum Blog, das soll sich auch nicht ändern.

Donnerstag, 28. Januar 2016

Buchthema des Monats - Warum ich meine eigenen Rezensionen google ...

... das ist diesen Monat einmal mehr die große Frage. Höre ich mich selbst gerne reden, bzw. lesen? Erfreue ich mich so sehr an meinen schriftlichen Buchbewertungen, dass ich sie auch nach Monaten noch gerne optisch genieße? Mitnichten! Denn die eigenen Rezensionen im Internet zu suchen kann den blauen Bloggerhimmel ganz schnell mit schwarzen Wolken verdunkeln.

Ich wollte es sein lassen, wollte nach einer schmerzlichen Erfahrung 2012 meine Rezensionen nicht mehr im Internet suchen. Und doch stelle ich mich erneut diesem Gefühlschaos. Der Grund: Weil ich an Gerechtigkeit glaube, immer. Weil ich den Zustand, wie er ist, nicht akzeptieren mag. Und weil ich nicht die Augen davor verschließen will, um schlussendlich abzustumpfen oder zu resignieren.

Es ist ganz einfach. Ich markiere eine willkürliche Textpassage, einen kleinen Absatz, in einer meiner Rezensionen. Die Auswahl bei +- 350 Stück ist rein zufällig, ich entscheide mich für bekannte Bücher, die in aller Munde sind oder waren. Dieser Abschnitt ist schnell in die Suchmaschine eingefügt, und nach nicht mal einer Sekunde sieht man das Ergebnis. Im besten Fall finde ich ... mich - zusammen mit meiner Rezension auf dem Blog, bei Amazon, Lovelybooks, usw. Eben überall, wo ich veröffentliche. Im schlimmsten Fall finde ich meine Rezension ... ohne mich - komplett, oder in Auszügen, auf einem anderen Blog.

Die Gefühle, die ich in diesem Moment durchlaufe, reichen von Fassungslosigkeit und Entsetzen über Zorn und Wut. Auch etwas Naivität (Das kann doch nicht sein! Wer macht denn so etwas?!) ist ist dabei, weil ich als gutgläubiger Mensch nicht glauben kann/will, dass jemand meine Texte als die eigenen ausgibt. Ob aus Unwissenheit, Dummheit oder einfach Ignoranz ist egal. Denn hier handelt es sich um Diebstahl!

Rezensionen unterliegen dem Urheberrecht. Die Rechte am Text, auch in Auszügen, liegen alleine beim Verfasser und dürfen nicht ohne dessen Einverständnis kopiert oder veröffentlicht werden. Macht man das dennoch, und gibt man fremde Rezensionen gar als die eigenen aus, begeht man einen Straftat!

Jetzt habe ich ihn also vor mir, den neuen, fremden, oder bekannten?, Blog, auf dem mein Text als der der BlogbesitzerIn (der Einfachheit halber wähle ich die feminine Ansprache) ausgegeben wird, teilweise auch noch auf diversen Buchplattformen. Ich möchte reagieren, sofort und unmittelbar. Möchte meiner Wut Luft machen, die BlogbesitzerIn anschreiben, kommentieren, und ihr sagen, was ich entdeckt habe und welche Konsequenzen ich daraus ziehe. Möchte in Bloggergruppen und auf Facebook posten, um Kollegen zu warnen und, ja, meine Seele nach diesem Schock etwas streicheln zu lassen. Doch diese Art von Schlammschlachten, aus denen schnell Hetze und Shitstorms entstehen können, sind kontraproduktiv, selbst wenn man keine Namen nennt. Es entsteht große Unruhe und man ist den ganzen Tag mit Fragen und Nachrichten beschäftigt. Es empfiehlt sich, den Zorn zu kanalisieren. So hart das klingt, ich muss mich beruhigen, nur dann haben meine Taten Hand und Fuß.

(Noch eine Anmerkung. Es gibt Seiten im Internet, die Webseiten-Content/Inhalt abgreifen, um damit Geld zu machen, z.B. durch einen Klick und Weiterleitung zu einem Shop. Oft haben diese kein Impressum oder haben ihren Sitz irgendwo in Asien. Manchmal findet man auf diesen Seiten eine komplette Rezension, die man z.B. bei Amazon gepostet hatte, und sogar unter dem richtigen Usernamen - oder unter einem Max Mustermann-Pseudonym. Mein Tipp: Nicht damit beschäftigen. Ignorieren. Als Privatperson führt das immer ins Leere und der Frust steigt ins Unermessliche.)

Ich konzentriere mich also auf den Blog, auf dem ich meine Rezension(en) gefunden habe, denn hier will ich ansetzten, auch wenn das jetzt viel Arbeit und schematisches Vorgehen bedeutet:

  • Ich schaue mir den Blog genau an. Wie lange wird gebloggt und mit welchem Inhalt? Gibt es ein Impressum, eine (E-Mail)-Adresse, ein Rezensionsindex und eine Personenbeschreibung? Sind außer mir noch andere Blogger betroffen? Finde ich Rezensionen von BloggerkollegInnen, die ebenfalls übernommen wurden? Ich sammele die Daten, fertige Screenshots vom Impressum und allen kopierten Inhalten, die ich finde. (Das ist wichtig, sollte ich mich später in der Beweispflicht befinden.)

  • Ich schlafe eine Nacht darüber, lasse alles sacken.

  • Ich schreibe die BesitzerIn des Plagiate-Blog an, zuerst per Mail. Dabei bleibe ich bestimmt und sachlich, komme sofort zum Punkt und vermeide pathetische Formulierungen (Mit Entsetzen musste ich feststellen ..., Mir wurde übel, als ich entdeckte ..., Ich habe die ganze Nacht überlegt wie ich es sagen soll ...). Ich vermeide Spekulationen, denn das führt zu nichts und ist nicht relevant für meine Sache (Du willst ja nur schnell Rezensionsexemplare bekommen und es dir dabei so einfach wie möglich machen ..., Hast wohl bemerkt, dass Rezensieren Arbeit bedeutet, ...). Ich nenne Sachverhalte, weise auf das Urheberrecht und den Straftatbestand hin und verlange die sofortige Löschung meiner Rezension von Blog, und allen eventuellen Plattformen, innerhalb einer von mir gesetzten Frist.

  • Sollten Verlage oder andere BloggerkollegInnen betroffen sein, verlange ich ebenfalls eine Richtigstellung. Ich erwähne meine Sicherungen, und dass ich Verlage und Besitzer der Rezensionen informieren werde, sollten diese unrechtmäßig im Blog verbleiben. Das ist keine Erpressung, sondern nur folgerichtig.

  • Ich warte ggf. auf Antwort innerhalb der gesetzten Frist. Auf E-Mail-Diskussionen oder Ausreden, lasse ich mich nicht ein. Diese kosten Zeit und Nerven. Mein Ziel ist die Löschung meines Textes und darauf bestehe ich.

So handle ich. Ungeachtet dessen, wie ich mich fühle. Das ist mein Weg, meine Vorstellung von Rechtsverständnis. Damit gebe ich der RaubkopiererIn die Möglichkeit zur Einsicht, Entschuldigung, Richtigstellung. Aber was, wenn nicht auf meine Nachricht reagiert wird? Wenn die kopierten Texte im Blog verbleiben? Dann habe ich, und alle Betroffenen, die Möglichkeit die Sache einem Anwalt vorzulegen.

Mittwoch, 12. Juni 2013

Buchthema im Juni 2013 - Hier/Ihr/Mir stinkt's! Kann man Zigarettengeruch aus Büchern entfernen?

Dieser Vorgang ist tatsächlich so geschehen und wird NICHT zur Nachahmung empfohlen! Der folgende Bericht ist somit ein Tatsachenbericht, mit abschließendem Fazit und der Einsicht des Fehlverhaltens, ausgehend von der Schadensverursacherin. Zur genaueren Bestandsaufnahme können alle Beweisbilder mit einem Klick vergrößert werden. Eventuell geschädigte Bücher, Backöfen oder Damaris' Gewissen sehen von jedweden Schadensersatzansprüchen ab.


Hallo zusammen, mein Name ist "Firelight: Flammende Träne". Ich bin der zweite Band der genialen Firelight-Trilogie - btw, lieber Loewe Verlag, wann kommt eigentlich Trilogiekind Nummer 3? Ach menno, Damaris sagt, das sei hier jetzt nicht aktuell, ich solle beim Thema bleiben. Okay, also ...

... heute habe nämlich ICH hier das Sagen, Damaris hat Sendepause. Warum? Ihr glaubt es nicht, was sie mit mir gemacht hat. Buchquälerei nenne ich so was! Am liebsten würde ich ihr den Buchdeckel über den Kopf hauen, jawoll!

Aber von vorne: Damaris hat mich gebraucht ertauscht (juhuuu!). Dazu muss ich erklären, dass meine neue Besitzerin alles andere als eine militante Nichtraucherin ist. Im Gegenteil, sie hat selbst mal geraucht. Das ist zwar lange her, aber ein ganz leichter Zigarettengeruch in gebrauchten Büchern wird von ihr toleriert. Und dann kam ich. Ich habe fürchterlich nach Rauch gestunken. So sehr, dass Damaris (selbst 50 cm von mir entfernt!) dachte, sie würde mich in einer Rauchblase lesen. Da fing sogar ihre Nase an zu schmerzen und ich hörte von ihr ständig "So kann ich dich nicht lesen, das halte ich nicht aus!". Sie legte mich erst mal weg. Blöd für mich, aber absolut verständlich.

Dann hat sie hat recherchiert, ob man mein Duftproblem überhaupt beseitigen kann, und fand (unter anderem) folgende Vorschläge im Internet. *Ironie an* Herzlichen Dank, Internet, schon mal an dieser Stelle! *Ironie aus*:

  • Das Buch im Backofen entstinken (mit Anleitung!)
  • Das Buch in einem Gefrierbeutel 4 Wochen in die Tiefkühltruhe stecken (bibber, zitter, schüttel, ...)
  • Das Buch für eine Woche in einen leeren Waschmittelkarton stecken (gute Idee!)

Die Idee mit dem Waschmittelkarton fand Damaris klasse, weil sie plausibel war und Duftreste des Waschpulvers den Rauchgeruch neutralisieren sollten. Leider war kein leerer Waschmittelkarton zur Hand.
Mich in einem Gefrierbeutel in die Tiefkühltruhe zu stecken (dabei soll dem Buch überhaupt nichts passieren) klang zwar gut, aber 4 lange Wochen! Hallo? Ich wollte schließlich bald gelesen werden. Das schied also auch aus.

Damaris hat sich, ihr ahnt es, für den Backofen entschieden. Laut Anleitung solle das absolut sicher sein, den Rauchgeruch vollständig entfernen und Seiten, die sich dabei wellen (!) könne man durch Pressen hinterher wieder perfekt hinbekommen. Ähem, ja ... so die Theorie. Neeeeiiinnn, das ist nicht ihr Ernst, denkt ihr euch jetzt sicher. Doch, wirklich, sie hat sich "getraut", wie sie so schön sagte. Wenn ihr mich fragt, war das absolut unverantwortliches Handeln mir gegenüber. Ich merkte ihr zwar an, dass sie kritisch war, aber einmal begonnen hat sie es durchgezogen.

Wie das ganze Prozedere ablief, und wie ICH mich dabei gefühlt habe, das zeige ich euch jetzt: 



Der Ofen wurde auf 80 Grad (Umluft - wegen der Luftbewegung zum Entlüften) eingestellt, und ich wurde sorgsam, wenigstens das, mit den Buchseiten in Richtung Gebläse, auf ein Backblech gestellt. Natürlich ohne Schutzumschlag! Damit es mir nicht allzu warm wurde, hatte Damaris einen Kochlöffel in die Backofentür geklemmt (nett!). Etwa eine Stunde sollte ich im Backofen lüften.
Schon nach 10 Minuten füllte sich die Küche mit muffigem Zigarettengeruch, und meine Seiten fingen an sich zu wellen. Ist klar und ein logischer Vorgang, ihnen wird ja durch die Wärme die komplette Raumfeuchtigkeit entzogen.
Nach 30 Minuten hat mich meine unverantwortliche Besitzerin dann gewendet - ICH BIN DOCH KEIN BRATHÄHNCHEN!!



Eine Stunde später kam ich ganz schön wellig (alle Seiten und auch die Buchdeckel) aus dem Ofen. Oh nein!! Damaris' Gesicht sprach Bände. Wäre das Ganze nicht so schrecklich gewesen, hätte ich sie ausgelacht. Da musste sie jetzt durch. Man soll nach dem Backofen das Buch sofort pressen, so lange es noch warm ist. Gesagt, getan: Ich wurde mit massig schweren Hardcovern beladen - ächz, ganz unten, das bin ich! Trotz der schweren Ladung über mir, könnt ihr zwischen den Buchdeckeln die Wellen sehen, die meine Seiten geziert haben.

Nachdem ich ganz ausgekühlt war und erst nach einigen Tagen, wurde ich von der zerquetschenden Buchlast befreit. Eine Tatsache: Der Zigarettengeruch war weg, die Buchdeckel wieder gerade! Aber seht selbst:



Das Ergebnis war ganz sicher NICHT so, wie Damaris und ich es uns gewünscht hatten. Meine Seiten waren immer noch leicht wellig *schnieeeef* und Bücher mit welligen Seiten sind hässlich *schnieeeef*!

Trotz der gut gemeinten Aktion (hier muss ich mich mit meiner Besitzerin wirklich solidarisieren) waren wir sehr traurig. "Rauchgeruch weg, Buch hässlich" war einfach nicht das gewünschte Resultat. Um mich etwas aufzuheitern hat Damaris mich dann sofort, und wellig wie ich war, gelesen. Wenigstens fand sie meinen Inhalt GENIAL!


Doch dann geschah ein Wunder!
Nach dem Lesen stellte Damaris mich ins Regal. Nach einigen Wochen zog sie mich wieder hervor, um mich nochmals anzuschauen. Und, WOW - ich war wieder schön! Keine Wellen mehr und kein Zigarettengeruch zu bemerken. So sollte das sein. Jetzt bin ich glücklich! Darum darf Damaris hier doch noch zu Wort kommen und ihr Fazit selbst verkünden.




Fazit von Damaris:

Räusper, so kann es gehen, wenn man unbedacht mit seinen Büchern umgeht. Ich stand zwar der ganzen Sache von Anfang an sehr kritisch gegenüber. Ganz leichter Rauchgeruch stört mich nämlich gar nicht sehr. Aber der Zigarettengeruch war im Fall "Firelight 2" einfach nicht auszuhalten, als hätte das Buch jemand wochenlang in einer Raucherlounge liegen gelassen. Nur deswegen habe ich diesen Backofenrauchgeruchsentfernungsversuch gewagt. Mit dem ersten Ergebnis war ich total unglücklich. Da sich alles (nach Wochen!) doch noch zum Guten gewendet hat, kann ich jetzt darüber lachen. Meine Theorie ist, dass sich die Buchseiten im Laufe der Wochen durch die Luftfeuchtigkeit wieder vollständig geglättet haben.

Zusammengefasst funktioniert die angewandte Geruchsentfernung also definitiv. Der Zigarettengeruch ist vollständig verschwunden und das Buch sieht wieder gut aus. Nochmals würde ich diesen Weg allerdings NICHT gehen. Erstens dauert es einfach zu lange (da hätte ich das Buch ja gleich in die Gefriertruhe packen können) und zweitens halten ich, und jedes meiner zukünftigen Gebrauchtbücher, diese seelische Belastung nicht mehr aus. Dann lieber doch der Waschmittelkarton ...

Mittwoch, 16. Januar 2013

Buchthema im Januar 2013 - Der ewige Kampf gegen den SuB oder "Das Luxusproblem einer Buchbloggerin"

TeilSuB 1 (alle diese Bücher warten darauf, dass ich sie lese)


Liebe Leser, BloggerkollegInnen, Interessierte und Mal-eben-kurz-VorbeischauerInnen,


das ist er, mein aktueller SuB. Für alle, die dieses, in der Literatur- und Buchblogszene etablierte, Wort zum ersten Mal hören:


SuB, der = Stapel ungelesener Bücher 

Hier wird die Menge an Büchern definiert, die ein Leser ungelesen im Regal, auf Stapeln, unter dem Bett, in Kisten, Zimmern, Kellern, usw. hat und die er über kurze oder lange Zeit lesen möchte, aber (aus welchen Gründen auch immer) noch nicht dazu kam. So, dann hätten wir das geklärt. 
Edit: Inoffizielle Bezeichnungen könnten RuB, die (Regale ungelesener Bücher) oder ZuB, das (Zimmer ungelesener Bücher) lauten. Bestätigten Berichten zufolge, kommt das bei fanatischen Lesern durchaus vor. Etabliert hat sich aber der SuB, darum möchte ich in meinen Ausführungen dabei bleiben.

Mein SuB umfasst zum Zeitpunkt dieses Beitrags 48 Bücher. Und bevor hier die Protestschreie von Buchbloggern und Lesern durch die Blogssphären hallen ("Ich habe noch viel mehr!", "Der ist doch nicht groß!", "Meiner ist 3-stellig!", "Warum ist dir das zu viel? Du hast ein Luxusproblem!", ...), ja, ich weiß, es gibt viel größere SuBs. Von 3-stelligen, gar 4-stelligen SuBs lese ich andauernd. Kindle E-Books zähle ich übrigens NICHT zu meinem SuB. Meine ungelesenen E-Books haben meinen realen SuB schon überschritten. Aber die sehe ich nicht, die nehmen mir keinen Platz weg, und deswegen stresse ich mich damit auch nicht.
Für mich persönlich bedeuten 48 ungelesene Bücher zum einen Herzchen in den Augen und ein verzücktes Grinsen im Gesicht, wenn ich täglich mehrmals (!) über die Buchrücken meiner ungelesenen Bücher streiche oder sie einfach nur betrachte. Zum anderen nagen diese ungelesenen Bücher ständig an meinem Gewissen und appellieren an meine Vernunft. Um das zu erklären, muss ich etwas ausholen ...


TeilSuB 2: (Stapel für eine Young-Adult-Challenge und ein paar Neuerscheinungen)


Als ich vor ziemlich genau zwei Jahren mit dem Buchbloggen anfing, lagen 9 ungelesene Bücher in meinem Regal (von einem Wort "SuB" hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nie etwas gehört!). Mittlerweile habe ich das Gefühl in meinen ungelesenen Büchern baden zu können. Ich besitze immer mehr davon, als ich in ein bis zwei Monaten lesen könnte. Gut, irgendwie ist das auch ganz logisch. Mode- und Beautyblogger schwimmen in Klamotten und Schminki, Filmblogger in DVDs und Blu-rays und Buchblogger eben in Büchern. Warum ist das so? Wir sind einfach zu gut informiert! Schließlich ist das Bloggen zwar aufwändig, aber eben doch unser liebstes Hobby. Neben dem Lesen und Rezensieren bekomme ich täglich haufenweise Informationen über Neuerscheinungen, empfehlenswerte Bücher und Must-Reads von Verlagshomepages, Facebook und anderen Buchbloggern. Diesem "Druck" erliege ich, ganz klar. Ich stehe auf Bücher! Ich liebe sie einfach und kann meine "Gier" nach einem bestimmen Buch kaum zügeln, sobald ich eine Must-Read-Empfehlung dazu gelesen habe. Dazu kommt auch noch, dass man angefangene Buchserien beenden möchte (und das sind viele!), monatlich aber immer auch viele Neuerscheinungen rauskommen - ein ewiger Kreis, der nie ein Ende haben wird.

Zum Thema Tauschen: Seit ich vor eineinhalb Jahren das Büchertauschen für mich entdeckt habe, ist es noch einfacher, an viele, viele Bücher zu kommen. Bei über 130 gelesenen Büchern pro Jahr kann ich keinesfalls alle behalten, da müsste ich anbauen. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich mir nach dem Lesen ganz genau überlege, ob ich das Buch jemals noch mal lesen würde oder nicht. Wenn nicht, dann tausche ich auf einer Büchertauschplattform gegen virtuelle Tickets. Dafür kann ich mir wieder neue Bücher ertauschen/anfordern - also alles nach dem Prinzip "Geben und Nehmen". Sonst funktioniert es nicht. Und glaubt mir, hier versiegt der Büchersegen nie! Im Gegenteil, es läuft sogar so gut, dass es zu einer Art Sucht ausarten kann. Der Beweis: 80% meines SuBs sind ertauschte Bücher! (davon sind ca. 60% fremdgetauscht und 40% mit befreundeten Bloggerinnen getauschte Bücher)

Hier werden sich jetzt viele fragen, warum ich mir solch einen Stress mache, 48 ungelesene Bücher sind doch schließlich eine feine Sache. Stimmt schon, und hier geht auch jeder Blogger/Vielleser, der einen SuB besitzt, anders mit dem Thema um. Manchen kann der SuB gar nicht hoch genug sein und sie machen sich auch keine Gedanken darüber oder sehen ungelesene Bücher als Sammlung. Von mir gibt es hier (ehrlichen!) Respekt, diese mentale Ausdauer habe ich nicht. Und ich weiß auch, dass ich mit der andauernden Sorge über den SuB nicht alleine bin. Von vielen Buchbloggern hört man von einem ewigen Kampf gegen denselben. Buchkaufverbote, SuB-Abbau-Challenges, "Schlechte-Gewissen-Posts", etc. bestätigen dies. 

Neben den Vorteilen einen SuB zu besitzen (ich kann theoretisch lesen, vorauf ich Lust habe, habe immer die volle Auswahl, ...) habe ich mir, für mich ganz persönlich, Gedanken darüber gemacht, warum ich ständig mit meinem Gewissen gegen meinen SuB ankämpfe:

  • Ich habe die Entdeckung gemacht, dass ich viele Bücher unbedingt haben muss. Sobald sie auf dem SuB sind, bleiben sie oft - nicht immer - erst mal liegen (vor dem Bloggen hätte ich sie wahrscheinlich sofort gelesen).
  • Stattdessen lese ich viele Neuerscheinungen. Liegengebliebene SuB-Bücher rutschen so immer weiter nach unten/hinten (ich habe ja immer mehr als ich lesen kann!). So manche Neuerscheinung wird somit "alt".
  • Auch habe ich teilweise die Erfahrung gemacht, dass ich dann irgendwann keine rechte Lust mehr auf die "alten" SuB-Bücher habe. Was man vor Monaten unbedingt sofort haben musste, wird uninteressant. Das merke ich sofort an meiner Lesemotivation, sobald ich dann danach greife. Das ist einfach nur schade! Diese Erfahrung würde man mit einem kleinen oder keinem SuB wahrscheinlich nicht machen, da alle Bücher ja zeitnah gelesen werden. Natürlich ist das nicht immer so, aber es kommt vor.
  • Bücherkauf und Büchertausch sind eine Art Sucht. Sobald ich ein neues Buch habe, lacht mein Herz und stahlen meine Augen, mein Körper produziert Glückshormone. Das ist wie Weihnachten als Kind. Bücherfans werden das verstehen. Stelle ich das Buch dann aber zu den anderen ungelesenen ins Regal, lässt die Freude ganz schnell nach. Ein kleines, schlechtes Gewissen meldet sich, weil da ja noch so viele andere Bücher rumstehen und man weiß, dass man gar nicht so viel Zeit aufbringen kann, um alle bald zu lesen.
  • Ich fühle mich zeitweise von meinem SuB erschlagen. Und obwohl das Lesen mein liebstes Hobby ist, bin ich mich manchmal regelrecht "buchübersättigt". Dieses Gefühl kenne ich von früher, als ich noch beschwingt durch die Buchhandlungen stöberte und jedes erstandene Buch zeitnah gelesen habe, nicht.
  • Ich möchte ALLE Bücher auf meinen SuB nicht nur ungelesen im Regal stehen haben, sondern sie auch wirklich lesen! Weil oft mehr Bücher pro Monat dazukommen als ich auch lesen kann, schaffe ich das nicht zeitnah. Das frustriert mich. Oft lese ich ein aktuelles Buch mit der Aussicht auf das nächste ungelesene in meinem Regal. Das ist nicht gerade konzentrations- und motivationsfördernd (ich kann mich nicht richtig ins Buch fallen lassen).
  • Pro Monat lese ich etwa 10-14 Bücher. Bei meinem SuB von 48 Büchern hätte ich somit Lesestoff für etwa 5 Monate, ohne einen einzigen Buchzugang. Wenn ich mir ausrechne, wie lange ich an einem SuB von 100 oder 200 lesen würde, ohne dass ein neues Buch dazu käme, wird mir ganz anderes.
  • Hätte ich keinen (oder nur einen kleinen) SuB, könnte ich alle Neuerscheinungen, Fortsetzungen oder Haben-Muss-Bücher fast sofort lesen. Dieses lange Liegenbleiben würde komplett entfallen.

Das soll erst mal genügen und ist Erklärung genug, warum ich mental einen ewigen Kampf gegen meinen SuB führe. Ein Luxusproblem, werden jetzt viele denken. Aber ich weiß auch, dass mir einige Blogger und Vielleser bei meinen Gedanken zustimmen, dieselben "Sorgen" haben oder sich mit ähnlichen Gedankenspielen bzgl. ihres SuBs beschäftigen.
Ich bin wieder einmal an dem Punkt (wie schon vor ca. einem Jahr) an dem ich meine Konsequenzen für mich und meinen SuB ziehen möchte. Ohne Abbau-Challenge, ohne Masterplan und ohne Geheimrezept. Darum führe ich das auch hier nicht weiter aus, sondern regle das mit mir alleine. Aber ohne Verzicht und eisernen Willen wird es nicht gehen. Soviel weiß ich schon jetzt.
Ganz ohne SuB will ich nicht sein. Mein Traum wäre ein SuB von 10-15 Büchern. Für mich wäre das genug Auswahl, wäre aber nicht mit den Stressgedanken über meinen SuB verbunden, da ich alle Bücher zeitnah, etwa innerhalb eines Monats, lesen könnte.


Mich interessiert eure Meinung zum Thema. Egal ob ihr Bücherblogger, Vielleser oder komplett Außenstehender seid. Gerne könnt ihr mir eure Meinung schreiben, bzw. hier kommentieren. Habt ihr einen SuB? Seht ihr das ähnlich wie ich oder total überzogen? Macht ihr euch Gedanken über die Höhe eures SuBs oder ist euch das komplett egal?

Mein "Buchthema des Monats" ist keine Anleitung, keine Kritik an anderen Personen und kein Richtig oder Falsch. Es ist meine persönliche Meinung zu Themen die mich beschäftigen und interessieren, rund um mein Lieblingsthema - Bücher! (und vieles, das damit einhergeht)

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Buchthema im Oktober 2012 - Wird das Bücherbloggen zur Wissenschaft oder ist alles nur heiße Luft?

Hinweis: Mein "Buchthema des Monats" ist keine Anleitung, keine Kritik an anderen Personen und kein Richtig oder Falsch. Es ist meine persönliche Meinung zu Themen die mich beschäftigen und  interessieren, rund um mein Lieblingsthema - Bücher! (und vieles, das damit einhergeht)
 
Eigentlich sollte mein Buchthema (und neue Rubrik) im Oktober ja sonnenklar sein. Genau, die Frankfurter Buchmesse! Hörte, bzw. las man doch von Verlagen, Lesern und Buchbloggern seit Mitte September kaum mehr etwas anderes. Da wurden Kleider- und Visitenkartenfragen erörtert, Veranstaltungspläne erstellt und die Aufregung strömte, fast mit Händen zu greifen, durch die virtuelle Welt. Auch ich war in Frankfurt und es war anstrengend-toll! Natürlich wollte ich berichten, aber halte es jetzt nach der Devise "genießen und schweigen". Andere Dinge sind wichtiger. Lange Einleitung, kurzer Sinn - bei meinem ersten Buchthema im Oktober 2012 geht es um
 
Cover-, Klappentext- und Zitatrecht auf Buchblogs
 
Ich behaupte jetzt einfach mal, dass jeder Buchblogger die heiße Diskussion über dieses Thema mitbekommen hat. Blogs, Facebook und Twitter (dort habe ich keinen Einblick, nehme es aber an) sind voll von Statement-Posts besorgter Buchblogger. Seit ich blogge, gibt es alle paar Wochen einen neuen Aufreger in der großen Welt der Buchblogs. Dachte ich zuerst, diese Diskussionen beschränken sich vordergründig auf Mode- und Beautyblogs, wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Hier alles aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Ich stellte nur eines fest, Themen dieser Art sind IMMER sehr anstrengend und auslaugend. Nach dem letzten Buchblogdrama (ich nenne es mal "Große Blogger gegen kleine Blogger") stand für mich fest, dass ich Themen dieser Art von nun an an mir vorbeiziehen lasse. Die Energie und Ausdauer, die mir dabei verloren geht, stecke ich lieber in mein Leben außerhalb des Blogs.
 
Wie kommt es nun, dass Damaris über o.g. Thema doch etwas schreibt? Ich hatte mich lange zurückgehalten, jetzt wurde mir diese Diskussion dann doch etwas mulmig. Schließlich könnte man jederzeit selbst davon betroffen sein. Und als dann die Diskussion mit meinen engsten Blogger- und Bücherfreundinnen, sowie über private Nachrichten, sich immer mehr zuspitzte, habe ich den Entschluss gefasst, hier mein eigenes Statement dazu mitzuteilen.
 
 
Um was geht es eigentlich? Zuerst war von einer Abmahnwelle die Rede, die Buchblogs im allgemeinen überrollte. (Mal eine kurze Zwischenfrage: Kann mir jemand einen Blog nennen, der davon betroffen war? Ich weiß von keinem, aber das kann auch daran liegen, dass ich nicht gründlich genug recherchiert habe.) Betroffen sollen Blogs gewesen sein, die sich nicht an das Cover-, Klappentext- und Zitatrecht gehalten haben.
Nach dem ersten Aufschrei wurden panisch nahezu alle Verlage angeschrieben und auf diversen Buchblogs und in Foren Listen gepostet, was pro Verlag zulässig ist und was nicht. Unter Blogbesitzern war eine große Frustration spürbar. Ist Buchbloggen wirklich so kompliziert? Lohnt sich mein Blog überhaupt, wenn ich jetzt fast alle Beiträge/Rezensionen ändern muss? Viele Blogger haben angefangen ihrer Coverbilder, Klappentexte und Buchzitate zu löschen, einige sprachen sogar von der Aufgabe des Blogs (für mich die Horrorvorstellung schlechthin!).
Nach und nach äußerten sich immer mehr Blogger dazu, wie sie diese Sache in Zukunft handhaben werden. Einige wollen alle Rezensionen (egal ob Leseexemplar oder eigenes Buch) an die entsprechenden Verlage senden, und sich ein dortiges Okay holen. Andere wollen alle betreffenden Beiträge abändern, während wieder andere Blogger nichts oder nur Kleinigkeiten ändern wollen.
 
 
Was darf ich denn nun und was nicht? Diese Frage zu erörtern würde die Länge des Posts um mehr als das Doppelte ansteigen lassen (ich habe jetzt schon das Gefühl, der Beitrag wird viel zu lang!). Glücklicherweise hat sich der Chefredakteur und Besitzer des Rezensionsportals fictionfantasy, ausführlich mit diesem Thema beschäftigt, da er nach dem Veröffentlichen tausender Rezensionen selbst stark betroffen ist. Jürgen Eglseers Zusammenfassung sollte als eine Art Anleitung funktionieren, wie man juristisch mit seinem Buchblog durchkommt:
 
 
Eine sehr ausführliche und gute Zusammenfassung, die für viele Buchblogger Licht ins Dunkel bringen könnte. Danke dafür!
 
 
Was ändere ich denn nun konkret für meinen Blog Damaris liest.? Das ist wohl der Hauptgrund dieses Beitrags. Ich habe mir meine Gedanken gemacht, auch die Seite der Verlage bedacht, die jetzt wahrscheinlich mit Fragen, Links, etc. überschüttet werden. Meine Gedanken dazu, komplett durcheinander, in Stichpunkten:
 
  • Ich werde meinen Blog keinesfalls vorsichtshalber löschen oder panisch alle Beiträge ändern!
  • Persönlich kann ich mir nicht vorstellen, dass Buchverlage mit denen ich immer gut und zuverlässig zusammengearbeitet habe, mich abmahnen werden (das mag jetzt juristisch blauäugig wirken, aber ich bin Buchbloggerin und denke in Hobbydimensionen, bzw. einfach menschlich).
  • Ich werde keinesfalls Verlage mit Links/Fragen zu meinen privaten Rezensionen überschütten. Alles Wesentliche ist nun gesagt. Würde das jeder Buchblogger machen, könnten die Pressemitarbeiter der Verlage von jetzt an 24-Stunden-Schichten einplanen.
  • Seit ich mit Verlagen zusammenarbeite hat noch KEINER mir auf einer Beleglink geantwortet "Frau Metzger, das Cover, das Zitat, den Klappentext müssen sie aber rausnehmen!". Blankorezensionen sind ganz sicher nicht im Sinne des jeweiligen Verlags.
  • Ich verwende für meine Rezensionen nur Texte und Cover der Verlagsseiten, oftmals sind diese sogar extra als Pressedownload freigegeben.
  • Zitate werden von mir als solche hervorgehoben und mit Seitenangaben versehen.
  • Nach einiger Überlegung habe ich mich entschieden, Klappentexte zu meinen Rezensionen überwiegend selbst zu schreiben/zusammenzufassen. Es kann aber auch mal vorkommen, dass ich Verlagstexte verwende, ausschließen will ich das nicht. Natürlich versehe ich Rezensionen oder sonstige Beiträge mit einem Hinweis zur Quellenangabe bzw. mit einer Nennung des Rechteinhabers.
  • Alte Beiträge und Rezensionen ändere ich nicht. Ich habe auch keine Zeit ständig zu kontrollieren, ob ein Buchtitel noch lieferbar ist, und ich das Cover somit verwenden darf, oder nicht.
  • Meine Buchzitaterubrik bleibt. Einen Hinweis auf den Rechteinhaber habe ich bei jedem Zitatepost eingefügt.
  • Cover dürfen nicht in Ausschnitten oder verändert verwendet werden. Ich runde die Ecken der (vollständigen!) Buchcover und Bilder auf meinem Blog ab. Das gehört zum Style meines Blogs, und ich werde es nicht ändern.
  • Cover und Klappentexte dürfen, lt. Zitatrecht, nur im Zusammenhang einer Rezension verwendet werden, nicht für SuB-Posts, Neuzugänge-Posts, Ich-lese-Posts und ähnliches. Folglich dürfte ich wohl meine linke Sidebar mit visueller SuB-Darstellung der Cover (und auch in der Sidebar rechts "Ich lese/höre aktuell") nicht haben. Ich behalte sie trotzdem.  
  • Ich habe eine einzige Rezension verfasst, bei der ich Bilder aus dem Inneren des besprochenen Buches abfotografiert habe. Das darf man nicht!! Diese Rezension werde ich ändern und die Bilder entfernen.
 
Das reicht mir jetzt aber, mein Kopf raucht! Einige dieser Punkte beachte ich sowieso schon, auch vor der aktuellen Diskussion. Mir ist sehr wohl bewusst, dass ich mit manchen meiner persönlichen Entscheidungen nicht auf der rechtlich sicheren Seite stehe. Ich bin aber vollkommen davon überzeugt, dass ich mit meinen Blog-Posts, egal ober Rezension oder sonstigen Beiträgen im Sinne der betreffenden Buchverlage agiere.
 
Abschließend zu den Fragen der Überschrift: Wird das Buchbloggen zur Wissenschaft? Irgendwie schon, und ich gebe zu, dass auch ich zum Teil gefrustet bin. Ist das ganze Thema über Cover-, Klappentext- und Zitatrecht nur heiße Luft? Keinesfalls! Aber ich stehe auch zu meinen, nicht ganz rechtssicheren, Entscheidungen. Ich habe einen privaten (!) Buchblog, den ich nach bestem Wissen und Gewissen mit Beiträgen und Rezensionen fülle. Genau durch solche Themen gewinnt man den Eindruck Jura studieren zu müssen, um einen privaten (!) Blog zu betreiben. Das nimmt einem die Freunde am Bloggen - definitv!
 
Muss ich an dieser Stelle eigentlich ein © Copyright auf meinen Namen einfügen? :-)
 

Dienstag, 25. Oktober 2011

Buchthema im Oktober 2011 - Welch Unsitte! oder Meine Kommentarfunktion ist keine Werbetafel!!


Vor einem Monat hat Nica in einem Beitrag (HIER) auf einen Missstand hingewiesen, der u.a. Werbekommentare auf ihrem Blog beinhaltet. Dieses Phänomen scheint nun auch bei mir angekommen zu sein. Es geht um folgende (oder so ähnliche) Kommentare:

Was für ein toller Blog. Bin neu. Schau doch mal bei mir vorbei. Freue mich über neue Leser (xyzxyz.blogspot.com)

oder

Ich habe ein Gewinnspiel am laufen, schaut doch mal bei mir vorbei ...

Seit ich blogge, ist mir das in dieser Häufigkeit noch nicht aufgefallen. Auch ich hab da mal nachgeforscht und bin diesen Kommentaren gefolgt. Meist werden sie von neuen Bloggern verfasst, die sich wohl schnell eine große Leserschaft "anschaffen" wollen. Ein neuer Buch-Blog der nach 3 Wochen und 4 Beiträgen schon knapp 60 Leser hat (das haben manche kaum nach einem Jahr!), kann diese nur durch massive Werbestreuung gewonnen haben. Warum? Was ist der Sinn?

Wenn ich einen neuen Leser habe, oder ein Kommentar von einer mir fremden Person bekomme, schaue ich immer nach, ob hinter der Person ein Blog steht. Gefällt mir, was ich sehe, bzw. lese, werde ich auch Leserin, aber NIE, weil ich dazu durch Werbekommentare aufgefordert werde!! Ich kann selbst entscheiden, welche Blogs ich lese und darf auch gewisse Ansprüche an die Beiträge haben, die ich abonnieren will. Eine 99. "Klappentextrezi" mag ich mir nicht antun, weil mein eigener Anspruch ein anderer ist. Genauso verhält es sich andersherum. Wenn ich einen Blog abonniere, dann, weil mich dieser interessiert und nicht, weil ich auf einen neuen Leser spekuliere.
Es ist lächerlich, wenn man durch die Blogs surft und genau dasselbe Kommentar immer wieder liest. Die Kommentarfunktion soll für mich ein Austausch mit anderen Leseratten sein, bzw. mir Rückmeldung zu meinen Beiträgen geben. Bei diesen "Dein Blog ist so toll" Kommentaren kann ich nicht von einer Ernsthaftigkeit ausgehen, weil sie nur darauf abzielen, dass ich selbst zum Leser werde. Also bedeutet mir dieses Lob nichts!

Darum: Ich werde jedes Werbekommentar löschen, dass nur darauf abzielt, mich als Leserin zu gewinnen!

Genau wie jedes Werbekommentar, das auf (Leserfänger-) Gewinnspiele hinweist und somit nicht zum Beitragsthema passt!

Auch sehr schön ist allerdings, wenn man das gelöschte Kommentar, dann nach einem Tag an der selben Stelle nochmals findet. Hallo?? Weiß die werbende Person vor lauter Kommentaren schon nicht mehr, wen sie alles bereits belästigt hat?

Seit ich blogge, darf ich immer mehr Leser bei Damaris liest. begrüßen. WOW, ich bin überwältigt und freue mich total über euer Interesse - ganz ehrlich! Danke, dass ihr hier bei mir gelandet seit. Ich habe einige tolle Blogbekanntschaften geschlossen, die ich nicht mehr missen möchte.
Ich gehe jetzt mal davon aus, dass der Großteil meiner Leser, meinen Blog abonniert hat, weil er meine Beiträge mag und nicht, damit ich auch beim Gegenblog Leser werde. Wer sich hier jetzt angesprochen oder sogar angegriffen fühlt, dem steht es jederzeit frei, das Abo bei mir zu beenden.