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Mittwoch, 27. Oktober 2021

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Je lauter die Stille" von Lena Luisa Leisten



dtv Verlagsgesellschaft (August 2021),
Klappenbroschur, 320 Seiten,
15,00 € [D]


Zwischen Zukunftswünschen, Beziehungsproblemen und Selbstzweifeln versucht die junge Studentin Mila ihren Weg zu finden - nur weiß sie oft selbst nicht, in welche Richtung sie eigentlich will. Weiter studieren, vielleicht noch ein Praktikum machen oder doch jobben? Und wie soll sie neben all dem auch noch mit ihren Gefühlen für Robin umgehen? Denn um ihrer Beziehung eine echte Chance zu geben, müsste Mila sich ihren Ängsten stellen - und alte Wunden aufreißen. Als sie dann auch noch herausfindet, dass ihr Vater eine Affäre mit einer französischen Schauspielerin hat, zieht es ihr endgültig den Boden unter den Füßen weg. Also reist sie kurzerhand mit ihrer besten Freundin nach Paris ...
Als dann auch noch einer nach dem anderen verschwindet, scheint keiner mehr dem Horror zu entkommen.
(Text-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


"Mila, willst du nicht mit uns reden?", fragt Emma und schaut mich irritiert an.
Irgendetwas sollte ich schon sagen. Obwohl ich finde, dass man nicht über alles reden muss. Manche Gedanken sind es nicht wert, mit Ton unterlegt zu werden. Dann werden sie doch nur größer, verteilen sich im Raum oder ziehen noch weiter, wer weiß, wohin noch, und wer weiß, was von ihnen übrig bleibt, wie sie gefiltert und erneut zusammengesetzt werden, in den Köpfen der anderen. - S. 37


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Je lauter die Stille" kommt nicht nur mit einem genialen Buchtitel, sondern auch mit knallpinkem Cover daher. Das macht neugierig, und Leser*innen können vielleicht schon erahnen, was auf sie zukommen wird: Ein leises Buch, in dem die Gefühle immer lauter werden. Das widerspricht sich keineswegs und sorgt beim Lesen für intensive Momente. Ich habe das sehr genossen.
  2. Mila versucht ihren Weg im Leben zu finden. Die Studentin hat Pläne, aber auch Sorgen und Zukunftsängste. Mila hat einen Freundeskreis, und zu jeder ihrer Freundinnen eine besondere Verbindung, ihre Gefühle hält sie jedoch oft zurück, frisst vieles in sich hinein, was für manchen Konflikt sorgt. Und auch eine mögliche Beziehung mit Robin stellt Mila vor emotionale Herausforderungen. Als sie durch Zufall entdeckt, dass ihr Vater eine Affäre hat, zieht ihr das endgültig den Boden unter den Füße weg. Sie bekommt nichts mehr auf die Reihe, bis sie sich ihren Freundinnen anvertraut und sich ihren Gefühlen stellt.
  3. Die Geschichte ist realistisch und gefühlvoll (auf eine spröde Art und Weise). Man begleitet Mila, deren (Studentinnen-)Leben gar nicht mal so schwierig erscheint, und für Mila dennoch eine Herausforderung darstellt. Sie hat mit Sorgen, Unsicherheiten und ihrer Vergangenheit zu kämpfen, weiß ihre Gefühle nicht einzuordnen ... bis fast nichts mehr geht. Ich konnte Milas Sicht der Dinge, ihre Situation so gut nachvollziehen, habe sie begleitet und fühlte gleichzeitig mich selbst verstanden, auch wenn dieses Alter bei mir lange vorbei ist. Genau das machte das Lesen für mich sehr faszinierend.
  4. Besonders gut gefiel mir der für einen Debütroman sehr eindrückliche Schreibstil. Im Präsens, modern, manchmal etwas abgehackt, kurz ... und so ziemlich auf den Punkt. Damit wird das ruhige Lesegefühl gepusht und intensiviert, und man kann das Buch kaum zur Seite legen.
  5. Lena Luisa Leisten hat hier einen älteren Coming-of-Age-Roman, ein realitätsnahes Jugendbuch oder All-Age-Roman geschrieben, der nicht auf einen forcierten Höhepunkt zusteuert, der aber sehr wohl Szenenwechsel bereithält und bei dem Dinge ans Licht kommen, die erschrecken. Milas Charakter wird dadurch nochmals plausibler. Das Buch wird zu einem ganz wunderbaren Abschluss gebracht.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

leise, ruhig, klug, hoffnungsvoll-irritiert und intensiv



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Je lauter die Stille" ist ein Debüt, das Leser*innen mit einer ruhigen Intensität an die Seiten fesselt. Es ist ein Coming-of-Age-Roman über die Irritationen des Erwachsenwerdens, das mit Selbstzweifeln, Hoffnung, Überforderungen und Wünschen gespickt ist. Es ist kein Wohlfühlbuch, wirkt manchmal etwas spröde, und setzt mit einer meist leisen Dynamik und einem besonderen Stil ganz eigene Akzente. Und genau das gefällt. Lesen!


© Damaris liest.



Freitag, 18. Juni 2021

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Die Nacht der Acht" von Philip Le Roy



Carlsen Verlag (April 2021),
Klappenbroschur, 288 Seiten,
übersetzt von Maja von Vogel,
15,00 € [D]


Es ist Samstagabend und Quentin lädt zum Trinken und Feiern in die schicke Villa seiner Eltern ein. Abgeschieden in den Bergen gelegen, ist sie der perfekte Ort des heutigen Mottos: Wer sich erschreckt, muss trinken!
Doch aus Spaß wird schnell bitterer Ernst. Die ersten blutigen Finger bringen die Gruppe noch zum Lachen, es wird ordentlich getrickst. Als der Geist einer tot geglaubten Mitschülerin auftaucht und die Telefonleitung plötzlich gekappt ist, läuft der Abend aus dem Ruder. Die Acht sind auf sich allein gestellt. Und alle stellen sich dieselbe Frage: Wer steckt hinter den mysteriösen Vorfällen? Die Nacht will kein Ende nehmen ...
Als dann auch noch einer nach dem anderen verschwindet, scheint keiner mehr dem Horror zu entkommen.
(Text-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag)


An diesem Punkt des Abends begannen die Acht die Wirkung des Alkohols zu spüren, den sie im Lauf des Spiels getrunken hatten. Die Grenzen zwischen Inszenierung und Realität verschwammen. Die wahren und die falschen Geschichten vermischten sich, bis sie glaubten, die Anwesenheit fremder Besucher im Haus zu spüren. Dabei entging ihnen völlig die reale Gefahr, in der sie schwebten ... - S. 6


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Ein Meisterstück!" sagt ein*e Leser*in bei Goodreads, und ich muss zugeben, dass mich solche Aussagen sofort ködern. Außerdem fand ich die Idee zu "Die Nacht der Acht" sofort interessant und als Horror-, bzw. Spannungsliteratur ziemlich cool. Und ja, das Buch liest sich filmreif, oder besser, wie ein Film ... ein bekannter, den man so ähnlich vielleicht schon einige Male gesehen hat. Und so kam es, dass mich das Buch zwar gut unterhielt, die große Begeisterung, das Meisterstück jedoch ausblieb.
  2. Die Grundstory ist schnell erzählt und macht Lust auf die Geschichte. Da gibt es diese Clique, acht junge Studierende, die sich selbst "Die Acht" nennen, bzw. von Außenstehenden so genannt werden. Die Acht stehen kurz vor ihren Prüfungen an einer renommierten Kunst-Akademie. Sie sind exzentrisch, wollen feiern und das Leben genießen, immer mit dem gewissen Kick, etwas besonderes zu erleben. Diesen Kick finden bei einer Einladung von Quentin, der die Villa seiner Eltern für eine Party nutzen kann. Das Motto des Abends und der Nacht heißt "Wer sich erschreckt, muss trinken!". Und so überlegt sich jede*r der Jugendlichen einen Streich oder ein Horrorszenario, um die anderen zu erschrecken. Doch dann läuft alles völlig aus dem Ruder.
  3. Die Charaktere, bzw. alle Mitglieder der Acht, bedienen jedes Klischee, das man aus Buch und Film kennt. Die schöne Blonde, der exzentrische Reiche, der gut aussehende Aufreißer und der lustige Dicke, um hier nur einige zu nennen. Vielleicht soll gerade das eine Kunstform innerhalb des Romans sein, wirkt aber trotzdem platt und austauschbar. Mir wurden die Charaktere, ihre Ziele und Wünsche, mit fortschreitender Lesezeit egal, und ich habe mir wenig Mühe gegeben, ständig Namen und Eigenschaften zuzuordnen. Ich las "Die Nach der Acht" fast in einem Rutsch.
  4. Geschichte und Schreibstil sind überwiegend dialoglastig oder in Berichtform verfasst. Das ist einfach zu lesen und mitreißend. Darum liest sich das Buch auch sehr schnell. Es fehlt aber das gewisse Etwas, mehr Substanz. Der Autor streut Trend- und Kunstthemen in die Gespräche der Jugendlichen. Wer sich hier nicht (gut) auskennt, kann die Infos dazu in einem Glossar am Ende nachlesen.
  5. Ich persönlich fand "Die Nacht der Acht" spannend. Es ist tatsächlich so, dass man irgendwann nicht mehr folgen kann, welche Aktionen (die übrigens auch recht bekannt anmuten) echt oder gestellt sind. Vieles ist mysteriös und es gab Momente, da habe ich mich wirklich gegruselt oder erschreckt. So glänzt das Buch für mich tatsächlich nicht mit viel Originalität, unterhält aber gut und bringt Lesespaß mit sich. Die Auflösung ist ziemlich "kunstvoll" und gleichzeitig naheliegend, wahrscheinlich Geschmacksache. Wer Romane dieser Art unbedarft liest, nicht versucht, schon von vornherein alles zu durchschauen, könnte sogar überrascht werden.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

effektvoll, klischeehaft, erschreckend-gruselig, gekünstelt-platt und unterhaltsam




Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Die Nacht der Acht" erinnert sofort an bekannte Grusel-/Horror-Filme mit jugendlichen Protagonist*innen ... und genau so liest sich das Buch auch. Die Charaktere wurden allesamt aus der Klischeekiste gegriffen, der dialoglastigen Geschichte fehlt es an Besonderheit und Substanz. Dennoch reißt die Handlung mit, und man kann sich hier erschrecken, gruseln und gut unterhalten lassen. Das Buch ist okay, aber kein Meisterstück.


© Damaris liest.



Mittwoch, 24. Februar 2021

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Elefant auf der Brust oder: Warum sich Liebeskummer lohnt" von Lucia Zamolo



Bohem Press (Januar 2021),
Flexcover, 128 Seiten,
Text und Illustrationen von Lucia Zamolo,
15,00 € [D]


Gibt es einen Weg, ein gebrochenes Herz zu heilen? Du wurdest mitten ins Herz getroffen? Es wurde Dir gar das Herz gebrochen? Dein Herz weint? Du hast das Gefühl, ein Elefant sitzt auf Deiner Brust?! Der Elefant heißt LIEBESKUMMER und kann groß und schwer, klein und leicht, sehr präsent oder auch nur eine Erinnerung sein. Dieses Buch möchte Dir in einer sehr doofen – nein, wichtigen – Zeit zur Seite stehen. Wie das gehen soll? Lies los! (Text-, Cover- und Zitatrechte: Bohem Press)


Liebeskummer kann ca. 12 Mio. Gründe, Ursachen und Auslöser sowie Hintergründe haben - das ist bewiesen!
Diese können aus platztechnischen Gründen hier (leider) nicht aufgezählt werden.
+ ich würde eh mindestens 3022 davon vergessen zu erwähnen.
Fakt ist jedenfalls: es fühlt sich nie gut an.
Eher sogar sehr doof. - S. 6


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Hast du Kummer, vielleicht sogar Liebeskummer? Und fühlt sich das so an als würde ein Elefant auf deiner Brust sitzen? Ich denke, in Verbindung mit Liebeskummer, kennt dieses Gefühl fast jede*r von uns. "Elefant auf der Brust oder: Warum sich Liebeskummer lohnt" nimmt sich diesem Gefühl an. Mehr noch; dem Buch gelingt es, diese Gefühle aufzudröseln und zu erklären, warum sie nicht nur schmerzhaft-falsch, sondern sogar wichtig und richtig sind. 
  2. Mit Bohem, dem Verlag, bei dem das Buch erschienen ist, verbinde ich automatisch einzigartige und besonders schöne Kinderbücher. Und hauptsächlich Bilderbücher. "Elefant auf der Brust" richtet sich an ältere Kinder, ab etwa 12 Jahren, dem Alter, ab dem echter Liebeskummer durchaus eine Rolle spielen kann. Natürlich spricht das Buch auch erwachsene Leser*innen an, denn die betrifft dieses Thema uneingeschränkt.
  3. Die Aussage des Buches ist einfach: Liebeskummer tut weh, und es ist völlig okay traurig zu sein, aber Liebeskummer lohnt sich auch. Warum das so ist, wird anhand von Beispielen und Thesen erläutert. Ich empfinde das als besonders wertvoll, weil darin viel Humor und Augenzwinkern steckt, Leser*innen aber trotzdem das Gefühl haben, erst genommen zu werden. Das kann wirklich augenöffnend sein.
  4. Im Buch befinden sich keine Kapitel, der Text ist durchgängig, besitzt aber eine Art roten Faden, bzw. Gliederung. Ähnlich einem Tagebuch sind die Einträge optisch handschriftlich verfasst. Auf jeder Seite gibt es Zeichnungen, Bilder oder auch mal nur "Gekritzel". Das hat etwas von Kunst, macht aber auch einen sehr persönlichen Eindruck. Dieser Eindruck hält sich bis zum Nachwort der Autorin und dem weltbesten Rezept für Hummus ganz hinten im Buch (das bei Liebeskummer durchaus helfen kann).
  5. Nach alldem ist der Abschluss im Grunde kein Ende, sondern ein Start. Man fühlt sich damit wohl, erleichtert, irgendwie befreit und zuversichtlich. Und genau darum möchte man gleich noch mal von vorne beginnen. Sehr schön!

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

treffend, wertvoll, einfühlsam-humorvoll, verständnisvoll und augenöffnend




Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Elefant auf der Brust oder: Warum sich Liebeskummer lohnt" fühlt sich an, als würde dir eine sehr liebenswerte (und humorvolle) Person beistehen. Nicht, um dir deinen Liebeskummer mit Plattitüden auszureden, sondern um dir Mut zu machen, dir Zuversicht zu schenken und die Gefühle aufzudröseln. Und vielleicht ist das dann tatsächlich augenöffnend und die Kummergefühle okay und lohnenswert. Unbedingt merken!


© Damaris liest.



Dienstag, 25. August 2020

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Das Salzwasserjahr" von Nora Hoch



dtv Verlagsgesellschaft (Juli 2020),
Klappenbroschur, 224 Seiten,
mit Illustrationen von Annika Heine,
13,95 € [D]

Ein Austauschjahr in Australien. Alles soll sich ändern, findet Jannik, als er auf die andere Seite der Welt reist. Vor allem er selbst. Wenn er sich neu erfinden könnte, wäre Jannik gerne so rätselhaft wie Sienna, die das Meer und ihre Freiheit liebt, die Jannik nahekommt und ihn dann doch immer wieder voller Fragen im Regen stehen lässt. Oder wenigstens halb so lässig wie sein Gastbruder Neil, der scheinbar alles kann. Neil Maden ist ein guter Typ, aber verdammt verschlossen. Die ganze Familie hütet ihre Probleme wie geheimnisvolle Schätze - bis Ruby wegläuft, die jüngste Tochter der Madens. Gemeinsam mit Sienna macht Jannik sich auf die Suche und endlich löst sich auch die Sprachlosigkeit der Familie ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Ich war so lange nicht am Meer gewesen, dass ich es ganz vergessen hatte: das Gefühl, unter einer großen Welle hindurchzutauchen. Das Gefühl, wenn alles dröhnt, zischt, schäumt. Wenn Wasser über einen hinwegrollt.
Erst als ich dieses Salzwassergefühl wiedergefunden hatte, da wusste ich, dass ich genau das wollte: abtauchen. Nichts denken. Nur das Gewicht des Wassers fühlen. Stille. Dröhnen. Prickeln.
Ein Jahr lang
. - S. 15/16


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Das Salzwasserjahr" war eine persönliche Empfehlung an mich. Und ich hatte große Lust darauf. Ein Sommerbuch, definitiv. Und ein Drama. Aber auf seine Art auch ein Coming-of-Age-Roman über einen Jungen, der sein Leben ändern möchte und schlussendlich ein Stückchen mehr zu sich selbst findet, zu dem, was er will. Für mich sehr lesenswert und eines meiner (Sommer-)Highlights, das man nicht verpassen sollte.
  2. Was würdest du tun, wenn du die Chance hättest für ein Austauschjahr nach Australien zu reisen? Jannik ergreift sie sofort. Eigentlich wollte er das zusammen mit seinem besten Freund machen, doch die Dinge liefen anders, und nun reist Jannik alleine. Er möchte sein Leben ändern (ist eh gerade nicht so toll zu Hause) und sieht das Australien-Austauschjahr als gute Möglichkeit für einen Neuanfang. Welchen Blick er am Schluss auf sein Leben hat, das ahnt Jannik nicht, auch nicht, wie es mit seiner Gastfamilie sein wird. Und nicht, dass er sich in Sienna verlieben wird, ein rätselhaft-anziehendes Mädchen, das Jannik ziemlich vereinnahmt, ihm danach aber immer wieder die kalte Schulter zeigt.
  3. Als Leser*in begleitet man Jannik durch sein Jahr in Australien. Natürlich kann bei etwa 220 Seiten nicht alles detailliert beschrieben werden. Einen guten Überblick bekommt man aber dennoch. Auch darüber, wie es in Jannik aussieht, welche Probleme er zu Haue zurückgelassen hat und mit welchen Komplikationen und Erfahrungen er in Australien so gar nicht gerechnet hat. Mich hat das so gefesselt, dass ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen habe.
  4. "Das Salzwasserjahr" hat eine ganz eigenen Sprachmelodie, einen Stil, der das Gefühlsleben von Jannik sehr gut wiedergibt. Dieser ist eher ungewöhnlich, aber sehr mitreißend und war darum mein ganz besonderer Bonus. Und noch ein Wort zur Buchgestaltung; die ist wirklich superklasse. Das ganze Buch ist gestaltet wie ein liniertes Tage- oder Notizbuch. Zeichnungen, Kritzeleien, Bildchen und mehr befinden sich zwischen den Zeilen und unterstützen die Atmosphäre der Geschichte.
  5. Am Ende war ich dann von Janniks Entwicklung überrascht. Wie er sich selbst sieht, welchen Blick er auf seine Mitmenschen und Freunde bekommt, das fand ich großartig. Und irgendwie ist damit genau das in Erfüllung gegangen, was sich Jannik gewünscht hat: Er wollte etwas in seinem Leben verändern und hat dabei sich selbst gefunden.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

anders, sommerlich, salzig, eigenartig-besonders und erkenntnisreich



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Das Salzwasserjahr" ist ein sehr besonderes Jugendbuch. Es liest sich nicht nur sommerlich und mit ganz eigenem Sprachstil (toll!), es thematisiert die Gefühlswelt eines 16-Jährigen, der ein Jahr in Australien verbringt, seine Sorgen, Ängste, auch Verwirrungen und schlussendlich seine Reife. Damit ist dieser Roman wunderbar inspirierend und mehr als ein einfaches Sommerlesen. Die Gestaltungen von "Das Salzwasserjahr", mit den vielen Skizzen und Zeichnungen, die die Geschichte begleiten, ist ein Hit. Unbedingt merken!


© Damaris liest.


 

Donnerstag, 7. Mai 2020

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Charlotte & Ben: Ein Freund kann alles verändern" von Erin Entrada Kelly



dtv Verlagsgesellschaft (März 2020),
Hardcover/SU, 224 Seiten,
übersetzt von Birgitt Kollmann,
14,95 € [D]


Charlotte und Ben haben viel gemeinsam: Sie sind hochbegabt, haben Sorgen um ihre Eltern, sind nicht gerade beliebt und versuchen die Schule ohne allzu viele Kratzer zu überstehen. Kennengelernt haben sie sich beim Online Scrabble. Und ohne sich jemals gesehen zu haben - schließlich liegen zwischen ihren Wohnorten mehr als 2.000 km - erzählen sich Charlotte und Ben am Telefon ganz viel über sich selbst. Allerdings hat das, was sie sich erzählen, nicht immer etwas mit der Wahrheit zu tun. Sie nutzen die Chance, die Person zu sein, die sie gern wären. Dabei merken sie, dass der zu sein, der man ist, viel besser ist, als der zu sein, den andere aus einem machen wollen. (Text-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Charlotte zuckte erschrocken zusammen. Als sie sich umdrehte, sah sie verschwommen eine Gestalt vor sich. Dann erkannte sie die nicht zusammenpassenden Socken.
"Hi", sagte Charlotte."Was machst du denn hier oben?"
Magda setzte sich zu ihr in den Schatten. Ihr Gesicht glänzte verschwitzt. Ihr leuchtend gelbe Lunchbox, die sie schon in der Fünften gehabt hatte, stellt sie neben sich.
"Dasselbe könnte ich dich fragen", sagte sie. "Ich esse mittags immer hier oben." Dabei wies sie mit ihrem Kopf auf die Lunchbox.
Fast hätte Charlotte "Warum?" gefragt, aber eigentlich kannte sie die Antwort schon.
- S. 142


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Ich weiß nicht warum, aber ich ging bei "Charlotte & Ben" davon aus, dass es sich bei den Protagonisten um Jugendliche handelt, die sich irgendwann kennenlernen, vielleicht sogar mit Lovestory, usw. Es kam aber anders, denn Charlotte und Ben sind jünger, 12 und 11 Jahre alt. Sie haben zwar einige Gemeinsamkeiten, kennen sich aber nur vom Online-Scrabble, weil sie sehr weit voneinander entfernt wohnen. Und obwohl sie in der Geschichte vergleichsweise selten miteinander telefonieren, werden sie zu einer Stütze für den jeweils anderen. 
  2. Charlotte ist hochbegabt. Ihr Wissensgebiet übersteigt das anderer Kinder bei weitem. Sie hat sich auch damit abgefunden, dass sie als komisch-nerdig und zurückgezogen gilt, schon wegen ihrer relativ alten Eltern, und wohl niemals viele Freundinnen haben wird. Charlotte hat eine einzige beste Freundin, und das genügt ihr. Doch die Interessen der beiden scheinen immer weiter auseinanderzudriften, die Freundschaft verändert sich, droht zu zerbrechen. Das belastet Charlotte sehr.
  3. Auch Ben ist hochbegabt. Zusätzlich muss bei ihm alles eine bestimmt Ordnung und Struktur haben. Er ist nicht sehr beliebt, und das weiß er auch. Eigentlich spricht er nur regelmäßig mit seinen Eltern. Aber jetzt möchte er das unbedingt ändern und ins Schülerparlament gewählt werden. Stattdessen wird Ben lächerlich gemacht und gemobbt. Und dann wollen sich auch noch seine Eltern scheiden lassen. Eine große Belastung für den 11-Jährigen.
  4. Jeder für sich, und doch auch gemeinsam, lernen Ben und Charlotte mit dem Umbruch, ihrer neuen Lebenssituation, klarzukommen. Das ist für beide schmerzhaft und verwirrend, führt aber zu heilsamen Erkenntnissen. Als Leser*in ist es wirklich herzbewegend und sehr persönlich, die Protagonisten zu begleiten, manchmal auch traurig. Das Buch hat mich sehr vereinnahmt.
  5. Was mich außerdem sehr berührte, ist, dass "Charlotte & Ben" nicht unbedingt gut oder happy endet, sondern eben sehr realistisch. Das bedeutet, dass nicht alle Sorgen verpuffen, dass das Leben plötzliche einfach und sonnig ist. Aber es bedeutet ebenso, dass es weitergeht, dass sich Dinge verändern und neue Situationen auch Hoffnung für die Zukunft beinhalten können. Ich fand's klasse! 

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

gefühlvoll-tiefgründig, hochwertig, besonders, traurig und hoffnungsvoll



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Charlotte & Ben: Ein Freund kann alles verändern" hat mich berührt und traurig gemacht, und es hat mich mit seiner klugen und authentischen Geschichte völlig für sich eingenommen. Das Buch macht vor allem deutlich, dass das Leben weitergeht. Immer, und nicht unbedingt so, wie wir uns das vorstellen. Am Ende ist sicher, Leben bedeutet Veränderung, und das muss nicht zwangsläufig schlecht sein. In Veränderung kann auch Hoffnung und Freude stecken. Ein wunderbares Buch!


© Damaris liest.




Donnerstag, 9. April 2020

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Die Lügner" von Kate Weinberg



bold (Februar 2020),
Hardcover/SU, 400 Seiten,
übersetzt von Anne Brauner und Alexandra Ernst,
18,00 € [D]


Jess Walker hält sich für wertlos und unscheinbar. Als sie jedoch ihr Studium beginnt, lässt sie Familie und Vergangenheit zurück und beschließt, sich neu zu erfinden. Schnell findet Jess anziehende Vorbilder für ihr Vorhaben: Lorna Clay, die von Jess überaus bewunderte, exzentrische Literaturwissenschaftlerin. Und Alec, den charismatischen Journalisten, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Beide zeigen ihr, wie außergewöhnlich sie selbst und das Leben sein können.
Als Alec Jess’ Gefühle erwidert, glaubt sie am Ziel ihrer Träume angekommen zu sein. Doch dann reist Alec nach Südafrika - und wird wenige Tage später tot aufgefunden. Und plötzlich muss Jess alles infrage stellen, was sie je für die Wahrheit gehalten hat. (Text-, Cover- und Zitatrechte: bold)


Ich habe praktisch alle ihre Vorlesungen mit dem Handy mitgeschnitten. Die Rede, die sie vor dem Puppenspiel gehalten hat, höre ich mir am häufigsten an. Als gäbe sie in diesen zwölf Minuten mit ihrer rauen Stimme Antworten auf alle Fragen, die ich mir sechs Jahre danach immer noch stelle. Hätte ich besser zugehört und hingesehen, hätte ich die überall verstreuten Zeichen gedeutet - wäre es dann anders ausgegangen? - S. 8


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Eine ganze Weile vor dem Lesen hatte ich mich natürlich über "Die Lügner" informiert. Schließlich beeinflussen Buchinfos generell meine Entscheidung für oder gegen ein Buch. Im Laufe der Zeit "vergesse" ich Klappentexte jedoch auch wieder. Bei "Die Lügner" habe ich den Test gemacht und diesen nicht erneut gelesen, das Buch also völlig frei begonnen. Eine gute Entscheidung und ganz sicher ein Grund, warum ich vorurteilsfrei und ziemlich fasziniert in die Geschichte eintauchen konnte.
  2. Jess ist mit ihrer Familie nicht allzu glücklich. Darum freut sie sich aufs Studium der Anglistik und findet schnell Freunde an der Uni. Zum Beispiel die weltoffene und draufgängerische Georgie, die Jess sofort für sich vereinnahmt. Oder den charismatischen Alec, der zwar Georgies Freund ist, in Jess aber ein solches Verlangen auslöst, dass sie sich richtiggehend nach ihm verzehrt. Und dann ist da noch Lorna, eine exzentrische und begehrte Autorin und Literaturprofessorin, die ebenfalls Begehren, fast schon Besessenheit in Jess auslöst. Was für Jess als die Erfüllung ihrer Träume begann, wird mit der Zeit zum völligen Albtraum.
  3. "Die Lügner" liest sich wie eine Mischung aus Jugendbuch und Erwachsenenroman. Das bringt eine ganz eigene Faszination mit sich, die aber nur aufrecht erhalten wird, wenn man am Buch dranbleibt und sich auf die Geschichte einlassen kann. Anfangs hat der Roman einen belletristischen Touch, in den sich mit der Zeit noch Elemente eines Thrillers mischen. Diese Kombination gefiel mir sehr gut.
  4. Kate Weinberg schreibt hochwertig und undurchsichtig. So ganz ist niemals klar, wo Jess' Geschichte hinführen wird, wie alles zusammenhängt und was ans Licht kommt (oder auch nicht). Für mich wurde die Geschichte schnell soghaft, durch eine unterschwellige Anspannung, aber es gab auch Durststrecken im Buch. Manche Vorlesung oder Literatur-Essays werden analysiert und auseinandergenommen. Das ist wichtig für die Wirkung der Geschichte und schafft Verknüpfungen, verlangt aber in diesen Momenten eine hohes Maß an Konzentration. Für mich war "Die Lügner" kein Easy Reading, kein Buch, das sich mal so eben weglesen lässt.
  5. Das Ende des Buches lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Zwar mag ich es gerne, wenn Geschichten nicht allzu aufgelöst und "gut" zu Ende gehen, wenn die Protagonistin lernen muss, mit ihren Fehlern und der Situation wie sie ist klarzukommen, allerdings hätte ich mir in einigen Punkten doch noch mehr Klarheit gewünscht. Ich bin mir sicher, dass Leser*innen noch eine Weile über das Gelesene nachdenken werden. Und das ist wiederum gut so.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

anspruchsvoll, nachvollziehbar, angespannt, obsessiv und weitreichend




Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Die Lügner" ist ein anspruchsvolles Buch zwischen Jugend- und Erwachsenenroman, das mit einer hochwertigen, nicht ganz einfachen und polarisierenden Geschichte einen Lesesog aufbaut, für den auch Elemente eines Thrillers verantwortlich sind. Leser*innen sollten sich auf die Geschichte einlassen und bereit sein kleine Durststrecken zu überwinden, indem sie konzentriert am Buch dranbleiben. Dann wird man die obsessive Geschichte gerne analysieren und sie noch eine Weile Revue passieren lassen. Ich war ziemlich fasziniert davon.


© Damaris liest.




Sonntag, 22. Dezember 2019

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Unglaublich wild und wunderbar" von Jenny McLachlan



Carlsen Verlag (November 2019),
Klappenbroschur, 336 Seiten,
übersetzt von Birgit Schmitz,
15,00 [D]


Annie kann es kaum erwarten, endlich mit dem College anzufangen. Die tägliche Zugfahrt dorthin nimmt sie gern in Kauf, wenn sie so ihrer allzu besorgten Mutter entkommt. Voller Begeisterung stürzt sie sich in ihr neues Leben und alles, was dazugehört. Sich zu verlieben steht nicht besonders weit oben auf ihrer Liste. Anders bei Fab, der gleich am ersten Tag in Annies Englischkurs auftaucht: sehr groß, sehr überschwänglich und sofort Hals über Kopf in Annie verliebt. Doch die hält ihn erst einmal auf Abstand. Erst einmal. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag)


Und nachdem er sich hingesetzt hat zieht er noch ein Twix aus der Tasche. "Das ist für dich."
Ich glaube nicht, dass je ein Twix schöner ausgesehen hat.
Ich kann ihn kaum anschauen. "Die mag ich am liebsten", sage ich.
"Ich weiß."
"Danke."
"Ist nur ein Twix, Annie", erwidert er achselzuckend, aber dann schenkt er mir ein typisches Fab-Lächeln, so eines, das von einem Ohr zum anderen geht, und ich schöpfe Hoffnung, dass mein Plan - nur vielleicht - doch noch aufgeht.
- S. 290


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Ein Neuanfang oder neuer Lebensabschnitt ist für junge Menschen eine große Sache. Für sie geht es darum, altes hinter sich zu lassen, Dinge zu wagen und offen für neue Möglichkeiten zu sein. Das zu verfolgen ist interessant, und weil ich gerne zeitgenössische Jugendbücher mit einer süß-humorvollen Lovestorys lese, war "Unglaublich wild und wunderbar" bei mir auch sofort auf der Wunschliste gelandet.
  2. Ein Coming-of-Age-Roman ist das Buch nicht mehr unbedingt. Denn Annie ist schon etwas älter, hat bereits die Entwicklung zur jungen Erwachsenen hinter sich. Die Geschichte startet mit ihrem ersten Tag am College, den Annie kaum erwarten konnte. Sie freut sich auf ein neues Leben, neuen Freunde und Bekanntschaften und auf neue Herausforderungen. Eine feste Beziehung steht für sie überhaupt nicht zur Debatte, sich zu verlieben rangiert ziemlich weit unten auf ihrer momentanen Lebensliste. Als sie Fab begegnet, ändert sich ihre Meinung (zuerst) nicht. Fab ist nicht nur äußerst groß und liebenswürdig, sondern auch sehr überschwänglich und vereinnahmend.
  3. "Unglaublich wild und wunderbar" ist tatsächlich das einzige Jugendbuch, an das ich mich erinnere, das direkte Inklusion beinhaltet, weil die Hauptprotagonistin selbst mit einer körperlichen Behinderung lebt. Aufgrund einer zerebralen Kinderlähmung benötigt Hauptprotagonisten Annie zeitweise einen Rollstuhl. Immer dann, wenn ihr das Laufen zu anstrengend wird, was durch ihren ungelenken Gang, der Bewegungsstörung, recht häufig der Fall ist. Innerhalb der Geschichte fühlt sich dieser Umstand ganz natürlich an, und ich habe mich sehr gefreut, dass Jenny McLachlan das in ihr Buch einfließen lässt.
  4. Mit der Lovestory hat die Autorin das Rad natürlich nicht neu erfunden: Ein Mädchen will keine Beziehung, verliebt sich schlussendlich aber doch. Macht nichts, denn gerade dieser Punkt liest sich süffig und wirklich süß. Fabs Annäherungsversuche könnten manche Leser*innen als übergriffig interpretieren, weil er trotz Annies Nein einfach nicht aufgibt. Doch Fab hat das Herz am rechte Fleck, gerade seine Rolle empfand ich als frisch und liebenswert. Das erkennt auch Annie.
  5. Insgesamt ist der Autorin hier eine wirklich süße und jugendlich-humorvolle Geschichte gelungen, die zuweilen auch tief blicken lässt. Theoretisch könne man sie in einem Rutsch weglesen. Die Verbindungen zu "Sturmhöhe" sind toll! Es gab wenige Stellen, die mich ganz leicht genervt haben, was aber wohl eher meinem Alter als der Geschichte selbst geschuldet ist. Schön ist auch, dass sich die Geschichte so lebensnah liest und sie fast ohne künstliche Dramatik auskommt. Mit dem Ende war ich sehr glücklich.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

jugendlich-süß, inklusiv, süffig, lustig und natürlich-lebensnah




Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Unglaublich wild und wunderbar" ist die jugendlich-süße und zuweilen auch lustige Geschichte eines Mädchens, das vor einem Neuanfang steht, mit einer Lovestory, die man gerne liest. Denn das Buch fesselt mit seiner lebensnahen Spannung so stark, dass man es kaum aus der Hand legen möchte. Außerdem wird mit dieser Geschichte gezeigt, dass Inklusion, dargestellt durch einer Hauptprotagonistin mit einer zerebralen Lähmung, gerade in Büchern ganz natürlich möglich ist. Das gefiel mir besonders gut. Wirklich lesenswert!


© Damaris liest.




Montag, 25. November 2019

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Kingdoms of Smoke: Die Verschwörung von Brigant" von Sally Green



dtv Verlagsgesellschaft (September 2019), Band 1,
Hardcover/SU, 544 Seiten,
übersetzt von Alexandra Ernst,
18,95 € [D]

Prinzessin Catherine bereitet sich in Brigant auf ihre Hochzeit mit einem Mann vor, den sie nie getroffen hat.
Ambrose, dem Leibgardisten, der heimlich in die Prinzessin verliebt ist, droht unterdessen das Henkersschwert.
In Calidor ist der Diener March auf Rache an dem Mann aus, der für den Untergang seines Volkes verantwortlich ist.
Edyon wird in Pitoria von seiner unbekannten Vergangenheit eingeholt.
Und auf dem Nördlichen Plateau macht die junge Dämonenjägerin Tash eine mysteriöse Entdeckung.

Die Leben dieser fünf jungen Menschen werden untrennbar miteinander verknüpft. Ihren Ländern droht Schlimmeres als der nahende Krieg und in ihren Händen ruht das Schicksal ihrer Welt ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Boris zischte ihr ins Ohr: "Du schaust nicht hin, Schwester."
Catherine drehte sich um. Lady Annes Kopf wurde auf die Lanze gespießt, und dort, am Fuß des Schafotts, stand Noyes mit diesem Halblächeln auf den Lippen. Und noch während sie ihn anblickte, drehte er sich leicht zur Seite und schaute zu Ambrose. Da erkannte Catherine, wie dumm sie gewesen war: Dies hier war keine Strafe, keine Warnung und auch keine Lektion.
Es war eine Falle.
- S. 29


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Obwohl der erste Band der Kingdoms of Smoke-Reihe "Die Verschwörung von Brigant" rein optisch für mich zu den Wow-Büchern gehört, hatte ich vorab keine große Lust auf das Buch. Warum? Ich weiß auch nicht ... es ist so umfangreich, schon wieder eine neue Reihe, und eine große High-Fantasy-Welt (die auch noch sehr ruhig sein sollte) reizte mich eher weniger. Und dann die Überraschung: Ab dem ersten Kapitel fand ich das Buch super. Das hielt bis zum Schluss an, und ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.
  2. Es geht um fünf Hauptcharaktere (und einige Nebendarsteller) - eine Prinzessin, ihren Leibwächter, einen Verräter, einen Bastard und eine junge Dämonenjägerin -, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Die meisten dieser Personen kennen sich nicht, und doch gibt es eine Verbindung, führen ihre Wege am Ende zusammen. Diese Entwicklung zu verfolge war alles andere als langweilig, dafür unterschwellig mitreißend, und hat mir großen Spaß gemacht.
  3. Die High-Fantasy-Welt der Reihe sollte vom Aufbau her bekannt sein. Es geht um diverse Königreiche und deren Beziehungen zueinander. Das macht aber nichts, denn der Grundkonflikt der Geschichte ist schnell erkannt, die Umsetzung war für mich fesselnd. Ein gruseliges und faszinierendes Element der Geschichte sind die Dämonen, deren Lebensatem, genannt Rauch, als eine Art Droge fungiert, die das Bewusstsein und die Kraft eines Menschen verändert. Der Besitz und Handel mit Dämonenrauch ist im Königreich verboten, was natürlich zu einigen Konflikten führt.
  4. Obwohl die Handlung aus fünf verschiedenen Sichtweise erzählt wird, fällt es nicht schwer, den einzelnen Wegen zu folgen und die Geschichte dementsprechend zusammenzusetzen. Das Buch hat einiges an Komplexität zu bieten, bleibt aber immer übersichtlich. Die Charaktere empfand ich als prinzipiell gut durchdacht, von kleinen Schwächen mal abgesehen, es gab aber durchaus Sichtweisen, die ich lieber gelesen habe als andere. Allen voran die Kapitel der jungen Dämonenjägerin Tash.
  5. "Die Verschwörung von Brigant" endet an einem Wendepunkt, einer Zusammenführung der einzelnen Geschichten der Hauptpersonen. Es ist tatsächlich so, dass man zu diesem Zeitpunkt so tief in der Geschichte steckt, dass man eine Fortsetzung gerne griffbereit hätte. Zum Glück lässt diese nicht lange auf sich warten.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

zielbewusst, ruhig-vorwärtstreibend, vereinnahmend, gelungen und spannend




Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Kingdoms of Smoke: Die Verschwörung von Brigant" ist für mich ein Reihenstart, der ziemlich konstant fesselt und den ich als sehr schmökerig und gelungen empfinde. Ja, es mag ein paar Schwächen bei einzelnen Hauptcharakteren geben, die man aber getrost "überlesen" kann, denn die Geschichte ist stimmig und aktuell. Die High-Fantasy-Welt ist gut zu begreifen, und wie die Wege von fünf Einzelschicksalen zusammengeführt werden, ist vereinnahmend und immer zielbewusst. Sehr schön!


© Damaris liest.



Reiheninfo Kingdoms of Smoke-Trilogie:

Band 1 - Die Verschwörung von Brigant
Band 2 - Dämonenzorn, 2020
Band 3 - ?




Montag, 7. Oktober 2019

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Alles okay" von Nina LaCour



Carl Hanser Verlag (August 2019),
Hardcover mit SU, 208 Seiten,
übersetzt von Sophie Zeitz,
16,00 € [D]


Marin hat alles hinter sich zurückgelassen, ist Tausende Kilometer geflohen vor ihrem alten Leben, vor dem Verlust ihres geliebten Großvaters. Doch eines Tages steht plötzlich ihre beste Freundin Mabel vor der Tür. Und mit ihr all die Erinnerungen an zu Hause, an Sommernächte am Strand. Mit ihrer Beharrlichkeit gelingt es Mabel, Marin aus ihrem Kokon der Einsamkeit zu befreien. Und Marin begreift, dass sie eine Wahl hat: weiter im Verdrängen zu verharren oder zu ihren Freunden und ins Leben zurückzukehren. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)


"Langsam verstehe ich, warum du nicht mehr gerne liest."
Ich nicke. "Früher waren es bloß Geschichten. Aber jetzt sickern sie ins Leben und werden immer schrecklicher."
Mabel sieht weg, und ich frage mich, ob sie vielleicht nicht nachvollziehen kann, was ich ihr erzähle. Vielleicht denkt sie, ich übertreibe. Vielleicht hat sie recht. [...] Früher habe ich bei einer Geschichte geweint und das Buch zugeklappt, und dann war es vorbei. Jetzt hallt alles nach, sitzt fest wie ein Splitter und eitert.
"Du warst allein", stellt sie fest. "Die ganze Zeit."
- S. 115


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Alles okay" ist so ein Buch, bei dem ich nicht richtig einschätzen konnte, wie die Geschichte auf mich wirken würde. Ich wusste, dass das Thema des Buches Trauer (und Einsamkeit) ist. Außerdem geht es um die Beziehung zwischen Marin und ihrer Freundin Mabel. Wie nahe mir die Geschichte geht, und wie stark ich sie in mich aufsaugen würde, das hätte ich nie gedacht. "Alles okay", das Porträt eines Mädchens, gehört zu den schönsten und besten Jugendbüchern, die ich gelesen habe.
  2. Als Marins Großvater stirbt, hat sie niemanden mehr. Zumindest keine direkten Familienangehörigen. Anstatt sich ihren Freunden anzuvertrauen, die ihr Hilfe und Beistand anbieten, flieht sie Tausende Kilometer in die Stadt ihres zukünftigen Colleges. Die Übergangszeit bis Studienbeginn verbringt sie allein in einer Hotelabsteige, und auch ihre neue Zimmernachbarin am College kann die Einsamkeit nie ganz vertreiben. In den Winterferien bekommt Marin Besuch von ihrer alten Freundin Mabel. Was ist damals passiert? Was der Grund, der Marin so stark aus der Bahn geworfen hat?
  3. Nur 200 Seiten ist die Geschichte dick. Der Aktionsradius beschränkt sich auf Marins College und die wenigen Tage, die sie dort gemeinsam mit ihrer Freundin Mabel verbringt. Und doch ist die Wirkung des Romans enorm. Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich an die Geschichte zurückdenke. In Rückblenden erfahren Leser*innen, was in Marins Vergangenheit passiert ist, ihre Beziehung zu Mabel und deren Familie, und das Leben mit ihrem Großvater. 
  4. Das Lesegefühl ist ein leises, schmerzvolles und trauriges. Nina LaCour hat eine solch poetische und kraftvolle Erzählweise, dass ich ab Seite 1 stark gefesselt und berührt war. Das zog sich durch das komplette Buch. Die Geschichte hat trotz ihrer Zartheit und Zerbrechlichkeit etwas überwältigend Menschliches. Ich werde mich an "Alles okay" immer mit einem Klos im Hals erinnern, aber auch an ein wunderbares, intensives Leseerlebnis.
  5. Ich bin froh, dass die Autorin für Marins Geschichte, ein Ende gewählt hat, das ihr und den Leser*innen, trotz aller Traurigkeit, gut tut. Eine Entscheidung gegen die Einsamkeit, ein guter Schritt in Richtung Zukunft. Man wünscht Marin wirklich das Allerbeste.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

berührend, traurig, festsetzend, poetisch und zart



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Alles okay" ist für mich eines des schönsten und besten Jugendbücher. Die Geschichte von Marin (und Mabel) hat mich tief berührt und sich in mir festgesetzt. Wie viel Einsamkeit und Trauer kann ein Mensch ertragen? Wie viel Hoffnung und Verständnis können gute Freunde geben? Das Buch ist zart und poetisch, gleichzeitig überaus menschlich und kraftvoll. Ein einzigartiger Buchschatz und (m)eine Herzensgeschichte durch und durch.


© Damaris liest.




Sonntag, 4. August 2019

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Spinster Girls: Was ist schon Liebe?" von Holly Bourne



dtv Verlagsgesellschaft (Juni 2019), Band 3,
Klappenbroschur, 448 Seiten,
übersetzt von Nina Frey,
10,95 € [D]


Alles, was Amber will, ist ein bisschen Liebe von ihrer Mutter. Über die Sommerferien reist Amber zu ihr nach Kalifornien. Sie hofft, dort all die Fragen stellen zu können, die ihr schon lange auf der Seele brennen. Und dann verliebt sie sich auch noch. Ausgerechnet in Kyle, das wandelnde amerikanische Surfer-Klischee, hinter dem alle Mädchen her sind. Zum Glück hat sie ihre besten Freundinnen, Evie und Lottie, mit denen sie den Sommer über via Smartphone und Skype in Verbindung bleibt und die ihr mit Rat und Tat und jeder Menge Mädelspower zur Seite stehen. (Cover- und Textrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Ich betrat das, was die nächsten sechs Wochen mein Zuhause sein sollte. Es war schlicht. Ein schmales Bett, ein winziger Schrank, ein Nachttisch. Das war's. Und da war es, mein Foto. Von mir und Mum. Gerahmt auf dem Nachttisch, der auf wackeligen Beinen schwankte, wenn man auf ihn zuging. [...]
Meine Finger prickelten.
Warum stand das im Gästezimmer und nicht in ihrem Schlafzimmer? Kam Mum nur herein und sah es sich an, wenn sie in der Stimmung war, sich an ihre Tochter zu erinnern?
- S. 49


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Mit "Was ist schon Liebe?" ist jetzt endlich der dritte Band der Spinster Girls-Trilogie erschienen. Es geht um drei Freundinnen, Evie, Lottie und Amber, die den Spinster Club gegründet haben, um gemeinsam über Themen des Feminismus zu diskutieren. In jedem Buch spielt eines der Mädchen die Hauptrolle, dieses Mal Amber. Die Geschichte unterscheidet sich in der Hinsicht, dass Amber zu ihrer Mutter in die USA fliegt, sie hat also ihre zwei Freundinnen nicht direkt um sich. Rat holt sich Amber von Evie und Lottie per SMS oder Videochat. Dadurch liest sich das Buch auch etwas anders als die beiden Vorgänger, aber mindestens genauso gut.
  2. Die Beziehung zwischen Amber und ihrer Mutter ist stark belastet. Denn die alkoholkranke Frau hat Ambers Familie nach einer Therapie verlassen, um mit einem neuen Partner in den USA zu leben. Amber hofft, ihrer Mutter wieder ein Stück näher zu kommen, indem sie den Sommer bei ihr in Kalifornien verbringt. Doch das scheint nicht der Fall, im Gegenteil. Amber wird enttäuscht und mit allem konfrontiert, vor dem sie Angst hatte. Zum Glück hat sie Freunde, die zu ihr halten und sie hat den Mut, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
  3. Die inhaltliche Zusammenfassung des Buchs hört sich irgendwie hochdramatisch und überhaupt nicht lustig an. Ich kann aber sagen, dass "Was ist schon Liebe?" ein tolles Leseerlebnis ist. Ein Sommerbuch mit viel Humor, aber auch mit Anspruch und ein paar dramatischen, aber plausiblen, Höhepunkten. Die über 400 Seiten lesen sich weg wie nichts, und auch die Atmosphäre, inklusive Ambers Erlebnissen in den USA, passt wunderbar zur Geschichte.
  4. Leider war das Thema Feminismus in diesem Band eher ein Nebenprodukt, bzw. wurde mir zu wenig abgegrenzt. Und war das nicht das Hauptanliegen der Autorin? Hier geht es eher darum, seinen Weg zu finden und Mut zu haben. In diesem Kontext finde ich Ambers Sprache und Meinungen auch nicht sehr feministisch, sondern teilweise vorurteilsbelastet, verletzend und diskriminierend. Alkohol spielt auch in diesem Buch eine große Rolle, allerdings hier in einem Zusammenhang, der wachrütteln sollte.
  5. Als die Geschichte dem Ende zuging, hätte ich noch ewig weiterlesen können. Man merkt, dass die Autorin ursprünglich einen Road-Trip-Roman geplant hatte. Das fand ich klasse! Trotzdem ist der Schluss völlig okay und gut gewählt. Bis auf Kleinigkeiten, die mir während des Lesens auffielen, hatte ich viel Spaß und eine tolle Zeit mit "Was ist schon Liebe?".

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

frech-lustig, schmökerig, sommerlich, fühlbar und entschlossen



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Spinster Girls: Was ist schon Liebe?" ist leider schon der letzte Band der Spinster Girls-Trilogie. Jedes der Bücher war ein tolles Leseerlebnis, auch dieses. Ambers Geschichte hat mich mitgerissen, amüsiert und manchmal auch erschreckt. Es ist nicht nur ein wunderbares Sommerbuch, sondern auch eine Geschichte über Mut und eigene Entscheidungen. Dass das ursprüngliche Thema der Reihe, Feminismus, in dieser Geschichte gefühlt etwas zu kurz kam, ändert an der guten Zeit mit "Was ist schon Liebe?" nichts. Ich mochte das Buch sehr!


© Damaris liest.



Reiheninfo Spinster Girls-Trilogie:

Band 1 - Was ist schon normal?
Band 2 - Was ist schon typisch Mädchen?
Band 3 - Was ist schon Liebe?




Mittwoch, 24. Juli 2019

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Immer kommt mir das Leben dazwischen" von Kathrin Schrocke



Mixtvision Verlag (Juli 2019),
Hardcover, 192 Seiten,
14,00 € [D]

Seit Karl im Traum sein toter Opa erschienen ist, will er unbedingt Youtube-Star werden. Aber immer kommt ihm etwas dazwischen: Seine Oma will in eine Hippie-WG ziehen, sein Schwarm Irina schleppt eine Katzenfrau als ersten Follower an und seine oberschlauen Cousins lüften ein Familiengeheimnis. Als sich dann auch noch die Polizei an Karls Fersen heftet, ist das Chaos perfekt ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: Mixtvision Verlag)


Im Traum hat mir Opa empfohlen, die Schule zu schmeißen. Er gab mir den Rat, Youtube-Star zu werden, unglaublich viel Kohle zu scheffeln und die eingebildeten Mädels aus meiner Klasse links liegen zu lassen.
Danach bin ich mit einem fetten Grinsen im Gesicht aufgewacht. Das war die erste spirituelle Berufsberatung in meinem Leben!
- S. 5


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. Ein Sommerabend im Juli. Ich sitze im Garten (den ich eigentlich noch aufräumen wollte) und greife zu "Immer kommt mir das Leben dazwischen". Knapp 200 Seiten ist die Geschichte schlank, motiviert dadurch ungemein, um nur mal kurz reinzulesen. Dachte ich. Denn nach den ersten Seiten war klar, ich lasse den Garten Garten sein und lese lieber weiter. Das Buch ist herrlich!
  2. Herrlich lustig, herrlich verrückt und herrlich warmherzig, so liest sich Kathrin Schrockes Roman, der sehr nah an den aktuellen Interessen der jugendlichen Zielgruppe geschrieben ist: Youtube, Minecraft, Smartphone und erste Liebe. Aber nicht ohne etwas Selbstironie und Augenzwinkern. Dazu kommen die vielen turbulenten und charmant-komischen Erlebnisse des 13-jährigen Karl, der die Geschichte erzählt. Ihm ist es auch geschuldet, dass ich das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekam oder alle drei Seiten laut auflachen musste (die belustigten Blicke meiner Kinder inklusive).
  3. In Karls Familie geht es drunter und drüber. Zuerst erscheint ihm im Traum sein toter Opa und empfiehlt ihm Youtube-Star zu werden und die Schule hinzuschmeißen. Sehr zum Missfallen von Karls Avocado liebenden Eltern natürlich. Genau diese trennen sich dann aber auf Zeit, was Karls Leben nicht einfacher macht. Und dann will auch noch seine Oma in das Wohnprojekt Mehrgenerationenhaus, eine stadtbekannte Hippie-WG, ziehen. Und weil davon niemand erfahren soll, organisieren Karl und seine kuriosen Cousins (Master und Desaster!) den Umzug.
  4. Doch die Geschichte ist mehr als die reine Aneinanderreihung von cool-witzigen Ereignissen oder der Humor, der sich durchs ganze Buch zieht. Feinfühlig wird die Gedankenwelt des jungen Karl dargestellt, dessen Leben ganz sicher nicht nur aus Turbulenz und Sonnenschein besteht. Es ist ebenso eine  Pubertäts- wie auch eine Familiengeschichte.
  5. Am Ende war mir klar, ich werde dieses Buch behalten und für meine Kinder bewahren. Sie müssen das lesen! Vielleicht in ein bis zwei Jahren (oder doch schon früher?) Wirklich klasse!

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

punktgenau, witzig, turbulent, feinfühlig und herzlich



Zusammengefasst vom Fazitbär:
Wer meint, nur mal eben in "Immer kommt mir das Leben dazwischen" reinlesen zu wollen, der wird schnell eines Besseren belehrt. Denn einmal damit begonnen, ist es fast nicht möglich das Buch zur Seite zu legen. Die Geschichte ist vordergründig herrlich crazy und witzig, wurde am Zahn der Zeit (und mit ganz viel Herz) geschrieben, besitzt aber auch viel Feingefühl für ihre Protagonisten und damit die jugendliche Zielgruppe. Nicht verpassen, unbedingt lesen!


© Damaris liest.