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Samstag, 2. Mai 2020

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Mai 2020

Der Mai hält wieder einige Buchneuerscheinungen bereit. Ich habe mich durch die Verlagsprogramme gestöbert und die für mich interessanten Bücher auf meine Wunschliste gepackt. Sieben Stück sind es geworden. Vorerst. Welche ich davon schlussendlich lese wird sich zeigen. Vielleicht ist ja auch für dich der ein oder andere Buchtipp dabei.


Fantasy - Mystery

(genaue Buchinfos gibt's mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


 

Children of Virtue and Vengeance: Flammende Schatten von Tomi Adeyemi ... Auf diesen zweiten Band der Children of Blood and Bone-Trilgie bin ich schon sehr gespannt. Das erste Buch ist allerdings schon fast zwei Jahre her, und ich habe schon so viele enttäuschte Meinungen von Englischleser*innen gelesen. Nun überlege ich, mich vor "Children of Virtue and Vengeance" mit dem Hörbuch des ersten Bandes aufzufrischen. Viele haben Probleme mit dem Plot und so kann ich sicher sein, dass ich wieder gut folgen kann. 
Das sternenlose Meer von Erin Morgenstern ... Ich habe den hochgelobten Debüt-Roman "Der Nachtzirkus" nicht gelesen, und trotzdem sprach mich die Beschreibung von "Das sternenlose Meer" sofort an. Der Inhalt klingt sehr verträumt und anders, wie eine Tür in eine andere Welt. - Zachary findet in der Bibliothek ein Buch, in dem seine eigene Kindheit beschrieben ist. Doch wie ist das möglich? Auf der Suche nach dem Geheimnis des Buches entdeckt Zachary eine unterirdische Welt voller Bücher an einem sternenlosen Meer. Dort muss er eine Verschwörung aufdecken.

Donnerstag, 30. April 2020

"Bloom: Die Apokalypse beginnt in deinem Garten" von Kenneth Oppel



Das Thema
Nach einem starken Regenfall taucht überall schwarzes Gras auf, dessen Herkunft sich niemand erklären kann. Schnell überwuchert es Felder und ganze Städte überall auf der Welt. Die Menschen leiden unter heftigen Allergien, die Nahrungsmittelversorgung ist bedroht und schließlich greift das Gras Menschen direkt an. Zur gleichen Zeit entdecken drei Jugendliche, dass gerade sie seit Beginn des Horrors ihre Allergien losgeworden sind - und ungeahnte Kräfte entwickeln. Gibt es einen Zusammenhang zwischen ihnen und dem schwarzen Gras?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Beltz & Gelberg


Zuerst dachte sie, jemand hätte einfach einen Stock in die Erde gerammt. Doch als sie näher trat, sah sie, dass ein etwa dreißig Zentimeter großer schwarzer Schössling aus dem matschigen Boden gewachsen war. [...]
Dieses Ding war am Morgen noch nicht da gewesen. Es wäre ihr bestimmt aufgefallen.
Was bedeutete, dass es innerhalb weniger Stunden um die dreißig Zentimeter gewachsen war.
Auf der toten Stelle, wo sonst nichts wuchs.
- S. 27


Das Leseerlebnis
"Bloom: Die Apokalypse beginnt in deinem Garten" sprang mir alleine wegen des Covers sofort ins Auge. Es ist anders und auffällig, auch ein bisschen beklemmend. Und dann das Thema: Schwarzes Gras, das plötzlich überall auf der Erde auftaucht, und dessen Herkunft sich niemand erklären kann. Das, und die Tatsache, dass ich bisher noch kein Buch von Kenneth Oppel gelesen hatte, reichte. Ich wollte dieses Buch lesen. Unbedingt. Auch wenn ich nicht mit Sicherheit sagen kann, was ich von der Geschichte erwartete, war sie eines der spannendsten Leseerlebnisse für junge Leser*innen, die ich in letzter Zeit hatte. Dazu ziemlich aktuell und völlig abgefahren. Meinem 12-jährigen Sohn, den ich hier mal als kleinen Lesemuffel beschreibe, erging es genau gleich. Er fragt mich immer wieder, ob und wann ein nächster Reihenband erscheint.

Während um sie herum die Dinge relativ normal verlaufen, haben drei Jugendliche aus Kanada mit besonderen Belastungen zu kämpfen. Das sind vordergründig starke und einschränkende Allergien, aber auch das Gefühl anders zu sein, nirgends richtig dazuzugehören. Dann taucht eines Tages überall schwarzes Gras auf. Es wächst und überwuchert alles, breitet sich so rasant auf der ganzen Welt aus, dass die Menschen ihm bald nichts mehr entgegensetzen können. Außerdem reagieren alle Menschen darauf hochgradig allergisch. Außer die drei Jugendlichen. Ihre Allergien werden besser, verschwinden sogar ganz. Und noch etwas ist seltsam. Die Jugendlichen bemerken Veränderungen an ihren Körpern, die völlig unmöglich erscheinen.

Dienstag, 21. April 2020

"Ellingham Academy: Die geheimnisvolle Treppe" von Maureen Johnson



Das Thema
Ein toter Star. Ein entführtes Mädchen. Eine verschwundene Mitschülerin.
Bei dem Versuch, die berühmte Ellingham-Affäre zu lösen, stößt Stevie Bell auf mehr Fragen als Antworten. Doch zunächst muss sie das Verschwinden ihrer Freundin Ellie aufklären. Gemeinsam mit David macht sie sich auf die Suche nach ihr und stößt dabei auf einen versteckten Gang im Internat. Welche Geheimnisse sind noch hinter den Mauern der Ellingham Academy verborgen?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Wie zuvor fand Francis sich in einem engen Gang aus grob behauenem Stein wieder, gerade hoch und breit genug für eine Person. Sie kam sich vor wie in einer Gruft - was für sie kein gänzlich unangenehmes Gefühl war. Mit etwas Mühe hob die den Arm und zündete ihre Kerze an. Der Schwefelgestank des Streichholzes erfüllte den Tunnel.
Dann ging sie los.
- S. 16/17


Das Leseerlebnis
Mit der Ellingham Academy-Trilogie hat Autorin Maureen Johnson eine wirklich lesenswerte Krimi- und Mystery-Reihe im Jugendbuch geschrieben. Und das sage ich schon jetzt, wo ich doch erst bei Band 2 angekommen bin und der Abschlussband noch aussteht. Der Reihenstart konnte mich damals so stark fesseln (er war sehr gut durchdacht, aber keine Frage war wirklich abgeschlossen, und ja, er hatte zudem einen fiesen Cliffhanger), dass sich mir die Frage nicht wirklich stellte, ob ich hier weiterlesen will. Na klar! "Die geheimnisvolle Treppe" hat mich erneut für sich eingenommen. Die Mischung aus Internatsleben, Freundschaften und Ermittlung ist toll!

Nach den vorausgegangenen Ereignissen, musste Stevie die Ellingham Academy verlassen und nach Hause zurückkehren. Ihr Eltern erlauben keine Fortsetzung des dortigen Studiums, da sie sich zu sehr um Stevie sorgen und nicht möchten, dass sie weiter in die Umstände des Mordfalls und das Verschwinden einer Schülerin hineingezogen wird. Unerwartete Hilfe bekommt Stevie ausgerechnet von Edward King, einem Politiker, mit dem sie nichts zu tun haben will. Er überredet Stevies Eltern und bringt sie zurück an die Ellingham Academy, nimmt ihr aber gleichzeitig das Versprechen ab, sich um seinen Sohn David zu kümmern. Dieser scheint kaum zurechnungsfähig zu sein. Eine Zwickmühle für Stevie. Nun ist sie zurück, widmet sich aber nur halbherzig ihrem Studium. Vielmehr hat sie erneut die Ermittlungen der historischen Ellingham-Affäre aufgenommen ... und sie macht eine grausige Entdeckung.

Sonntag, 19. April 2020

"Sicherheit ist eine verdammt fiese Illusion" von Kyra Groh



Das Thema
Manchmal stellt Mia sich vor, ihre Krankheit wäre eine beneidenswerte Superkraft. Tatsächlich ist es im Alltag aber ganz schön problematisch, wenn man keine Schmerzen empfinden kann und blindlings in alle Gefahren läuft. Das weiß Mia spätestens seit jenem Abend, an dem sie ihre Mutter verlor. Die quälende Erinnerung daran ist gleichzeitig ihr größtes Geheimnis. Zumindest bis sie Jake kennenlernt, der seinen eigenen Kummer im Fitnessstudio von Mias Vater bekämpft. Ihm kann sie sich anvertrauen, und auch er erzählt ihr von den dunklen Seiten in seinem Leben. Obwohl die beiden so verdammt unterschiedlich sind, haben sie zum ersten Mal das Gefühl, dass Sicherheit vielleicht mehr sein könnte als eine fiese Illusion.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arctis Verlag


Mir ist schon klar, dass ich nicht gerade der zugänglichste Mensch bin. Ich komme nicht gerne aus mir heraus. Überschwängliche Gefühle kreieren doch nur einen seltsame Form der Nähe. Nähe wiederum macht einen total anfällig für ... nun ja ... für Verletzungen. Und ich muss Verletzungen nun mal meiden - aus reinem Überlebenswillen. Denn ob kleine Schramme oder tödliche Wunde, mein Körper wird den Unterschied nicht erkennen. Was, wenn auch mein Herz diesen Unterschied nicht erkennt? Ich kann doch nicht das Fahrradfahren meiden, weil ich Angst vor einem schlimmen Sturz habe, dann aber wild drauflosfühlen und alles und jeden in mein Herz lassen? Das wäre grob fahrlässig. - Mia, S. 75/76


Das Leseerlebnis
Realistische Jugendbücher sind mein großes Steckenpferd. Ich lese sie unheimlich gerne. Es geht mir auch nicht um neuartige Geschichten oder noch nie dagewesene Situationen, denn das ist keine Voraussetzung für ein gelungenes Leseerlebnis. Es kommt darauf an, was Autor*innen aus der Geschichte machen und wie sie die Charaktere gestalten. Darum war ich auch besonders dankbar für eine persönliche Empfehlung von "Sicherheit ist eine verdammt fiese Illusion"von Kyra Groh. Nach dem Lesen stand für mich fest, dass die Autorin ein ganz großer Stern am Jugendbuchhimmel ist. Ihr Debüt in diesem Bereich strahlt nicht nur hell, es ist ein leuchtendes Beispiel für beste Unterhaltung mit Tiefsinn, Humor, herausragenden Protagonist*innen und Diversität. Das Buch ist sowas von gelungen, komplett gut!

Zum Inhalt sei an dieser Stelle hoffentlich nicht allzu viel verraten, doch die Protagonisten sind wichtig. Es geht um Mia, die ein großes Päckchen Sorgen mit sich herumschleppt. Mia hat eine Krankheit, die Analgesie heißt. Das bedeutet, dass ihr Körper keine Schmerzen empfinden kann. Ob sie sich in den Finger schneidet oder den Fuss bricht, es tut nicht weh. Darum sie auch keine natürlichen Abwehrreaktionen entwickelt. Mia musste Verhaltensweisen, die für andere Menschen ganz normal sind, erst nach und nach lernen. Zum Beispiel, dass man nicht auf eine heiße Herdplatte fasst. Mia ist ständig auf der Hut, um Verletzungen zu vermeiden. Ihre Krankheit ist der Grund, und noch ein Ereignis ihrer Kindheit, das sie bis heute nicht verarbeiten konnte, weshalb Mia kein sehr zugänglicher Mensch ist. Sie ist zwar sehr schlagfertig, aber auch zynisch und zurückgezogen. Das geht so tief, dass Mias körperliche Krankheit auch ihre Psyche belastet. Sie möchte niemanden an sich ranlassen.