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Mittwoch, 3. August 2011

Rezension zu "Firelight: Brennender Kuss" von Sophie Jordan



Verlag: Loewe (August 2011)
Ausführung: Hardcover/SU, 376 Seiten
Reihe: Band 1/3
ISBN: 978-3785570456
17,95 € [D]

Genre: Urban-Fantasy/Romantasy


Klappentext
Als sie Will zum ersten Mal sieht, flieht Jacinda vor dem Jungen mit den haselnussbraunen Augen. Denn sie hat ein Geheimnis: Sie ist eine Draki, ein Mädchen, das sich in einen Drachen verwandeln kann. Nur in ihrem Rudel, hoch oben in den Bergen, glaubt sich Jacinda sicher. Sicher vor den Drachenjägern, die es auf ihre schillernde Haut und ihr purpurfarbenes Blut abgesehen haben.
Doch im Rudel braut sich Unheil zusammen. Hat es damit zu tun, dass Jacinda den gut aussehenden Cassian, den zukünftigen Leitdrachen, heiraten soll?
Ihre Mutter verschweigt ihr etwas, als sie bei Nacht und Nebel das Dorf verlassen. Todunglücklich beginnt Jacinda ein neues Leben. Da trifft sie Will wieder und Hals über Kopf verliebt sie sich in ihn. Aber ihre Liebe darf nicht sein, denn Will ist ein Drachenjäger ...

Über die Autorin
Sophie Jordan wuchs auf einer Farm in Texas auf. Die geheimnisvollen Höhlen in den Bergen inspirierten sie schon früh zu Geschichten über Drachen und Jäger. Bevor sie das Schreiben zum Beruf machte, arbeitete sie viele Jahre als Englischlehrerin. Heute lebt die New-York-Times Bestsellerautorin mit ihrer Familie in Houston. "Firelight" ist ihr Jugendbuchdebüt.

Rezension

Der erste Satz: Als ich auf den stillen See hinausblicke, weiß ich, dass es das Risiko wert ist.

Jacinda ist ein 16-jähriges Mädchen und eine Draki - ein Drachenwesen. Verbote und Anweisungen sind so gar nicht ihr Ding. Darum setzt sie sich auch über das Verbot des Rudelsführers hinweg und verwandelt sich tagsüber, um eine Runde in Drakigestalt zu fliegen. Dies hat fast fatale Folgen, denn sie wird von Drachenjägern aufgespürt und muss in eine Höhle fliehen. Als einer der Jäger ihr in die Höhle folgt, sieht Jacinda schon ihr Ende. Doch zu ihrer Verwunderung liefert sie der Junge nicht aus, sondern verleugnet sie sogar vor seinen Mitjägern.
Um den Konsequenzen des Rudels zu entgehen, flieht Jacindas Mutter mit ihr und ihrer Schwester aus dem Rudelversteck in eine Wüstenstadt. Da Drakis zum überleben Berge und Feuchtigkeit brauchen, hofft die Mutter, dass der Draki in Jacinda verkümmert bzw. abstirbt und sie dadurch ein sicheres Leben als Mädchen leben kann. Doch nicht einmal hier ist Jacinda sicher.

Gleich zu Anfang wird man als Leser in Jacindas gefährliches Leben hineingeschubst. Die Sprache im Präsens (Gegenwart) ist hier hervorragend gewählt und passt sowohl zur anfänglichen Action, wie auch zur Gefühlswelt von Jacinda. Frau Jordan bedient sich hier eines sehr bildlichen Schreibstils, welcher einen die Umwelt von Jacinda geradezu erleben lässt. So wird die Diskrepanz zischen dem autoritären aber sicheren Rudelleben und dem, für Drakis, qualvollen Leben in der trockenen Wüstenstadt besonders deutlich.

Die Charaktere der Draki Jacina und dem Drachenjäger Will faszinieren. Beide Hauptcharaktere überzeugen durch ihre Authentizität, selbst eine noch so kleine Gefühlsregung zwischen den beiden wird so deutlich dargestellt, dass einem des Öfteren ein wohliger Schauer über den Rücken läuft. Die vielen romantischen Szenen lassen das Herz jedes Genreanhängers höher schlagen. Das es bei Jacindas und Wills Zuneigung füreinander einmal zu viel hin und her geht ist eine Tatsache. Romantikfans werden aber mit Freuden darüber hinwegsehen. Hier sollte wohl die Verdeutlichung der "Liebe, die nicht sein darf" hervorgehoben werden.
Bemerkenswert ist, dass es der Autorin gelingt, auch alle anderen Personen so gut zu charakterisieren, dass sie für den Leser zur Geschichte gehören und dieser ihre Farbe geben.
Zwar ist die Annäherung zwischen Jacinda und Will ein Hauptthema der Geschichte, aber auch Jacindas innerer Konflikt ihrer Mutter, Schwester und dem Draki-Rudel gegenüber kommt gut zum Zuge. Mit immer wiederkehrenden Spannungsbögen, wird die Geschichte nie langweilig und entwickelt sich so zu einem echten Pageturner.

Die in "Firelight" verwendeten Wesen der Drakis sind im Romantasygenre etwas Neues und erfrischen dieses Genre tatsächlich. Die Umsetzung ist gut gelungen, nicht kompliziert, aber so, dass man sich diese neuen Wesen gut vorstellen kann.
Es muss hier einfach angefügt werden, dass einige Szenen einen Vergleich mit dem ersten "Bis(s)" Band unumgänglich machen. Beispiele sollen hier, um die Spannung zu erhalten, nicht angefügt werden. Leser besagten Buches werden aber wissen, wovon die Rede ist. Umso verwunderlicher ist es, dass man sich daran einfach nicht stören mag. Wahrscheinlich bringen die romantischen Szenen die Herzen der (wohl überwiegend weiblichen) Leser so zum schmelzen, dass ein Vergleich einfach nicht ins Gewicht fällt. Es scheint Bücher zu geben, bei denen man über solche Tatsachen gerne hinwegsieht. "Firelight" ist so ein Buch!

In den letzten Kapiteln wird die Handlung spannend und dramatisch. Genau so endet das Buch auch. Nicht wenige Leser werden sofort wissen wollen wie es weitergeht. Sie werden sich aber, bis die Fortsetzung erscheint, noch etwas gedulden müssen. Aber wie sagt man doch so schön? Vorfreude ist die schönste Freude!

Persönliches Fazit
Ja, das war genau mein Buch! Tolle Charaktere, ein fesselnder Schreibstil und viel Romantik machen "Firelight" zu einem (Lesehigh)Light für Romantikfans. Überhaupt ist Romantik das Stichwort, denn das wird es - hochromantisch! Den Titel "Brennender Kuss" darf man hier ruhig wörtlich nehmen, denn hier brennt nicht nur die sprichwörtliche Luft! 5 Sterne!
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Eulenpost mit Nervennahrung


Es gibt Bücher, über die man gerade viel liest. So auch über "Eulenflucht: Durch die Nacht" von Emily Kay. Heißes Äußeres und heiß diskutierter Inhalt treffen es wohl hier sehr gut. Die Rezension meiner lieben Mittbloggerin Reni (HIER nachzulesen) hat mich so neugierig gemacht, dass Reni kurzerhand das Buch vom Norden in den Süden geschickt hat. Heute ist die Eule bei mir gelandet (samt Schoki-Nervennahrung) und ich darf mir jetzt meine eigene Meinung bilden :-)

Dienstag, 2. August 2011

Zitate aus "Firelight: Brennender Kuss" von Sophie Jordan

Was nutzt mir alle Sicherheit der Welt, wenn ich innerlich tot bin? S. 94
... trotz meines Schwurs, ihn zu vergessen, gelingt es mir nicht. Ich erinnere mich an jedes Detail und ich vermisse ihn. Spüre seine Abwesenheit wie die des bewölkten Himmels, des Nebels und der lebendigen Erde, die ich verloren habe. Warum spukt er mir immer noch durch den Kopf? Noch dazu, wo ich weiß, dass er ein Jäger ist und dass ich ihn meiden muss? S. 128
Jeder Augenblick mit Will bedeutet für mich ein Risiko, ich fühle mich ausgeliefert. Über mir schwebt die Gefahr, so dicht und drückend wie der schwere Nebel, den ich zurückgelassen habe. Und doch kann ich nicht genug davon - von ihm - bekommen. S. 153
Ich habe Will. Hier und jetzt ist er, mein Weg zurück in den Himmel. S. 217

© Zitatrechte Loewe Verlag

Montag, 1. August 2011

Rezension zu "Wer schön sein will muss sterben" von Michele Jaffe



Verlag: Fischer FJB (Juli 2011)
Ausführung: Hardcover, 448 Seiten
ISBN: 978-3841421203
16,95 € [D]

Genre: Jugendthriller

© Cover- und Zitatrechte: FJB Verlag


Klappentext
Es war die Nacht, in der sie glücklich sein wollte. Doch es wurde die Nacht, in der sie sterben sollte.

In der einen Minute gehörst du zu den beliebtesten Mädchen deiner Schule, bist mit dem heißesten Typen der Stadt zusammen und tanzt auf der coolsten Party des Jahres – in der anderen liegst du halbtot in einem dornigen Rosenstrauch. Du wachst auf und kannst dich an nichts erinnern.

So geht es der 16-jährigen Jane, die nach einem Unfall mit Fahrerflucht im Krankenhaus wach wird. Doch während der zahlreichen Besuche von Familie und Freunden kommt die grausame Erinnerung wieder – Stück für Stück. Jemand wollte sie töten – aber wer?

Über die Autorin
Michele Jaffe ist in Los Angeles, Kalifornien aufgewachsen. Sie hat in Harvard studiert und im Fach Vergleichende Literaturwissenschaft promoviert. Danach wollte sie eigentlich FBI-Agentin werden, ist dann aber doch beim Schreiben gelandet. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Las Vegas.

Rezension

Der erste Satz: Das Bild ist grausam und dennoch schön.

Die Welt der 16-jährigen Jane ist aus den Fugen gerissen. Nach einer Party hat sie ein Auto angefahren und nur mit viel Glück hat Jane diesen Unfall, der in einem dornigen Rosenbusch endete, überlebt. Seitdem sie im Krankenhaus erwacht ist, fehlen ihr sämtliche Erinnerungen an die Unfallnacht. Ihre Freunde und Familie verhalten sich komisch, dabei gehört Jane zu den beliebten und angesagtesten Mädchen der Schule. Zuerst kann sie sich keinen Reim auf alles machen, doch mit der Zeit kommen Stück für Stück die Erinnerungen zurück, mit ungeahnten Folgen für Janes körperliches und geistiges Befinden.

Ich habe viele Geschenke, weil ich irgendwie - unerklärlicherweise - beliebt bin. Und die meisten der Wir vermissen Dich- und Werd schnell gesund-Grüße sind Lügen - eben weil ich sehr beliebt bin.
Das ist die Ironie. Die grausame Lektion, die ich gelernt habe. ... Der Platz an der Spitze der sozialen Pyramide ist begrenzt und sobald du ihn erreicht hast, gibt es nur noch eine Richtung, in die du gehen kannst, und genügend Leute, die dich dorthin stoßen wollen. - S. 12/13

Gleich zu Anfang fällt es einem etwas schwer, sich in die Geschichte einzulesen. Das liegt nicht etwa am Verständnis, hier man findet man sich sehr gut zurecht. Aber mal ein falsch platziertes Wort hier, ein Schreibfehler oder ein unpassendes Satzzeichen dort, stören den Lesefluss anfangs doch sehr. Das sind zwar Kleinigkeiten, die mit der Geschichte nicht unmittelbar etwas zu tun haben, doch gestaltet sich der Einstieg in die Thematik so ein wenig holprig. Auffällig sind diese Fehlerchen doch nur am Anfang, mit den folgenden Kapiteln scheinen sie vollkommen ausgemerzt zu sein.
Die Sprache ist einfach und komplett im Ich-Erzählstil von Jane gehalten, erinnert sie sich an etwas, oder spricht sie einen Gedanken nicht laut aus, ist dieser kursiv gedruckt. Dies soll einem Janes Charakter und ihre Gefühle deutlich näher bringen.

Sprachlich gelingt das Frau Jaffe sehr gut, doch die einzelnen Charaktere sind ein großer Kritikpunkt. Sie wirken alle, trotz ausführlicher Beschreibung, unsympathisch und unberechenbar. Letzteres mag so gewollt sein, doch gelingt es dem Leser nicht, sich in einen der Charaktere, auch nicht in Jane, hineinzuversetzen. Wenn einem währen des Lesens sogar Janes süße Schwester relativ egal ist, sich dies über Janes Mutter, Freunde und ihren Freund fortsetzt, werden alle Charaktere so ziemlich schnell zu Statisten degradiert. Dieser Kritikpunkt ändert sich zum Schluss, ließ aber eindeutig zu lange auf sich warten.
Alle Personen werden wiederholt über die Beschreibung ihrer Kleidung und ihres Aussehens definiert. Das mag oberflächlich erscheinen, unterstützt aber Janes Entdeckung, wie sie ihre Umwelt fälschlicherweise immer wahrnimmt. Denn mit verschiedenen Besuchern und wiederkehrender Erinnerung, erkennt sie, was wirklich hinter der Fassade ihrer Freunde oder auch ihrer Mutter steckt.

Und hier ist eindeutig der große Pluspunkt von "Wer schön sein will muss sterben" zu sehen. Die Geschichte ist nämlich alles andere, als vorhersehbar. Die Haupthandlung besteht aus nicht viel mehr, als aus verschiedenen Personen, die Jane im Krankenhaus besuchen, und den daraus resultierenden Erinnerungen von Jane. Diese "Geschichten in der Geschichte" sind so geschickt verpackt, dass es einem als Leser nicht gelingt, sich endgültig festzulegen, wer denn nun der Bösewicht ist. Erschwert wird das Ganze auch dadurch, dass immer mehr Personen Janes Hinweise als Halluzinationen abtun. So wird es sogar für Jane zunehmend schwerer zu entscheiden, was real ist und was sie sich nur einbildet.

Der Schluss endet thrillertypisch, in einem mehr oder weniger großen Showdown. Hier wird natürlich des Rätsels Lösung präsentiert und die Geschichte endet leicht kitschig. Der Roman ist abgeschlossen.
Hier noch die Anmerkung, dass man sich als Leser an kleineren Logiklöchern nicht stören darf. Man muss kein studierter Mediziner sein, um zu erkennen, dass die Logik der Realität hinterherhinkt, wenn das Opfer während des Unfalls durch die Luft geschleudert wird und Knochen brechen hört. Dann aber nach 5-tägigem Krankenhausaufenthalt, und vollständige Lähmung, wieder anfängt zu laufen. Genauso verhält es sich mit sofortiger Ohnmacht vor Schmerzen, sobald eine Infusionsnadel mit Schmerzmitteln herausgezogen wird. Dies aber nur am Rande.

Persönliches Fazit
Wer keine zu großen Erwartungen hat, der wird von "Wer schön sein will muss sterben" auch nicht enttäuscht sein. Trotz plätschernder Story, durchzogen mir einigen Spannungsbögen, ist die Handlung interessant und gut nachvollziehbar. Über die oben genannten Schwächen muss man allerdings hinwegsehen. Wer, wie ich, großen Wert auf überzeugende Charaktere legt, muss sich hier allerdings mit einigen Abzügen zufrieden geben. Trotz allem hat mich dieser Thriller durchschnittlich gut unterhalten und für einige Stunden kurzweiligen Lesespaß gesorgt. 3 Sterne hier von mir.
Handlung: 3,5 / 5
Charaktere: 2,5 / 5
Lesespaß: 3 / 5
Preis/Leistung: 3 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de