Dieser All Age- und Jugendbuchblog wurde beendet. Schau dich jedoch gerne um! Infos dazu gibt es HIER.
Posts mit dem Label Interview werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Interview werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 26. Oktober 2015

Von Projekten, Panikattacken und Pseudonymen - Interview mit Autorin und Herausgeberin Cat Lewis

© privat
Cat Lewis lernte ich 2011 als Bloggerin kennen, schon damals schrieb sie viel und gut. Persönlich habe ich sie bei Verlagsworkshops und auf Buchmessen kennengelernt. Online waren wir Kolleginnen, die für ein großes Fantasyportal rezensierten. Mittlerweile arbeitet Cat, unter anderem, als Autorin und Herausgeberin. Darüber wollte ich mehr wissen. Kurz vor der Veröffentlichung zweier Werke beantwortete sie mir sehr offen alle Dinge, die mich brennend interessierten.


Damaris: Liebe Cat, dass du gerne schreibst, ist vielen, die dich kennen, nicht neu. Als Bloggerin bist du schon seit 2010 aktiv. Für einen Verlag betätigst du dich als Lektorin und jetzt, ganz aktuell, als Autorin und Herausgeberin. Wie kam es dazu? Erfindest du dich gerade neu?

Cat Lewis: Neu erfinden ist vielleicht ein bisschen zu viel gesagt. Ich denke eher, ich versuche mutiger zu werden und auch mal ein Risiko einzugehen. Ich träume schon viele Jahre lang davon, in einem Verlag zu arbeiten und bin sehr dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe, denn das ist das, was ich beruflich wirklich will. Es macht mich glücklich. Meine Arbeit als Lektorin ist für mich ein steter Lernprozess und macht mir unheimlich viel Spaß. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich diesen Schritt wirklich gehen möchte, doch diese Veränderung war einfach notwendig, um mich persönlich weiterzubringen. Ich habe schon oft viel zu tolle Chancen verstreichen lassen. Diesen Fehler wollte ich nicht noch einmal machen. Was das Schreiben betrifft habe ich schon immer in meiner eigenen kleinen Fantasiewelt gelebt und mir diverse Geschichten ausgedacht, die ich dann einfach aufschreiben wollte. Allerdings war das für mich eher ein Hobby und ich habe niemals gedacht, dass ich wirklich mal etwas veröffentlichen würde. Irgendwie kann ich es immer noch nicht so richtig glauben.


Damaris: Anfang November erscheinen gleichzeitig zwei Bücher von dir. "Zimtsternküsse", bei dem du die Herausgeberin bist, und "Kein Winter ohne dich", deine Weihnachtsnovelle. Kannst du kurz beschreiben, um was es geht und auf welche Art von Geschichten man sich freuen darf?

Cat Lewis: Bei "Zimtsternküsse" handelt es sich um eine zuckersüße Young Adult-Anthologie, in der neun romantische Geschichten von deutschen Autorinnen vertreten sind. Die Idee kam mir vor zwei Jahren, als ich wieder einmal vergebens nach weihnachtlicher Young Adult-Literatur im Buchhandel gesucht habe. Irgendwann dachte ich mir "Okay … Wenn es kein anderer tut, dann muss ich das eben selbst in die Hand nehmen!" Glücklicherweise war der Amrûn Verlag recht angetan von meiner Idee und ist vom Resultat so begeistert, dass ich die Zimtsterne im nächsten Jahr in eine zweite Runde schicken darf!
"Kein Winter ohne dich" ist die erste Geschichte, die ich jemals fertiggestellt habe. Diese Novelle handelt von einer jungen Frau und ihrem Freund, dem Gitarristen einer berühmten Band. Immer wieder stellt sich den beiden die Arbeit in den Weg und es gilt, Prioritäten zu setzen, was jedoch nicht immer so einfach ist. Kurz vor Weihnachten müssen sie sich schließlich entscheiden: Job oder Liebe?




Damaris: Eine Frage zu deiner Arbeit als Herausgeberin. Wie darf man sich die Abläufe hier vorstellen, was ist die Herausforderung dabei?

Cat Lewis: Ich kann im Grunde nur von mir ausgehen, denn für mich war es das erste Mal, als Herausgeberin zu fungieren, und ich habe mich nicht wirklich damit auseinander gesetzt, wie andere arbeiten. Ich habe es schlichtweg auf mich zukommen lassen und bin recht organisiert an die Sache ran gegangen. Ich muss immer alles genau planen, da ich möchte, dass alles möglichst reibungslos funktioniert. Da bin ich wohl ein kleines bisschen perfektionistisch veranlagt.
Die größte Herausforderung war natürlich, geeignete Autorinnen zu finden, die sowohl Lust als auch Zeit haben, eine Kurzgeschichte für die Anthologie beizusteuern. Danach war alles eigentlich recht simpel. Ich habe sehr eng mit den Autorinnen zusammengearbeitet, wir haben gemeinsam den Titel ausgesucht und uns einen kleinen Running Gag ausgedacht, der sich durch jede Geschichte zieht. Eine weitere Herausforderung stellte schließlich das Cover dar, denn es ist nicht immer leicht, den Geschmack von neun Leuten zu treffen. Wir haben mehrere Anläufe gebraucht, doch letztendlich sind wir alle sehr damit zufrieden.


Damaris: Schon lange bist du begeisterte Rezensentin von Buch und Film. Ein Roman ist damit aber nicht zu vergleichen. Was hat dazu geführt, selbst ein Buch zu schreiben?

Cat Lewis: Ich hatte schon immer eine sehr ausgeprägte Fantasie und habe es bereits als Kind geliebt, Geschichten zu schreiben. Mein erstes Werk entstand mit 13 Jahren, als ich eine Herr der Ringe-Fanfiction über Faramir geschrieben habe. Dieses Meisterwerk umfasste unglaubliche elf DIN A4-Seiten und enthielt den Inhalt der kompletten Trilogie!
Nach mehreren umfangreichen Harry Potter-Fanfictions und einigen Jahren (mehr oder weniger guter) RPG-Schreiberfahrung versuchte ich mich immer wieder an eigenen Geschichten. So richtig begonnen habe ich damit allerdings erst im Mai 2014. Dieses Projekt nenne ich liebevoll meinen "Schmollbraten", da mir noch kein passender Arbeitstitel dafür eingefallen ist. Allerdings habe ich dieses zwischendurch für ein paar Monate aus den Augen verloren. Kurz vor dem "National Novel Writing Month" im November 2014 hatte ich die zündende Idee für "Kein Winter ohne dich" und war mir sicher, dass es genau diese Geschichte ist, die ich erzählen möchte. Es war nicht immer leicht, doch ich habe es geschafft, diese zu beenden und bin auch ein klein wenig stolz darauf.
Ich glaube, dass man die Arbeit an einem Roman oftmals unterschätzt, wenn man es nicht selbst versucht hat. Viele Autorinnen und Autoren haben meinen größten Respekt, denn es ist unfassbar schwer und richtig harte Arbeit, ein Buch zu schreiben.


Damaris: Mal ehrlich, frei heraus, hast du beim Korrekturlesen manchmal das Gefühl "Das kann ich auch." oder "Das kann ich besser."?

Cat Lewis: Hmh, schwierige Frage. Das hat ein bisschen was von Konkurrenzdenken. Meine Aufgabe beim Lektorieren ist es unter anderem, den Text in eine schöne Form zu bringen, Logikfehler zu finden und Vorschläge zu machen, wie man es besser manchen könnte. Dabei schalte ich mein eigenes Empfinden oft ab, da es wichtig ist, sich in den Autor des Textes hineinzufinden und zu überlegen, wie er oder sie es schreiben würde, schließlich möchte man den vorliegenden Stil beibehalten. Natürlich schreibt man ab und an "Das klingt für mich komisch" oder so, aber ich bin bisher nicht auf die Idee gekommen, meine eigenen Sachen mit denen eines anderen Autors zu vergleichen oder mich gar höherzustellen. Ganz im Gegenteil - oftmals bewundere ich die Autoren und setze mir zum Ziel, eines Tages genau so wundervolle Sätze zu Papier bringen zu können.


Damaris: Hast du einen detaillierten Plan für deine Geschichten, bevor du mit der aktiven Schreibarbeit beginnst? Plottest du vorher schriftlich oder schreibst du einfach drauf los?

Cat Lewis: Bis vor 1 ½ Jahren habe ich noch einfach drauf los geschrieben, allerdings merke ich das jetzt an der Überarbeitung meines "Schmollbratens", dass das so für mich persönlich nicht funktioniert. "Kein Winter ohne dich" habe ich von vornherein geplant und genau aufgeschrieben, wie ich beginne und wo ich hinwill. Allzu detailliert sind meine Notizen nie, da es eh immer anders kommt, als man denkt. Allerdings brauche ich Anhaltspunkte, wie die Geschichte verlaufen soll, da ich mich sonst komplett darin verrenne. Wenn ich eine Geschichte plane, mache ich das meistens auch nicht allein. Ich rede mit einer befreundeten Autorin und wir plotten oft gemeinsam sowohl meine als auch ihre Projekte. Das ist vor allem hilfreich, wenn man mal nicht weiterkommt. Außerdem macht einsam schreiben keinen Spaß - gemeinsam ist das gleich viel lustiger!


Damaris: Du schreibst Kurzgeschichten sowie Romane. Gibt es dabei signifikante Unterschiede? Ist eines davon vielleicht schwieriger umzusetzen?

Cat Lewis: In diesem Jahr konnte ich sowohl mit einer Kurzgeschichte, als auch mit der Novelle und einem Roman meine Erfahrungen sammeln. Zwischen allen drei Arten gibt es sehr viele Unterschiede und am meisten kämpfe ich tatsächlich mit dem Roman.
Neben den "Zimtsternküssen" und "Kein Winter ohne dich" werde ich im November noch eine weihnachtliche Kurzgeschichte als E-Book veröffentlichen. Diese ging mir unfassbar leicht von der Hand und hat unheimlich viel Spaß gemacht. "Kein Winter ohne dich" war schon etwas schwieriger, da man auf viel mehr Dinge achten muss.
Der Roman hingegen ist ein riesiges Monster, das es zu bezwingen gilt. Allein schon wegen des Umfangs muss man auf so viele Details achten. Da es sich bei meinem Romanprojekt um Urban Fantasy handelt, ist das natürlich nochmal ein wenig kniffliger als bei einem Liebesroman, da die übernatürlichen Elemente erst recht stimmig sein sollten und es manchmal gar nicht so leicht ist, sich in die Protagonisten hineinzuversetzen. Allerdings stehe ich auch noch am Anfang und muss sehr, sehr viel lernen. Erfahreneren Autoren geht das bestimmt einfacher von der Hand.


Damaris: Jetzt, so kurz vor der Veröffentlichung deiner zwei unterschiedlichen Projekte, überwiegt da der Zweifel oder die Vorfreude? Und warum veröffentlichst du unter einem Pseudonym?

Cat Lewis: Momentan ist es eher Panik. Vermutlich werde ich es erst dann so wirklich begreifen können, was passiert, wenn ich die Printexemplare der beiden Veröffentlichungen in den Händen halte. Ich hätte bis vor Kurzem nicht einmal zu träumen gewagt, dass ich jemals ein Buch veröffentlichen würde und habe natürlich auch ein wenig Angst, den Erwartungen nicht gerecht zu werden.
Eigentlich war ich nie ein großer Fan von Pseudonymen. Als ich mir dann jedoch vorgestellt habe, dass mein richtiger Name, mit dem mich eigentlich nur meine Familie anspricht, auf meinem Buch zu sehen ist, lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Die meisten kennen mich als Cat und da dieser Spitzname nicht wirklich zu meinem Nachnamen passt, musste also ein Pseudonym her.


Damaris: Deine Zeit ist knapp, neben deiner hauptberuflichen Arbeit bist du sehr eingespannt. Wie setzt du Prioritäten? Tut es dir leid, dass manche Dinge jetzt hinten anstehen müssen?

Cat Lewis: Eigentlich hat sich nicht viel geändert. Ich habe schon immer neben meinem Brotjob viel nebenbei gemacht. Sei es für meinen Blog, den Verlag oder ein Literaturfestival, das ich zwei Jahre in Folge organisiert habe.
Für das Lektorat nehme ich mir für jeden Tag eine bestimmte Seitenzahl vor, die ich schaffen möchte. Beim Schreiben versuche ich, mich selbst nicht allzu sehr unter Druck zu setzen, denn ich musste feststellen, dass mir das nicht viel bringt. Umso mehr ich mich selbst dazu zwinge, desto weniger kommt dabei raus. An machen Tagen läuft es, an anderen wieder nicht. So ist das eben. Ich nehme mir dabei die Zeit, die ich brauche, denn es dauert nunmal, bis eine Geschichte gereift ist.
Für den Verlag wiederum bin ich Tag und Nacht erreichbar und lasse auch gerne mal etwas stehen und liegen, wenn ich gefordert bin. Aber das stört mich nicht im Geringsten. Oftmals nehme ich mir aber auch einfach mal Zeit für mich und gehe meiner Film- und Seriensucht nach, denn auch ich kann nicht 24/7 durcharbeiten. Am Wochenende bin ich natürlich ab und an mal mit meinem Partner unterwegs und meine Freunde sind es mittlerweile gewohnt, dass ich zwischendurch mal schnell ein wenig Verlagsarbeit leiste.
Das Einzige, was wirklich momentan zu kurz kommt, ist das Lesen und darum tut es mir auch wirklich leid. Es ist viel weniger geworden als früher, doch ab und an setze ich mich trotzdem mal hin, schalte das Handy auf lautlos und verziehe mich in andere Welten, um einfach mal abzuschalten.


Damaris: Viele (Hobby)-Autoren haben tollen Ideen und Manuskripte in der Schublade, bringen diese aber nie zu Ende. Wie motivierst du dich? Hast du einen guten Tipp, um durchzuhalten?

Cat Lewis: Im Grunde gehöre ich genau zu diesen Autoren, denen es sehr schwer fällt, eine Geschichte zu beenden. Gerade, wenn man so viele Selbstzweifel hegt wie ich, kann einen das sehr oft ganz schön runterziehen. Umso wichtiger ist für mich der Austausch mit anderen Autoren. Wie bereits oben erwähnt, arbeite ich sehr viel mit einer Freundin zusammen, deren Debüt ebenfalls Ende Oktober erscheint, und wir motivieren uns oft gegenseitig. Letztens erst haben wir eine kleine Challenge gemacht, bei der wir uns alle halbe Stunde unseren Schreibstand mitgeteilt haben.
Als sehr hilfreich empfinde ich zudem die "Schreibnacht", die die Autorin Jennifer Jäger mit ihrem großartigen Team auf die Beine gestellt hat. Das macht Spaß und man ist umgeben von vielen Gleichgesinnten, die lieber in der Gruppe schreiben als allein in ihrer dunklen Kammer.
Seit ich meine Geschichten schriftlich plotte und dadurch ein Ziel vor Augen habe, fällt es mir auch ein wenig leichter weiterzuschreiben und nicht direkt nach 20 Seiten wieder aufzugeben. Außerdem sollte man nicht den Glauben an sich verlieren, denn so legt man sich selbst immer mehr Steine in den Weg.



Cat Lewis findet man ebenfalls auf ihrer Homepage und bei Facebook.



Mittwoch, 14. November 2012

Eine Begegnung der besonderen Art - Marie Lu im Interview (FBM 2012, deutsche Übersetzung)

© Paul Gregory
Frankfurter Buchmesse 2012 - ein Ort für Bücher, viele Menschen und Begegnungen.

Eine nette Begegnung der besonderen Art hatten Anka von Ankas Geblubber und ich, tief im Inneren des wunderschönen Messestands des Loewe Verlags. Um den Wortwitz noch mal aufzugreifen, eine LEGENDÄRE Begegnung mit der Debütautorin Marie Lu. Marie - das schreibt man nicht nur so wie unsere deutsche Version, man spricht es auch so aus (mit einem englischen "r").

Die sympathische "Legend"-Autorin stand uns Rede und Antwort, sehr lustig, sehr souverän und sehr ernsthaft. Eine tiny little Autorin ganz groß! ("Klein" ist hier natürlich nur in Bezug auf die Körpergröße zu sehen.)
 
 
Anka & Damaris
 
 
D+A: Hi Marie! Danke, dass du uns für ein Interview zur Verfügung stehst. Wir sind uns sicher, dass dich in Deutschland jeder Leser von Büchern für junge Erwachsene kennt. Würdest du dich bitte trotzdem kurz vorstellen?
 
Marie: Na klar! Mein Name ist Marie Lu und ich bin die Autorin von "Legend. Fallender Himmel", dem ersten Band einer dystopischen Trilogie für junge Erwachsene. Dies ist mein Debütroman, ich habe aber schon vorher viele Geschichten geschrieben, die aber nie veröffentlicht wurden.
 
 
D+A: Bei Facebook hast du deine Fans nach ihren Lieblingscharakteren in "Legend" gefragt. Welcher ist denn deiner? (Und bitte keine Spoiler, Marie ;-))
 
Marie: Das ist so schwierig! All meine Figuren sind wie meine Kinder, ich liebe sie alle! Aber Day liegt mir besonders am Herzen, da sein Charakter schon seit der Schulzeit in meinem Kopf herumspukt. Ich habe nach der passenden Geschichte für ihn gesucht und sie nun mit "Legend" gefunden. Da er eben schon so lang in meinen Gedanken ist und es sich schon so anfühlt, als wäre er ein alter Freund, liegt er mir sehr am Herzen.
 
Außerdem habe ich Kaede sehr gern, das Mädchen, auf das June in den Straßenkämpfen trifft. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, sie zu schreiben, deshalb wird sie auch im zweiten Band wieder mit dabei sein.
 
 
D+A: Wie bist du auf die Namen für Day und June gekommen? Beide sind nicht gerade gewöhnlich. Wolltest du mit der Wahl ihrer Namen etwas ausdrücken?
 
Marie: Ja, mit Day schon. Sein richtiger Name ist Daniel, aber auf der Straße nennt er sich Day. Ich dachte, das würde seine positive Lebenseinstellung und seinen Glaube daran, dass nichts unmöglich ist, zum Ausdruck bringen. Außerdem spiegelt es ein bisschen seine Philosophie wieder, der Sonne niemals den Rücken zuzukehren und jeden Tag als neue 24-Stunden-Chance zu sehen. Im Zusammenhang mit dem Buch meine ich, dass er, in einer auf Lügen basierenden Welt, stets auf der Suche nach der Wahrheit und dem richtigen Weg ist. Dies sind in etwa die Gedanken, die ich mir bei seiner Namensfindung gemacht habe.
 
Und bei June dachte ich mir immer, dass ihre Charaktereigenschaften zu den typischen Eigenschaften des Sternzeichens Zwillings zählen. So habe ich sie mit dem Monat Juni in Verbindung gebracht, wobei ihr Geburtstag ironischerweise in den Juli fällt, da ich ihr meinen Geburtstag geben wollte.
 
 
D+A: Du hast "Legend" abwechselnd aus der Sicht von Day und June geschrieben. Hattest du es von Anfang an so geplant und welcher der beiden Charaktere hat dir beim Schreiben mehr Kopfzerbrechen bereitet?
 
Marie: Ja, ich habe mich auf jeden Fall bewusst dazu entschieden, abwechselnd aus beiden Perspektiven zu schreiben. Als ich zu Highschool-Zeiten geschrieben habe, erfand ich eine Fantasy Geschichte, in der Day ebenfalls eine Rolle spielte. Diese Geschichte war in derselben Art geschrieben, spielte jedoch in einer anderen Welt und handelte von anderen Charakteren. Also habe ich Days Geschichte schon immer aus dieser Perspektive gesehen, mit zwei abwechselnden Betrachtungswinkeln. Ich fühle mich wohler, wenn ich in der ersten Person Singular (Ich-Perspektive) schreibe, da es für mich auf diese Art und Weise einfacher ist, mich in die Figuren hineinzudenken und ihre Gefühle auszudrücken. Außerdem wollte ich die gegensätzlichen Seiten der Gesellschaft darstellen. Also dachte ich, es wäre interessant, beide Figuren aus der Ich-Perspektive erzählen zu lassen.
 
June war für mich definitiv viel schwieriger zu schreiben. Sie ist kein einfacher Charakter. Dagegen hatte ich es mit Day viel leichter, weil ich es schon so lange gewöhnt war, ihn in meinem Kopf zu haben (wahrscheinlich klingt das jetzt sehr verrückt *lacht*). June ist überhaupt nicht wie ich. Sie ist wahrscheinlich der einzige Charakter in "Legend" der mit mir absolut nichts gemeinsam hat. So war es für mich manchmal schwierig, mich in sie hineinzuversetzen und in dieser logischen, politischen Form zu denken. So bin ich einfach nicht. June ist zum Beispiel sehr praktisch und athletisch – ich nicht! Wenn ein Charakter sich so sehr von mir unterscheidet muss ich manchmal innehalten und mich dann sehr anstrengen, um ein paar Sätze zu schreiben, die zu June passen. June hat viel mehr Schreibzeit benötigt.
 
 
D+A: Warum hast du dich bei deinen Protagonisten für ein so junges Alter entschieden? Day und June sind mit ihren 15 Jahren sehr jung, meinst du nicht? Trotzdem scheinen sie sehr reif zu sein.
 
Marie: Ich weiß. In den meisten Young-Adult Büchern sind die Protagonisten um die 17, 18 Jahre alt. Ich wollte Day und June ein bisschen jünger machen, um zu zeigen, dass beide Wunderkinder sind. Beide sind etwas ungewöhnlich, also habe ich sie jünger werden lassen. Außerdem bin ich der Meinung, dass Kinder in der Welt von "Legend" viel schneller erwachsen werden. Ihre Welt ist so dunkel, besonders Days, da er auf der Straße lebt. Ich denke, die Jugendlichen, mit denen er sich umgibt, sind bereits mit 12 oder 13 sehr reif. Er lebt seit Jahren auf der Straße und ist deshalb sehr schnell erwachsen geworden. Deshalb wirkt er sicherlich viel reifer, als andere Jungs mit 15 Jahren.
 
Und June, …, nun, weil ihre Denkweise für eine 15-jährige schon sehr außergewöhnlich ist, verhält sie sich auch nicht ganz wie eine typische Protagonistin in diesem Alter. Außerdem kommt noch hinzu, dass sie keine Eltern mehr hat. Sie ist nur mit ihrem Bruder als Beschützer aufgewachsen, und das hat ihr Verhalten sicherlich auch sehr beeinflusst.
 
 
D+A: In vielen Szenen deines Buches können wir Menschen dabei beobachten, wie sie zu gefühls- und emotionslosen Bestien mutieren. Sie führen Befehle aus, ohne an deren Bedeutung oder Konsequenzen zu denken. Siehst du Ähnlichkeiten zur heutigen Weltsituation? Und wie war es für dich, diese Szenen über Mord und Folter zu schreiben?
 
Marie: Es kann schon ein bisschen beunruhigend sein, solche Szenen zu schreiben und die Denkweise eines Soldaten anzunehmen, der wirklich, wirklich daran glaubt, dass Gehorsam das einzige Ziel dessen ist, was er tut. Ich habe mich ein bisschen von meiner Kindheit in China inspirieren lassen. Im Jahre 1989, als ich gerade fünf Jahre alt war, lebte ich in Beijing nur ein paar Straßen vom Tian’anmen Square entfernt (weitere Infos zum Tian'anmen Massaker 1989 HIER). Ich erinnere mich, dass wir am selben Tag, als die Schießereien stattfanden, noch draußen auf dem Platz waren. Für mich war es faszinierend, diese geschichtlichen Ereignisse mit meinen Gedanken zu "Legend" in Verbindung zu bringen. Ich habe versucht, mich in solch einen Soldaten hineinzuversetzen und mir dann vorgestellt, was er wohl dabei denken und fühlen würde, wenn ihm die Regierung aufträgt, das Feuer auf unbewaffnete Menschen zu eröffnen. Wie würde er reagieren? Im Grunde dachte ich mir, man muss nur seinen menschlichen Verstand ausschalten und zu einer Maschine werden. So habe ich es getan, als ich über einige Charaktere in meinem Buch geschrieben habe.
Eine weitere Inspirationsquelle war für mich das Nordkorea-Regime, über das ich mich während meinen Recherchearbeiten informiert habe.
 
 
D+A: In der Geschichte von "Legend" spielt Gewalt eine offensichtliche Rolle. Dies ist immer ein wichtiger Punkt in der Diskussion über ein Buch im Young Adult Bereich, insbesondere nach Büchern wie "Die Tribute von Panem", "Die Bestimmung", oder auch "Ashes: Brennendes Herz" und dessen Fortsetzung "Ashes: Tödliche Schatten". Wie stehst du zu diesem Thema? Dürfen wir von Lesern dieses Genres erwarten, dass sie mit den Beschreibungen von Gewaltszenen in Büchern umgehen können?
 
Marie: Wenn die Gewalt nicht verherrlicht, sondern als wichtiger Punkt in der Story angesehen wird, dann ja. Ich bin der Meinung, dass junge Leser in der Lage sind und in der Lage sein sollten, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, wenn Gewalt das wahre Gesicht eines Menschen zum Vorschein bringt und wichtig zum Verständnis des steinigen Weges der Protagonisten ist. Außerdem leben schließlich eine ganze Menge Jugendliche in einer dunklen Welt. Ich bin mir sicher, dass einige von ihnen bereits ihre eigenen Erfahrungen mit dem Thema Gewalt machen mussten. Ich denke nicht, dass es wirklich hilfreich ist, vieles zu beschönigen.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass verherrlichte Gewalt oder Gewalt als Mittel zur Unterhaltung in Büchern falsch ist. Genau das hat mir bei den "Tributen von Panem" so gut gefallen. Suzanne Collins hat Gewalt in ihren Büchern eingesetzt, um ein Zeichen zu setzen. Um zu zeigen, dass Gewalt als Unterhaltung sehr verdorben sein kann. Junge Leser werden damit umgehen können, wenn es einen Grund für die dargestellte Gewalt gibt.
 
 
D+A: Wenn du die Möglichkeit hättest, einen deiner Charaktere im richtigen Leben zu treffen, für wen würdest du dich entscheiden und was würdet ihr zusammen unternehmen?
 
Marie: Ich würde ..., hm, also, die Charaktere, die ich gern treffen würde, würden mich sicherlich nicht sehen wollen, da sie bestimmt sauer auf mich sind, weil ich ihnen so viel angetan habe *lacht*. Aber ..., ich würde gerne Day treffen. Er war schon so lange in meinem Kopf, ich würde mich gerne mit ihm zusammensetzen, ihm Fragen stellen und einfach sehen, wie er denkt. Aber wenn es darum geht einen schönen Tag miteinander zu verbringen, dann würde ich mich für Tess entscheiden. Sie scheint ein süßes, nettes Mädchen zu sein. Ich würde gern auf sie aufpassen, mich um sie kümmern, ihr Spielzeug schenken, …
 
 
D+A: Die deutsche Übersetzung von "Legend. Fallender Himmel" ist perfekt! Wir sind der Meinung, dass die Übersetzerinnen S. Knuffinke und J. Komina zu den Besten in Deutschland zählen. Machst du dir manchmal Gedanken über die Übersetzungen deines Buches und die Frage, ob die Übersetzung eventuell das Gefühl, das du übermitteln möchtest, abschwächt und nicht so wiedergeben kann, wie du es in deiner Sprache getan hast?
 
Marie: Darüber habe ich mir bisher noch gar keine Gedanken gemacht. Ich habe immer großes Vertrauen in die Übersetzer und mir ist zu Ohren gekommen, dass die Übersetzung von "Legend" unglaublich gut geworden ist. Ich bin sehr froh, das zu hören. Ich selbst habe auch schon einige Bücher gelesen, die von der Originalsprache ins Englische übersetzt wurden und ich fand sie immer recht gut. Deshalb mache ich mir keine Sorgen, meine Verleger sind wunderbar und ich habe tolle Rückmeldungen von meinen Lesern in Europa bekommen. Ein kleines bisschen Angst ist immer da, vermute ich. Angst davor, dass kleine Aussagen vielleicht nicht ganz so rübergebracht werden, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber ich vertraue meinen Verlegern sehr und bin überzeugt davon, dass sie alle einen guten Job machen!
 
 
D+A: Bist du selbstkritisch? Hast du dir schon mal gewünscht, im Nachhinein noch dieses oder jedes an deinem bereits veröffentlichten Buch ändern zu können?
 
Marie: Ja! Ich bin ständig am Überarbeiten, und mein Lektor in Amerika muss mir fast schon das Buch aus dem Kopf reißen, weil ich immer noch einen kleinen Satz ändern oder ein besseres Wort einfügen möchte. Mein Lektor sagt dann immer "Nein! Wir Müssen jetzt fertig sein!" Also, ja! Ich meine, ich habe "Legend" nach der Veröffentlichung noch mal gelesen und es gibt definitiv Absätze, die ich gern ändern würde. Am liebsten würde ich meine Texte ständig überarbeiten und meistens muss ich mich dann dazu zwingen, aufzuhören.
 
 
D+A: Der zweite Band der Legend-Trilogie "Prodigy" erscheint in den USA im Januar oder Februar 2013, oder? Hast du bereits begonnen, den dritten Teil zu schreiben? Und gibt es schon einen Namen für das Trilogiefinale? (Du musst ihn uns nicht verraten, wenn er noch streng geheim ist.)
 
Marie: "Prodigy" erscheint am 24. Januar 2013. Meine Verleger haben einige Titelvorschläge für Band 3 gesammelt, aber eine definitive Entscheidung wurde noch nicht getroffen. Ich bin mit dem ersten Entwurf des dritten Bandes fertig, und wir sind nun in der ersten Phase der Überarbeitung. Also befindet sich das Skript bisher noch in einem recht groben Zustand. Hoffentlich wird es niemand zu sehen bekommen!
 
 
D+A: Weißt du schon, wie es nach "Legend" bei dir weiter geht? Schmiedest du schon neue Pläne, oder hält dich die Legend-Welt noch ein Stück weit gefangen?
 
Marie: Ich habe ich begonnen, an ein paar neuen Ideen zu basteln, nachdem ich mit "Legend" fertig sein werde. Wann immer ich also ein bisschen Abstand von Legend Band 3 brauchte, habe ich angefangen, an etwas anderem zu arbeiten. Ich glaube, ich kehre zurück zur Fantasy, da ich das Genre seit meiner Kindheit liebe. Also wird meine nächste Geschichte wohl in einer High-Fantasy Welt spielen.
 
 
Leserfragen
 
 
Nanni: In der Autorenbeschreibung vom Loewe Verlag habe ich gelesen, dass du gerne fröhliche Menschen magst. Wie kommt es dann dazu, dass du so etwas Düsteres wie eine Dystopie geschrieben hast? Und kannst du dir nach Abschluss der Legend Bücher vorstellen in ein ganz anderes Genre (z.B. Chick-Lit, das ist ja eher fröhlich) zu wechseln?
 
Marie: Das stimmt. Ich mag fröhliche Menschen sehr. Wenn es aber ums Schreiben geht, habe ich schon immer die düsteren Geschichten und Charaktere bevorzugt, keine Ahnung warum. Für mich ist es einfach sehr interessant, über Konflikte und Probleme zu schreiben. Außerdem lese ich selbst sehr viele Dystopien. Es ist nicht so, dass ich diese düstere Stimmung wirklich mag, aber mich fasziniert es, düstere Orte zu erkunden. Speziell auf "Legend" bezogen war es besonders interessant, denn viele Elemente stammen aus der Realität. So haben mich meine Vergangenheit in China und das Regime in Nordkorea beim Schreiben sehr beeinflusst. Es kommt drauf an, wo auf der Welt du lebst. Etwas, das für uns seltsam und abgedreht erscheint, kann für andere Menschen zum Alltag gehören.
 
 
Emma: Hast du schon mal von deinen eigenen Figuren geträumt?
 
Marie: Das ist lustig. Ich glaube, ich habe bisher noch nicht von meinen Figuren geträumt, obwohl ich das manchmal gern würde. Viele Autoren entwickeln aus ihren Träumen großartige Ideen. Also habe ich mich angestrengt und wirklich versucht, von meinen Figuren zu träumen, aber es hat leider nie geklappt. Das ist eigentlich ziemlich merkwürdig.
 
 
Diana: Wenn du in solch einer veränderten Welt wie in "Legend" leben würdest, wie wäre das wohl für dich? Wärst du eher die Kämpferin oder würdest du dich unterdrücken lassen?
 
Marie: Obwohl ich mich überhaupt nicht mit June identifizieren kann und wir komplett verschieden sind, muss ich sagen, dass es wohl leichter und bequemer wäre, auf der Seite der Republik zu stehen, sonst müsste ich ja auf der Straße leben. Ich vermute, dass ich es vorziehen würde, in Junes Welt zu leben, jedoch als Spionin der Rebellen, vielleicht so ähnlich wie Junes Bruder. Wobei, … er musste sterben … Nicht wirklich die beste Möglichkeit, aber dennoch besser, als auf der Straße zu leben.
 
 
Reni: Was denkst du über die Buchverfilmung zu "Legend"? Hast du dabei überhaupt ein kleines Wörtchen mitzureden? Und wie fühlt es sich an, zu wissen, dass die eigens erschaffene Welt + Charaktere bald auf der großen Kinoleinwand zu sehen sind? Ist das nur ein pures Glücksgefühl oder gibt es da auch kleine Zweifel?
 
Marie: Es ist sehr spannend! Natürlich ist die Vorstellung, dass andere Leute die Geschichte aus meinem Kopf nehmen und ein öffentliches Format daraus machen, ein bisschen nervenaufreibend. Für mich ist es eine große Ehre und unglaublich aufregend. Vor kurzem ist das Drehbuch für den Film fertig geworden. Ich hatte die Chance, es mir kurz anzuschauen und ich finde es richtig gut. Ich wurde ständig auf dem Laufenden gehalten und nach Details aus der Legend-Welt gefragt, sodass meine Figuren möglichst authentisch rüberkommen.
 
 
Robert: Würdest du für die Verfilmung von "Legend" eine unabhängigere oder eine "Big-Budget"-Produktion bevorzugen?
 
Marie: Ich denke, dass ich die Möglichkeit bevorzugen würde, die am besten zu dem Film passt. Was auch immer die Filmemacher für richtig halten, es wird das Beste für den finalen Film sein.
 
 
Josi: Wenn du die Schauspieler für deine Hauptcharaktere Day & June wählen könntest, wen würdest du dann gerne in diesen Rollen sehen? Hast du darüber schon nachgedacht?
 
Marie: Ich habe eine Weile darüber nachgedacht und es ist ziemlich schwierig für mich die passende Besetzung für Day zu finden, da er halb asiatisch, halb russisch ist, ein ungewöhnlicher Mix für die meisten Schauspieler. Wenn ich jemanden auswählen müsste, würde ich mich für den jungen Leonardo DiCaprio (in seiner Romeo und Julia-Zeit) entscheiden. Jetzt ist er natürlich zu alt, um Day zu spielen. Damals hatte er aber diesen östlich-europäischen Look.
Und für June schwebt mir jemand wie Hailee Steinfeld vor. Vielleicht nicht direkt sie, aber ihr Aussehen kommt Junes sehr nahe.
 
 
Kerstin: Wo und wann würdest du am liebsten schreiben? Stell dir vor, du hast eine Zeitmaschine und kannst dort anhalten, wo du willst.
 
Marie: Ich liebe es, morgens zu schreiben. Ich bin ein absoluter Morgenmensch, deshalb versuche ich, mein gesamtes Schreibpensum vor 13:00 Uhr zu erledigen. Ich liebe es zu schreiben, wenn es draußen regnet. Also würde ich am liebsten in einem total gemütlichen Café oder einem Balkon sitzen und schreiben, irgendwo, wo es leicht regnet. Ja, das wäre die perfekte Schreibatmosphäre für mich.
 
 
Beende die folgenden Sätze
 
 
"Legend" ist … ein Science-Fiction Thriller mit Wunderkindern.
 
 
Das Schöne an meinem Job als Autor ist … zuhause im Schlafanzug zu schreiben.
 
 
Mein perfekter Tag beginnt mit … Süßigkeiten … geht weiter mit … etwas Leckerem zum Mittagessen … und endet mit … Schokolade.
 
 
Ich wusste, dass ich Autorin werden wollte, … als ich noch in der Schule war und einen Zeitungsartikel über ein15-jähriges Mädchen gelesen habe, das ein Buch veröffentlich hat. Da wusste ich es!
 
 
Ein besonderes Erlebnis in meinem Leben als Autorin … all meine Leser kennen zu lernen! Es ist immer wieder überwältigend, meine Leser in Person vor mir zu sehen. In solchen Momenten überkommt es mich dann immer wieder. Diese Menschen haben MEIN Buch gelesen! Das ist so aufregend!
 
 
Mein nächstes Projekt … ist eine High-Fantasy Geschichte, die in das Italien der Renaissance zurückkehrt, bzw. dort spielt.
 
 
Meine Buchempfehlung … "Code Name Verity" von Elisabeth Wein, ist super! Das ist das Buch, das ich zuletzt gelesen habe. Es ist absolut genial!
 
 
 
Damaris - Marie Lu - Anka, © Anka
 
 
Ankas deutsche Interview-Veröffentlichung könnt ihr HIER finden. Alle, die das Interview gerne im Original, auf Englisch, lesen möchten können hier unsere erste Veröffentlichung anschauen.
 
 
Marie Lu
Marie Lu wurde 1984 in Shanghai geboren und lebte für einige Zeit in Texas, bevor sie an der University of South California studierte. Das kalifornische Wetter hat sie überzeugt dortzubleiben und nun wohnt Marie Lu mit ihrem Freund und drei Hunden in Pasadena, einem Vorort von Los Angeles. Vor ihrem Erfolg als Autorin arbeitete sie als künstlerische Leiterin bei einem Unternehmen, das Videospiele produziert. Marie Lu mag Cupcakes, fröhliche Menschen, Kampfjets, Regen und natürlich Bücher.
 
Hier geht es zur englischsprachigen Website von Marie Lu, und meine Rezension zu Marie Lus Debüt "Legend: Fallender Himmel" gibt es HIER.
 
 
 
 
© Kurzbiografie, Cover und Autorenfoto - Loewe Verlag
 

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Eine Begegung der besonderen Art - Marie Lu im Interview (FBM 2012, englisches Original)

© Paul Gregory
Frankfurter Buchmesse 2012 - ein Ort für Bücher, viele Menschen und Begegnungen.

Eine nette Begegnung der besonderen Art hatten Anka von Ankas Geblubber und ich, tief im Inneren des wunderschönen Messestands des Loewe Verlags. Um den Wortwitz noch mal aufzugreifen, eine LEGENDÄRE Begegnung mit der Debütautorin Marie Lu. Marie - das schreibt man nicht nur so wie unsere deutsche Version, man spricht es auch so aus (mit einem englischen "r").

Die sympathische "Legend"-Autorin stand uns Rede und Antwort, sehr lustig, sehr souverän und sehr ernsthaft. Eine tiny little Autorin ganz groß! ("Klein" ist hier natürlich nur in Bezug auf die Körpergröße zu sehen.)
 
 
 
Anka & Damaris
 
 
D+A: Hi Marie, thanks for joining us for a German interview. We're sure every German YA reader knows who you are. Would you please give us a short introduction of yourself, though?
 
Marie: Oh, sure! My Name is Marie Lu and I am the author of "Legend", which is the first book in a science fiction/dystopian YA trilogy. It's my debut novel. I've written many scripts before but they didn't sell. This is the first one that sold.
 
 
D+A: On Facebook you asked the fans which are their favorite "Legend" characters. Can you tell us which is yours? (And Marie, no spoilers, please ;-))
 
Marie: That's so difficult. They are all like my children, I love them all! But Day is very close to my heart, just because he is a character that's been in my head since I was in highschool, actually. I was always searching for the right story for him. It wasn't until I wrote "Legend" that I found the right story for him to be in. And because he's been in my head for so long and he sort of feels like an old friend, I'm quite close to Day as a character.
 
And otherwise I'm actually very fond of Kaede, the girl that June duels in the street fights. She ends up playing a role in the second book as well and she was very fun to write about.
 
 
D+A: How did you find the names for your characters Day and June? Both names are not that usual. Did you want to express anything with the choice of the names?
 
Marie: Definitely with Day I did. His real name is Daniel, but he chose his street name to be Day. I thought this would represent his optimism in life, his view that every day is a new 24-hours-chance, everything is possible again. So that's why he has his street name. And it also sort of represents his philosophy of walking in the light, which in the book basically means to seek out the truth in a world full of lies and to do the right thing, even if he lives in a very dark world. That's sort of the symbolism behind his name.
 
And for June I always thought that her personality kind of matched the Gemini zodiac, so I matched it up with the month of June. Ironically, her birthday is actually in July because I wanted to give her my birthday.
 
 
D+A: You wrote "Legend" alternately from the view of Day and June. Was this your plan from the beginning and which of both characters caused more troubles in your head to write?
 
Marie: Yes, it was definitely a conscious decision for me to write it in the alternate first person points of view. When I was writing in highschool I actually wrote an early fantasy story that had Day as a character as well. And it was written in the same form, and though with different characters and a different world. So I always pictured his story to be in that kind of setup with two alternate first person viewpoints. I feel more comfortable writing in fist person, because it's easier for me to get into their heads and express their emotions. But I also wanted to show the opposite sides of the society. So that's why I thought it would be fun to do two of them with first person.
 
June was definitely more difficult for me to write. She is not easy. With Day it was much easier for me, because I was so used to him and his voice in my head (which makes me sound crazy *laughs*). June is very unlike me. She's probably the one character in "Legend" I have nothing in common with. So, I find it difficult sometimes to get into her head and to be able to think in that logical and political way she does. I'm not like that at all. She's very practical and athletic – and I'm not! She is very different from me and sometimes I have to stop and do a lot of research to write a few paragraphs that will come very naturally to her. June takes much longer time for me to write.
 
 
D+A: Why did you choose such a young age for your both main characters? Day and June are pretty young with an age of 15, aren't they? And they seem really mature, though.
 
Marie: I know that usually it seems in YA novels the protagonists are around 17 or 18 and I wanted to make them a little bit younger, because I wanted to show their child prodigy side. Both are a little bit unusual and I wanted them to size down a little bit so I pulled their ages back. Also I think, because of the nature of the world of "Legend", people grow up a lot faster. This kind of world is so dark and especially Day is living on the streets. I think in his neighborhood most kids are probably grown up by the time of 12 or 13. For him, especially since he's been alone on the streets for the last few years, he's pretty much become an adult. That's why he may seem a little bit more adult like the average 15-year-old today.
 
And June, since her mind is such a strange place to be, she also acts a bit out of character for a typical 15-year-old. It also makes a difference that she doesn't have parents. She's kind of grown up just with her brother as her guardian and that may have changed the way she acts, as well.
 
 
D+A: In many scenes of your novel we can see people becoming numb beasts without any feelings or emotions. They execute commands without thinking about them or their consequences. Do you see any similarities to people today? And how was it for you to write these scenes about torture and murder?
 
Marie: It can be a little disturbing to write about and to get into the mindset of a soldier who really, truly believes that obedience is the absolute pinnacle of what he's supposed to do. I drew a bit of inspiration from my childhood in China. When I was 5 years old it was the year 1989 in Beijing, that's where I was living, and we lived a few blocks away from Tiananmen Square (weitere Infos zum Tjan'anmen Massaker 1989 HIER). I remember we were out in the square the day that the shootings happened, and knowing the history of what happened on that day, it was a fascinating thing to think about for me, because I tried to put myself in the position of those soldiers and what they where thinking. That even if the government tells them you have to open fire on this unarmed people, what would possess them to go ahead with that command. Basically, I was thinking you just have to shut down your human side and just become a machine. When I was writing about some of the characters in the book this was definitely something that I pulled on. And also the North Korea regime was another inspiration because I see a little bit of that in the research that I've done.
 
 
D+A: The story of "Legend" shows obvious violence. This is always a major point of discussion about a YA book, particularly after books like "The Hunger Games" and "Divergent" also "Ashes" and the second part "Shadows". What is your point of view about that? Can we expect young readers to put up with describing violence in YA books?
 
Marie: I think if it's done in a way that doesn't make the violence seem picturesque and something that fits and is necessary for the story. So if it's violence that really brings to light the personalities of the characters and shows the struggles that the characters have to go through, I think it is something that younger readers can and should be able to handle. Especially since a lot of youngsters do live in pretty dark worlds, as well. I'm sure some of them have experience with violence in their own lives. I don't really think it's helpful to sugar-coat a lot of that. But I don't also believe in picturesque violence, violence just for the sake of entertainment in books. That was something that I enjoyed about "The Hunger Games". I think she (Suzanne Collins) was using violence to make a point. To tell them it's a little twisted to see it as entertainment. I think younger readers will be able to handle this, if there is a reason for the violence.
 
 
D+A: If you could meet one of your characters in real life – who would you choose and what would you do?
 
Marie: I would, … well, the characters I wanna meet would probably not want to meet me, because I'm pretty sure they would be very upset with me for what I've done to them *laughs*. But, I would like to meet … Day! Just because he's been in my head for so long, and I would like to sit down with him and just to pick his brain and see the way that he thinks. But in terms of this having a nice day, I would like to be with Tess. She seems like a nice, sweet girl to go around with. And I would like to feed her, take care of her, give her some toys ...
 
 
D+A: The German translation of "Legend: Fallender Himmel" is perfect! We think that the translators S. Knuffinke and J. Komina are one of the best translators in Germany. Are you sometimes concerned about the fact, that translating the original language could eventually mitigate the native feeling of the story?
 
Marie: It is not something that I've been concerned about too much. I've always had a lot of faith in the translators and I've heard the "Legend" translation is amazing. I'm really glad to hear that. And I've read several books that have been translated from other languages into English and the translations also seemed to be quite good. So I haven't been worried, my publishers are wonderful and I've gotten really great feedback from readers overseas. I suppose there is always a little bit of fear that some of the points you want to carry across might not come across, but I have a lot of faith in the publishers and I think they're doing a good job with that.
 
 
D+A: Are you self-critical? Have you ever wished to change the story, a character or maybe just a little detail in your book when it had already been published?
 
Marie: Yes! I'm in a constant state of editing and my editor in America usually has to pry the book out of my head, because I always wanna change a little phrase or like a word better. And my editor has to say "No! We have to go!" So, yes! I mean, I read back over "Legend" and there are definitely little paragraphs and sentences that I would like to change. I'm in a constant state of revision with my work and I usually have to force myself to stop.
 
 
D+A: The second "Legend" novel "Prodigy" will come out in the US approximately Jan. or Feb. 2013? Have you already started to write the third book? And is there defined a name for it? (You don't have to tell us, if it's top secret).
 
Marie: "Prodigy" will come out January 24th. They (the publisher) have a couple of titles for the third book that they're throwing around, but nothing is solid, yet. I'm finished with the first draft of the third book, but we're on the first run of revisions now. So it's in a very rough state. Hopefully nobody will see this released.
 
 
D+A: Do you have any plans for further projects after the "Legend" chapter? Or are you still highly engrossed in the "Legend" universe?
 
Marie: I've started tinkering with a few other story ideas when I'm done with "Legend". So whenever I'm a little bit exhausted from working on book three I've started working on something else. I think I go back to the fantasy genre, since that was my childhood love with the fantasy books. So, I think my next book would be set in a high-fantasy world.
 
 
Reader Questions
 
 
Nanni: On LOEWES's Homepage we can read that you love happy people. Why did you write a dystopian novel, then? Could you imagine writing a chick-lit-novel?
 
Marie: It's true, in reality I do like happy people. But in fiction I've always written pretty dark stories ever since I was a kid. I'm not sure why. I think those stories just to me have such deep conflicts and this is very, very interesting for me to write about and to read about. I read a lot of dystopian fiction. And it's not so much that I suppose I enjoy darkness, but I think it's more that I find it fascinating to explore this sort of dark places. And "Legend" in particular It was interesting, because a lot of the dark elements in it are pulled straight from reality. My past in China and the North Korea regime. Dystopia and sci-fi and its darkness are also very relative, depending on where you live in the world. Something that might seem strange and twisted to us might be completely normal for other people.
 
 
Emma: Have you ever dreamed about your characters?
 
Marie: You know, it's funny. I don't think I've ever dreamed about my characters, even if sometimes I want to. Because I feel like a lot of writers get great ideas from their dreams. So I tried to force myself to dream about them. I actually don't think I've ever dreamed about my characters. No, never! Which is actually quite strange.
 
 
Diana: Where would you find yourself in the world of "Legend"? Would you be a rebel like Day, a clever and strong girl like June or someone else?
 
Marie: I'm very unlike June, but I have to say, it would be more comfortable to live on the republic side, so I don't have to be on the streets. So, I suppose, I would prefer to live in June's world and be maybe a rebel spy, who enjoys the luxury of the republic and works undercover for the sake of the rebels. Maybe a little bit like Junes brother, something like that, but he ended up dying. Not the best way to go, but probably better than living on the streets.
 
 
Reni: Almost every reader knows that the movie rights for "Legend" have been sold. What do you think about the "Legend" movie realization? Do you have a voice in this chapter? And is there only pure happiness seeing your characters on the big screen, soon? Or do you have some little doubts?
 
Marie: It's very exciting. Definitely a little bit nerve-racking to think about other people taking your world and putting what's in my head into a public format? It's a huge honor, incredibly exciting. For the movie they finished the screenplay now. And I had a chance to look at this screenplay recently, and I think it's very good. They've been very good about keeping me updated, asking me questions about the world making sure that the characters are intact.
 
 
Robert: Would you prefer a more independent movie production, or big budget for the adaptation of "Legend"?
 
Marie: I guess I would prefer anything that works best for the film. Whatever the movie studio thinks what is required would be the best.
 
 
Josi: If you could choose the actors for your main characters Day & June, who would you prefer? Have you already thought about this?
 
Marie: I think about it a little bit, it's a little difficult for me to cast Day, just because he's half Asian and half Russian, a very unusual mix for the most actors. If I had to pick somebody, he's too old to play Day now, but I picture Leonardo DiCaprio during his "Romeo and Julia" days, when he was young. I could see him as Day he's got a little bit of this eastern European look. And for June maybe someone like Hailee Steinfeld. Maybe not her in particular, but I think her look is quite apposite.
 
 
Kerstin: Where would be the perfect place or what would be the perfect time for you to write? Imagine you have a time machine and can go everywhere. Where would you stop by?
 
Marie: I love to write in the mornings. I'm very much a morning person, so I try to get all my writing done before 1 pm. And I would love to write … hm … I love to write when it's raining. So if I was able to sit in a very cozy café or on a cozy balcony somewhere, with soft rain outside, that would be the perfect writing atmosphere for me.
 
 
Finish the following sentences
 
 
"Legend" is … a science fiction thriller with child prodigies.
 
 
The best thing about being a writer is … wearing pajamas at home.
 
 
My perfect day starts with … candy … continues with … something delicious for lunch … and ends with … chocolates.
 
 
I knew that I wanted to become an author when … I was in highschool and I saw a newspaper article about a young girl, who is 15, who had become published - that's when I knew!
 
 
A special experience I made / moment I had in my life as an author … Getting to meet all of my readers. It's always amazing to meet readers in person. That's when it sort of hits me that other people are reading my book. So it's very exciting.
 
 
My next project … is a high-fantasy story, set in a fantasy reversion of Renaissance Italy.
 
 
My book recommendation … "Code Name Verity" by Elisabeth Wein, it's amazing! That's the recent book I read and I thought it was just gorgeous!
 
 
 
Damaris - Marie Lu - Anka, © Anka
 
 
Ankas Interview-Veröffentlichung könnt ihr HIER finden. Für alle, die das Interview gerne auf Deutsch lesen würden, arbeiten wir zur Zeit an der deutschen Übersetzung. Coming soon ...
 
 
Marie Lu
Marie Lu wurde 1984 in Shanghai geboren und lebte für einige Zeit in Texas, bevor sie an der University of South California studierte. Das kalifornische Wetter hat sie überzeugt dortzubleiben und nun wohnt Marie Lu mit ihrem Freund und drei Hunden in Pasadena, einem Vorort von Los Angeles. Vor ihrem Erfolg als Autorin arbeitete sie als künstlerische Leiterin bei einem Unternehmen, das Videospiele produziert. Marie Lu mag Cupcakes, fröhliche Menschen, Kampfjets, Regen und natürlich Bücher.
 
Hier geht es zur englischsprachigen Website von Marie Lu, und meine Rezension zu Marie Lus Debüt "Legend: Fallender Himmel" gibt es HIER.
 
 
 
 
© Kurzbiografie, Cover und Autorenfoto - Loewe Verlag