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Montag, 13. Januar 2014

Buchisches Statement #2


© Damaris liest.
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Mittwoch, 8. Januar 2014

Rezension zu "Herz aus Glas" von Kathrin Lange



Verlag: Arena (Januar 2014)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: Band 1/3, ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 416 S.
ISBN: 978-3401069784
16,99 € [D]

Genre: Jugendbuch, Romantic (Mystery) Thriller

© Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag


Das Thema
Julis Vater ist ein berühmter Autor und wird von seinem Verleger in dessen luxuriöses Anwesen auf der Insel Martha's Vineyard eingeladen. Dort soll er sein aktuelles Buch fertig schreiben. Bei dieser Gelegenheit ist auch Juli eingeladen, vor allem, um sich um den Sohn des Verlegers, David, zu kümmern. Vor nur sechs Wochen ist Davids Freundin und Verlobe bei einem Unfall ums Leben gekommen. Seitdem steckt er in einer tiefen Krise. Davis Vater erhofft sich, dass Juli ihn etwas aufmuntern könnte. Juli ist alles andere als begeistert, sie fühlt sich überfordert und hätte die Winterferien viel lieber mit ihren Freundinnen verbracht. Trotzdem fährt sie mit, auch wenn es fast unmöglich scheint, an David heranzukommen. Bald werden die Ereignisse auf dem Anwesen immer seltsamer und Juli gerät in tödliche Gefahr.

Die Rezension

Der Anfang: Sein Blick traf mich wie ein Hieb.

Tatsächlich ist es dieser Anfangssatz, der den Leser ebenfalls trifft wie ein Hieb. Mit den eindringlichen Worten, und den darauf folgenden, gelingt es der Autorin spielend, den Leser an die ersten Seiten zu fesseln. "Herz aus Glas" strahlt sofort eine düstere, sogar bedrohliche Atmosphäre aus. Das zieht sich durch das Buch hindurch, bis ganz zum Ende. Es wird spannend, leicht romantisch und sehr mysteriös. Der Bezug des Buchtitels zur Geschichte ist wunderbar. Die Auflösung wird dann ganz sicher polarisieren. Jugendliche Thrillerleser und Fans von besonderen Jugendbuchreihen werden ein tolles Leseerlebnis haben!

"Und dieser David? Ist er süß?"
Fand ich ihn süß? Tatsächlich war er ziemlich ätzend zu mir gewesen und ich ärgerte mich über sein Verhalten. Trotzdem hätte ich beinahe Ja geschrieben. "Er ist traurig", tippte ich stattdessen. - S. 33

Juli steht vor einem Aufgabenberg. Wie soll man einen 19-Jährigen "trösten", der gerade seine Verlobte durch einen schrecklichen Todesfall verloren hat? Von Anfang an ist sie sich nicht sicher, ob sie die Erwartungen von Davids Vater, sich um seinen Sohn zu kümmern, erfüllen kann. Auch David gibt ihr sofort zu verstehen, dass er sie nicht um sich haben will. Aber wer will es ihm verdenken?! Darum ist es auch nicht verwunderlich, dass Juli manchmal ganz schön schnippisch daherkommt. Viel lieber würde sie eine tolle Sylvesterparty zu Hause in Boston feiern, als sich mit einem depressiven David zu befassen. Aber Juli hat auch Biss und gibt nicht so leicht auf - und sie verliebt sich in David.

Neben der tollen Story ist die Charakterdarstellung der einzelnen Personen der größte Pluspunkt des Romans. Nebenpersonen, wie etwa Julis Vater oder auch sein Verleger, handeln menschlich, mit so mancher Schwäche. Sie sind also weit davon entfernt perfekt zu sein. Julis Situation, bzw. ihre Aufgabe, ist verzwickt. Man ärgert sich sogar etwas, dass ein Vater ein jugendliches Mädchen "engagiert", um seinen depressiven Sohn aufzumuntern und vom Tod seiner Freundin abzulenken. Als ob das so einfach möglich wäre. Darum sieht man es Juli auch gerne nach, wenn sie sich teils wie ein zickiger Teenager verhält und dies durch eine stellenweise recht jugendlich gehaltene Sprache zum Ausdruck gebracht wird.
Die eindrucksvollste Person ist David. Er hat eine solch starke Ausstrahlung, dass man schnell ein vollständiges Bild von ihm hat. Nicht nur durch Worte, sondern auch durch viele Gesten bringt Kathrin Lange den Lesern Davids Person näher. So werden seine Gefühle verständlich, seine Sorgen fast greifbar.

Was geschah nur mit mir? Wurde ich verrückt? Vermutlich. Jedenfalls schien es die einzige Erklärung zu sein. Ich wurde verrückt und die Welt um mich herum hatte sich in ein gläsernes Märchenreich verwandelt, durch das mein wahnsinniger Verstand taumelte. - S. 317

Mit voranschreitender Story werden die Ereignisse um Juli und David immer mysteriöser. Es ist von einem Fluch die Rede und es geschehen Dinge, die mit Logik nicht zu erklären sind. Hier wird sehr gekonnt mit Mystery-Elementen gespielt und man fragt sich nicht nur einmal, ob man vielleicht doch einen Fantasyroman liest. Und die Auflösung? Die gibt es, vollständig und ohne offene Fragen. Selbst an Kleinigkeiten wurde gedacht. Gerade, wenn einem noch etwas unklar erscheint, kommt die Antwort. Zugegeben, auf einige Leser könnte die Lösung am Ende etwas banal, bzw. gewöhnlich wirken. Doch das ist nebensächlich. Trotz einigen Vermutungen wird man stellenweise ganz schön überrascht.
Ohne Cliffhanger schließt sich die Handlung in "Herz aus Glas". Die Geschichte dieses Trilogiestarts könnte man sogar als abgeschlossen betrachten. Einzig zwei Sätze am Ende geben einen Hinweis darauf, dass es mit der Geschichte noch weitergeht. So gestaltet sich die einjährige Wartezeit recht angenehm.

Das persönliche Fazit
Bei dieser Bewertung musste ich etwas überlegen, da ich mich teilweise an die "normalen" Arena-Thriller erinnert fühlte. Das ist jedoch nichts Negatives, das Buch fesselte mich durchgehend. Einige Stellen waren sogar richtig emotional oder überraschend. "Herz aus Glas" hat nicht nur eine perfekte Gestaltung, auch der Inhalt kann sich durchaus sehen, pardon, lesen lassen! Besonders gut gefiel mir die fast schon lyrische Integration des Buchtitels in die Geschichte. Die Handlung ist spannend und längenfrei. Inmitten vieler Fantasy-Einheitsbrei-Jugendbücher war der Roman für mich eine Wohltat und ein echter Pageturner. Der Plot ist fehlerlos und völlig logisch, die Charaktergestaltung sehr gut. Nennenswerte Kritik ist hier fehl am Platz. 5 Sterne!

Aufmachung: 5 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Herz aus Glas-Trilogie:

Band 1 - "Herz aus Glas"
Band 3 - "Herz zu Asche"

Sonntag, 5. Januar 2014

Buchisches Statement #1


© Damaris liest.
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Donnerstag, 2. Januar 2014

Buchzugänge vs. Buchabgänge vs. Geflüster im Dezember 2013

Hurra, 2014 da! Ab jetzt wird alles besser ... denkt man sich am Jahresende oft. Alles Quatsch für mich. Ich bin zufrieden mit meinen (Lese)jahr 2013. Falls ich mich nicht verzählt habe, habe ich im vergangenen Jahr 120 Bücher gelesen. Es gab deutlich mehr Tops als Flops und ich bin einfach glücklich, dass mein Jahr durch so viele tolle Bücher bereichert wurde.
Seit dem Herbst habe ich ganz fleißig und konsequent meinen SuB abgebaut und bin mit meinem anvisierten Ziel von 20 Büchern ins Jahr 2014 gerutscht. YES! Und darum habe ich mich auch gleich selbst belohnt und mir endlich meinen Schaaatzzz (hier höre ich mich tatsächlich an wie Gollum) gegönnt ...



Vor etlichen Jahren habe ich "Der Hobbit" und "Der Herr der Ringe" gelesen. Ganz klassisch wurde mit dem Kinderbuch "Der (kleine) Hobbit" angefangen und danach wurden nacheinander alle drei Bände des grünen Schubers "Der Herr der Ringe" verschlungen. Ich fand's toll! Und obwohl ich langsam von der High Fantasy in Richtung Jugendfantasy rutschte, haben mich diese Bücher geprägt. Trotz altertümlicher Sprache und vielen Längen hatte ich damit das bestmögliche Leseerlebnis.
Schon lange schleiche ich um die rote Gesamtausgabe "Der Herr der Ringe", übersetzt von Margaret Carroux, herum. Mit 49 € zwar kein Schnäppchen, aber durchaus erschwinglich. Mit rotem Leineneinband, zwei Lesebändchen, div. Karten und Anhängen + rotem Buchschnitt gehört sie jetzt mir. (Es gibt beim Verlag noch einen Leder-Schmuckschuber, der 400 € kostet und eine Leder-Sonderedition Gesamtausgabe für 900€ - Huch, im Ernst?!?). Bei dieser Gelegenheit habe ich mir dann noch eine wunderschöne Ausgabe von "Der Hobbit oder Hin und zurück" gegönnt. Das Buch ist illustriert mit wahnsinns Zeichnungen und Bildern von Alan Lee. Genial!
Gepusht durch die Filme - ich habe um die Weihnachtszeit alle HdR Extended Editons angeschaut und natürlich den zweiten Hobbit-Teil im Kino - und meine neuen Schätze, WILL ich diese Bücher nochmals lesen. Von meinen alten, zerlesenen Ausgaben kann ich mich übrigens nicht recht trennen. Eigentlich wollte ich sie aussortieren, aber jetzt stehen sie eben alle nebeneinander im Regal.


Meine Buchzugänge vom Dezember 2013 - 5 Bücher:




Herz aus Glas ist der Beginn einer Romantic Thriller-Trilogie für Jugendliche. Das Buch wurde allen Teilnehmern des letzten Arena-Workshops bereits von der Autorin vorgestellt. Schon der erste Satz "trifft wie ein Hieb" und es war sofort klar, dass ich es lesen muss.
In aller (Blogger-)Munde ist gerade Wie Monde so silbern, der erste Band der Luna-Chroniken. Ich lese nur begeisterte Stimmen und das Buch landete ganz fix auf der Wunschliste. Ein Dezemberengel hat es mir dann zum Geburtstag geschenkt. Ich war ganz baff. Dankefein! Das Covermuster besteht übrigens aus Schuhen, mir fiel das vorher nie auf ...
Seelenkuss habe ich beim Tauschticket ergattert, an Lynn Ravens Büchern komme ich schlecht vorbei. Und Das Kind der Stürme musst ich mir, nach dem genialen Leseerlebnis mit dem ersten Band der Sevenwaters-Saga, schnell kaufen, bevor die letzten Stücke vergriffen sind.
Ein Verlagsgeschenk zum Jahresende war Das Rosie-Projekt. Eine etwas andere, sehr herzige Lovestory, die mir die Weihnachtstage versüßt hat. Das Buch ist bereits rezensiert und hat von mir die volle Punktzahl bekommen.


Buchabgänge - Gelesen habe ich im Dezember 8 Bücher:




Wintertraum und Weihnachtskuss von Sissi Flegel ... habe ich mir als süße Weihnachtslovestory in 24 Kapiteln vorgestellt. Es war dann aber für ein so junges Publikum geschrieben, dass mich die 6. oder 7.-Klässler-Schwärmereien schnell genervt haben.
Die Jäger der Nacht von Andrew Fukuda ... war eines meiner Highlights. Es ist so großartig! Ich war von vorne bis hinten atemlos dabei und beim Lesen sehr, sehr angespannt. (Meine "Die Jäger der Nacht"-Review gibt's hier)
Das verbotene Eden: Logan und Gwen von Thomas Thiemeyer ... ist der zweite Band der Eden-Trilogie und gefiel mir von allen Teilen am besten. Eine wunderbare deutsche Dystopie. Die Reihe ist 2014 übrigens als Taschenbuch zu haben. Empfehlenswert!
Die Tochter der Wälder von Juliet Marillier ... war definitiv mein Monatshighlight! Es darf sich jetzt zu den schönsten Büchern zählen, die ich bis dato gelesen habe. Es ist der erste Band der Sevenwaters-Saga und Band 2 und 3 befinden sich (glücklicherweise!) auf meinem SuB. Die Bücher sind (leider!) teilweise vergriffen. (Meinen "Die Tochter der Wälder"-Kurzspot gibt's hier)



Die große Wildnis von Piers Torday ... sollte für mich ein zauberhaftes Kinderbuch werden (das Cover ist gigantisch!) und es begann großartig. Leider blieb bei mir am Ende ein schaler Nachgeschmack zurück. Die Geschichte hat eine sehr pessimistische Grundstimmung, die ich für ein Kinderbuch nicht sehr vorteilhaft finde. Ich wurde nicht richtig warm damit. (Mein "Die große Wildnis"-High Five gibt's hier)
Das verbotene Eden: Magda und Ben von Thomas Thiemeyer ... bringt die Trilogie sehr gut zu Ende. Hier schließt sich der Kreis absolut logisch und fesselnd. Mir gefiel vor allem dem Part, der die Anfänge des Zusammenbruchs der Zivilisation zeigt. Sehr gut!
Das Rosie-Projekt von Graeme Simsion (ich schreibe diesen Namen immer falsch!) ... wird vom Verlag als "der erste Bestseller 2014" gehandelt. Und es hat durchaus das Potenzial dazu! Für mich war es ein Überraschungshit mit einem sehr liebenswerten, andersdenkenden Protagonisten, der mir lange im Gedächtnis bleiben wird. (Meine "Das Rosie-Projekt"-Rezension gibt's hier)
Dead Beautiful: Deine Seele in mir von Yvonne Woon ... war für mich keine positive Überraschung. Bei Titel und Untertitel weiß man übrigens sofort was bei der Geschichte Sache ist. Wahrscheinlich lag es zu lange auf dem SuB und die Ära des Buches ist für mich bereits vorbei. Ich kann auch die vielen positiven Stimmen dazu nicht so recht nachvollziehen. Nach 280 Seiten habe ich das Buch abgebrochen (und Band 2 gleich mit vom SuB verbannt).


Highlights: Allen voran war das "Die Tochter der Wälder" - das Buch ist absolut zauberhaft und wird nie wieder bei mir ausziehen. "Die Jäger der Nacht" ist wahnsinnig haarsträubend und fesselnd. Ich denke noch oft daran. Und "Das Rosie-Projekt", diese wunderbar andere Liebesgeschichte, gehört mit seinem unkonventionellen Protagonisten zu den Büchern, die einen tief im Herzen treffen.

Lowlights: Klar, zuerst natürlich "Dead Beautiful: Deine Seele in mir" - das habe ich abgebrochen. Der Reihenbeginn war zugleich für mich das Ende dieser Schema-F-Paranormal Lovestory. Hier möchte ich nicht noch mal ran. "Die große Wildnis" hat mich ebenfalls etwas enttäuscht. Ich weiß nicht, ob das Buch der jungen Zielgruppe guttut. Irgendwie hatte die Geschichte nichts Schönes an sich. "Wintertraum und Weihnachtskuss" war kein echtes Lowlight, da ich einfach nicht in die Zielgruppe des Buches passe. Folglich konnte ich der Geschichte auch wenig abgewinnen. Sie ist schon in Vergessenheit geraten.