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Donnerstag, 12. Mai 2016

Review zu "Heute sind wir Freunde" von Patrycja Spychalski



cbt Verlag (März 2016),
Klappenbroschur, 320 Seiten,
14,99 € [D]


Nell, Leo, Chris, Anton und Valeska sind so verschieden wie Tag und Nacht. Da werden sie versehentlich in der Schule eingesperrt. Gar nicht so schlimm denkt sich Nell, ist sie doch schon lange in Leo verknallt. Super, findet Chris, ist er doch schon ewig in Nell verknallt. Kein Bock hier den Aufpasser zu spielen, denkt sich Streber Anton. Die haben doch keine Ahnung, wer ich wirklich bin, denkt sich Schulschönheit Valeska. Und Leo? Der ist einfach zu cool für diese Welt. Oder doch nicht? Am nächsten Morgen ist nicht nur ein Liebespaar aus der Nacht hervorgegangen, sondern auch fünf Freunde, die es gestern noch nicht waren, aber heute sind ... und es vielleicht sogar bleiben. (Text-, Cover- und Zitatrechte: cbt Verlag)


Ach, was soll's. "Ihr seid ein Haufen Langweiler, habe ich mir gerade so gedacht."
Vier Augenpaare sehen mich entrüstet an.
Valeska ist schon wieder auf hundertachtzig. "Und du? Nur weil du hier einen auf Jim Morrison für Arme machst, heißt das nicht, dass du interessant bist."
"Jim Morrison? Wie bist du denn drauf?"
"Tja, so wie du hier den Obermacker markierst, so haben sich schon tausend Typen vor dir aufgeführt. Das ist weder originell, noch charmant, noch rebellisch - falls du das glaubst."
- S. 142


Meine Meinung
Patrycja Spychalskis Jugendbücher, dieses ist bereits ihr sechstes, sind für mich zu einem Lesemuss geworden. Denn sie haben alle eine ganz hervorstechende Eigenschaft - Realismus. Dieser kommt nicht beschönigt oder aufgesetzt daher, sondern überzeugt mit einer spröden Natürlichkeit. Die Situationen in den Büchern könnten jedem von uns passieren oder man hat sogar einen konkreten Bezug dazu. Ob es nun realistisch ist, dass die fünf Jugendlichen aus "Heute sind wir Freunde" ohne Aufsichtsperson in der Schule eingeschlossen werden, sei mal dahingestellt. Aber das ist auch nicht die primäre Mitteilung des Buches. Vielmehr geht es um Mut, Akzeptanz und Freundschaft.

Meist ist es doch so: Wir denken in Schubladen, beurteilen nach dem Äußeren, können andere Meinungen nur schlecht akzeptieren. Nicht anders geht es den fünf Jugendlichen, die notgedrungen eine Nacht zusammen verbringen müssen. Während des Schulalltags haben sie so gut wie nichts gemeinsam, laufen sich allenfalls im Klassenzimmer mal über den Weg. Denn jeder von ihnen entspricht einem Klischee, einer Meinung, die sich andere gebildet haben. Valeska - die kühle und arrogante Schulschönheit, Anton - das Muttersöhnchen, der immerwährende Nerd oder Leo - Mädchenschwarm und Obermacker. Einige Jugendliche leben diese Klischees gerne, während anderen die Charakterstärke fehlt, sie zu widerlegen.

Es passiert einiges in "Heute sind wir Freunde", während der Sturmnacht, die fünf Teenager alleine in der Schule verbringen. Trotzdem liest sich das Buch ruhig, ohne die forcierten Dramen eines Katastrophenromans. Jugendliche Leser werden ihn kennen, den typischen Geruch des Lehrerzimmers, den surrenden Snackautomaten oder die Bühne in der Aula. Ältere Leser werden sich erinnern. Denn da ist sie wieder, die Natürlichkeit oder Normalität, die ganz typisch ist für die Bücher der Autorin.

Abwechselnd, immer in gleichen Rhythmus, wird die Geschichte aus der Sicht der Jugendlichen erzählt. Nachdem jeder ein Mal zu Wort kam, war mir klar, wie sie nach außen hin wirken, bzw. welche Meinung jeder von den anderen hat. Ich konnte mich einfühlen, realisierte sofort, dass in allen mehr steckt, als die Fassade vermuten lässt. Dieser Knoten löst sich während der Geschichte Stück für Stück. Jeder der fünf findet den Mut, Vertrauen zu fassen, sich zu entschuldigen oder falsche Meinungen/Eindrücke zu revidieren. Das gelingt jedem von ihnen anders, mal schroff, mal herzlich, und ebnet den Weg für Freundschaften, die unter normalen Umständen nicht möglich gewesen wären. Das Gefühl, mit dem man sich am Ende von den Protagonisten verabschiedet, ist verständnisvolle Zufriedenheit.

Fazit
"Heute sind wir Freude" unterscheidet sich nicht nur äußerlich von den bisherigen Romanen von Patrycja Spychalski. Die Autorin legt den Fokus bewusst nicht auf Einzelpersonen oder eine vorrangige Liebesgeschichte. Fünf unterschiedliche Jugendliche begegnen sich hier, die notgedrungen die Möglichkeiten bekommen, sich weiterzuentwickeln, mutig zu sein, Akzeptanz zu erfahren und Freundschaften zu schließen. Das ist sehr aufrichtig, manchmal anstrengend und insgesamt gewinnend-gefühlvoll. Unbedingt ausprobieren! 4 von 5 Punkte von mir.

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Dienstag, 10. Mai 2016

Buchzugänge vs. Buchabgänge vs. Geflüster im April 2016

Nachdem im März 15 neue Bücher bei mir eingezogen sind, habe ich es im April etwas ruhiger angehen lassen. Komplett komme ich an Neuerscheinungen und Wunschlistenbüchern aber nie vorbei.


Meine Buchzugänge im April 2016 - 6 Bücher



Jane & Miss Tennyson von Emma Mills
... habe ich bei einer sehr coolen Aktion bei den Bookwives gewonnen.
Remember Mia von Alexandra Burt
... ist ein Thiller der mich sofort ansprang.
Die Rache der Insel von Manuela Martini
... ist ein Buch für meine persönliche Reihenchallenge 2016.
Januarfluss von Ana Veloso
... habe ich endlich ins Regal gestellt, nachdem ich die begeisterten Rezis bei Favolas Lesestoff und Annas Bücherstapel gelesen habe.
Deine eines wildes kostbares Leben von Jessie Kirby
... musste ich haben, weil mir "Mein Herz wird dich finden" der Autorin so gut gefiel, dass ich weitere Bücher von ihr lesen möchte.
Heute sind wir Freunde von Patrycja Spychalski
... war ein Muss-Buch. Bücher dieser Autorin lese ich grundsätzlich.


Buchabgänge - gelesen habe ich im April 6 Bücher


    

Playlist for the dead von Michelle Falkhoff ... hat ein eindringliches Thema. Dennoch war ich enttäuscht, dass die im Titel beschriebene Playlist so gut wie nichts mit der Handlung und Auflösung zu tun hatte. Das Buch werde ich nicht lange in Erinnerung behalten, darum ist es auch mein April-Lowlight.
Blutwald von Julie Heiland ... ist der zweite Band der Bannwald-Trilogie und hat mich, wie auch schon der Vorgänger, super unterhalten. Band 3 erscheint jetzt im Mai.
Witch Hunter von Virginia Boecker ... gehört zu den Büchern, die sich wunderbar schmökern lassen und ein tolles Lesegefühl vermitteln. Das Buch ist das erste von zwei Bänden. Sehr stark!


    

Schöne Mädchen brennen nicht von Lynn Weingarten ... hat mich sozusagen brennend interessiert, weil ich "Mottentanz" der Autorin geliebt habe. Enttäuscht wurde ich nicht. Der neue Jugendthriller ist harte Kost. Ich werde noch sehr lange daran denken und über das Ende rätseln.
Herzflattern mit Karamell oder Wie ich in zwei Wochen mein Leben ruinierte von Erin Gough ... erzählt von Delilah, die das Café ihres Vaters alleine führen muss, solange dieser auf Weltreise ist. Meine Erwartungen an dieses Buch deckten sich war nicht mit der Geschichte, lesenswert ist es trotzdem. Die Story ist speziell und etwas verrückt.
Die längste Nacht von Isabel Abedi ... hat mich sehr beeindruckt. Die intensive Atmosphäre und die dichte Geschichte haben mich eingesaugt. Darum ist dieses Buch mein April-Highlight.


Geflüster im April


Der April war eine toller Monat und hat mir auch blogtechnisch großen Spaß gemacht. Ich war so motiviert, dass ich mit mir eine persönliche Challenge 2016 veranstalte: Ich lese "vergessene" Buchreihen. Die Motivation hält noch an, ganz löblich habe ich seit Anfang April zwei Reihen weitergelesen.

Der Welttag des Buches, ist für Bücherblogger ein Festtag. Zu diesem Anlass durfte ich meinen Loewe-Leserliebling verlosen. Die Aktion war super und rief mir nochmals in Erinnerung, warum ich die Raven Boys-Reihe von Maggie Stiefvater so liebe und den letzten Band herbeisehne.

Die dtv Verlagsgesellschaft veranstaltete im April ein großes Bloggerraten zur Thriller-Neuerscheinung "Remember Mia". Die Grundstory des Buches war vorgegeben, und man hatte die Möglichkeit die Geschichte weiterzuerzählen. Meine gedanklichen Ergüsse sind sicher völlig abwegig und wahrscheinlich nicht mal in der Nähe der echten Geschichte. Die ganze Aktion war aber einfach lustig. Meine Idee zur Geschichte von "Remember Mia" gibt es HIER.


In Sandras Büchernische gibt es einen herrlichen Artikel über das Bloggeralphabet zum Thema "D wie Design". In Sachen Design ist sie ein echter Profi und ihre Tipps sind klasse!

Schöne Dinge zum Buch gibt es bei Wortmalerei zu bewundert. Marie hat sich gestalterisch ausgetobt, und trifft damit bei jedem Bücherfan direkt ins Schwarze.

Den Wunsch nach der eigenen Domain hat sich Jenny für ihren Blog Tintenträume erfüllt. Sie ist sehr glücklich mit der Entscheidung und die Blog-URL liest sich super!


Ganz zum Abschluss zeige ich wieder drei meiner April-Instagram-Impressionen. Unter @damarisliest bin ich dort sehr gerne unterwegs.



Montag, 9. Mai 2016

Rezension zu "Die längste Nacht" von Isabel Abedi



Verlag: Arena Verlag (März 2016)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: - , ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 408 S.
ISBN: 978-3401061894
19,99 € [D]

Genre: Jugendbuch

© Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag


Das Thema
Vita hat ihre Abitur in der Tasche. Jetzt will sie mit ihren beiden besten Freunden und einem alten VW-Bus durch Europa touren. Kurz vor der Abreise entdeckt sie im Arbeitszimmer ihres Vaters ein paar Seiten eines unveröffentlichten Manuskripts. Die kurze Textpassage rührt etwas in ihr an, das sie nicht recht benennen kann, worüber sie aber noch lange nachdenkt.
Nach ihrem Aufbruch zum großen Roadtrip, stößt Vita wenig später in Italien auf den Schauplatz des Manuskripts, das Städtchen Viagello - und auf Luca, der für sie sofort etwas Besonderes ist. Vita möchte Viagello erkunden, denn sie fühlt sich seltsam hingezogen zu dem malerischen Ort. Und sie möchte wissen, was dort geschah und was das Manuskript mit ihr zu tun hat.

Die Rezension

Der Anfang: Früher habe ich nicht an Zufälle geglaubt. Doch seit an jenem heißen Sommertag in Viagello aus buchstäblich heiterem Himmel Lucas Buch vor meinen Füßen landete, hat das Wort für mich eine völlig neue Bedeutung bekommen.

Wenn man auf den ersten Seiten schon von der Handlung gefesselt ist, eine kurze Passage so verwundert, dass man gar nicht anders kann, als hinter das Geheimnis der Geschichte zu kommen, dann hält man wahrscheinlich ein neues Buch von Isabel Abedi in der Hand. Genau so geht es einem bei "Die längste Nacht", als Vita ihren Vater beim nächtlichen Lesen erwischt und er sie mit einem simplen "Raus!" aus dem Zimmer wirft. Ungewöhnlich und suspekt, findet Vita. Ab diesem Zeitpunkt nimmt das Schicksal seinen Lauf, und Vita stolpert über ein Geheimnis, das bisher vor ihr verborgen war. 

Denn Sehnsucht - das lernte ich in jener Nacht - muss nicht schmerzhaft sein. Sie kann unendlich süß und verheißungsvoll sein, sie kann alle Fragen offenlassen und gleichzeitig alles möglich machen, was wir uns wünschen. - S. 81

Die Geschichte wird aus der Sicht und mit Ich-Form von Hauptprotagonistin Vita erzählt. Diese Perspektive wechselt nicht und ermöglicht dem Leser ganz nahe am Geschehen zu bleiben - von den ersten drängenden Fragen bis zur vollständigen Auflösung am Ende. Zwischendurch animieren kurze, geheimnisvolle Kapitel aus einer fremden Perspektive zum Miträtseln und tragen zu einer mysteriösen Auslegung bei. Und weil man als Leser dazu animiert wird, sich alle möglich Szenarien zurechtzufantasieren, wird die eigentliche Lösung dann überraschen. Auf welche Weise liegt an den Lesevorlieben und der Fantasie jedes Einzelnen.

Sprachlich ist das Buch perfekt. Stilistisch verzichtet die Autorin auf Experimente und verleiht der Geschichte etwas Inbrünstiges und Nachdrückliches. Unumstritten hat "Die längste Nacht" eine Atmosphäre, einen Charme, der mustergültig für ein wunderbares Leseerlebnis ist. Der Handlungsort und seine Umgebung sind dafür wie geschaffen. Man ist sprichwörtlich mittendrin. Dabei sind die Beschreibungen ausgewogen dosiert. Auf der anderen Seiten nimmt man eine besondere Stimmung im Buch war. Es ist rätselhaft, machmal, zwischen all der Sommerstimmung, auch düster. Das verleiht der Geschichte eine hohe Grundspannung und passt ausgezeichnet zur Auflösung - sie wirkt noch lange nach.

Das persönliche Fazit
"Die längste Nacht" schürte dieses besondere Lesegefühl in mir unbedingt wissen zu wollen, was geschah, wie alles zusammenhängt - am liebsten noch bevor der Morgen graut. Es ist unmöglich, sich dem besonderen Charme des Buches zu entziehen. Die lebendige Atmosphäre und das düstere Familiengeheimnis machen das Lesen spannend und sehr intensiv. Die starken Charaktere passen zum stimmungsvollen Erzählstil und machen die Geschichte so eindrücklich wie glaubhaft. Mir hat sie sehr imponiert. 5 Sterne!


Aufmachung: 4,5 / 5
Handlung: 4,5 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Montag, 2. Mai 2016

Review zu "Herzflattern mit Karamell oder Wie ich in zwei Wochen mein Leben ruinierte" von Erin Gough



FISCHER KJB (März 2016),
Hardcover, 352 Seiten,
übersetzt von Yvonne Hergane,
15,99 € [D]


Als Delilahs Vater auf Weltreise geht, muss die Siebzehnjährige plötzlich alleine sein Café in Sydney leiten, das Flywheel. In die Schule will sie sowieso nicht mehr. Außerdem hat sie vom Café aus den perfekten Blick auf Rosa, die Kellnerin im Restaurant gegenüber. Für sie und ihren besten Freund Charlie wird das Flywheel ihre eigene kleine Welt. Doch dann scheint sich alles und jeder gegen Delilah zu verschwören, und sie muss sich der entscheidenden Frage stellen: Wie viel Flywheel-Spezial-Karamell-Milchshake braucht man wirklich, um ein ruiniertes Leben zu retten? (Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER KJB)


Charlie weiß, dass ich von Rosa besessen bin. Seit einiger Zeit erzähle ich ihm viel von ihr. Sehr viel. In jemanden verschossen zu sein lenkt dermaßen gut von der Realität ab. - S. 35


Meine Meinung
Romane, die in Australien spielen, haben meist ein besonderes Flair. "Herzflattern mit Karamell Oder Wie ich in zwei Wochen mein Leben ruinierte" macht hier eine Ausnahme. Im Buch geht es nicht um viel Sonne und Staub, es spielt mitten im Herzen von Sidney. Und bis auf die Rucksacktouristen, die nach Bondi Beach fragen, könnte das Buch in jeder beliebigen Stadt spielen. Selbst das Alles-easy-Feeling ist nicht vorhanden, denn einfach wird es für Hauptprotagonistin Delilah ganz gewiss nicht.

Delilahs Eltern, und sie selbst, sind sehr freigeistliche Personen. Als ihre Mutter sich mit einem anderen Mann aus dem Staub macht, schlägt Delilah ihrem Vater vor, den Kopf freizubekommen, indem er auf Weltreise geht. Derweil kümmert sie sich um sein Café, um das Personal, die Bestellungen und Finanzen. Schon hier würde ich zu der Erkenntnis kommen, dass das nicht gutgehen kann. Viel zu viel Verantwortung für ein siebzehnjähriges Mädchen (deren hauptsächliche Gedanken sich um ihren Schwarm Rosa drehen, und, gezwungener Maßen, um das Mobbing in der Schule).

In der Tat ist es so, dass man Delilah nicht so recht einschätzen kann. Sie wirkt tough, schmeißt auch mal kurzerhand einen diebischen Mitarbeiter aus dem Café, hat aber zudem eine sehr verletzliche Seite, die sie durch eine etwas spröde, unsichere Art ausdrückt. In der Schule ist sie schlimmen Hänseleien und Mobbing ausgesetzt, seit bekannt wurde, dass sie lesbisch ist. Da ist es verständlich, dass sie nicht mehr zu Schule geht, um das Café bestmöglich zu führen. Doch selbst das wächst ihr mit jedem Tag mehr über den Kopf, jeder Tag bringt neue Probleme, bis es zum großen Knall kommt. Obwohl ich Delilah gut leiden konnte, mit ihr gefühlt, geschmunzelt und mich erschrocken habe, hat sie mich nicht richtig erreicht. Sie erschien mir unnahbar und aufbrausend-fragil.

Autorin Erin Gough hat mit "Herzflattern mit Karamell ..." einen mutigen Roman geschrieben. Zum trockenen Humor und der versteckten Sensibilität muss man sich als Leser erst einen Zugang schaffen. Dann kann man sich selbst mit Delilah und ihrem Scherbenhaufen (bestehend aus Café und Gefühlschaos) arrangieren und sich mit ihr über so manches von Herzen freuen. Denn das Drama um das Café und die Liebe schärft den Blick für die Dinge, die im Leben echte Bedeutung haben: Akzeptanz, echte Freundschaft und Wertschätzung.

Fazit
"Herzflattern mit Karamell oder Wie ich in zwei Wochen mein Leben ruinierte" gehörte zu den Romanen, die mich als Leser herausforderten. Die Protagonistin ist speziell, die Umstände verworren und aufreibend. Dennoch hat die spröde Art des Romans auch ihren Reiz. Das Buch ist gefühlvoll, wo man das auf den ersten Blick nicht erwartet hätte und hat ein erkenntnisreiches, positives Ende. Dafür gibt es von mir 4 von 5 Punkte.

© Damaris Metzger, damarisliest.de