Dieser All Age- und Jugendbuchblog wurde beendet. Schau dich jedoch gerne um! Infos dazu gibt es HIER.

Donnerstag, 5. November 2020

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im November 2020

Buch-Neuerscheinungen für den November musste ich suchen. Sie sind mir nicht auf Anhieb ins Auge gefallen, bzw. erscheinen diesen Monat nicht ganz so viele Bücher, die auf meiner Wunschliste landen. Schlussendlich sind es fünf bunt gemischte Bücher geworden, die ich mir merke oder die ich auf jeden Fall lesen werde. Detaillierte Infos dazu gibt es mit einem Klick auf das Cover.


  

Der Schlüssel aller Seelen von Jeremy Lachlan ... ist tatsächlich eine Fortsetzung, die ich mir dick im Kalender angestrichen habe. Der Vorgängerroman "Die Wiege aller Welten" hat mir so gut gefallen, dass Band 2 ein Lesemuss ist. Ich glaube, hier handelt es sich um eine Dilogie. Die Reihe ist danach also abgeschlossen.
19 Love Songs von David Levithan ... habe ich zufällig entdeckt und bin vor allem wegen dem Namen des Autors hellhörig geworden. Die Bücher von David Levithan finde ich nämlich klasse. Und dieses Buch ist aus der Tradition entstanden, am Valentinstag Geschichten für seine Freunde zu schreiben. Daraus wurde dann "19 Love Songs". Man trifft in den Kurzgeschichten auch auf bekannte Charaktere, z. B. aus "Letztendlich sind wir dem Universum egal" oder "Two Boys Kissing". Beide Bücher habe ich gelesen, sie sind großartig.
Die Farbe von Glück: Ein Roman über das Ankommen von Clara Maria Bagus ... klingt für mich auf Anhieb nach einem Sachbuch in Romanform. Aber ich glaube das täuscht, denn hier wird die Geschichte einer falschen Entscheidung erzählt, die das Leben dreier Familien für immer verändert. Ich bin sehr gespannt auf das Buch und auf die Wirkung, die es bei mir haben wird.

Dienstag, 3. November 2020

"Papierklavier" von Elisabeth Steinkellner



Das Thema
Maia, 16, pendelt zwischen Schule, Teilzeitjob und ihrer Rolle als Ersatzmutter für ihre jüngeren Schwestern. Als eines von drei Kindern, jedes von einem anderen Vater, wird sie schon mal schief angesehen, lässt sich aber keineswegs unterbuttern. Schnoddrig, selbstbewusst und mit zwei besten Freund*innen an ihrer Seite geht sie durchs Leben, kämpft manchmal gegen ihre eigenen Kilos, meist aber gegen zu starre Schönheitsnormen. Sie steht zu sich und hält zu ihren Freundinnen - komme, was da wolle. Und trotz vieler Verpflichtungen und mancher Niederlagen erobert sie sich mutig ein Stück vom Glück. Ihre Gefühle schreibt sie hier nieder, mit Bildern, die da einspringen, wo Maia keine Worte findet. Der Stil ist sowohl frei als auch witzig, einfühlsam und verletzlich - genau wie Maia selbst.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Beltz & Gelberg


Es hat durchaus sein Gutes, nur zwei ECHTE Freund*innen zu haben.
Ich muss mich zum Beispiel nicht ständig auf einer dieser Selbstdarstellungsplattformen herumtreiben und dort allen verklickern, wie schön, beliebt und erfolgreich ich bin. Niemals würde ich zwei Menschen, die mich im echten Leben wirklich mögen, gegen Hunderte sogernannter Freunde tauschen wollen, die mich gar nicht richtig kennen. - Elisabeth Steinkellner, "Papierklavier"


Das Leseerlebnis
Um "Papierklavier" zu beurteilen oder zu bewerten, muss ich meine grauen Zellen ganz schön anstrengen. Hier fallen mir die Worte gewiss nicht zu, und meine Eindrücke zu diesem Roman niederzuschreiben ist alles andere als einfach. Inhaltlich und optisch definiert sich das Buch eigen, nicht alltäglich. Ich mag das. Die, lt. Druckbild, handschriftlichen Notizen eines Mädchens gehen Hand in Hand mit gezeichneten Bildern und Illustrationen. Autorin Elisabeth Steinkellner hat eine sehr besondere und gefühlsbetonte Geschichte geschrieben. Illustratorin Anna Gusella hat sie wunderbar in Szene gesetzt.

So richtig glücklich ist die 16-jährige Maia zur Zeit nicht. Der Job in der Saftbar eines Einkaufszentrums macht keinen großen Spaß, jedoch fühlt sich Maia dazu verpflichtet. Die Mutter arbeitet viel, ist immer müde und ausgelaugt, und das Geld reicht trotzdem nicht. Somit kümmert sich Maia um ihre jüngeren Schwestern, schlüpft manchmal sogar in die Mutterrolle. Und dann stirbt auch noch Nachbarin Sieglinde, die die Mädchen unter ihre Fittiche nahm, die etwas kochte, wenn der eigene Kühlschrank mal wieder leer war, die Klavierstunden gab und immer ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte hatte. Aber Maia ist kein Mädchen, dass sich schnell unterkriegen lässt. Sie ist mutig, und sie hat zwei wunderbare Freund*innen,  an ihrer Seite. Ihr Leben ist nämlich doch nicht so verkehrt, und das erkennt Maja bald.

Dienstag, 27. Oktober 2020

"Muse of Nightmares: Das Erwachen der Träumerin - Buch 2" von Laini Taylor



Das Thema
Gerade noch war Lazlo der unscheinbare Bibliothekar aus Zosma, der von der vergessenen Stadt Weep träumte. Jetzt hängen die Hoffnungen all ihrer Bewohner an ihm, und Lazlo steht vor einer unmöglichen Entscheidung: Entweder er rettet die Liebe seines Lebens - oder Weep. Sein Gegner ist unberechenbar, und ohne die Hilfe von Sarai kann er ihn nicht bezwingen. Doch ist ihre Liebe stark genug, um alle Hindernisse zu überwinden und Weep endlich zu befreien?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: One Verlag


"Ein Fluggerät", stellte Lazlo fest und schaute von einem Insekt zum anderen. "Das sind beides Fluggeräte."
"Mit Gitterkäfigen", sagte Eril-Fane.
"Für Kinder", vervollständigte Suheyla.
Das Herz der Zitadelle verschlang ihre Atemzüge und verringerte ihre Worte zu einem Wispern, was die Beklemmung nur stärker werden ließ. Mit furchtzerkratzter Stimme flüsterte Sarai: "Und wohin hat man sie gebracht?" - S. 71


Das Leseerlebnis
Es gibt Bücher, bei denen ist man gespannt auf die Fortsetzung und fügt eine weitere Buchreihe der persönlichen Leseliste hinzu. Doch umso näher der Fortsetzungstermin rückt, umso unwichtiger erscheint dieser, haben vielleicht bereits andere Bücher Priorität. Bei "Muse of Nightmares: Das Erwachen der Träumerin" sah die Sache anders aus. Wirklich händeringend und ungeduldig habe ich auf den Abschlussband der Strange the Dreamer-Reihe gewartet, die Geschichte der Vorgängerbände immer im Hinterkopf, die Faszination und Begeisterung ungebrochen. Die Geduld wurde hier zum Glück auf keine harte Probe gestellt, denn alle Bücher erschienen in recht kurzen Abständen. Und jetzt, am Ende des Endes, bin ich total geflasht. Zugegeben, ich habe gar nichts anderes erwartet.

Der Klappentext des Abschlussbandes ist ziemlich allgemein, fast schon banal, gehalten. Sehr gut! Denn jedes Wort zu viel wäre schade, würde der Handlung die Überraschungen vorwegnehmen. Und davon gibt es einige. Der auktoriale/allwissende Erzählstil ist immer spannend zu lesen, aber oftmals nicht ganz einfach. Hier passt er perfekt! Normalerweise finde ich es auch irritierend, wenn mitten in der Handlung neue Personen eingeführt werden, denen dann keine allzu große Bedeutung zufällt. Diese Sorge ist hier unbegründet. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, bei dem jedem noch so kleinen Nebencharakter eine Rolle, eine Bestimmung für die Geschichte, zugewiesen wird. Wie dann alles am Ende zusammenführt, wie Dinge gelöst und verbunden werden, das ist einfach nur großartig und megaspannend. Einiges ist kaum zu glauben, anderes lässt einen fast verzweifeln. Hier liest man tatsächlich mit allen Sinnen.

Mittwoch, 21. Oktober 2020

"Ein Flüstern im Wind" von Greg Howard



Das Thema
Als Riley klein war, erzählte ihm seine Mutter die Geschichte von den Flüsterern: kleinen Wesen, die im Wald leben und gegen einen Tribut Wünsche erfüllen. Inzwischen ist Riley fast elf und hat einen so dringenden und sehnlichen Wunsch, dass er jede erdenkliche Hilfe annehmen würde. Er will seine Mutter zurückhaben, die seit vier Monaten verschwunden ist. Wo sie ist und was mit ihr geschah, das weiß keiner. Auch die Polizei nicht. Also macht Riley sich selbst auf den Weg. Nichts ist ihm wichtiger, und er ist bereit, jedes Opfer zu bringen, wenn er sie nur finden könnte. Vielleicht wissen die Flüsterer, was geschehen ist? Eine abenteuerliche Suche beginnt, an dessen Ende Rileys Welt eine andere ist.

© Klappentext, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


Ich schließe die Augen und forme mit den Lippen den Wunsch, der für mich wie ein Gebet geworden ist und den ich jeden Abend aufsage. Dass die Flüsterer mit mir reden. Dass sie mir helfen, Mama zu finden. Wenn sie sämtliche Geheimnisse des Universums kennen, müssen sie auch wissen, wo Mama ist. - S. 46


Das Leseerlebnis
Es gibt Menschen um mich herum, die sehr genau zu wissen scheinen, welche Jugendbücher ich gerne lese. Sie sollen zu Herzen gehen, dürfen gerne eine literarische Note haben, und gegen eine liebevolle, vereinnahmende Geschichte habe ich selten etwas einzuwenden. Und so war "Ein Flüstern im Wind" eine persönliche Buchempfehlung und zwar eine goldrichtige. Greg Howards Debüt hat mich ebenso durchgeschüttelt wie ganz still werden lassen. Ich habe jedes Wort in mich aufgesaugt und gleichzeitig mitgefiebert, mitgerätselt und mitgefühlt. Und jetzt gebe ich die Empfehlung dieses wunderbaren Buches gerne weiter.

In Rileys Familie stimmen einige Dinge nicht. Sein Dad beachtet ihn kaum noch. Riley hat sogar das Gefühl, dass er ihn nicht mehr lieb hat. Außerdem ist sein Bruder nicht gerade freundlich. Riley nimmt an, dass er ihm zu peinlich ist. Und die Großeltern von nebenan? Die leben in ihrer eigenen (Tabletten-)Welt oder flüchten sich in diese. Vielleicht liegt das ganze Verhalten ja an Rileys zwei Problemen, die ihm ständige und große Sorgen bereiten. Und dann ist da noch der Umstand, dass Rileys Mutter verschwunden ist und Riley das Gefühl nicht loswird, dass er dafür verantwortlich gemacht wird. Dabei weiß er selbst nicht mehr richtig, was damals passiert ist. Er weiß nur, dass er seine Mutter finden will. Alle Hoffnung setzt er nun in die Flüsterer, magische Wesen, von denen seine Mutter immer erzählt hat. Ob sie ihm seinen großen Wunsch erfüllen können?