Dieser All Age- und Jugendbuchblog wurde beendet. Schau dich jedoch gerne um! Infos dazu gibt es HIER.

Freitag, 11. Juni 2021

5 (Bücher) vom SuB #11


Bereits 2019 startete ich eine persönliche Challenge. Ich hatte mir vorgenommen, endlich meinen Stapel ungelesener Bücher (SuB) in Angriff zu nehmen, bzw. abzubauen. Das braucht zwar Zeit, motivierte mich aber stark, sodass ich die Aktion auch 2020 und 2021 fortführe. Viel Spaß ist nämlich auch dabei. Mir ist diese Sache wichtig und rumort mir schon seit Jahren im Magen. Denn meine damals rund 80-100 SuB-Bücher, die wegen Neuerscheinungen und Schnell-mal-eben-Einschüben immer mehr nach hinten rutschten, wollen von mir gelesen werden. Sie sollen nicht ungelesen altern, eventuell sogar aussortiert werden, wenn nach langer Zeit meine Lust darauf verschwunden ist.

Weil ich bei solchen Dingen gerne mein Ziel im Auge behalte und Leselisten für mich eine feine Sache sind, ist "5 vom SuB" meine Challenge für dieses Jahr. Der letzte Beitrag dazu war 5 (Bücher) vom SuB #10. Ich suche mir fünf Bücher aus, die ich alle lese, bevor dann die nächsten fünf folgen. Zu jedem Buch gibt es eine kurze Info zum Inhalt und meine Meinung. Willst du dich mir anschließen? Jederzeit gerne. Und nun geht es weiter mit 5 (Bücher) vom SuB #11 ...


Im Jahr des Affen von Que Du Luu
Minis Vater spricht kaum Deutsch, betreibt ein China-Restaurant und hält an allen Traditionen fest. Mini hingegen wird als Banane bezeichnet: außen zwar gelb, aber innen weiß. Als Minis Vater ins Krankenhaus kommt, muss Mini sich um das Restaurant und den schwierigen Koch kümmern. Und dann reist auch noch Onkel Wu an und holt die Vergangenheit wieder hoch.

"Im Jahr des Affen" hat etwas sehr Berührendes und hat mich schon während des Lesens über die Geschichte und das Leben von chinesischen Geflüchteten nachdenken lassen. Der Roman ist aber auch sehr spröde und anders, liest sich manchmal etwas vertrackt. Eine Bereitschaft, sich darauf einzulassen, sollte vorhanden sein. Es geht um Stolz und auch um Vorurteile, um Zukunftsängste und Familie ... und die Suche nach der eigenen Identität. Ich hatte damit ganz besondere Lesestunden.


Glück ist eine Gleichung mit 7
von Holly Goldberg Sloan
Willow wurde adoptiert, könnte sie aber wohl kein schöneres Leben vorstellen. Die 12-Jährige ist hochbegabt und hat zu Hause alle Möglichkeiten, ihren Interessen nachzugehen. Das Grundstück ums Haus hat sie in einen Gartentraum verwandelt, ein weiteres große Interessenfeld ist ihr privates Studium der Medizin. Doch dann verunglücken Willows Eltern bei einem Autounfall, und es gibt keine Angehörigen, die sich um sie kümmern könnten.

Viel zu lange lag dieses wunderbare Buch auf meinem SuB. Ich hatte ja keinen Ahnung, wie stark mir "Glück ist eine Gleichung mit 7" am Ende ans Herz gewachsen sein würde. Willow hat einen einzigartigen Blick auf die Welt und ihre Mitmenschen. Ihre Situation ist tragisch und sehr traurig, wie sich dann aber alles entwickelt und fügt, könnte nicht schöner sein. Das Buch ist humorvoll und liebevoll, vor allem aber sehr berührend. Holly Goldberg Sloan kenne ich bereits von ihren anderen Geschichten. Wieder ist ihr eine gelungen, die man nicht mehr vergisst. Perfekt!

Sonntag, 6. Juni 2021

"Ein finsterheller Tag" von David Almond



Das Thema
An einem heißen Sommermorgen verlässt Davie sein Zuhause, nicht ahnend, dass dieser Tag alles verändern wird.
Seine Welt ist ihm sehr vertraut - eine unbedeutende Kleinstadt, die er noch nie verlassen hat. Aber dieser Tag wird alles andere als alltäglich: Ein Junge wurde getötet, und Davie glaubt zu wissen, wer der Mörder ist. Auf der Suche nach ihm verschmelzen Realität und Phantasie, und bald merkt Davie, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Sauerländer


Davie liegt in seinem Bett, in dem Schatten hinter den zugezogenen Vorhängen, als alles anfängt. Er hat den ganzen Tag vor sich, aber er will liegen bleiben. Er will älter sein, dann hätte er vielleicht schon eine Freundin oder könnte mit den Jungs einen trinken gehen. Er will jünger sein und herumrennen und schreien wie ein Irrer.
Von unten ruft seine Mam nach ihm.
"Davie! Raus in die Sonne, Junge!" - S. 7


Das Leseerlebnis
"Ein finsterheller Tag" (toller Titel!) habe ich lange Zeit herbeigesehnt. Das Thema klang berührend und literarisch, dazu ein bisschen spannend. Und das alles trifft auf das Buch zu. Allerdings wurde mir das Lesen nicht leicht gemacht, denn die Geschichte mutet ziemlich seltsam an. Sie ist überwiegend ruhig und sehr metaphorisch, wird dadurch stellenweise etwas zäh. Das Buch ist eines, bei denen ich weiß, dass sie gut und besonders sind, die bei mir aber trotzdem nicht so recht landen können. Und weil ich mir kein Kind der ab 12-jährigen Zielgruppe vorstellen kann, das einen Zugang zur Geschichte oder große Freude daran finden wird, sehe ich das Buch eher für eine erwachsene Zielgruppe von Leser*innen, die seltsam-metaphorische und literarische Bücher schätzen.

Davie hat eine schlimme Zeit hinter sich und auch noch vor sich. Sein Vater ist gestorben. Davie trauert und weiß nicht recht, wie er seine Tage verbringen soll. Er ist in dem jungen jugendlichen Alter, in dem man gerne schon älter oder reifer wäre, das Kindsein aber noch nicht völlig aufgeben will. Er hat das Bedürfnis zu rennen, zu schreien, sorgenlos zu sein. Um ihn abzulenken, wird Davie von seiner Mutter dazu aufgefordert, den Tag draussen zu verbringen. Mit einem Rucksack voller alter Spielsachen und Proviant macht Davie einen Tagesspaziergang durch und um eine Kleinstadt voller einprägsamer Menschen, Erlebnisse und Erkenntnisse.

Donnerstag, 3. Juni 2021

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Mai 2021

Was war denn das bitte für ein Mai?! Gefühlt selten haben ich einen so nasskalten, regnerischen und windigen Mai erlebt. Ich erinnere mich an Zeiten, da war es bereits im Mai so warm (oder heiß), dass wir den Gartenpool aufgestellt haben. Aber wir nehmen es, wie es kommt, und zum Glück gibt es ja auch noch Bücher, oder? Hier zeige ich sechs Neuerscheinungen, die es im Mai auf meiner Wunschliste geschafft haben. Genaue Infos zu den Büchern gibt es mit einem Klick auf das Cover.


    

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue von V. E. Schwab ... möchte ich vordergründig lesen, weil ich natürlich alle Bücher von V. E. Schwab lese. Die Autorin begeistert mich sowohl mit jeder ihrer Geschichten und ich bin mir sicher, dass "Addie LaRue" keine Ausnahme sein wird. - An Addie LaRue erinnert sich niemand. Sie ist die unbekannte Muse alter Maler und Dichter. Im Jahre 1714 schloss sie einen Pakt mit dem Teufel und muss seither alleine und ruhelos die Großstädte durchstreifen. Bis sie dreihundert Jahre später einen Mann trifft, der sich an sie erinnert und sich in sie verliebt.
Dein Herz, meinem so nah von Ronni Davis ... klingt nach einem berührenden und sehr schönen Liebesroman. - Devon sehnt sich nach den Sternen und nach Ashton. Doch dieser hat ihr schmerzlich das Herz gebrochen. Es ist ihr nur langsam gelungen, es wieder zusammenzusetzen. Devon möchte bald ferne Galaxien studieren und die Abschlussklasse genießen. Bis am ersten Schultag ausgerechnet Ashton durch die Tür kommt.
Der Astronaut von Andy Weir ... Natürlich habe ich den Film "Der Marsianer" gesehen, schon mehrfach (leider aber nicht das gleichnamige Buch des Autors gelesen). Andy Weirs neues Buch klingt superspannend und mitreißend. Ich denke, ich würde es sofort lesen. - Ryland Grace erwacht und stellt fest, dass er ganz allein ist. Wahrscheinlich ist er der einzige Überlebende einer Raumfahrtmission, Millionen von Kilometern von zu Hause entfernt. Was soll er tun? Und warum sind alle anderen tot? Allmählich kommt Ryland Grace dahinter, das die Zukunft der gesamten Erdbevölkerung von ihm abhängt.

Sonntag, 30. Mai 2021

"Der Fall des rätselhaften Reifrocks: Ein Enola-Holmes-Krimi" von Nancy Springer



Das Thema
Enolas Vermieterin, die fast taube und manchmal etwas zu neugierige Mrs Tupper, ist Enola in ihrer Zeit in London, in der sie ansonsten recht einsam ist, sehr ans Herz gewachsen. Da sitzt der Schock tief, als Enola eines Tages nach Hause kommt und feststellen muss, dass Mrs Tupper entführt wurde! Wer würde diese alte Dame verschleppen und warum? Nachdem Enola das durchwühlte Haus untersucht hat, kommt sie zum dem Schluss, dass es die Entführer offenbar auf einen von Mrs Tuppers alten Reifröcken abgesehen hatten, in dem sich eine geheime Botschaft verbirgt. Verfolgt von einer unbekannten Person, führt die Spur Enola bis zu Florence Nightingale. Was hat die ehemalige Krankenschwester und englische Nationalheldin mit dem Verschwinden der Vermieterin zu tun? Enola stößt auf ungeheuerliche Dinge und eine Spionageaffäre aus der Vergangenheit ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


Unruhig lief ich in dem verwüsteten Zimmer auf und ab, unfähig, mich zu ihr zu setzen. "Also haben diese niederträchtigen Männer gefunden, worauf sie es abgesehen hatten?"
Das Mädchen schlürfte lange an ihrem Tee, was ich ihr nicht übel nehmen konnte, bevor sie antwortete: "Woher soll ich das denn wiss'n, Miss Meshle?"
Verflixt und zugenäht! Am liebsten hätte ich ihr den Tee wieder weggenommen. - S. 32


Das Leseerlebnis
Zu Beginn der Enola Holmes-Reihe, war ich mir nicht sicher, ob diese es mit meiner liebsten (historischen) Krimireihe für jugendliche Leser*innen aufnehmen kann. Die kleine Schwester von Meisterdetektiv Sherlock Holmes hatte bei mir keinen leichten Einstand. Mit jedem Band ist mir die Reihe dann mehr ans Herz gewachsen. Mittlerweile kann ich Reihenfortsetzungen kaum noch erwarten. "Der Fall des rätselhaften Reifrocks" ist Enolas neuester Detektivfall ... und ein sehr persönlicher noch dazu. Diesmal ist nämlich Enolas Vermieterin betroffen und die junge Detektivin kann sich keinen Reim darauf machen. Dieser Umstand versprach eine spannende und auch mitreißende Geschichte, und das Versprechen wurde gehalten

Enola Holmes lebt verdeckt und unter falschem Namen in London. Sie ist immer darauf bedacht, nicht von ihren Brüdern Mycroft und, vor allem, Sherlock Holmes gefunden zu werden. Eine Bleibe hat sie bei ihrer Vermieterin Mrs Tupper in einem ärmlichen Viertel Londons gefunden. Mrs Tupper ist zwar fast taub und recht neugierig, doch ist die gutherzige Dame Enola ans Herz gewachsen. Umso entsetzter ist sie, als Mrs Tupper entführt wird. Enola kann sich das nicht erklären und stellt Nachforschungen an. Dabei kommen schlimme Details aus der Vergangenheit ans Licht.