Dieser All Age- und Jugendbuchblog wurde beendet. Schau dich jedoch gerne um! Infos dazu gibt es HIER.

Montag, 16. Mai 2011

"Bloggen über Blogger" - Damaris liest bei ThrillerOnline.de


Heute möchte ich euch eine Seite und deren Autor vorstellen. Beide kenne ich erst ganz kurz, doch durch den netten, humorvollen Kontakt habe ich das Gefühl, schon ewig auf Ralphs Seite zu stöbern :-)


Ralph B. Mertin ist Schriftsteller - und dazu noch ein ganz besonderer. Er lässt jeden kostenlos an seinen Thriller-Romanen teilhaben. Dazu hat er die Seite www.thrilleronline.de ins Leben gerufen. Das Konzept von ThrillerOnline ist, dass Ralph die Ideen von drei Thrillern zu Papier bringt und diese kostenlos online stellt. Der interessierte Thriller-Leser kann jeden Montag die Fortsetzung live mitverfolgen.

Die Seite ist schaurig-schön-gruselig aufgebaut, übrigens stammen alle Ideen und Fotos von Ralph B. Mertin selbst. Ganz großes Kompliment!

Eine weitere tolle Aktion der Seite ist die Rubirk "Bloggen über Blogger". Hier stellen Ralph und Administratorin Ayanea jede Woche Literaturblogs vor. Und das mit viel Witz und Charme! Über das Kontaktformular auf ThillerOnline könnt ihr euch dafür "bewerben" :-) Eine super Sache und als Ralph mich gefragt hat, ob er meine Seite vorstellen darf, hab ich natürlich sofort "ja" gesagt *solzbin*

Den Beitrag über "Damaris liest." könnt ihr HIER nachlesen.

Sonntag, 15. Mai 2011

Rezension zu "Blutsuche: Annes Reise" von Sinje Blumenstein



Verlag: BoD (Februar 2010)
Ausführung: Taschenbuch, 350 S.
ISBN: 978-3839136478
21,90 € [D]

Genre: Vampir-Fantasy


Klappentext
"Anne, glaubst du an Vampire?"
"Nur weil ich noch nie einem begegnet bin, muss es ja nicht heißen, es gibt keine...", gibt sich die 24-jährige Anne, die aus Deutschland nach Los Angeles zu ihrer Freundin Eunice gereist ist, diplomatisch, dabei steckt sie bereits mitten drin in filmreifen Erlebnissen. Träume, Vorahnungen und eine ganz besondere Stimme suchen die menschenscheue Frau heim, und bald nimmt diese Stimme Gestalt an: Anne begegnet einem geheimnisvollen Mann, in den sie sich prompt verliebt. Nachdem sie an seiner Seite nicht nur ihre eigenen paranormalen Fähigkeiten erkennt, sondern auch erfährt, dass der Geliebte ein Vampir ist, flieht sie zurück nach Deutschland, wo sie sich sicher und im realer Leben glaubt. Doch zu Hause, in ihrem verschlafenen Dorf, holen Vampirsagen die junge Frau ein - ausgerechnet aus dem Mund ihrer Großmutter. Annes kalifornische Reiseerlebnisse erscheinen plötzlich in einem neuen Licht ...

Rezension

Der erste Satz: Mein letzter Tag, meine letzte Nacht, ist gekommen.

Gegen ihren Willen wird Anne von ihrer Großmutter zu ihrer Brieffreundin Eunice in die USA geschickt. Anne lebt in einem kleinen Dorf in Deutschland ein einfaches, zurückgezogenes Leben. Mit dem langen Urlaub in Los Angeles möchte Annes Großmutter sie etwas aus der Reserve locken, sie ermutigen unter Menschen zu kommen, um mit der lockeren und fröhlichen Eunice eine unbeschwerte Zeit zu verbringen.
Anne stimmt zu, kommt aber anfangs mit den neuen Eindrücken der Großstadt L.A. schlecht zurecht. Hätte sie nicht ihre Freundin Eunice, die sie verständnisvoll aufmuntert und ihr einen gewissen Halt gibt, wäre Anne wohl sofort wieder nach Hause geflogen. Doch auch um ihre Großmutter nicht zu enttäuschen, hält sie durch.

Nach einer langen Eingewöhnungszeit muss Eunice in einer entfernten Stadt wieder arbeiten, und Anne ist unter der Woche auf sich allein gestellt. Sie selbst wird von beunruhigenden Träumen und Visionen heimgesucht, außerdem hört sie eine unbekannte Stimme in ihren Gedanken.
Als sie während einer Krankheit nach Downtown L.A. muss, um sich Medikament zu besorgen begegnet sie einem geheimnisvollen Mann, an den sie danach ständig denken muss.
Überraschender Weise begegnen sich die beiden kurze Zeit später in einem Nachtclub, und wegen etwas unglücklicher Umstände fährt John Anne in sein abgelegenes Haus. Anne erkennt in John die Stimme aus ihren Gedanken wieder. Sie verliebt sich in ihn. Nachdem sie eine gewisse Zeit mit John verbracht hat, offenbart sich dieser Anne als Vampir.
Entsetzt flieht sie zurück zu ihrer Großmutter.

In ihrem kleinen Dorf in Deutschland fühlt sich Anne normal und sicher. Doch bald erzählt ihr die Großmutter alte Legenden. Diese betreffen auch Anne persönlich, und sie muss erkennen, dass ihr Leben alles andere als normal ist.

Das Cover des Buches ist sehr ansprechend gelungen und auch der Klappentext macht neugierig. Doch schon nach dem ersten Kapitel wird klar, das wird kein "Lesezuckerschlecken". Ein ungewöhnliches Buchformat und die kleine Schrift, die bei Träumen, Visionen und Gedanken von Anne noch kleiner und verschnörkelter wird, strengen die Augen an und tragen nicht zum konzentrierten Lesen bei. Mit 350 Seiten denkt man nicht an ein übermäßig langes Buch, aber man sieht sofort, dass bei dieser Schriftgröße, im Vergleich zum gängigeren Formaten, noch mindestens das Doppelte an Umfang dazugerechnet werden müsste. Man liest, und kommt einfach nicht vorwärts.

Die Sprache wirkt, vor allem bis zur Buchmitte, sehr umständlich und geschwollen:
"Ich konnte mich nicht der Erleichterung erwehren, die mich überfiel, als ich gewahr wurde, dass ich hier eine Unterkunftsmöglichkeit finden würde, sollten Eunice und ich einander zuviel werden." S. 19.
Und auch Sätze wie "Wenn ich hier nun stürbe..." tragen nicht zum modernen Verständnis der Umgebung und aktuellen Zeitepoche bei. Ab der Mitte nimmt der lange, geschwollene Satzbau etwas ab oder der Leser hat sich einfach daran gewöhnt.

Anne als Person weckt wenig Sympathien. Sie ist unsicher, verschlossen und dazu noch ständig krank. Ihr Erbrechen, das Gefühl zu erbrechen oder ihren Wunsch zu erbrechen zieht sich durchs ganze Buch. Einmal so eklig, als wäre die Szene aus "Der Exorzist" entsprungen. Und auch als sie nach der zweiten Begegnung mit John weiß, dass sie ihn liebt (nicht nur verliebt ist, richtig liebt) und dieses Gefühl ausschweifend beschrieben wird, macht sie das wenig authentisch.
Der Vampir John selbst ist nicht ganz schlüssig dargestellt. Bis der Leser erfährt, dass John zum Zeitpunkt seiner Verwandlung 30 Jahre alt war, wird anhand seiner Äußerungen und Gefühle nicht klar, ob man es mit einem Jungen oder Mann zu tun hat.
Erörterungen der beiden, ob ein Vampir eine Seele hat oder ob er fähig ist zu lieben, wirken abgedroschen. Und warum kann ein Vampir, ein totes Wesen, zuvor ohne Atmung, nach dem Geschlechtsverkehr mit der Protagonistin plötzlich atmen? Die Liste könnte man fortsetzten.

Der größte Kritikpunkt an der Geschichte ist die Ausführlichkeit. Jeder Spaziergang, jeder Ausflug, der Gang zum Laden, Aktionen also, welche die eigentliche Handlung kein Stück weiterbringen, werden haarklein beschrieben. Als würde man der Protagonistin hinterherlaufen. Schlüsselstellen, die wenn, dann viel später aufgelöst werden, hat der Leser bis dahin schon wieder fast vergessen. Es wurde einfach zu viel drumherum erzählt.

Der Titel "Blutsuche" muss erst entschlüsselt werden. Denn hier wird kein Blut gesucht. Es ist eher die Suche nach Annes Herkunft. Umso mehr hat Blut selbst in der Geschichte eine zentrale Bedeutung. Anne verliert es nämlich, und das oft und viel. Dass das Zusammentreffen mit dem Vampir teilweise in unmittelbarem Zusammenhang mit einem waren Blutsturz von Annes Periode einhergeht, ist eher peinlich als nachvollziehbar. Später blutet (und verblutet) sie dann beim Liebesakt, bei realen Träumen oder übermächtigen Gefühlen.

Gegen Ende nimmt die Handlung endlich etwas Fahrt auf, doch kann dies die Geschichte nicht mehr herumreißen. Bis hier war die vorangegangene Handlung und das Lesevergnügen zu anstrengend.
Das Ende selbst ist anders als erwartet, fast traurig, mit der Auflösung einer Schlüsselszene, deren Anfang man sich erst wieder ins Gedächtnis rufen muss. Am Schluss ist zu lesen "Die Auflösung wird Band 2 bringen, versprochen." Bisher ist noch kein Veröffentlichungszeitpunkt bekannt.

Persönliches Fazit
Nein! Das war nichts für mich. Zu lang, zu ausführlich, zu anstrengend. Teilweise hatte ich das Gefühl, mein Kopf schüttelt sich von ganz alleine, von dem ständigen Bedürfnis müde zu seufzen einmal abgesehen.
Einen eventuellen zweiten Band werde ich nicht lesen. Auf meine vielen unbeantworteten Fragen möchte ich hier auch keine Antwort mehr. 1 Stern!


Aufmachung: 2 / 5
Handlung: 1,5 / 5
Charaktere: 2 / 5
Lesespaß: 1 / 5
Preis/Leistung: 1 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Samstag, 14. Mai 2011

"Ruht das Licht" (Maggie Stiefvater) Cover und Erscheinungstermin *freu*



Im September 2011 ist es endlich soweit. "Ruht das Licht" von Maggie Stiefvater erscheint endlich bei uns auf deutsch. Der Nachfolgeband vom wunderschönen "Nach dem Sommer" ist eines meiner heiss ersehnten Highlights für dieses Jahr!
Sieht das Cover nicht traumhaft schön aus? War das Cover des ersten Bandes noch in warmen weiss-gold-orange Tönen gehalten, ist das neue Cover eher in kühlen weiss-blau-silber Farben gestaltet. Es wird zusammen mit Band 1 toll in meinem Regal aussehen :-)
Ich habe schon bei einer englischen Rezension gelesen, dass sich bei "Ruht das Licht" die Gedankengänge von 4 Hauptpersonen abwechseln (beim ersten Band waren es nur die von Grace und Sam). Kann mir das noch nicht so richtig vorstellen und bin total gespannt. Freu mich unheimlich auf das Buch!!

Achtung: Wer "Nach dem Sommer" noch lesen möchte, sollte den folgenden Klappentext von "Ruht das Licht" NICHT lesen. Er spoilert zu viel vom Ende von Band 1, das war sooo schön. Wäre doch schade, wenn man es schon weiss, bevor man das Buch gelesen hat :-)

Obwohl alles verloren schien, ist Sam zu Grace zurückgekehrt. Er hat den Wolf in sich besiegt und jetzt liegt ein ganzes Leben in seiner Menschengestalt vor ihm. Doch nun ist es Grace, deren Zukunft ungewiss erscheint. Sie, die sich ihrer menschlichen Haut immer so sicher war, hört nachts die Stimmen der Wölfe und weiß: Sie rufen nach ihr.

Wogegen Grace sich mit aller Macht wehrt, wäre Cole hochwillkommen. Cole wünscht sich nur eines: Vergessen. Vergessen, wer er ist. Vergessen, was er getan hat. Die Wolfshaut ist seine Zuflucht. Doch trotz der eisigen Kälte gelingt es ihm nicht, die Wolfsgestalt dauerhaft anzunehmen.

Als Coles Vergangenheit ihn einholt und sich immer mehr neugierige Augen auf die Wölfe richten, muss Sam zusehen, wie seine Welt zerbricht: Das Rudel schwebt in größter Gefahr und Grace hält nur noch die Liebe zu ihm in ihrem menschlichen Leben. Sam ahnt, dass der Wolf in ihr eines Tages siegen wird …

Mittwoch, 11. Mai 2011

Filmreview zu "Wir sind die Nacht"



"Wir sind die Nacht" (Dennis Gansel) 2010,
Fantasy, Drama, Horror, 96 Min., Format 2,35:1,
mit Karoline Herfurt, Nina Hoss, Jennifer Ulrich, u.a.,
ab 16 Jahren


Die 20-jährige Lena (Karoline Herfurth) wohnt in Berlin und lebt von kleineren Diebstählen. Auf ihrem nächtlichen Beutezug trifft sie in einem illegalen Club auf Louise (Nina Hoss). Diese ist nicht nur die Clubbesitzerin, sondern auch die Anführerin eines Vampir-Trios, dem die abgedrehte Nora (Anna Fischer) und die elegante Charlotte (Jennifer Ulrich) angehören. Louise verliebt sich in Lena und beschließt sie zu ihres Gleichen zu machen. Lena ist davon zunächst nicht sehr begeistert, gewöhnt sich jedoch langsam an ihr neues Vampir-Leben. Sie genießt den Luxus, die Partys und die grenzenlose Freiheit. Das einzige, womit sie nicht klar kommt, ist der Blutdurst und die Mordlust ihrer neuen Freundinnen. Als die Polizei den Frauen auf die Fersen kommt und Lena sich in den ermittelnden Kommissar Tom Serner (Max Riemelt) verliebt, gerät alles völlig außer Kontrolle.


Im Laufe der vergangenen Woche habe ich mir "Wir sind die Nacht" auf Blu-ray angeschaut. Ich muss zugeben, dass ich positiv überrascht war. Ein deutscher Vampirfilm, auf dem übersättigten Markt? Dem werden viele erst einmal kritisch gegenüberstehen, und auch ich war zuerst etwas voreingenommen. Am Schluss war ich richtig überrascht, denn der Film war wirklich gut.
Zur technischen Umsetzung muss man nicht viel sagen. Das Bild und der Ton der Blu-ray Disc war erstklassig.

Die Rolle der Lena (Karoline Herfurt), erst als Mensch und kurze Zeit später als Vampir, hat mir besonders gut gefallen. Sehr deutlich spürt man ihre Zerrissenheit als neuer Vampir, der das Luxusleben, die Autos und Partys zwar liebt, mit dem Blutdurst der Freundinnen aber nicht klar kommt. Auch alltägliche "Menschendinge", wie die Sonne, beginnt sie schon kurz nach ihrer Verwandlung zu vermissen.

Die Verwandlung zum Vampir wird, wie in vielen neueren Filmen, vereinfacht dargestellt. Im Film genügt ein Vampir-Biss, der ursprüngliche, bekannte Verwandlungsvorgang ist viel komplizierter (in etwa: Mensch muss gebissen werden, aber auch Blut des Vampirs zu sich nehmen, danach zuerst sterben, um als Vampir auferstehen zu können) Wahrscheinlich wurde dieser Part zum besseren Verständnis gekürzt.
Andere, typische Vampireigenschafen, wie Kraft, Schnelligkeit, Schönheit und kein vorhandenes Spiegelbild wurden genau so umgesetzt.
Die Liebesbeziehung von Lena und dem Polizisten Tom findet nur am Rande, bzw. am Schluss statt. Das ist aber auch nicht die Hauptthematik des Films.
Das Ende ging mir etwas zu schnell und ist teilweise offen. Man kann sich aber denken, wie es für Lena und Tom ausging.

"Wir sind die Nacht" ist ein sehr cooler deutscher Vampirfilm im Hochglanz-Sex-And-The-City-Style. Er muss sich vor vielen Hollywood Vampir-Spektakeln nicht verstecken. Der Soundtrack ist klasse und passt hervorragend. Freigegeben ab 16 Jahren muss man sich auf einige harte, blutige und makabere Szenen gefasst machen. Kommt man damit gut zurecht enthält der Film eine sehr ausgewogene Mischung aus Action, etwas Grusel und Drama.

© Damaris Metzger, damarisliest.de