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Sonntag, 26. Juni 2011

Rezension zu "Flames'n'Roses: Lebe lieber übersinnlich" von Kiersten White



Verlag: Loewe (Juni 2011)
Originaltitel: Paranormalcy
Übersetzer: Jessika Komina & Sandra Knuffinke
Reihe: Band 1/3, ab ca. 12-15 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 380 S.
ISBN: 978-3785572382
17,95 € [D]

Genre: Urban-Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Klappentext
Hi, ich bin Evie und eigentlich total normal. Dachte ich zumindest immer. Also, mit Ausnahme von meiner besten Freundin, die eine Meerjungfrau ist, und von meinem Exfreund – einer Fee. Und abgesehen davon, dass ich die einzige Person auf der Welt bin, die die Tarnung von paranormalen Wesen durchschauen kann. Deswegen arbeite ich für die Internationale Behörde zur Kontrolle Paranormaler. So viel zum Thema normal. Und dann ist Lend auf der Bildfläche erschienen. Lend ist supersüß, kann gut zuhören und ist – ein Gestaltwandler. Und weil er in unsere Zentrale eingebrochen ist, steht nun meine ganze Welt auf dem Kopf und es ist die Rede von einer dunklen Prophezeiung, die leider bis ins Detail auf mich zutrifft. Nee, böse bin ich nicht, das muss eine Verwechslung sein. Ich muss dem Ganzen auf den Grund gehen, denn ich will endlich wissen, wer ich wirklich bin, und: Ich will Lend nicht verlieren!

Über die Autorin
Kiersten White hat einen großen Mann und zwei kleine Kinder. Sie lebt in San Diego, nahe dem Meer, wo sie ihre Tage vollkommen normal verbringt. Diese Fülle an Normalitiät hat dazu geführt, dass sie alle paranormalen Dinge absolut faszinierend findet - unter anderem Feen, Vampire und Popkulur. "Flames'n'Roses" ist ihr erstes Buch.

Rezension

Der erste Satz: "Moment Mal! Hast du etwa gerade - du hast doch wohl nicht gegähnt!"

Evie hält sich für ein ganz normales 16-jähriges Mädchen. Mit dem Unterschied, dass sie durch die Cover von paranormalen Wesen wie Vampiren, Feen, Trollen, ect. schauen kann. So kann sie die als normale Menschen getarnte Wesen mit Leichtigkeit erkennen. Darum arbeitet sie auch für die IBKP (Internatrionale Behörde zur Kontrolle Paranormaler). Hier hilft sie nicht eingetragene Paranormale aufzuspüren und zu klassifizieren.
Evies Leben ist mehr oder weniger sorgenfrei, sie hat eine Meerjungfrau als beste Freundin und eine fürsorgliche Ansprechparterin innerhalb der IBKP. Sorgen macht ihr nur die männliche Fee Reth, ihr Exfreund, der sie immer mehr bedrängt und Dinge mit ihr veranstaltet, die sie nicht versteht. Als Evie dann Träume mit einer schlimmen Vision hat und der Gestaltwandler Lend in die IBKP-Zentrale einbricht, gerät Evies Leben ganz schön aus den Fugen. Bald muss sie erkennen, dass sie doch nicht so normal ist, wie sie immer geglaubt hat ...

Kiersten Whites Erstlingsroman kommt schon im ersten Kapitel mit soviel Witz daher, dass der Leser nach mehrmaligem schmunzeln oder lachen sofort in den Bann der Geschichte gezogen wird.

Ein Elektroschocker ... ist so was wie der Einheitsarschtritt für alle Paranormalen. Schockst du einen, schockst du alle. Mein Taser ist übrigens rosa, mit Strasssteinen drauf. Ja, ja, meine Tasey und ich, wir hatten schon eine Menge Spaß miteinander. - S. 10

Die Hauptprotagonistin Evie mimt ganz die blonde Tussi, die Rosa, Glitzer, Zebrawickelkleider und pinke Stiefel liebt. Doch ist sie in ihrem Verhalten nicht oberflächlich, sondern im Grunde ein freundliches, hilfsbereites und auch verletzliches Mädchen. Ihre Sprüche und der Charme den sie versprüht sind hinreisend!
Der Autorin gelingt die Verteilung der Handlung auf zwei Schwerpunkte. Zum einen wäre da Evies spannendes Leben, mit ihrer Arbeit für die IBKP, in der es bald drunter und drüber geht. Zum anderen ist da noch die sich entwlickelnde erste Liebe zu dem Gestaltwandler Lend. Sofort fiebert man mit Evies Arbeitsalltag mit, geniest aber auch die Szenen, in denen Lend und sie sich näherkommen.

"Flames'n' Roses" liest sich flüssig und fast durchweg spannend. Im Mittelteil lernen Evie und Lend sich besser kennen. Die tiefe Verbindung zwischen beiden kommt jedoch etwas zu kurz und der Funke, der beim Leser ankommt, bleibt eher klein. Dadurch entstehen beim Lesen einige Längen, was aber nicht sehr ins Gewicht fällt, da meist sofort danach der Spannungsbogen wieder rasant ansteigt.

Die Sprache im Buch ist einfach und jugendlich gehalten. Besonders gefällt, dass "Flames'n'Roses komplett ohne verbale Ausfälle auskommt. Diese Thematik wurde im Buch mit besonders viel Witz gelöst und zieht sich durch das ganze Buch. Was einen jedes Mal aufs Neue schmunzeln lässt.
Auch die Aufmachung des Buches ist erstklassig. Ganz ist Weiss und Pink gehalten unterstreicht das Cover wunderbar Evies Vorlieben. Im Buch befindet sich eine Kapitelauflistung, die Seitenzahlen erstrahlen in Pink und jede Kapitelüberschrift ist besonders schön gestaltet. Hier hat der Verlag die Thematik eindeutig besser umgesetzt, als die amerikanischen Originale. Sehr düster gestaltet würde wohl jeder auf Romane aus dem Dark-Fantasy Bereich erwarten. Evies Charme und Witz gehen hier zu sehr unter.

Das Ende von "Flames'n'Roses" ist abgeschlossen, alle Fragen zu Evies Person beantwortet. Doch wurden einige Handlungsstränge bewusst offen gelassen. Begeisterte Leser dürfen sich auf zwei Nachfolgebände, also eine Trilogie, freuen. Die deutschen Titel werden "Dreams'n'Whispers" für Band 2 und "Tears'n'Kisses" für Band 3 lauten.

Persönliches Fazit
"Flames'n'Roses" hat alles, was man von einem tollen Buch erwartet. Spannung, viel Humor, eine super Sprache und ein bisschen Liebe. Paranormales und Witz zu kombinieren ist hier perfekt gelungen. Ein wirklich empfehlenswertes Buch!
Evie war mir so sympathisch, dass ich sie am liebsten anrufen würde, um mit ihr zu plaudern. Lend hingegen ist sehr nett und lieb, kann aber Evies Charme nicht das Wasser reichen. Ich persönlich freue mich jetzt schon auf die Nachfolgebände und vergebe für "Flames'n'Roses" sehr gute 4 Sterne.
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de



Reiheninfo Lebe lieber übersinnlich-Trilogie:

1. Flames'n'Roses

Freitag, 24. Juni 2011

Tschüss lieber "Lucian" - Willkommen "Nummer Vier" und "Schattenblüte"

Reni hat auf ihrer Seite Reni's (un)endliche Geschichten ihr Büchrregal aussortiert und bietet einige Bücher zum Tausch an. Rechts in der Sidebar unter dem Button "Buch-Tausch" könnt ihr gerne mal stöbern. Dort kann man auch Renis Liste sehen, an welchen Büchern sie selbst interessiert wäre...

... und da stand dann auch "Lucian" von Isabel Abedi. Mein Lieblingsbuch!!! Nun gut, Reni und ich wurden uns schnell handelseinig und "Lucian" ist zu Reni geflogen, dafür sind "Ich bin Nummer 4" und "Schattenblüte" bei mir gelandet.

Nun mögen sich manche fragen: Warum in aller Welt gibt Damaris ihr Lieblingsbuch ab??!! Ganz einfach. Erstens, das Buch liegt mir am Herzen. Wer es lesen möchte sollte es tun. Zweitens hatte ich die gebundene Sonderausgabe, mit dem Fotocover. Reni findet diese Ausgabe schöner, ich persönlich spekuliere auf die schwarze Ausgabe. Nun habe ich meine eigene Genehmigung, mir diese auch zu kaufen. Also "Lucian" zieht sicher bald wieder bei mir ein (meine Freundin Katzi darf jetzt ganz offiziell den Kopf schütteln *grins*). Und Drittens habe ich dafür ja gleich zwei tolle Bücher von Reni bekommen. Freue mich sehr über "Ich bin Nummer Vier" und "Schattenblüte". Danke Reni!

Okay, diese Tauschaktion ist nicht ganz regelkonform zu meinem derzeitigen Buchbeschaffungsverbotsprojekt (puh!). Aber Reni hat mir versichtert, dass das Auslegungssache sei. Richtig! :-))))

Montag, 20. Juni 2011

Rezension zu "Der Kuss des Kjer" von Lynn Raven

Verlag: cbt (Juni 2010)
Ausführung: Taschenbuch, 608 Seiten
ISBN: 978-3570304891
12,95 € [D]

Genre: High-Fantasy


Klappentext
Mit einem Trick bringt Mordan, der erste Heerführer der kriegerischen Kjer, die junge Heilerin Lijanas vom Volk der Nivard in seine Gewalt. Im Auftrag seines Königs Haffren will er die Heilerin und ein zauberkräftiges Elixier, die "Tränen der weißen Schlange", an den Hof bringen.
Lijanas aber hat nur einen Gedanken: Flucht! Doch je näher sie den als "Blutwolf" verschrienen Mordan kennenlernt, desto stärker fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Und er sich ebenso zu ihr. Er setzt alles dran, sie sicher an den Hof seines Königs zu bringen. Dort erwartet sie jedoch eine tödliche Überraschung …

Über die Autorin
Lynn Raven lebte in Neuengland, USA, ehe es sie trotz ihrer Liebe zur wildromantischen Felsenküste Maines nach Deutschland verschlug. Nachdem sie zwischenzeitlich in die USA zurückgekehrt war, spingt sie derzeit nicht nur zwischen der High- und der Dark-Fantasy hin und her, sondern auch zwischen den Kontinenten und ist unter den Namen Lynn Raven und Alex Morrin erfolgreich. Im Internet ist die Autorin unter www.lynn-raven.com zu finden.

Rezension

Der erste Satz: Der Sturm riss heulend an ihrem blutbesudelten Gewand und peitschte ihr Schnee und Hagel entgegen.

Lijanas und Mordan, zwei komplett unterschiedliche Menschen, bzw. Kjer. Sie eine Heilerin aus dem Volk der Nivard, er ein Herrführer der kriegerischen Kjer. Beide Stämme sind bis aufs Blut verfeindet, doch Mordan lässt sich seine Verwunderung nicht anmerken, als er Lijanas an den Hof seines Königs bringen soll. Ein gefährliches Unterfangen, eine wochenlange Reise und der Zwang zum Erfolg dürfen ihn nicht zweifeln lassen, weil er als erster Heerführer den Befehlen des Königs blind gehorchen muss.

So schafft er es auch nur mit einer List, die Heilerin aus dem streng bewachten Anschara zu entführen. Doch damit ist noch nichts gewonnen, denn Lijanas zeigt Krallen und wehrt sich heftigst, vor allem verbal und durch Ungehorsam, gegen ihren Entführer. Eine lange, gefährliche Reise nach Turas beginnt, auf der nicht nur Lijanas sondern auch Morden mehr über sich und den anderen erfahren sollen.

"Der Kuss des Kjer" ist ein klassisches High-Fantasy Buch. Die Geschichte spielt in einem fremden Land mit fremden Kulturen. Als Leser muss man sich viele Namen, Personen und Orte merken. Eine Landkarte, wie sonst oft üblich, findet man im Buch nicht. Nach der typischen Leseeingewöhnung findet man allerdings schnell und flüssig ins Geschehen, was einem durch den farbenfrohen, bildlichen Schreibstil der Autorin noch zusätzlich erleichtert wird.

Und bald stellt man fest, "Der Kuss des Kjer" ist anders, anders erfrischend! Vor allem die Hauptpersonen haben dieses "gewisse Etwas", das sie sofort zu Sympathieträgern macht. Mordan ist ein sehr harter Krieger, stur, gewalttätig und teils auch brutal. Auch optisch ist er nicht der typische Schönling, sondern ein Kämpfer mit Narben, Fellstellen und Reiszähnen. Doch spürt man schnell, dass in der harten Schale ein weicher Kern schlummert. Lijanas dagegen ist alles andere, als ein verängstigtes Mäuschen. Herrlich schlagfertig setzt sie sich gegen ihren Entführer zur Wehr, was dem Leser viele Lacher garantiert. Die Streitereien der beiden sind köstlich und lassen einen beim Lesen ständig schmunzeln. So wird die ganze Geschichte von einem subtilen Humor begleitet, der das Lesen zum Vergnügen macht.

Anders, als es der Klappentext verspricht, liegt der Fokus der Geschichte nicht auf der sich annähernden Liebesbeziehung zwischen Mordan und Lijanas. Während der Handlung spürt man die Annäherung der beiden eher als schwaches Band, welches im Verlauf der Geschichte immer stärker wird. Doch das macht die Geschichte aus. Diese unterschwellige, nicht offensichtliche, immer stärker werdende Liebe. Selbst die Hauptpersonen sind ich ihrer Gefühle lange nicht sicher und so ist es nicht verwunderlich, dass Mordan und Lijanas erst nach ca. 500 Seiten beim vertrauten "du" ankommen.

Schon wieder dieses Wort. Er hatte sie schon einmal damit angesprochen. "Mordan?"
"Hmm?"
"Dieses Wort eben - Ell..."
"Elljén."
"Ja. - Was bedeutet es?"
Er hob das Öllicht und blieb stehen. "Kostbarkeit. ..." S. 501

Obwohl sich fast das ganze Buch um die "Überführung" von Lijanas von Anschara nach Turas dreht, hat die Geschichte keine einzige Länge. Gekonnt wechselt die Autorin zwischen Action, Spannung und Dramatik ab.
Die Handlung im Buch ist stellenweise sehr schonungslos und brutal. Vielleicht etwas zu brutal für junge Jugendliche. Für den vertrauten High-Fantasy Leser, sind Kämpfe, Blut und Tod aber bekannt. Das Ende ist sehr hart und rasant, und der Leser fragt sich im hinteren Drittel zwangsläufig, ob die Geschichte zu einem stimmigen Abschluss gebracht werden kann. Sie kann!

Persönliches Fazit
"Der Kuss des Kjer" war für mich ein High-Fantasy Roman der Extraklasse! Spannend, mitreißend und sehr gefühlvoll. Besonders diese subtile Liebesbeziehung zwischen Mordan und Lijanas hat mir sehr gut gefallen. Sie ist eben keine Frau, die sich ihrem Entführer nach 100 Seiten an den Hals wirft. Und auch er hält bis zum Schluss an seinem harten Befehl fest, obwohl er Gefühle für diese Frau entwickelt. Das ist für mich mal wirklich eine konsequente Handlung, ohne Wenn und Aber!

Ganz frei von Kritik kann ich allerdings nicht sein. Die Geschichte hat mehrere Handlungsstränge, die alle einleuchtend und gut herausgearbeitet wurden. Einzig die Hintergrundgeschichte zu Lijanas (Seelenhexe & Cogén) kommt etwas zu kurz. Die Visionen von Lijanas gegen Ende finde ich etwas verwirrend und viel, und auch die Auflösung um Mordans Kampfgefährte Levan ist mir, nachdem sie einen lange begleitet hat, etwas zu einfach und schnell.

Das Buch ist abgeschlossen, doch mittlerweile schließt die Autorin eine Fortsetzung, bzw. Rückkehr zu Mordan und Lijanas nicht aus. Wer weiß, vielleicht werden dann die Hintergründe noch etwas näher beleuchtet.
Kurz hatte ich überlegt, ob ich wegen der o.g. Kritik einen Stern abziehen soll, aber das hat "Der Kuss des Kjer" in seiner Gesamtheit nicht verdient. Für mich ein grossartiges Buch. 5 Sterne!

Handlung: 4 / 5
Charaktere: 5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5

Leseprobe zu "Ruht das Licht" von Maggie Stiefvater

"Ruht das Licht" von Maggie Stiefvater ist für mich eines der sehnsüchtigst erwarteten Bücher dieses Jahres. Anfang September wird die Fortsetzung von "Nach dem Sommer" bei uns erscheinen.

Jetzt gibt es auf der Homepage von scipt 5 eine Leseprobe zum Buch. Sie umfasst die 5 ersten Kapitel, 42 Seiten des Buches.

Ich habe mal kurz reingeschnuppert. Die ganze Leseprobe möchte ich persönlich nicht lesen, da es mir einiges von meiner hibbeligen Spannung nimmt, wenn ich schon vor dem Erscheinen so viel weiß. Aber ich konnte schon erahnen, dass "Ruht das Licht" genau so schön geschrieben ist, wie der Vorgänger. Leicht poetisch, bildlich und ruhig. Waren es im ersten Band noch die Perspektiven von Sam & Grace, die den Leser gefesselt haben, so lässt uns Maggie Stiefvater diesmal die Geschichte aus der Perspektive von 4 Personen miterleben. Wir dürfen gespannt sein :-)

HIER könnt ihr euch die Leseprobe im pdf-Format anschauen. ACHTUNG: Wer den ersten Band noch nicht kennt, dem empfehle ich dringend nicht in die Leseprobe reinzuschnuppern. Das Ende von "Nach dem Sommer" ist phantastisch und die Leseprobe würde euch zu viel spoilern!