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Freitag, 9. Mai 2014

Rezension zu "Ach wie gut, dass niemand weiß ..." von Alexa Hennig von Lange



Verlag: cbt (April 2014)
Originaltitel: -
Übersetzer: -
Reihe: - , ab ca. 14 J.
Ausführung: Klappenbroschur, 400 S.
ISBN: 978-3570162842
14,99 € [D]

Genre: Jugendbuch

© Cover- und Zitatrechte: cbt Verlag


Das Thema
Sina kommt aus gutem Hause. Ihr Vater ist Staatsanwalt und ihre Mutter unterhält sich in der Oberklasse, auf Galas und Charity-Events. Zusammen mit ihren drei besten Freundinnen, gehört Sina zu den beliebtesten It-Girls der Stadt und das zeigen sie auch, wo es nur geht.
Eines Abends werden die Mädchen von einer Gang überfallen. Nur Sina wird von Noah, einem der Gangmitglieder gerettet. Ihr passiert nichts. Nachdem sie sich begegnet sind, können Sina und Noah einander nicht mehr vergessen. Doch Sina ist der Umgang mit den Leuten jenseits des Kanals verboten, nichts soll die heile Welt ihrer Familie gefährden. So trifft sie sich heimlich mit Noah und verliebt sich rettungslos in ihn.

Die Rezension

Der Anfang: "Los! Raus mit dir! Du hast lange genug depressiv rumgesessen." Juno und Nana schleifen mich hinter sich her durch unseren Vorgarten und katapultieren mich in den Wagen, den Lil hinter den Büschen vor unserem Haus geparkt hat.

Sie kommen einfach immer wieder gut an, Bad Boy-Lovestorys für Jungendliche. Vielleicht hat man etwas in der Art schon selbst erlebt oder es ist der Reiz des Verbotenen, der diese Geschichten so anziehend und lesenswert macht. Auch Alexa Henning von Lange widmet sich in "Ach wie gut, das niemand weiß ..." diesem Thema. Die Geschichte spielt in Deutschland und ist nach dem Prinzip reiches Mädchen verliebt sich in Bad Boy/Gangster aufgebaut.

Aber etwas sagt mir, dass zwischen diesem Jungen und mir etwas begonnen hat und alles Weitere zwischen uns bereits vorbestimmt ist. Das klingt jetzt vermutlich komplett abgedreht, aber diejenigen, die in ihrem Leben schon mal eine derartig verrückte Situation erlebt haben, werden bestätigen, dass man sich in so einem Moment gar nicht mehr anstrengt, zu entkommen. Weil es zwecklos ist. - S. 14

Da begegnen sich also die 17-jährige Sina und der etwas ältere Noah das erste Mal nachts auf einem Parkplatz. Sie kennen sich nicht, auch nicht vom Sehen. Und doch ist zwischen ihnen sofort diese Chemie, dieses Knistern zu spüren. Die Autorin schafft es anfangs wunderbar, die Gefühle der beiden Hauptprotagonisten (vor allem von Noah) in Mimik, Gesten und Reaktionen auszudrücken. Sie wirken nicht flach, sondern sehr greifbar. Und man muss sich schon nach den ersten zwei Kapiteln eingestehen, dass Noah sofort der Favorit der weiblichen Leserschaft wird.
Leider hält sich dieses Anfangsgefühl nicht bis zum Schluss. Das Buch bleibt interessant, wird mit vorankommender Handlung aber sehr pathetisch und schwülstig-kitschig, gegen Ende für deutsche Verhältnisse viel zu übertrieben.

Sinas Zuhause wird ausgezeichnet beschrieben. Das Bild, das man vor Augen hat, entspricht dem oftmals zurechtgelegten Klischee (neu)reicher Familien mit Kindern im Teenageralter. Alles ist vom Feinsten, pompös und auf gutes Ansehen ausgelegt. Sinas überdreht-oberflächliche Mutter und ihr Vater, der seinen Beruf zu seinem Lebensmotto gemacht hat, wecken Verständnis für die Jugendliche und ihr verbotenes und rebellisches Verhalten. Wäre da nicht ständig dieser innere Monolog, den Sina führt. Sie wägt fortlaufend das Für und Wieder ihrer Beziehung zu Noah ab. Das ist auch vollkommen in Ordnung, wiederholt sich aber Kapitel für Kapitel. Untermauert mit Fragen, die sich Sina innerlich stellt (teilweise bis zu 9 Sätze mit Fragezeichen hintereinander) wird einem das schnell zu viel und man hat das Gefühl, dass Sina mit ihren Überlegungen auf der Stelle tritt.
Noah kommt zwar aus dem "schlechten" Viertel der Stadt und hat eine einschlägige Gangsterkarriere hinter sich, man erkennt aber sofort, dass er ein Gewissen hat und sein Leben gerne anders führen würde. Er ist einer der netten, fürsorglichen Bad Boys. Das Bild das man recht schnell von ihm hat, wird jedoch im Laufe des Buches nicht ausreichend vervollständigt. Seine Hintergründe werden nur angeschnitten, sein Leben und seine Rolle innerhalb des Verbrechermilieus sind zu dürftig erklärt.

Es ist so, als würde ich meine große Liebe küssen, den Menschen, der unter einer Million für mich gemacht wurde. Den Menschen, ohne den ich nicht atmen kann [...]. Das ist es, was das Wort Liebe meint. - S. 133

Hier stellt sich nicht die Frage, der Liebe auf den ersten Blick. Dass so etwas passiert, ist unbestritten. Dennoch geht in "Ach wie gut, dass niemand weiß ..." dann alles zu schnell und zu kitschig vonstatten. Hat Sina mit ihrem Exfreund, mit dem sie ein Jahr zusammen war, noch nie Sex gehabt, denkt sie beim ersten Kuss mit Noah direkt daran, dass es sich "richtig anfühlen" würde, mit ihm zu schlafen. Die Gefährlichkeit dieser verbotenen Liebe, sowie Noahs gutes Aussehen, werden allenthalben wiederholt. Ja, es wird so pathetisch, dass Sina sogar einen gemeinsamen Tod als "perfekte Verschmelzung" (S. 344/345) definieren würde. Fraglich, ob das die richtige Gedankenanimation für jugendliche Leser sein sollten. Schade, denn anfangs war der Roman genau auf der richtigen Schiene. Die Chemie zwischen den Hauptprotagonisten passte, war nicht zu übertrieben, plausibel und romantisch-kribbelig.

Dramatisch und übertrieben ist auch das Ende, zumindest für deutsche Verhältnisse. Der Ablauf ist sehr kurz geraten. Wurde während der ganzen Geschichte das Grundproblem der verbotenen Liebe immer wieder durchleuchtet, konzentriert sich die Schlusshandlung auf so wenige Seiten, dass es schwer fällt zu folgen. Der Ausgang der Geschichte liegt im gängigen Rahmen dieses Genres und fällt in etwa wie erwartet aus.

Das persönliche Fazit
Als Fan der Bad Boy-Storys von Simone Elkeles bin ich verwöhnt und die Messlatte liegt hoch. Trotzdem - Ach wie gut, dass sich "Ach wie gut, dass niemand weiß ..." so locker und schnell schmökern ließ. Sonst hätte ich wahrscheinlich mit der Ausarbeitung der Geschichte noch größere Probleme gehabt, der Ablauf war okay. Dabei war es anfangs durchaus da, dieses Das wird ein super Buch-Feeling. Was kribbelig und vielversprechend anfing, wurde kitschig und übertrieben. Sinas innere Monologe und Überlegungen, ja, sogar ihre Reaktionen waren eine Geduldsprobe. Für mich einfach nicht echt genug. Insgesamt positioniert sich der Roman, mit knappen 3 Sternen, nur im unteren Mittelfeld.

Aufmachung: 3,5 /5
Handlung: 2,5 / 5
Charaktere: 2,5 / 5
Lesespaß: 3 / 5
Preis/Leistung: 2,5 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Dienstag, 6. Mai 2014

Buchzugänge vs. Buchabgänge vs. Geflüster im April 2014

Im Durchschnitt lese ich pro Monat etwa 10 Bücher. Gerade ist es für mich aber schwieriger als gewöhnlich, ausreichend Lesezeit zu stehlen. Ende März/Anfang April sind wir an einen neuen Wohnort gezogen und die letzten fünf Wochen war einfach viel zu tun. So langsam ist aber eine Rückkehr zur Normalität absehbar. (Vergessen wir mal den Garten, der steht auch noch ganz oben auf der To-do-Liste.)
Im April habe ich 8 Bücher gelesen. Die meisten waren sehr gut, einige recht umfangreich. Einen Lieblingsbuchstatus gab's im vergangenen Monat zwar nicht, doch ich war zufrieden mit meiner Auswahl und hatte viel Spaß. Dann haben mich viele Schätzchen erreicht, darunter wahnsinns (!) Geschenke von lieben Mitbloggerinnen, ich bin immer noch ganz glückselig. Außerdem zwei geniale (!) Buchgewinne, beide signiert. Als ich die Gewinnbenachrichtigungen bekam, konnte ich es kaum glauben.


Meine Buchzugänge vom April 2014 - 9 Bücher:




Nicht auf dem Bild ist Dracyr: Das Herz der Schatten, ein toller High Fantasy-/Drachenroman, der bereits von mir rezensiert wurde. Im Moment darf jemand anderes die Drachen besuchen und das Buch genießen.

Phantasmen und Die Insel habe ich gewonnen. Zudem sind beide auch noch von den Autoren signiert. Shou hatte auf ihrem Blog ein Gewinnspiel für alle, die nicht zur Leipziger Buchmesse fahren konnten. Unter diesen hat sie "Phantasmen" verlost und sich dafür sogar in die lange Schlange bei Kai Meyers Signierstunde gestellt. DANKE! Ich bin immer noch baff. "Die Insel" habe ich bei einer Blogtour mit Puzzle-Spiel des Arena Verlags gewonnen. Auf der Messe wurde es signiert und mir danach dann zugeschickt. Genial!
Reich beschenkt wurde ich von Steffi mit Obsidian: Schattendunkel. Geht es noch besser? Für mich nicht! Das Buch ist gerade in aller Munde. Die Bestimmung: Letzte Entscheidung hat mir Favola bei unserem ersten privaten Treffen in die Hand gedrückt. Seit der Verfilmung des ersten Bandes bin ich wieder im Bestimmungs-Fieber. DANKE euch beiden, ihr habe mich überwältigt, echt!
Code Black, der Jugendthriller mit dem fantastischen pinken Buchschnitt, wurde von mir schon gelesen und rezensiert. Niemand kann das jetzt sehen, aber ich grinse, wenn ich an das Buch denke. Es war so herrlich übertrieben und ein Lesespaß dazu.
Die Fischerverlage haben mich mit Toter Sommer und Zwei in einem Zelt überrascht. Letzteres stand auf meiner April-Wunschliste. Es steht schon in den Lesestartlöchern.
Ach wie gut, dass niemand weiß ... wurde von mir ganz aktuell gelesen und ich eine deutsche Bad Boy-Lovestory. Ach wie gut, dass ich mich morgen an die Rezi setzen werden.


Buchabgänge - gelesen habe ich im April 8 Bücher:




Schattengrund von Elisabeth Herrmann ... ist ein spannender und unheimlicher Jugendthriller mit einem tollen deutschen Setting im Harz. Das Buch begleitete mich während und direkt nach dem Umzug. Für Leser von Jugendthrillern eine absolute Empfehlung.
Fragmente von Dan Wells ... stand für mich seinem Partials-Vorgänger in nichts nach. Der Plot war teils sogar ähnlich (eine Reise/Suche) und dabei doch ganz anders, nicht so medizinisch. So langsam bekommt man einen Überblick über die Ereignisse. Super! (meine "Fragmente"-Rezension gibt's hier)
Mehr als das von Patrick Ness ... kann man nur verstehen/erklären, wenn man es liest. Es ist sehr düster und diffus, wie ich die Sci-Fi Komponente ins Buch integrieren soll, weiß ich jetzt noch nicht. Ein Jugendbuch das hängen bleibt. (meinen "Mehr als das"-High Five gibt's hier)
Dracyr: Das Herz der Schatten von Susanne Gerdom ... ist als High Fantasy-Mehrteiler angelegt, kann aber auch als Einzelband gelesen werden. Für mich war "Dracyr" beste Drachenfantasy, mit einer kribbeligen Lovestory. Wer mal wieder jugendliche High Fantasy lesen will, ist hier richtig! (meine "Dracyr"-Rezension gibt's hier)



Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte von Romain Puértolas ... wurde schon im Vorfeld sehr gehypt. Der Autor hat mich seinem Buch einen ganz besonderen und nicht alltäglichen Roman geschrieben. Er erscheint in 36 Ländern und die Filmrechte sind bereits verkauft. (meine"Fakir/Ikea"-Review gibt's hier)
Sam und Emily: Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls ... war ein Buch, welches mir im letzten Monat sehr nahe ging. Die Geschichte von Sam und Emily ist wunderbar, macht traurig und glücklich zugleich. Ein sehr herzliches und schönes Leseerlebnis.
Code Black von Kat Carlton ... hat mich am meisten überrascht. Was war ich nach 2-3 Kapiteln kritisch und dachte schon an ein absolutes Mittelmaßbuch. Schlussendlich hatte ich mit "Code Black" dann den größten Spaß im April. Ein sehr sarkastisch-lustiger und heillos übertriebener Jugendthriller. (meine "Code Black"-Review gibt's hier)
Fünf Tage und fünf Nächte von Laura Gambrinus ... wollte ich mal eben als Zwischenhappen lesen. Der erotische Kurzroman hat mich nicht vom Hocker gehauen. Nicht schriftstellerisch, nicht vom Plot her und die erotischen Szenen schon gar nicht.


Highlights: Im April hatte ich drei klare Highlights. Das war zuerst "Dracyr: Das Herz der Schatten", ein wunderbar schmökeriger High Fantasy-Jugendroman. Obwohl ich bei Drachenfantasy mittlerweile sehr kritisch bin, fand ich das Buch super. Ebenso mochte ich die Lovestory. "Sam und Emily: Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls" hat mich beschäftigt und gerührt. Eine wunderbare Geschichte und ein Herzensbuch von mir. "Code Black" bekam von mir zwar nicht die Höchstwertung, trotzdem war das Buch geniale Unterhaltung und für mich ein großer Spaß. Darum zählt es ebenso zu meinen Highlights. 

Lowlight: Ist "Fünf Tage und fünf Nächte", ein erotischer Kurzroman bei dem mir nichts wirklich gefiel. Für mich eine Schema-F-Geschichte in allen Bereichen. Zudem waren mir beide Hauptcharaktere unsympathisch und ohne jegliche Besonderheiten. Ich hab das Buch zwar zu Ende gelesen, aber gerade so, mit wenig Interesse und nur, weil ich dann relativ schnell durch war.

Sonntag, 4. Mai 2014

Neu ab 8. Mai - "Die Elemente der Schattenwelt: "Blood & Gold" (Band 1)


Letzte Woche erreichte mich ein geheimnisvoller (roter!) Brief. "Liebe Huntress, wir heißen dich herzlich in unseren Reihen der Jäger willkommen." Huch? Was? Ich? Aber von vorne ...

Auf der Facebook-Veranstaltung der Aktion "Blood & Gold" - Bist du ein Hunter? hatte ich mich angemeldet und bin nun, lt. Brief, positiv auf das HunterGen getestet worden. Und zwar gehöre ich zu den Moon Huntern, die sich in der Schattenwelt der Jagd von Werwölfen widmen. Das ist mir zwar völlig neu, aber man lässt sich ja gerne überraschen ...

Abgesehen davon hört sich die neue Buchreiche Die Elemente der Schattenwelt sehr spannend an. Um was geht es also im ersten Band "Blood & Gold" genau? Und was bedeuten die verschiedenen Hunter Gruppen? 


Blood & Gold (Band 1) von Laura Kneidl

Evanstone, 2014: Auch wenn sie sich der Menschheit nicht zu erkennen geben, weilen sie doch unter uns: Geister, Dämonen, Vampire und andere Kreaturen der Nacht. Nur wenige Menschen wissen von ihrer Existenz und noch weniger haben die Fähigkeit, gegen sie anzutreten. Dass Cain eine von ihnen ist, erfährt sie erst mit ihrer Volljährigkeit – wie ihre Mutter soll sie nun als Blood Huntress Vampire jagen. Dies wäre jedoch so viel einfacher, wenn man ihr nicht gerade den unnahbaren Krieger Warden an die Seite gestellt hätte, der furchteinflößender sein kann als die Vampire selbst …

ET: 8. Mai 2014, E-Book 4,99 €, ca. 416 Seiten



© Cover, Text und Banner: Carlsen Verlag/Impress und Laura Kneidl




Die Blood Hunter sind auf Vampire spezialisierte Jäger. Die Farbe ihrer Gattung ist dunkelrot und ihr Element ist das für Vampire giftige Gold. Blood Hunter können bei Dunkelheit besser sehen und sind gegen die paralysierenden Bisse und die Verwandlung in einen Vampir resistent.




Die Soul Hunter befinden sich auf den Spuren verstorbener Seelen, die nicht gewillt sind, diese Erde zu verlassen. Die Farbe ihres Clans ist dunkelgrau und das Element, das die Soul Hunter vor Geistern schützt, ist Bronze. Soul Hunter verfügen über “die Sicht”, eine Fähigkeit, die es ihnen ermöglicht, die meisten Arten von Geistern zu sehen.




Die Magic Hunter bekämpfen all die Kreaturen der Nacht, die mit Magie verbunden sind. Die Farbe der Magic Hunter ist dunkelgrün und ihr Element ist Platin. Ihre DNA ist zudem mit einen Funken Magie versetzt, weshalb sie gegen Schwüre und Flüche immun sind.




Die Hell Hunter jagen all jene Geschöpfe, die der Hölle entkommen sind. Ihre Farbe ist dunkelviolett und sie paralysieren Dämonen und andere Höllenwesen mit Hilfe des Elements Stahl. Häufig arbeiten Hell Hunter mit der Kirche zusammen. Ihr Gen schützt sie vor Besessenheit durch Dämonen.




Die Moon Hunter widmen sich der Jagd nach Werwölfen. Die Farbe, die ihre Gattung symbolisiert, ist dunkelblau und ihr Element ist Silber. Wie auch ihre Kreaturen schöpfen die Moon Hunter Kraft im Vollmond und gewinnen in diesen Nächten an Stärke und Schnelligkeit. Das Gen der Moon Hunter beschützt diese vor einer möglichen Verwandlung.



Wie aufregend. Dann werde ich meinen Dienst als Moon Hunter offiziell antreten und mich schnell beim Obersten der Moon Hunter-Jäger melden. Und in vier Tagen erscheint ja auch schon der erste Band "Blood & Gold". Ich bin neugierig!





Donnerstag, 1. Mai 2014

Review zu "Code Black" von Kat Carlton



ivi (April 2014), Band 1,
Hardcover, pinkfarbener Buchschnitt, 304 Seiten,
16,99 € [D]


"Kannst Du auf dem Heimweg Milch holen?"- Eine harmlos aussehende Textnachricht, doch für die 16-jährige Kari Andrews bedeutet dieser Satz nur eins: Nimm deinen Bruder und LAUF UM DEIN LEBEN! Denn Karis Eltern arbeiten als Agenten bei der CIA und haben jede Menge Feinde. Aus diesem Grund haben sie ihre Kinder für den Ernstfall gut vorbereitet. Mit ihrem kleinen Bruder Charlie taucht Kari unter, doch irgendetwas stimmt nicht. Ihre Eltern bleiben verschwunden. Und wieso macht plötzlich die CIA Jagd auf sie? Um die Wahrheit herauszufinden, ist Kari ausgerechnet auf die Hilfe des Footballspielers Luke angewiesen, für den sie heimlich Gefühle hegt. Kari und ihre Freunde begeben sich in ein Netz aus Lügen - und in größte Gefahr ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: ivi Verlag)


Ich bin Kari Andrews, [...]. Ja, ich habe definitiv schon würdevoller ausgesehen als gerade jetzt, da ich halb aus dem Fenster der Mädchentoilette hänge. - S. 7


Meine Meinung
THRILLER - steht in leuchtend pinkfarbenen Buchstaben auf dem Cover von "Code Black". Besser gesagt, das Buch ist ein Jugendthriller. Und bei diesen ist sich die Leserschaft meist einig, entweder man liest "so etwas" oder eben nicht. Erwachsenen Thrillerlesern sind die kleineren Vertreter des Genres oft nicht spannend genug und für Jugendliche muss der Autor die Waagschale zwischen Geschichte und Spannung gut ausbalancieren. Sonst wird es entweder zu langweilig oder ist der jugendlichen Psyche nicht zumutbar.

"Code Black" ist ein Jugendthriller, den ich mögen möchte. Ab dem ersten Blick sozusagen. Und wenn ich auch sonst in einer Rezension kaum ein Wort über das Aussehen eines Buches verlieren möchte, hier schon. Denn die Optik springt einen regelrecht an. Ein Hardcover, tiefschwarz, mit Kastenrücken und Spotlackelementen. Aber das Beste ist der Buchschnitt in Pink! Nicht einfach nur Pink. Neonpink! Leuchtstift-Textmarker-Pink! Komplett genial.

Ich fange also an zu lesen. Um es kurz zu machen, nach dem Prolog und zwei weiteren Kapiteln bin ich erst mal ernüchtert. Ja, spannend. Ja, ganz nett. Aber irgendwie auch überzogen. Und dann dieser aufgesetzte Humor von Ich-Erzählerin Kari. Als solle jede Actionszene und jede Bemerkung mit einer Portion Sarkasmus und Witz unterlegt werden. Bemüht lustig. Das ist ein paar Mal auch in Ordnung, als Dauerberieselung beginnt es mich leicht aber stetig zu nerven. Das wird okay, Mittelmaß zwar, aber schon recht für zwischendurch - denke ich, und lese weiter. 

Kurz darauf treffen einige Jugendliche aufeinander, die mir von Kari schon vorgestellt wurden. Jetzt soll/muss die toughe Kratzbürste plötzlich mit einem Team aus Mitschülern, nennen wir sie Special-Team-Clique, zusammenarbeiten, um ihre verschwundenen Eltern zu suchen. Und sie ist entsetzt! Einige davon möchte sie nämlich überhaupt nicht in ihrer Nähe haben. Ein Schlagabtausch folgt dem nächsten - und ich ertappe mich beim Grinsen. Nein, ich grinse nicht nur so vor mich hin, ich lache laut und oft. Die Geschichte beginnt mir richtigen Spaß zu machen. Die Kommunikation und Streitgespräche sind herrlich, die Situationskomik animiert zum Dauerkichern. Hier muss ich auch anfügen, dass sich dieses Niveau bis zum Schluss hält. Ununterbrochener Lesespaß!

"Gib meiner Schwester bloß nicht die Kreditkarte", rät Luke.
"Hey!" Lacey versetzt ihm einen Hieb. "Was soll das heißen?"
"Das weiß du genau."
Rita schnieft. "Als würde sie zum Klauen eine Kreditkarte brauchen."
Lacey mustert sie finster. "Pass mal auf, du Schlampe ..."
"Das reicht!" brüllt Evan. "ICH gehe los und besorge Kari was zum Anziehen."
"Du?" Rita schaut ihn aus großen Augen an. "Was weißt du über Frauenkleidung?"
"Ziemlich viel. Vor allem weiß ich, wie man sie auszieht."
- S. 126

Insgesamt ist die Gewaltdarstellung im Buch recht hoch, die Meinungen der Hauptprotagonistin (und somit Autorin) sehr patriotisch. Es geht filmreif und unbeschönigt zur Sache. Kari ist supertough und sehr schlagfertig. Nicht nur mit dem Mund, sondern auch mit Fäusten, Füßen und vollem Körpereinsatz. Gleichzeitig ist sie ihrem kleinen Bruder gegenüber herzlich und fürsorglich. Dadurch wirkt sie auf mich sehr gewinnend. Ihre Schwärmereien und ihr "Love Interest" sind Geschmacksache. Hier ist das letzte Wörtchen ganz sicher noch nicht gesprochen.
Und auch die restlichen Mitglieder der Special-Team-Clique schließe ich ins Herz. Vom charismatischen Helden über die allerbeste Hackerfreundin zur Barbie-Oberzicke - alles ist vertreten und mit jedem dieser Charaktere hat man seinen Spaß beim Lesen.

Natürlich ist die Story heillos überzogen, die Sprache oft derbe und spritzig. Aber natürlich ist es auch genau dieser Punkt, der mir am Buch gefällt. Wollen wir das ab und an nicht mal ganz gerne? Ist das nicht der Grund, warum wir manchen Actionfilm in vollen Zügen genießen? Wenn Jugendliche sich ganz fix ins CIA-System hacken, mit Leichtigkeit Special-Agents verkloppen und mir nichts dir nichts in eine Hochsicherheitsanlage einmarschieren, ja, dann entlockt mir das schon das ein oder andere (gutmütige) Kopfschütteln. Am Ende bin ich dann wieder überrascht, denn die Autorin hat sich dabei etwas gedacht und klärt Dinge, die man für völlig überzogen hielt, restlos auf.
Das Buch bekommt in jedem Fall einen weiteren Fortsetzungsband. Einen Cliffhanger gibt es aber nicht. Die Handlung in "Code Black" ist vorerst abgeschlossen, man weiß aber schon, welche Richtung der Folgeband einschlagen wird.

Fazit
Herrje! Ich bin richtig perplex. Denn "Code Black", das Buch, das ich meinte nach zwei Kapiteln durchschauen, kategorisieren und in die Mittelmaßschublade stecken zu können, entpuppte sich als kleines Sahnestückchen. Es liest sich leicht und fluffig. Ich hatte solchen Spaß beim Lesen! Viel zu schnell waren die 300 Seiten weggeschmökert. Der nächste Band ist schon als Pflichtlektüre gespeichert. Wenn es Popcorn-Kino gibt, dann gibt es für mich ab heute auch Popcorn-Bücher. "Code Black" ist eines. Zurücklehnen, genießen und Spaß haben!

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Ich beschließe, netter zu ihn zu sein - morgen.
"Träum süß, Kari." Evan schaltet seine Lampe ebenfalls aus und wirft sich mit Schwung auf den Bauch.
"Arschgesicht", murmele ich in mein Kissen. Noch ist schließlich nicht morgen.
- S. 213