Dieser All Age- und Jugendbuchblog wurde beendet. Schau dich jedoch gerne um! Infos dazu gibt es HIER.

Sonntag, 6. September 2020

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im September 2020

Viele neue Bücher erscheinen im September. Da heißt es für mich, eine (hoffentlich) gute Auswahl zu treffen und zu entscheiden, welche Bücher auf der Wunschliste landen und welche nicht. Zwölf September-Neuerscheinungen habe ich entdeckt, die ich lesen oder im Auge behalten möchte.


Fantasy - Science Fiction - Märchen

(genaue Buchinfos gibt es mit einem Klick auf das jeweilige Cover)


  

Crescent City: Wenn das Dunkel erwacht von Sarah J. Maas ... klingt als Fantasyroman mit Fae, Engeln, Dämonen und Menschen super interessant. Und ich weiß, wie mitreißend Sara J. Maas schreibt. Bei einem Umfang von knapp 1000 Seiten warte ich vielleicht noch erste, bzw. mehr Meinungen ab.
Die dunklen Pfade der Magie von A. K. Larkwood ... Csorwe steht vor der Entscheidung ihrer Bestimmung zu folgen und sich zu opfern oder verbotenerweise in die Dienste eines mächtigen Magiers zu treten. Sie wählt letzteres und reist durch die Tore der Welten auf der Suche nach einem Artefakt. Doch die dunklen Pfade der Magie sind tückisch. - Das hört sich so super an, für mich nach einem erstklassigen Fantasylesen.
Der Orden des geheimen Baumes: Die Magierin von Samantha Shannon ... ist der Beginn einer zweiteiligen Reihe und weckt sofort meine Leselust. Es geht um drei Frauen, die zusammenarbeiten müssen, die Bewohner von zwei Reichen zu vereinen, als ein böser Drache aus der Vergangenheit wieder aufersteht.

Dienstag, 1. September 2020

"Stay sweet" von Siobhan Vivian



Das Thema
Ein herrlicher Sommer steht für Amelia bevor, mit Sonne, Ferien, erster Liebe - und sie darf in diesem Jahr wieder in Mollys nostalgischer Eisdiele aushelfen! Der beste Sommerjob überhaupt! Jeder in Sand Lake kennt die kleine Eisdiele der alten Molly und ihre außergewöhnliche Eissorte Home Sweet Home. Für eine Kugel dieser Köstlichkeit warten die Leute jeden Sommer geduldig in langen Schlangen. Denn Mollys Eis macht glücklich, schmeckt süß, erfrischend, nach dem Gefühl, an einem heißen Sommertag in einen See zu springen. Als Molly stirbt, steht für Amelia fest: Sie muss die alte Eisdiele retten! Eine köstliche, sommerliche Lektüre über ein Mädchen, das über sich hinauswächst und zu sich selbst findet.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag


Jedes Mal staunt sie aufs Neue darüber, wie Cate mit Witz und Charme immer bekommt, was sie will. Alles, worüber Amelia sich ewig den Kopf zerbricht, fällt ihr einfach zu.
Die Mädchen gucken sie erwartungsvoll an. Und was macht Amelia? Entschuldigt sich für jede Aufgabe, die sie verteilt.
Aber alle zucken ungerührt mit den Schultern. Sie sind bereit, kräftig anzupacken. Weil sie die Creamery genauso lieben wie Amelia. Gott sei Dank.
- S. 112


Das Leseerlebnis
Ein Buch von Siobhan Vivian, und auch noch eine Sommergeschichte, das sprang mir natürlich sofort ins Auge. Ich kenne die Autorin von einem Gemeinschaftsprojekt mit Jenny Han. "Stay sweet" ist ein Einzelroman, alleinig aus ihrer Feder. Der Inhalt hörte sich, passend zum Titel, sehr süß an, sommerlich und aufbauend-inspirierend. Genau das Richtige für mich. Und so kam es, dass ich das Buch genauso genoß wie ein Eis im Sommer. Ruckzuck war es weggeschleckt.

Für Amelia gibt es keinen schöneren Sommerjob, als den in der Meade Creamery, der nostalgischen Eisdiele der alten Molly Meade. Das ganze Jahr über freut sich das Creamery-Team, das nur aus Mädchen besteht, auf den Sommereinsatz. Und die Kunden stehen gerne Schlange; sie fragen schon vor der Eröffnung nach Mollys Eiskreationen, die für ihren außergewöhnlichen Geschmack berühmt sind. In diesem Sommer wurde Amelia zur Teamleiterin ernannt. Das ist viel Verantwortung, aber auch eine große Ehre. Doch alles kommt anders, denn Molly verstirbt ganz plötzlich, und die Meade Creamery steht damit vor dem Aus. Zum Glück möchte Mollys Neffe Grady den Sommerbetrieb übernehmen. Doch dieser ist völlig unerfahren. Amelia möchte nicht aufgeben, sieht sich jedoch mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert.

Dienstag, 25. August 2020

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Das Salzwasserjahr" von Nora Hoch



dtv Verlagsgesellschaft (Juli 2020),
Klappenbroschur, 224 Seiten,
mit Illustrationen von Annika Heine,
13,95 € [D]

Ein Austauschjahr in Australien. Alles soll sich ändern, findet Jannik, als er auf die andere Seite der Welt reist. Vor allem er selbst. Wenn er sich neu erfinden könnte, wäre Jannik gerne so rätselhaft wie Sienna, die das Meer und ihre Freiheit liebt, die Jannik nahekommt und ihn dann doch immer wieder voller Fragen im Regen stehen lässt. Oder wenigstens halb so lässig wie sein Gastbruder Neil, der scheinbar alles kann. Neil Maden ist ein guter Typ, aber verdammt verschlossen. Die ganze Familie hütet ihre Probleme wie geheimnisvolle Schätze - bis Ruby wegläuft, die jüngste Tochter der Madens. Gemeinsam mit Sienna macht Jannik sich auf die Suche und endlich löst sich auch die Sprachlosigkeit der Familie ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Ich war so lange nicht am Meer gewesen, dass ich es ganz vergessen hatte: das Gefühl, unter einer großen Welle hindurchzutauchen. Das Gefühl, wenn alles dröhnt, zischt, schäumt. Wenn Wasser über einen hinwegrollt.
Erst als ich dieses Salzwassergefühl wiedergefunden hatte, da wusste ich, dass ich genau das wollte: abtauchen. Nichts denken. Nur das Gewicht des Wassers fühlen. Stille. Dröhnen. Prickeln.
Ein Jahr lang
. - S. 15/16


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Das Salzwasserjahr" war eine persönliche Empfehlung an mich. Und ich hatte große Lust darauf. Ein Sommerbuch, definitiv. Und ein Drama. Aber auf seine Art auch ein Coming-of-Age-Roman über einen Jungen, der sein Leben ändern möchte und schlussendlich ein Stückchen mehr zu sich selbst findet, zu dem, was er will. Für mich sehr lesenswert und eines meiner (Sommer-)Highlights, das man nicht verpassen sollte.
  2. Was würdest du tun, wenn du die Chance hättest für ein Austauschjahr nach Australien zu reisen? Jannik ergreift sie sofort. Eigentlich wollte er das zusammen mit seinem besten Freund machen, doch die Dinge liefen anders, und nun reist Jannik alleine. Er möchte sein Leben ändern (ist eh gerade nicht so toll zu Hause) und sieht das Australien-Austauschjahr als gute Möglichkeit für einen Neuanfang. Welchen Blick er am Schluss auf sein Leben hat, das ahnt Jannik nicht, auch nicht, wie es mit seiner Gastfamilie sein wird. Und nicht, dass er sich in Sienna verlieben wird, ein rätselhaft-anziehendes Mädchen, das Jannik ziemlich vereinnahmt, ihm danach aber immer wieder die kalte Schulter zeigt.
  3. Als Leser*in begleitet man Jannik durch sein Jahr in Australien. Natürlich kann bei etwa 220 Seiten nicht alles detailliert beschrieben werden. Einen guten Überblick bekommt man aber dennoch. Auch darüber, wie es in Jannik aussieht, welche Probleme er zu Haue zurückgelassen hat und mit welchen Komplikationen und Erfahrungen er in Australien so gar nicht gerechnet hat. Mich hat das so gefesselt, dass ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen habe.
  4. "Das Salzwasserjahr" hat eine ganz eigenen Sprachmelodie, einen Stil, der das Gefühlsleben von Jannik sehr gut wiedergibt. Dieser ist eher ungewöhnlich, aber sehr mitreißend und war darum mein ganz besonderer Bonus. Und noch ein Wort zur Buchgestaltung; die ist wirklich superklasse. Das ganze Buch ist gestaltet wie ein liniertes Tage- oder Notizbuch. Zeichnungen, Kritzeleien, Bildchen und mehr befinden sich zwischen den Zeilen und unterstützen die Atmosphäre der Geschichte.
  5. Am Ende war ich dann von Janniks Entwicklung überrascht. Wie er sich selbst sieht, welchen Blick er auf seine Mitmenschen und Freunde bekommt, das fand ich großartig. Und irgendwie ist damit genau das in Erfüllung gegangen, was sich Jannik gewünscht hat: Er wollte etwas in seinem Leben verändern und hat dabei sich selbst gefunden.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

anders, sommerlich, salzig, eigenartig-besonders und erkenntnisreich



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Das Salzwasserjahr" ist ein sehr besonderes Jugendbuch. Es liest sich nicht nur sommerlich und mit ganz eigenem Sprachstil (toll!), es thematisiert die Gefühlswelt eines 16-Jährigen, der ein Jahr in Australien verbringt, seine Sorgen, Ängste, auch Verwirrungen und schlussendlich seine Reife. Damit ist dieser Roman wunderbar inspirierend und mehr als ein einfaches Sommerlesen. Die Gestaltungen von "Das Salzwasserjahr", mit den vielen Skizzen und Zeichnungen, die die Geschichte begleiten, ist ein Hit. Unbedingt merken!


© Damaris liest.


 

Freitag, 21. August 2020

"Sankt Irgendwas" von Tamara Bach



Das Thema
Irgendetwas ist schrecklich schiefgegangen auf der Klassenfahrt der 10b. Das sagen zumindest die anderen. Und dass es deshalb heute Abend eine Klassenkonferenz mit ALLEN Eltern gibt. Aber keiner weiß, was genau passiert ist. Eine Art Machtkampf zwischen Schülern und Lehrern. Ob in dem Protokoll mehr steht? Und ob wirklich eine ganze Klasse von der Schule geschmissen werden kann?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Herr Utz schaut auf die Uhr und sagt, dass es Zeit ist für den Aufstieg.
Katinka und Jasmin haben aber noch bestimmt 30 Seiten Referat über das Dorf.
Das sei nicht sein Problem, das hätten die beiden besser takten sollen. Und auswählen, was wirklich wichtig ist.
Warum dreht Utz alles immer so, als wäre man selbst schuld? Und macht einen Vorwurf daraus? Anstatt dass er einfach mal feststellt, dass die beiden sich echt viel Arbeit gemacht haben Und wie toll das ist.
Der Klassenfahrtsgrinch.
- S. 57/58


Das Leseerlebnis
Tamara Bachs Bücher beim Carlsen Verlag sind immer passend, mit einem besonderen Detail, zur Geschichte gestaltet. Auf dem Schutzumschlag und unten drunter auch. Bei "Sankt Irgendwas" wird das auf dem Einband verdeutlicht. Hier haben sich (wie man es von Wänden oder Klotüren kennt) in einem bunten Sammelsurium Hunderte Schüler*innen verewigt. Das sieht nicht nur klasse aus, es ist auch ein bedeutender Abschnitt innerhalb der Geschichte. Und dann sind viele Bücher der Autorin auch recht kurz. Trotzdem trifft sie bei "Sankt Irgendwas" auf rund 120 Seiten einen Nerv ... und ich bin mir sicher, nicht nur meinen. Ich habe bei der Geschichte nämlich eine andere Gewichtung erwartet und war vom Blickwinkel und den Gedanken, die man sich dazu macht, tatsächlich überrascht.

Schon auf den ersten Buchseiten, die komplett aus Dialogen von Schüler*innen bestehen, wird klar, das etwas passiert ist. Die 10b kam von einer Klassen-, bzw. Studienfahrt zurück und wurde verwarnt. Zumindest wurden für den Abend sofort alle Eltern und die Schulleitung zu einer Konferenz einberufen. Was genau vorgefallen ist, ist noch unklar. Natürlich wird viel darüber spekuliert. Aber kann tatsächlich einen ganze Klasse bestraft werden? Oder sogar das Schuljahr nicht bestehen?
Nach der Dialog-Einleitung geht es los. Vom Beginn der Studienfahrt, bis zur Rückkehr erfahren Leser*innen nach und nach, was vorgefallen ist. Das wird in Form eines Klassenprotokolls geschildert. Zuerst ist dieses Protokoll noch sehr sachlich und flapsig-lustig geschrieben, wird mit der Zeit aber immer persönlicher. So persönlich, dass sich die Schüler*innen bald Gedanken machen, ob es nicht besser unter Verschluss bleiben sollte.