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Montag, 4. Januar 2021

"Die Farbe von Glück: Ein Roman über das Ankommen" von Clara Maria Bagus



Das Thema
Eine falsche Entscheidung, die das Leben dreier Familien für immer verändert: Ein Richter zwingt die Krankenschwester Charlotte, sein sterbenskrankes Neugeborenes gegen ein gesundes zu tauschen. Folgt sie seiner Drohung nicht, entzieht er ihr den Pflegesohn. Die Welt aller Beteiligten gerät aus den Fugen, doch hinter allem wirkt der geheimnisvolle Plan des Lebens ...

Können wir im falschen Leben das richtige finden? Wie öffnet man sich einem neuen? Wie lässt man los? In diesem Roman findet jeder seine Farbe von Glück.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Piper Verlag


"Ich verstehe deine Gefühle gut, Antoine. Wenn wir anderen vergeben, hilft das nicht nur den anderen, sondern vor allem auch uns selbst. Es befreit uns. Vielleicht möchtest du mal darüber nachdenken. Die Ursache unseres Unglücks sitzt nur selten in anderen Menschen. Die Dinge sind, wie sie sind. Meist liegt unser Unglück in der Beurteilung dessen, was uns widerfährt. Wenn du dein Urteil über Menschen, dein Leben und die Welt änderst, kannst du dich von allen vergiftenden Gefühlen befreien. Du allein hast die Macht über dein Leben. [...]" - S. 164


Das Leseerlebnis
Das vorliegende Buch ist ein Roman, eine Geschichte. Ich weiß nicht genau warum, aber zuerst ging ich bei "Die Farbe von Glück: Ein Roman über das Ankommen" von einem Sachbuch-, bzw. Ratgebertitel aus. Der Untertitel erwähnt zwar explizit, dass es sich um einen Roman handelt, aber es hätte aufgrund des Themas genauso gut ein Ratgeber in Romanform sein können. Wenn man sich darauf einlassen will, dann ist es das auch. Das Buch ist genauso herzergreifend wie wunderlich und speziell. Und obwohl meine anfängliche Begeisterung und Ergriffenheit im letzten Buchdrittel abflachten, so empfinde ich es doch als einzigartig und lesenswert.

Die Geschichte beginnt mit dem 6-jährigen Antoine, der von seiner Mutter verlassen wird und alleine vor dem Wohnhaus zurückbleibt. Eine Ersatzmutter findet er in der Krankenschwester Charlotte, die sich liebevoll seiner annimmt, eine ganz besondere Beziehung zu dem Jungen aufbaut, ihn aber nie offiziell adoptiert. Und genau das wird ihr zum Verhängnis. Denn Charlotte wird im Geburtshaus von Jules, einem vermögenden Richter, gezwungen, seine neugeborene und kranke Tochter gegen ein fremdes, gesundes Baby auszutauschen. Andernfalls will er dafür sorgen, dass man ihr Antoine wieder wegnimmt. Welche Folgen dieses Drama für alle Beteiligten hat, und dass aus Schuld und Leid etwas Gutes entstehen kann, darum geht es in "Die Farbe von Glück".

Donnerstag, 31. Dezember 2020

Buchzugänge vs. Buchabgänge im November 2020

Noch kurz vor knapp zum Jahresende, auf den letzten Drücker sozusagen, schaue ich zurück auf meinen Lesemonat November. Dabei ist mein Buchzugänge vs. Buchabgänge im November ein alleiniges Buchabgänge. Es gab nämlich kein einziges neues Buch, das ich ins Regal stellen und meinem SuB hinzufügen konnte. Traurig bin ich darüber nicht, denn "nur" lesen, ohne gleichzeitig neue Bücher anzuhäufen, ist auch mal schön. Zwar war meine November-Lesezeit eher knapp, aber für fünf Bücher hat sie gereicht.


Buchabgänge - gelesen habe ich im November 5 Bücher


    

Die Worte der weißen Königin von Antonia Michaelis ... Von den Jugendbüchern von Antonia Michaelis darf ich keines verpassen. Sie sind genial, aber oftmals harter Tobak. Dabei war ich bei "Die Worte der weißen Königin" kurz davor abzubrechen. Ich fand es nicht einfach und manchmal kaum zu ertragen, in die Seele von Lion, dem jungen Hauptprotagonisten, zu blicken. Die Geschichte wirkt wie nicht von dieser Welt, und am Ende war ich sehr glücklich und ergriffen, sie komplett gelesen zu haben.
Die dunklen Pfade der Magie von A. K. Larkwood ... gefiel mir gut, weil es Fantasy ist, die sich abhebt und irgendwie ganz eigen wirkt. Die Charaktere empfand ich allerdings als etwas zu nüchtern und mir fehlte zuweilen die mitreißende Komponente, die mich durch die Seiten getrieben hätte. Trotzdem hatte ich mit dem Buch schmökerige Lesestunden.
Eine Prise Mord: Ein Fall für Wells & Wong von Robin Stevens ... ist bereits der achte Fall der Schülerinnen und Detektivinnen Daisy und Hazel, die diesmal wieder in ihrer Schule Deepdean ermitteln, Die Geschichte war gewohnt spannend, verzwickt und charmant. Es kamen jedoch so viele Personen, bzw. Namen vor, dass eine hohe Lesekonzentrationen gefordert war. Auf den Abschlussband freue ich mich sehr. Damit ist die Wells & Wong-Reihe, mit neuen Bänden, eine der längsten, die ich je verfolgt habe.


  

Protect the Prince: Die Splitterkrone 2 von Jennifer Estep ... wurde von mir sehnlichst erwartet, weil die Autorin schon im ersten Band ihre High-Fantasy-Geschichte modern, pfiffig und ziemlich taff gestaltet hat. So war das auch hier, allerdings waren mir die Beschreibungen zu ausführlich und auf den knapp 500 Seiten passierte gefühlt gar nicht so viel, etwas zu eintönig für mich. Obwohl noch ein Trilogie-Abschlussband folgt, kann "Kill the Queen" und "Protect the Prince" auch als Dilogie gelesen werden. Das fand ich super, denn ich weiß nicht, ob ich noch Interesse am letzten Band habe.
Haifischzähne von Anna Woltz ... ist ein ganz feines Kinderbuch für Leser*innen ab 10 Jahren. Nichts anderes habe ich von der Autorin auch erwartet. Anna Woltz schreibt ganz wunderbare Geschichten. In "Haifischzähne" geht es um Ängste, Freundschaft und Familie. Der besondere und humorvolle Ton macht das Buch zu einem Herzensbuch.



          



Montag, 28. Dezember 2020

"Die Göttinnen von Otera: Golden wie Blut" von Namina Forna



Das Thema
Bitte lass mein Blut rot sein, bitte lass mein Blut rot sein, bete ich.
Als goldenes Blut aus ihren Adern fließt, ist für Deka klar, dass sie nie dazugehören wird. Wegen ihrer dunklen Hautfarbe galt sie schon immer als Außenseiterin. Doch dann kennzeichnet ihr goldenes Blut sie als Alaki, als Dämon. Nur ein Dekret des Kaisers von Otera kann sie retten: Er stellt eine Armee aus den beinahe unsterblichen Alaki zusammen. Deka wird zur Kriegerin ausgebildet und lernt dabei nicht nur zu kämpfen, sondern auch die Gebote infrage zu stellen, durch die sie als Frau ihr Leben lang unterdrückt wurde.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


"Und? Bist du bereit?"
Ich nicke. "Ja, ich bin bereit."
Am späten Nachmittag wird der Älteste Durkas mich und alle anderen sechzehnjährigen Mädchen des Dorfes beim Ritual der Reinheit prüfen. Wenn feststeht, dass wir rein sind, werden wir offiziell zum Dorf gehören. Und ich werde endlich eine Frau sein - ich werde heiraten und eine eigene Familie haben können.
Der Gedanke daran jagt eine weitere Welle der Angst durch meinen Körper. - S. 6


Das Leseerlebnis
Ich weiß nicht warum, aber ein kleines bisschen erinnerte mich "Die Göttinnen von Otera: Golden wie Blut" an ein anderes Buch der Jugendfantasy, nämlich an "Children of Blood and Bone: Goldener Zorn". War es der Titel oder die Buchbeschreibung? Oder die Tatsache, dass es in beiden Büchern um ein Mädchen, bzw. eine junge Frau geht, die sich aus der Unterdrückung und Benachteiligung (durch das Patriarchat, Religion oder Rassismus) erhebt? Abgesehen davon, dass viele Bücher dieses Genres ähnliche Strukturen aufweisen, sind die Geschichten dann doch recht unterschiedlich. An Spannung ist "Golden wie Blut" kaum zu überbieten, und das Thema, verpackt in eine schockierende, mitreißende und unterhaltsame Geschichte, ist heutzutage wichtiger den je.

Nach dem Ritual der Reinheit, das bei allen Mädchen des Dorfes vollzogen wird, steht fest: Deka ist ein Alaki, ein Dämon. Ihr Blut ist nicht rot, sondern golden. Alleine ihrer dunkleren Hautfarbe wegen, galt sie schon immer als Außenseiterin. Nun aber ist sie dem geballten Hass der Dorfältesten, Freunde und sogar Familie ausgesetzt. Mehrfach versucht man sie zu töten, bereichert sich jedoch gleichzeitig an ihrem wertvollen goldenen Blut. Vorläufige Rettung kommt vonseiten des Kaisers, der eine Armee aus den fast unsterblichen Alaki zusammenstellt. Jetzt wird Deka zur Kriegerin ausgebildet, doch auch hier erfährt sie täglich Gewalt, Intrigen und Misstrauen. Sie beginnt alles infrage zu stellen, was sie ihr Leben lang unterdrückt hat.

Donnerstag, 10. Dezember 2020

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Dezember 2020

Im Dezember erscheinen erfahrungsgemäß nicht so viele neue Bücher, doch natürlich kann man auch hier echte Schätze finden. (Nur) drei Bücher habe ich entdeckt, die mich stark interessieren und darum auch auf meiner Wunschliste gelandet sind. Hier also meine sehr kleine und feine Auswahl. Mit einem Klick auf das jeweilige Cover gibt es alle relevanten Infos zum Buch.


  

The Cousins von Karen M. McManus ... Von der Autorin gibt es mittlerweile schon einige Spannungstitel auf Deutsch, die auch viel Lob bekommen haben. "The Cousins" ist das neueste Buch und klingt wirklich gut und spannend. - Drei Cousins sollen den Sommer auf dem Anwesen der verstorbenen Großmutter verbringen. Sie kennen sich zwar nicht gut, aber die Eltern wurden enterbt und sehen den Aufenthalt als Chance, sich auszusöhnen. Doch als die Cousins auf dem Anwesen ankommen, merken sie bald, dass die Großmutter andere Pläne verfolgt hat. Sie decken die düstersten Familiengeheimnisse auf.
Du hast gesagt, wir sind zwei Sterne von Brenda Rufener ... finde ich vom Titel und Cover leider etwas cheesy, da ist die englischsprachige Originalausgabe "Since we last spoke" viel schöner gestaltet. Es soll eine sehr herzzerreißende und unkitschige Geschichte sein. - Aggie und Max haben sich ihre Gefühle füreinander gestanden, doch dann sterben bei einem schrecklicher Autounfall ihre älteren Geschwister. Eine richterliche Verfügung untersagt den Familien jeden Kontakt. Dass Aggie und Max je wieder zusammen sein können, gleicht einem Wunschtraum.
Verloren in Eis und Schnee: Die unglaubliche Geschichte der Geschwister Danilow von Davide Morosinotto ... gab es schon mal als Hardcover, bei Carlsen erscheint das Buch jetzt als Taschenbuch. Es ist wunderschön gestaltet und in Tagebuchform geschrieben. - Leningrad 1941: Die Geschwister Nadja und Victor müssen fort, die Deutschen kommen immer näher. Ohne ihre Eltern verlieren sie sich bald und kämpfen sich alleine durch das verschneite Russland. Sie haben nur ihr Tagebuch zur Hand.



Auf die Wunschliste!