Dieser All Age- und Jugendbuchblog wurde beendet. Schau dich jedoch gerne um! Infos dazu gibt es HIER.

Freitag, 4. März 2022

"Happy End gibt's nur im Film" von Holly Bourne



Das Thema
Liebe ist was für Idioten. Das zumindest findet Audrey. Nach der Trennung ihrer Eltern muss sie allein mit ihrer frustrierten Mutter zurechtkommen. Deshalb nimmt sie einen Nebenjob im Kino an und trifft dort auf Harry. Der ist eigentlich der nächste Martin Scorsese, nur weiß das noch niemand. Während er auf seinen Durchbruch als Filmemacher wartet, verbringt er seine Zeit mit dem Aufsaugen von Popcorn, mit Flirten und mit Grasrauchen. Damit ist er ganz sicher nicht Audreys Traumtyp. Trotzdem verlieben sich die beiden Hals über Kopf ineinander. Audrey fühlt sich, als wäre sie in einem dieser Kitschfilme gelandet, die sie eigentlich so verabscheut. Aber ein Happy End gibt es eben nur im Film ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


Ich weinte. Er hielt mich in seinem Armen und es war mir so unsagbar unangenehm, aber er war so, so verständnisvoll, weil es mein erstes Mal war ...
Bis er mich eine Woche darauf abservierte. - S. 52


Das Leseerlebnis
Holly Bourne hat mir schon mehrfach bewiesen, dass sie humorvoll-mitreißende, aber vor allem auch kluge und starke Coming-of-Age-Romane schreibt. Dieser Mix gefällt mir im Genre der zeitgenössischen Jugendliteratur am besten; einfach, weil die Bücher unterhalten und den Lesenden gleichzeitig etwas mit auf den Weg geben. Protagonist*innen machen Fehler, sie lernen für die Zukunft, beweisen Intelligenz und Stärke. Auch bei "Happy End gibt's nur im Film" ist das so. Vielleicht verrät sogar der Buchtitel ein stückweit, auf was die Geschichte am Ende zusteuert. Und das ist gut so.

Liebe ist für Audrey ein schwieriges Thema. Da wäre einmal ihr Vater, der sie und ihre Mutter für eine neue Familie sitzen gelassen hat und Audrey für ihr Alter nun viel zu viel Verantwortung zumutet. Und dann ist da noch die traumatische Erfahrung mit ihrem Exfreund, der sie nach einer unerfahrenen Liebesnacht sitzen ließ. Audrey hat der Liebe abgeschworen und findet romantische Komödien komplett klischeehaft und überzogen. Trotzdem arbeitet sie nun in einem Kino, um sich etwas Geld dazuzuverdienen. Dort begegnet sie Harry, der nicht nur witzig und gut aussehend ist, sondern Audrey auch noch für sein Zombie-Filmprojekt engagiert. Bald merkt Audrey, dass sie sich in Harry verliebt hat. Gibt es ein Happy End wirklich nur im Film?

Sonntag, 20. Februar 2022

"One of the Good Ones" von Maika & Maritza Moulite



Das Thema
Ausgerechnet Kezi! Happis große, hübsche, starke und kluge Schwester ist tot. Kezi hatte sich aktiv auf ihrem Youtube-Kanal für die Rechte Schwarzer Menschen eingesetzt. Und nun wurde sie selbst ein Opfer von Polizeigewalt nach einer Demonstration.
Voller Trauer begibt sich Happi zusammen mit Freunden auf eine Reise, die noch von Kezi geplant worden ist. Quer durch die USA folgen sie dem Green Book, einem Reiseführer, der Schwarzen Reisenden während der Zeit der Rassentrennung angab, wo sie unbehelligt tanken, essen oder übernachten konnten.
Kezi war eine "von den Guten", sagen die Leute. Aber ist ihr Tod deshalb besonders tragisch? Und was heißt das überhaupt?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Sich nicht mehr zu verstellen, ganz gleich, wo auf der Welt man lebt und wen man liebt - das ist viel mehr als ein rebellischer Akt. Es ist ein Akt der Selbstliebe. Man braucht Mut, um aus dem Schatten zu treten und sein Leben laut in die Welt hinauszuschreien, und zwar nicht, damit die anderen dich sehen, sondern vor allem du selbst - komme, was da wolle. - S. 38


Das Leseerlebnis
Die Themen Rassismus, fehlende Repräsentation, Ungerechtigkeit oder auch Polizeigewalt finden nach vielen tragischen Vorkommnissen gerade wieder mehr Beachtung. Und das ist auch wichtig, denn eine Gesellschaft, die Menschen als ungleich betrachtet, ist in ihrer Entwicklung rückständig. Hier sind die Stimmen von Betroffenen zu hören, nicht die von Meinungsbildenden. Die Own-Voices-Autorinnen Maika und Maritza Moulite setzen sich in ihrem Buch aktiv für die Rechte und das Ansehen von Schwarzen Menschen ein. Sie wehren sich gegen falsche und ungerechte Rollenbilder. Wem das zu trocken oder anstrengend klingt, dem sei schon vorab gesagt, dass den Autorinnen mit "One of the Good Ones" zwar ein anspruchsvoller, aber äußerst vereinnahmender und unerwarteter Roman gelungen ist. Ich wurde in mehrerer Hinsicht überrascht.

Kazi, die schöne und kluge Schwester von Happi, ist tot. Sie starb in Polizeigewahrsam, die Familie trauert. Jedes Familienmitglied geht damit unterschiedlich um, jedoch fällt es Happi besonders schwer, zu ihren Gefühlen zu stehen. Denn gerade sie fühlt sich als die Außenseiterin der Familie, und ihr letztes Zusammentreffen mit Kazi vor deren Tod war unschön und gemein. Kazi war eine Aktivistin für Schwarze Menschen, wollte die Abonnenten ihren erfolgreichen Youtube-Kanals auf einen Roadtrip mitnehmen, um über Rassismus und Ungerechtigkeit aufzuklären. Mehr oder weniger gezwungen, lässt sich Happi nun zu genau diesem Roadtrip überreden, als Andenken an ihre Schwester und zur Aufarbeitung ihrer Gefühle.

Montag, 3. Januar 2022

"The Girls I've Been" von Tess Sharpe



Das Thema
Rebecca, Samantha, Haley, Katie, Ashley - Nora musste schon viele Mädchen sein. Denn sie ist die Tochter einer Trickbetrügerin, die mit ihrer Hilfe kriminelle Saubermänner ausnimmt. Mit zwölf gelingt Nora die Flucht aus diesem Leben. Doch fünf "normale" Jahre später holt die Vergangenheit sie ein, als sie mit ihren besten Freunden Wes (ihr Ex) und Iris (ihre neue Liebe) in einen Banküberfall gerät. Die brutalen Gangster erwarten keinen Widerstand. Nichts hat sie auf Nora vorbereitet - oder auf die Tricks, die sie und ihre Alter Egos auf Lager haben. Ein raffiniertes Katz-und-Maus-Spiel beginnt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


"Du bist schon damals witzig und schlau gewesen. Aber auch misstrauisch. Und als ich das Gummiband an deinem Handgelenk gesehen habe ..." Sie schüttelt den Kopf.
Das war einer von Moms Ticks, damit ich keinen Mist baue. Sie hat es immer gegen meine Haut schnappen lassen. Manche Dinge werde ich immer mit diesem Stechen und dem leisen Gummigeruch verbinden. - S. 234


Das Leseerlebnis
Einem guten Jugendthriller bin ich nie abgeneigt. Immer wieder stelle ich fest, wie vielschichtig diese geworden sind, wie gut aktuelle Themen aufgegriffen und mit einem spannenden Plot verwoben werden. Das bringt großen und atemlosen Lesespaß mit sich. Tess Sharpe ist das mit "The Girls I've Been" jedenfalls sehr gekonnt gelungen. Das sorgt dann bei mir definitiv dafür, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Wer gut mit kantigen Hauptcharakteren zurechtkommt, bei einer nervenaufreibenden Handlung gerne mitdenkt und etwas plakativer Gewaltdarstellung nicht abgeneigt ist, der ist bei diesen Buch genau richtig aufgehoben.

Bereits als kleines Mädchen wurde Nora von ihrer Mutter dazu gezwungen, oder dazu erzogen, in verschiedene Mädchenrollen zu schlüpfen. Mithilfe dieses falschen Mutter-und-Tochter-Spiels gelangen ihnen viele Trickbetrügereien. Ihre Schwester stieg schnell aus diesem Spiel aus, und mit zwölf Jahren gelingt auch Nora die Flucht vor ihrer Mutter und dem falschen Leben. Nun ist Nora glücklich mit Iris zusammen, möchte ihr altes Leben komplett hinter sich lassen. Doch ausgerechnet bei einem Banküberfall, in den sie mit Iris gerät, holt sie dieses alte Leben wieder ein. Nora muss eine Entscheidung treffen, die alles verändern wird.

Mittwoch, 22. Dezember 2021

"Off the Record: Unsere Worte sind unsere Macht" von Camryn Garrett



Das Thema
Schreiben ist Josies Leben. In Texten kann sie ihre Gedanken fliegen lassen und ihr inneres Sorgenkarussell anhalten. Als die 17-Jährige einen Schreibwettbewerb gewinnt, darf sie ein Filmteam auf eine Pressetour durch die USA begleiten. Doch auf der Reise erfährt Josie etwas Ungeheuerliches: Ein gefeierter Regisseur belästigt Mädchen und Frauen am Set - und kommt offenbar schon lange damit durch. Schnell wird die ersehnte Reise zu ihrer größten Herausforderung, denn was kann ein Mädchen wie sie schon ausrichten? Es gibt so viele Gründe, zu schweigen. Es gibt so viele Gründe, nichts zu sagen. Und doch muss Josie den Mut finden, den Text zu schreiben, der alles verändern wird.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag


"Es sollte aber nicht die Verantwortung der Mädchen sein, einander zu warnen." Ich lehne mich in meinem Sitz zurück. Ich hasse es, wenn meine Ängste um ein Problem kreisen, das ich nicht sofort lösen kann. "Dieses Ding hier sollte - es sollte einfach nicht passieren."
"Ja",  Alice bleibt für einen Augenblick still. "Vielleicht könntest du darüber schreiben."
"Was?"
"Du schreibst doch die ganze Zeit", erinnert sie mich. "Hilft dir das nicht, dir die Dinge klarzumachen?" - S. 158


Das Leseerlebnis
Die Own-Voices-Autorin Camryn Garrett hat in "Off the Record: Unsere Worte sind unsere Macht" die Erlebnisse, ja fast schon ein Portrait, über das Schwarze Mädchen Josie geschrieben. Schon vor dem Lesen war mir klar, mit was Josie es hier zu tun bekommt, und dass sie auf ihrer Reise als angehende Journalistin all ihren Mut benötigt, um mit Weitsicht Dinge zu verändern. Zusätzlich zu diesem Grundthema präsentiert die Autorin eine Geschichte über ein Mädchen, an der Schwelle zum Erwachsensein. Es geht nicht nur um Familie und (erste) Liebe, sonder auch um Körperwahrnehmung und Selbstbewusstsein und die Unisicherheiten, die daraus resultieren. Das alles in der Geschichte zu verknüpfen, finde ich äußerst gelungen.

Schon immer hat Josie gerne Texte und Artikel geschrieben. Sie ist sehr talentiert und wird von einer Mentorin gefördert, hat sich an ihrer Schule und in kleineren Magazinen schon einen Namen gemacht. Und dann gewinnt sie tatsächlich den Schreibwettbewerb einer großen Zeitung, ihrer Lieblingszeitung. Das bedeutet, dass Josie die Pressetour eines neuen Films begleiten darf, um am Ende ein Portrait über den Hauptdarsteller zu schreiben. In Begleitung ihrer Schwester muss Josie sich nicht nur ihren Ängsten und Unsicherheiten stellen, sie erfährt auch Ungeheuerliches: Einige Mädchen und Frauen vertrauen ihr an, dass sie von einem Star-Regisseur belästigt und missbraucht werden. Josie hat die Gelegenheit, einen großen Hollywood-Skandal aufzudecken. Aber was bedeutet das für ihr Leben, und hat sie wirklich den Mut, mit ihrem Text alles zu verändern?

Sonntag, 19. Dezember 2021

"Bunte Fische überall" von Kathrin Schrocke



Das Thema
Barnies Leben ist alles andere als unkompliziert. Sie wird von zwei Vätern großgezogen, die aus noch erschreckend altmodisch sind. Smartphones & Co. sind absolut tabu. Stattdessen bekommt sie zu ihrem 13. Geburtstag ein schnödes Tagebuch. Darin erzählt sie von ihrem chaotischen Leben, allen voran von dem Baby-Projekt in ihrer Schule. Zusammen mit ihrem Schwarm Sergej kümmert sie sich wie echte Eltern rund um die Uhr um ihre Baby-Puppe Herbie. Dabei stellt sich heraus, dass Papa Sergej doch nicht so cool ist, wie gedacht. Und dann taucht da plötzlich Tore auf ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Mixtvision Verlag


Apropos hätte: Hätte ich ein iPad zum Geburtstag bekommen, würde ich jetzt nicht meinem Dad Nachhilfe geben, sondern etwas wirklich Sinnvolles machen. Mit dem digitalen Stift Bilder wie Picasso malen zum Beispiel. Oder ich würde mir selbst auf einer virtuellen Tastatur Klavierspielen beibringen und Mozarts Kleine Nachtmusik klimpern. Meine Väter kapieren überhaupt nicht, dass sie mit der unüberlegten Wahl ihres Geburtstagsgeschenks meine Entwicklung zum Wunderkind ein für alle Mal beendet haben. - S. 11


Das Leseerlebnis
Diverse und queere Jugendbücher war vor einiger Zeit noch absolute Nischenliteratur. Ganz so rar sind sie mittlerweile nicht mehr, haben aber noch lange nicht den Status erreicht, den sie sollten. Denn unser Leben, auch das von Kindern und Jugendlichen, ist bunt und vielschichtig. Dies in Büchern aufzuzeigen sollte die normalste Sache der Welt sein. Was ich vor dem Lesen nicht wusste: "Bunte Fische überall" von Kathrin Schrocke ist eine Neuauflage, die vor einigen Jahren schon mal erschien. Was ich nach dem Lesen weiß: Das Buch ist ganz wunderbar und großartig ... und heute genauso wichtig und richtig wie damals.

Barnie hat zwei Väter, und diese sind auch noch erschreckend kompliziert und altmodisch. Satt des gewünschten iPads bekam Barnie von ihnen zum 13. Geburtstag ein doofes (vor allem sehr nicht-digitales) Notizbuch. Doch das wird nun Barnies Tagebuch. Sie erzählt von ihrem ziemlich witzigen und turbulenten Leben, vom chaotischen Baby-Schulprojekt, bei dem sie sich mit ihrem Schwarm Sergej um eine Baby-Puppe mit Namen Herbie kümmern muss. Und dann erzählt sie auch noch von Situationen, die gar nicht lustig und lässig sind, die Barnie ziemlich an die Nieren gehen. Barnies Familie schwamm noch nie mit der Masse, und das bekommt sie manchmal ganz schön blöd zu spüren.

Montag, 29. November 2021

5 (Bücher) vom SuB #12


2019 startete ich eine persönliche Challenge. Ich hatte mir vorgenommen, endlich meinen Stapel ungelesener Bücher (SuB) in Angriff zu nehmen, bzw. abzubauen. Das braucht Zeit, motivierte mich aber stark, sodass ich die Aktion auch 2020 und 2021 fortführe. Mir ist diese Sache wichtig und rumort mir schon seit Jahren im Magen. Denn meine damals rund 80-100 SuB-Bücher, die wegen Neuerscheinungen und Schnell-mal-eben-Einschüben immer mehr nach hinten rutschten, wollen von mir gelesen werden. Sie sollen nicht ungelesen altern, eventuell sogar aussortiert werden, wenn nach langer Zeit meine Lust darauf verschwunden ist.

Weil ich bei solchen Dingen gerne mein Ziel im Auge behalte, und Leselisten für mich eine feine Sache sind, ist "5 vom SuB" meine Challenge für dieses Jahr. Der letzte Beitrag dazu war 5 (Bücher) vom SuB #11. Ich suche mir fünf Bücher aus, die ich alle lese, bevor dann die nächsten fünf folgen. Zu jedem Buch gibt es eine kurze Info zum Inhalt und meine Meinung. Und damit beende ich diese Aktion nun, bzw. erkläre meinen SuB-Abbau für erfolgreich abgeschlossen. Mit mit diesem Beitrag, also 5 (Bücher) von SuB #12, habe ich ihn um 60 Bücher reduziert.



Das Mädchen, das den Mond trank
von Kelly Barnhill
Jedes Jahr wird das jüngste Kind einer unterdrückten Stadt im Wald ausgesetzt. Und jedes Jahr holt die Hexe Xan dieses Kind, um es zu einer neuen Familie zu bringen, damit es gut versorgt ist. Erzählt wird jedoch etwas anderes, nämlich, dass die Hexe der Stadt die Kinder raubt. Die Geschichte über die böse Hexe ist eine Lüge, ein Mittel, um die Menschen der Stadt gefügig und traurig zu machen. Als Xan eines Tages die kleine Luna aus dem Wald holt, und ihr aus Versehen Mondlicht zu trinken gibt, entwickelt sich alles anders als bisher.

"Das Mädchen, das den Mond trank" gehört zu den Büchern, die ab der ersten Seite faszinieren. Die Geschichte ist ein (dystopisches?) Märchen, voller Magie, Geheimnisvollem und Sonderbarem. Die große Liebe und Zuneigung, die in den Kapiteln mitschwingt, hat mich begeistert. Außerdem hat die Geschichte eine poetische Ader, die wie ein Gedicht auf Leser*innen wirkt. Erst gegen Ende wurde mir diese Welt-Universum-Wirrungen und Alles-ist-eins-Aussage etwas too much. Trotzdem habe ich dieses besondere Buch gerne gelesen.


Der Klang der Täuschung: Die Chroniken der Hoffnung von Mary E. Pearson
Kazi gehört zu einer Einheit königlicher Elitesoldatinnen in Venda. Sie wird von ihrer Königin in ein anderes Königreich auf Erkundungsmission geschickt. Bei einem rebellischen Stamm soll sie herausfinden, ob sich dort ein Verräter und Verbrecher versteckt, der für Großen Krieg Jahre zuvor verantwortlich ist. Dort lernt Kazi auch den Stammesanführer Jase kennen, und plötzlich sind ihre Ermittlungen weitaus komplizierter als gedacht.

Mary E. Pearson hat mich mit ihrer Die Chroniken der Verbliebenen-Fantasyreihe begeistert. "Der Klang der Täuschung" ist der erste von zwei Die Chroniken der Hoffnung-Bänden, eine Art Spin-off, mit anderen Charakteren, eigenständig zu lesen, aber auch mit dem Wiedersehen bekannter Personen. Und auch diese Geschichte hat mich mitgerissen und an die Seiten gefesselt. Sie ist spannend, gerade richtig komplex und romantisch. Ich hatten den Umfang etwas unterschätz, denn dieses erste Buch ist ganz schön lang. Machte aber nichts, es war so richtig schön schmökerig und endete (natürlich) so, dass man sofort weiterlesen möchte/muss. Richtig gut!


Der Ruf der Rache: Die Chroniken der Hoffnung von Mary E. Pearson
Kazi und Jase sollen im Auftrag von Königin Lia nach Torsfeste zurückreisen, damit alle Vorbereitungen getroffen werden, es als vollwertiges Königreich anzuerkennen. Außerdem soll Kazi verschollene Dokumente finden, die mit ihrem Inhalt zu einer Gefahr für alle Königreiche, die ganze Welt, werden können. Doch kurz vor ihrem Ziel werden sie angegriffen und getrennt. Schnell wird klar, dass Torsfeste überrannt wurde und dem neuen Herrscher dazu dienen soll, der mächtigste König überhaupt zu werden.

Ach, das war wieder ein tolles Leseerlebnis! Mary E. Pearson hat es einfach drauf und mich mit viel Spannung, Intrigen und auch Szenen fürs Herz mitgerissen. Auch wenn die Geschichte wieder recht umfangreich ist, habe ich mich keine Minute lang gelangweilt. Die Chroniken der Hoffnung-Dilogie ist eine wunderbare Reihe, die gemeinsam mit Die Chroniken der Verbliebenen im Regal bleiben wird.

Donnerstag, 25. November 2021

"Der Fall des verschlüsselten Briefes: Ein Enola-Holmes-Krimi" von Nancy Springer



Das Thema
Während Enola sich in den finstersten Londoner Ecken und sogar in der neuen U-Bahn auf die Spuren der verschwundenen Lady Blanchefleur del Campo begibt und dabei auch auf zwielichtige alte Bekannte trifft, entdeckt sie, dass ihr Bruder Sherlock genauso eifrig nach ihr selbst sucht! Er braucht ihre Hilfe, um eine Nachricht ihrer lange vermissten Mutter zu entschlüsseln. So müssen Enola und Sherlock gleich einen dreifachen Fall lösen: Was ist mit ihrer Mutter passiert? Und was mit Lady Blanchefleur? Und was haben die beiden Fälle mit ihrem Bruder Mycroft zu tun, der Enolas Zukunft in seinen Händen hält?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag


Er schüttelte den Kopf, als würde er daraus auch nicht schlauer. "Was sollte Mutter bei einer Bande heimatloser Gauner wollen? Ohne Badezimmer!"
"Freiheit."
"Doch diese schwatzhaften Bettler ..."
"Bunte Karawanen und schöne Pferde, Nächte unterm Sternenhimmel, keine Grenzen, das älteste Nomadenvolk der Welt, das die herrlichste Violinenmusik der Welt spielt, und kein Grund, sich jemals wieder zum Abendessen umzuziehen." - S. 74


Das Leseerlebnis
Sehr freudig, aber auch mit etwas Wehmut, habe ich zu "Der Fall des verschlüsselten Briefes", dem sechsten (und augenscheinlich letzen) Band der Enola Holmes-Krimireihe gegriffen. War ich anfangs noch skeptisch, sind mir Enola, ihr humorvoller Scharfsinn, ihr großes Herz, und natürlich ihre Detektiv-Abenteuer, mit jedem Band mehr ans Herz gewachsen. Im Schatten ihres großen Bruders Sherlock Holmes, musste sich Enola noch nie verstecken. Geliebt habe ich auch diesen sechsten Reihenband. Es soll zwar noch ein siebter Buchtitel folgen (der als Einzelband funktionieren soll), doch ich kann jetzt schon verraten, dass man die Reihe nach "Der Fall des verschlüsselten Briefes" als abgeschlossen betrachten kann. Das Rätsel um Enolas Mutter ist gelöst, das "Problem" mit ihren Brüdern ebenso. Ich war am Ende nicht nur glücklich, sondern sehr berührt.

In London, allein auf sich gestellt, musste sich Enola mal wieder eine neue Identität zulegen. Und schon darf sie wieder ermitteln, diesmal den Fall der verschwundenen Lady Blanchefleur del Campo. Enolas Ermittlungen führen bis in die Untergrundbahn Londons. Was sie herausfindet ist ebenso haarsträubend wie empörend. Zur gleichen Zeit ist Sherlock Holmes zu Besuch im ehemaligen Zuhause auf dem Land. Ein mysteriöser und verschlüsselter Brief der vermissten Mutter ist angekommen ... und er ist an Enola adressiert. Sherlock muss Enola unbedingt finden, damit sie gemeinsam den Brief entschlüsseln können.

Samstag, 13. November 2021

"Baby & Solo" von Lisabeth Posthuma



Das Thema
Der Teilzeitjob in einer Videothek verspricht endlich den Neubeginn, den Joel so lange herbeigesehnt hat. Nach jahrelanger Therapie will er die Vergangenheit hinter sich lassen. Seine neue Stelle scheint perfekt dafür: Dort darf er sich sogar einen anderen Namen geben - "Solo", wie aus seinem Lieblingsfilm Star Wars. Endlich ein unbeschriebenes Blatt sein. Er punktet bei den Kollegen mit Ratschlägen, die er sich von Motivationspostern borgt, und freundet sich mit der schlagfertigen Nicole alias "Baby" an, die seine Filmliebe teilt. Doch zu einer Freundschaft gehört auch Offenheit, und Nicole ahnt, dass Joel etwas verschweigt. Er muss sich entscheiden: Gibt er mehr von sich preis - oder setzt er ihre Freundschaft aufs Spiel?

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag


Jeder hatte verschieden große Päckchen Sonnenschein und Scheiße zu tragen, und man konnte sich nicht immer auf die Scheiße konzentrieren. - S. 69


Das Leseerlebnis
Bei "Baby & Solo" hatte ich so ein Gefühl, dass es gut werden würde. Richtig gut. Die Beschreibung lässt darauf schließen, dass das Buch in den 1990ern spielt, schließlich arbeitet Hauptprotagonist Joel, aka Solo, in einer Videothek (die es heute in dieser Form nicht mehr gibt), und alleine die Grundstory klang fast schon zu gut um wahr zu sein. Und dann las ich die ersten Seiten und wusste, mein Gefühl hat sich nicht getäuscht, ich war ab Beginn regelrecht geflasht und bin dementsprechend durch die Seiten gerauscht. Lisabeth Posthuma hat einen ergreifenden, vereinnahmenden und bemerkenswert-großartigen Jugendroman geschrieben, den ich ab sofort zu meinen Lieblingsbüchern zähle.

Seit dem Schlimmen, das der Familie passiert ist, war Joel jahrelang stationär in einer Kinderpsychiatrie und danach in Therapie. Doch nun hat sich seine Macke, wie er es selbst nennt, schon lange nicht mehr gemeldet, und Joels Therapeut hält einen Teilzeitjob für eine gute Idee. Den bekommt Joel in einer Videothek und wagt als "Solo", frei nach Star Wars, einen Neubeginn. Dort lernt Solo auch "Baby" kennen, ein schlagfertiges Mädchen, das selbst in einer schwierigen Lage steckt. Die beiden freunden sich an. Solo nimmt sich vor, Baby nichts von seiner Macke zu erzählen. Er will einfach nur normal sein. Doch Baby erkennt bald, dass Solo ihr nicht vollkommen vertraut und vieles verschweigt. Damit setzt er ihre Freundschaft aufs Spiel, denn Offenheit ist für Baby die Grundvorraussetzung einer Beziehung.

Montag, 1. November 2021

"Die Leben der Heiligen" von Leigh Bardugo



Das Thema
Die Geschichten in "Die Leben der Heiligen" bieten Alina Starkov, Nina Zenik oder Nikolai Lantsov immer wieder Trost und Rat in schwierigen Situationen, gerne wird in den "Grisha"-Romanen aus dem mythischen Buch zitiert.
Jetzt können alle Fans der Grisha die Legenden von bekannten Heiligen wie Sankta Lizabeta der Rosen und Sankt Ilya in Ketten oder die eher düsteren Sagen von Sankta Maradi und dem Sternenlosen Heiligen selbst nachlesen - in einer wunderschön illustrierten Ausgabe, die an mittelalterliche Stundenbücher erinnert.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knaur Verlag


Zu Hause wurden die Hände seines Onkels oft zu geballten Fäusten. Er lachte, wenn Yuri an Sonntagen in die Kirche ging, und sagte, die Heiligen hätten kein Interesse an einem Mann, der nicht für seinen Lebensunterhalt arbeiten könne.
Doch Yuri wusste, dass die Heiligen zusahen. Jeden Morgen und jeden Abend betete er zu ihnen und versprach, sein Leben ihrer Anbetung zu überlassen, wenn sie ihn nur von seines Onkels Grausamkeit befreiten und ihn sein Leben dem Studium verschreiben ließen. - S. 140


Das Leseerlebnis
Die Bücher des 'Grishaverse' gehören für mich zu den besten. Mit jedem einzelnen, bisher wurden sieben Romane und zwei Begleitbücher auf Deutsch übersetzt, hat mir Leigh Bardugo nicht nur genial-spannende Lesestunden beschert, sie hat mich begeistert und völlig mitgerissen. "Die Leben der Heiligen" ist das neueste Begleitbuch in der Welt der Grisha. Leser*innen dürfte es innerhalb der Romane vielleicht schon aufgefallen sein, weil die Charaktere immer wieder darauf Bezug nehmen. Für mich stellte sich hier nicht die Frage, ob ich es lesen soll. Ab Erscheinungstermin war es als Lesemuss fest eingeplant.

"Die Leben der Heiligen" ist kein Roman mit einer fortlaufenden Geschichte. Vielmehr besteht das Buch aus 28 Kurzgeschichten, die jeweils von einer oder einem Schutzheiligen aus der Welt der Grisha handeln. Es wird hier auch nicht das ganze Leben dieser Heiligen erzählt, sondern Begebenheiten, die auf ein Erlebnis oder eine Begegnung mit dem/der jeweiligen Heiligen zurückführt. Die Geschichten sind nicht lang, meistens nur wenige Seiten, könnten aber nicht hochwertiger geschrieben und übersetzt sein. Der Ausdruck erinnert an alte Sagen und Märchen. Sie sind spannend, manchmal grausam, und sehr oft überraschend, immer vereinnahmend.

Mittwoch, 27. Oktober 2021

High Five - 5 Sätze/5 Adjektive zu "Je lauter die Stille" von Lena Luisa Leisten



dtv Verlagsgesellschaft (August 2021),
Klappenbroschur, 320 Seiten,
15,00 € [D]


Zwischen Zukunftswünschen, Beziehungsproblemen und Selbstzweifeln versucht die junge Studentin Mila ihren Weg zu finden - nur weiß sie oft selbst nicht, in welche Richtung sie eigentlich will. Weiter studieren, vielleicht noch ein Praktikum machen oder doch jobben? Und wie soll sie neben all dem auch noch mit ihren Gefühlen für Robin umgehen? Denn um ihrer Beziehung eine echte Chance zu geben, müsste Mila sich ihren Ängsten stellen - und alte Wunden aufreißen. Als sie dann auch noch herausfindet, dass ihr Vater eine Affäre mit einer französischen Schauspielerin hat, zieht es ihr endgültig den Boden unter den Füßen weg. Also reist sie kurzerhand mit ihrer besten Freundin nach Paris ...
Als dann auch noch einer nach dem anderen verschwindet, scheint keiner mehr dem Horror zu entkommen.
(Text-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


"Mila, willst du nicht mit uns reden?", fragt Emma und schaut mich irritiert an.
Irgendetwas sollte ich schon sagen. Obwohl ich finde, dass man nicht über alles reden muss. Manche Gedanken sind es nicht wert, mit Ton unterlegt zu werden. Dann werden sie doch nur größer, verteilen sich im Raum oder ziehen noch weiter, wer weiß, wohin noch, und wer weiß, was von ihnen übrig bleibt, wie sie gefiltert und erneut zusammengesetzt werden, in den Köpfen der anderen. - S. 37


5 zusammenfassende Sätze/Punkte zum Buch

  1. "Je lauter die Stille" kommt nicht nur mit einem genialen Buchtitel, sondern auch mit knallpinkem Cover daher. Das macht neugierig, und Leser*innen können vielleicht schon erahnen, was auf sie zukommen wird: Ein leises Buch, in dem die Gefühle immer lauter werden. Das widerspricht sich keineswegs und sorgt beim Lesen für intensive Momente. Ich habe das sehr genossen.
  2. Mila versucht ihren Weg im Leben zu finden. Die Studentin hat Pläne, aber auch Sorgen und Zukunftsängste. Mila hat einen Freundeskreis, und zu jeder ihrer Freundinnen eine besondere Verbindung, ihre Gefühle hält sie jedoch oft zurück, frisst vieles in sich hinein, was für manchen Konflikt sorgt. Und auch eine mögliche Beziehung mit Robin stellt Mila vor emotionale Herausforderungen. Als sie durch Zufall entdeckt, dass ihr Vater eine Affäre hat, zieht ihr das endgültig den Boden unter den Füße weg. Sie bekommt nichts mehr auf die Reihe, bis sie sich ihren Freundinnen anvertraut und sich ihren Gefühlen stellt.
  3. Die Geschichte ist realistisch und gefühlvoll (auf eine spröde Art und Weise). Man begleitet Mila, deren (Studentinnen-)Leben gar nicht mal so schwierig erscheint, und für Mila dennoch eine Herausforderung darstellt. Sie hat mit Sorgen, Unsicherheiten und ihrer Vergangenheit zu kämpfen, weiß ihre Gefühle nicht einzuordnen ... bis fast nichts mehr geht. Ich konnte Milas Sicht der Dinge, ihre Situation so gut nachvollziehen, habe sie begleitet und fühlte gleichzeitig mich selbst verstanden, auch wenn dieses Alter bei mir lange vorbei ist. Genau das machte das Lesen für mich sehr faszinierend.
  4. Besonders gut gefiel mir der für einen Debütroman sehr eindrückliche Schreibstil. Im Präsens, modern, manchmal etwas abgehackt, kurz ... und so ziemlich auf den Punkt. Damit wird das ruhige Lesegefühl gepusht und intensiviert, und man kann das Buch kaum zur Seite legen.
  5. Lena Luisa Leisten hat hier einen älteren Coming-of-Age-Roman, ein realitätsnahes Jugendbuch oder All-Age-Roman geschrieben, der nicht auf einen forcierten Höhepunkt zusteuert, der aber sehr wohl Szenenwechsel bereithält und bei dem Dinge ans Licht kommen, die erschrecken. Milas Charakter wird dadurch nochmals plausibler. Das Buch wird zu einem ganz wunderbaren Abschluss gebracht.

5 Adjektive, die mir spontan zum Buch einfallen

leise, ruhig, klug, hoffnungsvoll-irritiert und intensiv



Zusammengefasst vom Fazitbär:
"Je lauter die Stille" ist ein Debüt, das Leser*innen mit einer ruhigen Intensität an die Seiten fesselt. Es ist ein Coming-of-Age-Roman über die Irritationen des Erwachsenwerdens, das mit Selbstzweifeln, Hoffnung, Überforderungen und Wünschen gespickt ist. Es ist kein Wohlfühlbuch, wirkt manchmal etwas spröde, und setzt mit einer meist leisen Dynamik und einem besonderen Stil ganz eigene Akzente. Und genau das gefällt. Lesen!


© Damaris liest.



Dienstag, 19. Oktober 2021

"Crave" von Tracy Wolff



Das Thema
Nach dem Unfalltod ihrer Eltern verschlägt es Grace buchstäblich ins kalte Exil: die Wildnis von Alaska, wo ihr Onkel ein Internat leitet, in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Und die Schüler sind nicht weniger mysteriös, allen voran Jaxon Vega, zu dem Grace sich auf unerklärliche Weise hingezogen fühlt - trotz aller Warnungen, dass sie in seiner Nähe nicht sicher ist. Doch Jaxon hat seinen Ruf nicht umsonst: Je näher sie und der unwiderstehliche Bad Boy einander kommen, desto größer wird die Gefahr für Grace. Offensichtlich hat jemand es auf sie abgesehen ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft


Ich bin wie Wachs in seinen Armen, schmiege mich an ihn, ergebe mich ihm und explodiere in dieser Fontäne aus Hitze und purem Glücksrausch, die er jedes Mal mit nur einem einzigen Kuss in mir erzeugen kann. Mit einer einzigen Berührung. Einem einzigen Blick.
Ich weiß nicht wie lange wir uns küssen.
Lange genug, um mich nach Luft ringen zu lassen.
Lange genug, um meine Knie, als er mir über die Hüfte streicht, noch mehr zum Zittern zu bringen. - S. 608


Das Leseerlebnis
Für einen neuen Lese- oder Buchhype bin ich immer zu haben. "Crave" von Tracy Wolff, ein Reihenstart übrigens, schlug im Original ziemlich ein ... und genau darum setzte ich auch große Hoffnungen in dieses Buch. Hoffnung, dieses gigantische Lesegefühl noch einmal zu erleben, damals, als bestimmte Jugendbuch-Vampirromane (und damit verrate ich nicht zu viel) mein Leserinnenherz zum Schmelzen brachten. Hoffnung auf ein Revival und süchtigmachende Lesestunden. Und jetzt, nach dem Lesen, kann ich den Hype um "Crave" auch verstehen. Teilweise. Ich kann nachvollziehen, was dieses Buch für die jugendliche Zielgruppe so anziehend macht und hatte selbst eine schmökerige Zeit damit. Das Feeling "von früher", diese allumfassende Begeisterung, wollte sich bei mir aber nicht einstellen.

Weil Grace' Eltern gestorben sind, und ihr nun keine weiteren Optionen bleiben, reist sie zu ihrem Onkel in die Wildnis Alaskas. Dieser leitet dort ein elitäres Internat, die Katmere Academy, über die Grace im Vorfeld allerdings nichts Näheres in Erfahrung bringen konnte. Vom ersten Moment an fühlt sich Grace fehl am Platz. Die einzelnen Schülergruppen beäugen sie misstrauisch, und bald spitzt sich die Situation so sehr zu, dass klar ist, jemand will ihr Böses. Und dann ist da noch Jaxon Vega - unheimlich und unverschämt, aber auch unverschämt gutaussehend. Grace wird völlig in seinen Bann gezogen und auch Jaxon scheint nicht abgeneigt. Bald kommt Grace hinter Jaxons Geheimnis, und damit wächst auch die Bedrohung.

Sonntag, 10. Oktober 2021

Buchzugänge vs. Buchabgänge im Juli & August & September 2021

In den drei Sommermonaten habe ich gefühlt eher wenig gelesen. Weil sich einiges in meinem Leben ändert und geändert hat, muss ich erkennen und akzeptieren, dass ich für dieses Hobby nicht mehr so viel Zeit wie früher erübrigen kann. Mal sehen, wie es weitergeht. Meine Buchzugänge und Buchabgänge der letzten drei Monate habe ich zusammengefasst.


Meine Buchzugänge im Juli, August und September - 9 Bücher



... sprach mich aufgrund des schönen, sommerlichen Covers an und der queeren Lovestory an. Bei manchen Büchern kann man schon vor dem Lesen abschätzen, dass sie einem gefallen werden.
Crave von Tracy Wolff
... soll mitreißende Romantasy sein (und die ist normalerweise nicht so meines). Aber das Buch soll eine Chance bekommen. Wer weiß, vielleicht lässt es das Vampirgenre-Lesefeeling wieder aufleben.
Neandertal von Claire Cameron
... habe ich von Nannis Räuberleben geschenkt bekommen und freue mich sehr darauf. Prähistorische Fiction klingt einfach total lesenswert.
... verspricht eine jugendliche Mädchen-Freundschaftsgeschichte zu werden. Darum landete es auch sforot auf meiner Wunschliste.
Sanctuary: Flucht in die Freiheit von Abby Sher & Paola Mendoza
... soll dystopisch und realistisch zugleich sein. Außerdem finde ich das Thema sehr gut (und sicherlich nicht ohne beim Lesen).
Baby & Solo von Lisabeth Posthuma
... ist beim Hanser Verlag erschienen, von dem ich im Grunde jedes Buch lesen würde. Dieses klingt humorvoll, aber auch tiefsinnig und einfach schön!
Je lauter die Stille von Lena Luisa Leisten
... hat ein tolles pinkfarbenes Cover und einen mega Titel, der viel Tiefsinn verspricht. Alleine diese beiden Attribute sorgen dafür, dass ich es lesen will.
Die Leben der Heiligen von Leigh Bardugo
... wird natürlich gelesen, weil es von Leigh Bardugo ist! "Die Leben der Heiligen" ist eine Art Kurzgeschichten-Roman aus dem 'Grishaverse'. Das Buch wird in den anderen Geschichten zeitweise erwähnt.
... ist mir als Reihe schon seit geraumer Zeit sehr ans Herz gewachsen. Die jüngere Schwester von Meisterdetektiv Sherlock Holmes ist einfach klasse. Auch Band 6 ist darum ein Lesemuss!

Samstag, 9. Oktober 2021

"Bloom: Sie schlüpfen auch in deiner Stadt" von Kenneth Oppel



Das Thema
Gerade noch gelang es Anaya, Petra und Seth die Erde von dem schwarzen Gras zu befreien. Doch dann kommt der Regen. Schon wieder. Und er bringt Schlimmeres als zuvor: Würmer, Horrorwürmer.
Wieder müssen die drei Außenseiter die Welt vor einer Bedrohung retten. Aber vor wem genau, Aliens oder Menschen? Vor allem müssen sie sich entscheiden, auf wessen Seite sie stehen - oder fliegen oder schwimmen -, denn sie selbst sind zur Hälfte außerirdischen Ursprungs.
Rasant, humorvoll und gruselig!

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Beltz & Gelberg


"Seth", sagte sie ruhig, "Es regnet gerade buchstäblich neue Lebensformen auf diesen Planeten. Der Colonel und Dr. Ritter wollen so viel wie möglich darüber wissen, mit was wir es da zu tun haben. Ich habe zugestimmt, ihnen bei diesen Befragungen zu helfen, damit ich dabei sein und mich für euch einsetzen kann. Sie haben mir versprochen, dass ihr alle drei sicher sein werdet."
Ritter räusperte sich. "Falls sie mit uns kooperieren. Und wenn Sie uns nicht helfen können, Dr. Weber, werden Sie aus dem Raum abgeführt.
Angst durchfuhr Seth. Er wollte nicht, dass Dr. Weber ging. Auch wenn er nicht sicher war, auf welcher Seite sie stand. - S. 37/38


Das Leseerlebnis
Mit Band 1 "Bloom: Die Apokalypse beginnt in deinem Garten" hat Kenneth Oppel genau den Nerv von jungen Lesenden (und mir!) getroffen, die Spannungsliteratur lieben. Denn das Buch war unglaublich aufregend und actionreich. Zuweilen sogar ein wenig skurril, was für großes Lesevergnügen sorgte. Und weil es so endete, dass man unbedingt wissen muss, wie es weitergeht, war das Lesen des zweiten Bandes "Bloom: Sie schlüpfen auch in deiner Stadt" dick im Kalender eingetragen. Dieser Folgeband stellte sich für mich etwas anders dar, als ich das vom Thema her erwartete. Er ist aber ebenso mitreißend und spannend (auch etwas grausig/gruselig) wie gedacht. Auch mit Band 2 bleibt die Reihe eine Empfehlung!

Anaya, Petra und Seth ist es gelungen, ein Mittel gegen das schwarze Gras und die gefräßigen Grubenpflanzen zu entdecken. Doch dann regnet es Eier, aus denen außerirdische Insekten und alles verschlingende Würmer schlüpfen. Anaya, Petra und Seth können sich zwar in einen Bunker retten, doch das ist vom Militär genau so gewollt. Weil die drei Jugendlichen nur zur Hälfte menschlich sind, werden sie mit weiteren Kindern eingesperrt, Test und Versuchen unterzogen. Sie sollen in Schach gehalten werden, weil sie als gefährlich gelten. Und dann nimmt jemand, oder etwas, zu Anaya Kontakt auf, und alle müssen sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen.

Samstag, 2. Oktober 2021

"Freundschaft kommt auf leichten Füßen" von Katie Clapham



Das Thema
Minnies  ganzes Leben dreht sich um Sport. Vor allem im Netball ist sie unschlagbar. Als sie sich die Schulter bricht, droht ihr Zukunftstraum zu zerplatzen ...
Lena ist Läuferin im Schulteam. Doch an Minnie kommt sie einfach nicht vorbei. Ob sie jetzt endlich zeigen kann, was wirklich in ihr steckt?
Alice beschließt nach einem gruseligen Tag, dass sich was ändern muss. Sie wird laufen gehen! Aber Sport ist Neuland für sie, darum will sie erst mal  heimlich üben ...
Eher zufällig bringt das Laufen die drei Mädchen zusammen. Und obwohl sie so verschieden sind, entsteht zwischen ihnen eine besondere Freundschaft. Gemeinsam finden sie heraus, was wirklich wichtig ist im Leben.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Ich schlurfe nach Hause, und auf dem kompletten Heimweg geht mir das Bild von Minnie auf dem Asphalt nicht aus dem Kopf. Die zarte Minnie Maus, wie sie in diesem Krankenwagen liegt. Sie ist eine Art Sportstar. Ich wette, sie geht ständig laufen. Vielleicht wollte sie gerade zu ihrer allabendlichen Joggingrunde aufbrechen, und das kann sie jetzt nicht. Was ist meine Ausrede? Ich bin es mir selbst - und nun auch Minnie- schuldig, diese Sache auf die Reihe zu kriegen. Wenn es einen geheimen Schlüssel zum Lauferfolg gibt, dann muss ich ihn bloß finden ...
*Okay, Google* Wie lerne ich laufen? - S. 53


Das Leseerlebnis
Katie Claphams "Freundschaft kommt auf leichten Füßen" stach mir sofort ins Auge. Nicht nur wegen des ansprechenden Covers, ich mochte darüberhinaus den Gedanken, die Message, die hinter der Geschichte steckt. Jugendbücher, in denen die Geschichte mit einem Überthema kombiniert wird, hier ist es das Laufen, finde ich super. Und dann noch die Aussicht auf eine Freundschaftsgeschichte zwischen drei unterschiedlichen Mädchen - schön! Meine Erwartungen wurden erfüllt. Das Buch enthält eine eigen-humorvolle und zuweilen tiefsinnige Geschichte, bei der man am Ende tatsächlich Lust bekommt, mit dem Laufen zu beginnen (auch wenn das persönlich überhaupt nicht mein Sport ist).

Bei einen Fototermin für die neue Schulbroschüre posieren Minnie, Lena und Alice gemeinsam. Sie lachen, albern herum und benehmen sich wie Freundinnen. Dabei sind sie das in Wirklichkeit keineswegs. Während Minnie der Star im Netball-Team ist, unglaublich sportlich und schnell, ist Lena zwar auch eine gute Läuferin, kann Minnie aber einfach nie das Wasser reichen. Als Minnie sich die Schulter bricht, und darum beim Schulsport ausfällt, sieht Lena ihre Chance gekommen. Und Alice? Alice ist groß und reif für ihr Alter, steht damit oft im Mittelpunkt. Ein besonders gruseliger Tag, eine übergriffige Erfahrung und Minnies Unfall nimmt sie als Anlass, mit dem Laufen zu beginnen. Doch das ist einfacher gesagt als getan.

Sonntag, 19. September 2021

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im August & September 2021

Zum ersten Mal fasse ich zwei Monate zusammen, deren Buchneuerscheinungen es teilweise auf meine Wunschliste geschafft haben. Dafür habe ich genau selektiert und mich für 9 Titel entschieden, die im August und September erschienen sind, oder noch erscheinen werden, und die ich genau im Auge behalte. Detaillierte Infos zu den einzelnen Büchern gibt es mit einem Klick auf das jeweilige Cover.


    

Baby & Solo von Lisabeth Posthuma ... Bücher des Carl Hanser Verlags stehen bei mir meist ganz oben auf der Wunschliste, weil ich hier die Qualität bekomme, die ich erwarte. - Joel möchte nach seiner Therapie neu anfangen. Der Job in einer Videothek scheint dafür perfekt. Hier nennt er sich 'Solo', wie aus Star Wars. Er freundet sich mit der schlagfertigen Nicole aka 'Baby' an, die seine Liebe zu Filmen teilt. Doch Baby ahnt auch, dass Solo etwas verschweigt.
Bloom: Sie schlüpfen auch in deiner Stadt von Kenneth Oppel ... ist ein zweiter Reihenband und auf meiner Wunsch, bzw. Leseliste gelandet, weil Kenneth Oppel mit dem ersten Band ein superspannendes Horrorspektakel geschrieben hat. Ich möchte wissen, wie es hier weitergeht.
Crave von Tracy Wolff ... soll den Vampir-Hype wieder aufleben lassen. Und ja, das hört sich alles verdächtig nach "Twilight" an, doch who cares, ich lasse mich gerne überraschen. Das Buch ist ein Reihenstart, es soll meines Wissens fünf Bände geben. - Grace verschlägt es nach dem Unfalltod ihrer Eltern ins kalte Alaska, wo ihr Onkel ein Internat leitet. Die Schüler hier sind alle seltsam mysteriös, allen voran Jaxon Vega, zu dem sich Grace hingezogen fühlt, obwohl sie in seiner Nähe in Gefahr ist.

Samstag, 18. September 2021

"Küsse im Sommerregen sind auch nur nass" von Ciara Smyth



Das Thema
Saoirse glaubt nicht an Liebe auf den ersten Blick oder Happy Ends. Denn dass es die nicht gibt, beweist ihr das Leben ständig. Warum sollte sie sich also fest auf jemanden einlassen oder gar eine Beziehung suchen? Doch als Saoirse bei einer Party auf Ruby trifft, die einen großen Sinn für Unfug und Liebeskomödien hat, droht sie, ihre Prinzipien über Bord zu werfen. Unbeeindruckt von Saoirses selbst auferlegten Regeln bringt Ruby ein Schlupfloch ins Spiel: Auch ohne große Gefühle können sie zusammen einen spaßigen Sommer erleben, indem sie bei ihren Dates jedes bekannte Klischee aus romantischen Filmkomödien nachstellen. Sie müssen nur vereinbaren, dass im Herbst alles vorbei ist. Es scheint der perfekte Plan, doch beide vergessen dabei ein winziges Detail: Am Ende einer romantischen Komödie verlieben sich die Figuren - und zwar wirklich.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte:  Magellan Verlag


Bevor sie antworten konnte, fiel mir im Schein meines Handys etwas in ihrem Gesicht auf, sodass ich einfach näher ranmusste. Nur ein Stückchen, aber das reichte schon, damit unsere Nasen zusammenstießen. Sie wich nicht zurück, und ich glaubte sogar, sie hielt den Atem an.
Sie hatte eine blaue Sommersprosse. Wie ein winziger Tintenklecks unter dem Auge.
"Du hast ja eine blaue Sommersprosse."
"Wow, du bist die Allererste, der das auffällt", erwiderte sie sarkastisch. - S. 27/28


Das Leseerlebnis
Zeitgenössische Jugendromane, gerne mit Lovestory, sind genau das, was ich oftmals lesen will. Wenn sich das Thema dann auch noch so gut anhört, wie in "Küsse im Sommerregen sind auch nur nass", dann bin ich sofort Feuer und Flamme. Ciara Smyth hat eine authentische, oftmals lustige, auf den zweiten Blick auch gefühlvolle, Geschichte geschrieben. Die lesbische Liebesgeschichte ist zeitgemäß und völlig natürlich. Der Roman benötigt etwas Zeit, bis er seine Wirkung entfaltet, denn Hauptprotagonistin Saoirse (wird Sier-scha ausgesprochen, was ich irgendwann aber aufgab und den Namen wie geschrieben las) und der Humor sind etwas speziell. Dazu gleich mehr. Am Ende habe ich mich mit dem Buch sehr wohl gefühlt.

Saoirse hat sich geschworen, keine ernsthafte Beziehung mehr einzugehen. Eine unverbindliche Knutscherei ist okay, Gefühle bitte nicht. Dazu wurde sie zu sehr enttäuscht und möchte seitdem keine Nähe zulassen oder Empfindungen mitteilen. Außerdem mag sie sowieso viel lieber Horrorfilme als schnulzig-romantische Komödien. Doch dann schneit Ruby in ihr Leben, die ausgerechnet Rom-Coms mag und dazu noch das schönste Mädchen ist, das Saoirse je gesehen hat. Die beiden machen einen Deal: Einen Sommer, wie in einer romantischen Komödie, mit Dates, Liebesfilmen und Schwimmen, aber ohne Verpflichtungen. Und am Ende des Sommers wird Saoirse klar, dass sie ihre Gefühle nicht einfach ausklammern kann.

Sonntag, 12. September 2021

"Sanctuary: Flucht in die Freiheit" von Paola Mendoza & Abby Sher



Das Thema
USA, 2032: Alle Bürger*innen werden durch einen ID-Chip überwacht. Es ist beinahe unmöglich, undokumentiert zu leben, doch genau das tut die 16-jährige Vali. Nachdem sie aus Kolumbien geflohen ist, hat sich ihre Familie ein Leben in Vermont aufgebaut. Als jedoch der ID-Chip ihrer Mutter nicht mehr funktioniert und ihre Stadt nach Undokumentierten durchsucht wird, müssen sie fliehen. Das Ziel: Kalifornien, der einzige Bundesstaat, der sich der Kontrolle entzogen hat. Doch als Valis Mutter festgenommen wird, muss Vali allein mit ihrem Bruder weiter, quer durchs gesamte Land, bevor es zu spät ist.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag


Ich wollte meinem kleinen Bruder sagen, dass auch ich ohne Mami verloren war und mich vor Sehnsucht nach ihr ganz elend fühlte. Dass auch ich mutterlos, vaterlos, heimatlos und schutzlos war und gejagt wurde Und zusätzlich war ich auch noch für seine Sicherheit zuständig, was mir wie eine unmögliche Aufgabe vorkam. 
Aber ich sagte es nicht. Das konnte ich nicht. Es hätte keinem von uns geholfen. - S. 138


Das Leseerlebnis
Jugendbücher, bzw. Romane zu aktuellen (Brisanz-)Themen zu lesen, stimmt mich oft kritisch. Denn man hat doch meist schon eine selbstgebildete Meinung dazu. Was, wenn die Geschichte diese nicht wiedergibt? Was, wenn das Buch zu klischeehaft, unempathisch, dokumentarisch oder unkritisch ist? Die Liste der Gegenargumente ist lang, das Eis, auf das sich Autor*innen wagen, sehr dünn. Und doch empfinde ich diese Sparte der Jugendbücher wichtig und zeitgerecht. Das ist auch der Grund, warum ich das Lesen hier nicht scheue. "Sanctuary: Flucht in die Freiheit" ist zwar eine fiktive Geschichte, unvorstellbar ist sie für die heutigen USA aber nicht. Das Buch ist feinfühlig, sehr hart und augenöffnend.

Bereits als Kind floh Vali mit ihrer Familie aus Kolumbien in die USA, nachdem das Leben dort zu gefährlich wurde. Seitdem lebte die Familie als unregistrierte Einwanderer ständig in Angst und mit Vorsicht. Der Vater wurde abgeschoben und in Kolumbien ermordet. Und mittlerweile ist das Leben in den USA immer unsicherer und gefährlicher geworden, weil die Gesetzte weiter verschärft wurden. Vali, ihrem Bruder und ihrer Mutter bleibt nichts anderes übrig, als zu versuchen nach Kalifornien zu fliehen, dem einzigen Bundesstaat, der sich den strengen Einwanderungsgesetzen und Abschiebungen entzieht. Als Valis Mutter verhaftet wird, muss sie mit ihrem Bruder quer durchs Land fliehen. Ein fast unmögliches Unterfangen.

Freitag, 3. September 2021

"Zwischen brennenden Welten" von Jessica Brody und Joanne Rendell



Das Thema
Laterre steht am Rande eines Krieges. Der Dritte État setzt sich vehement gegen die Ungerechtigkeiten des korrupten Systems zur Wehr. Der Patriarche versucht mit aller Gewalt, die Unruhen zu unterdrücken, während eine neue militante Faktion eine Reihe tödlicher Angriffe startet.
Zur selben Zeit ist Marcellus' machthungriger Großvater auf der Suche nach einer neuartigen Waffe, die der Regierung einen ungeahnten Vorteil verschaffen könnte.
Während die Situation auf Laterre sich immer weiter zuspitzt, steht für Marcellus, Alouette und Chatine plötzlich mehr auf dem Spiel als das Schicksal eines ganzen Planeten ...

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: Knaur Verlag


Chatine Renard hatte ihr Laben lang gewusst, was Dunkelheit war. Seit dem Moment ihrer Geburt vor achtzehn Jahren hatte sie sie umgeben, an ihr gehaftet wie ein feuchter Umhang. Doch nichts war vergleichbar mit der Finsternis, die zweihundert Mètre unter der Oberfläche des Mondes lauerte. Es war eine Dunkelheit, wie Chatine sie noch nie gesehen hatte. Ein lebendiges, atmendes Wesen. Eine Düsternis, die in ihre Knochen kroch und ihre Lungen verätzte.
Es war die Art von Dunkelheit, die die Toten auferstehen ließ. - S. 36


Das Leseerlebnis
Etwas länger musste ich auf diesen zweiten Band warten. Aber nach "Die Rebellion von Laterre" war klar, dass ich hier weiterlesen will. Die Anlehnung an Les Misérables, bzw. die Neuinterpretation, war einfach zu gut. Jessica Brody und Joanne Rendell haben ihre Sci-Fi-Welt ausgebaut ... und gegenüber dem Reihenstart nochmals eine Schippe draufgelegt. Das Warten auf "Zwischen brennenden Welten" hat sich definitiv gelohnt. Das Buch ist ein Lesegenuss und ein großer Schmökerspaß!

Chatine lebt nun in Gefangenschaft in der Bastille, zu Zwangsarbeit verdammt, weit weg auf dem Mond. Ihre Situation scheint ausweglos, vom Regime geschafften, um die Zwangsarbeitenden zu brechen. Und obwohl Chatine ziemlich taff ist, spürt auch sie Verzweiflung.
Alouette versucht vor ihrer Vergangenheit wegzulaufen. Sie wurde belogen und verfolgt, und auch jetzt wird sie zur Zielscheibe des Regimes. Denn Alouette ist wichtig. Wichtig für die Rebellen, wichtig für Laterre.
Marcellus versucht bei seinem Großvater, der die Kontrolle über Laterre erlangen will, gute Miene zu bösem Spiel zu machen. Er möchte nicht auffallen, denn insgeheim arbeitet er nun für die Rebellen. Doch sein Großvater scheint Marcellus immer einen Schritt voraus zu sein.

Mittwoch, 11. August 2021

"Das unsichtbare Leben der Addie LaRue" von V. E. Schwab



Das Thema
Addie LaRue ist die Frau, an die sich niemand erinnert. Die unbekannte Muse auf den Bildern Alter Meister. Die namenlose Schönheit in den Sonetten der Dichter. Dreihundert Jahre lang reist sie durch die europäische Kulturgeschichte – und bleibt dabei doch stets allein.
Seit sie im Jahre 1714 einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat, ist sie dazu verdammt, ein ruheloses Leben ohne Freunde oder Familie zu führen und als anonyme Frau die Großstädte zu durchstreifen. Bis sie dreihundert Jahre später in einem alten, versteckten Antiquariat in New York einen jungen Mann trifft, der sie wiedererkennt. Und sich in sie verliebt.

© Klappentext-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Tor


Esteles Gesicht verfinstert sich. "Die alten Götter mögen groß sein, aber sie sind weder freundlich noch barmherzig, sondern launisch und unbeständig wie Mondlicht auf Wasser oder wie Schatten in einem Sturm. Wenn du sie anrufen willst, gib acht: Überlege genau, worum du bittest, und sein bereit, den Preis zu zahlen." Sie beugt sich über Adeline und taucht sie in Schatten. "Und ganz gleich, wie verzweifelt du bist, bete niemals zu den Göttern, die nach Einbruch der Nacht antworten." - S. 32


Das Leseerlebnis
Bücher von V. E. Schwab würde ich ungesehen lesen. Mit jedem, und war es noch so individuell und eigen, hat mich die Autorin begeistert und mir allerbeste Lesestunden beschert. So war der Wunsch nach ihrem neuen Einzeltitel "Das unsichtbare Leben der Addie LaRue" nur folgerichtig. Der Inhalt klang superinteressant, jedoch so ganz erschloss er sich mir nicht, bzw. konnte ich nicht ermessen, mit was genau ich es im Buch zu tun bekommen würde. Und dann dieser Titel .... Doch genau das reizt mich bei Büchern. Im Nachhinein kann ich jetzt sagen, dass Addie LaRues unsichtbares Leben zu den besten Büchern gehört, die ich gelesen habe. Es ist unvergleichlich gut!

Adeline LaRue ist unzufrieden mit ihrem Leben, und unglücklich mit den Optionen und Aussichten, die ihr als Mädchen und junge Frau in einem Frankreich des frühen 18. Jahrhunderts zur Verfügung stehen. Sie ist so verzweifelt, dass sie die alten Götter um Hilfe, um einen Ausweg, bittet. Doch keiner antwortet. Dann, in einer Nacht, schließt sie einen Packt mit einem dunklen Gott, vielleicht dem Teufel. Addie möchte frei sein, definiert ihren Wunsch aber zu ungenau. Fortan ist sie zwar unsterblich und frei von Zwängen und Konventionen, wird aber sofort wieder vergessen, sobald sie aus dem Blickfeld einer Person verschwindet. Kein Mensch erinnert sich an sie. Addies Leben ist einsam und hoffnungslos. Bis sie im New York des 21. Jahrhunderts auf Henry trifft, der sich an sie erinnern kann.

Freitag, 6. August 2021

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im Juli 2021

Bevor der August noch weiter fortschreitet, zeige ich dir noch die aktuellen Neuerscheinungen bei den Jugend- und All-Age-Büchern, die im Juli auf meiner Wunschliste gelandet sind. Ganze neun Stück sind es geworden, und ich habe das Gefühl, dass echte Buchschätze darunter zu finden sind. Welche davon ich lese? Mal sehen ... Detaillierte Infos zum jeweiligen Titel gibt es mit einem Klick auf das Cover.


    

All that's left von Sarah Raich ... ist eine Klima-Fiktion, die vielleicht gar nicht so unrealistisch ist. Der Inhalt hört sich super an. - Die Erde ist im Jahr 2059 nahezu unbewohnbar. Im Haus ihrer Eltern ist die 15-jährige Mariana zwar sicher, doch sie ist ganz alleine und kurz davor aufzugeben. Als Ali bei ihr einbricht, werden sie Freunde. Doch Ali will nicht bleiben, er will nach weiteren Überlebenden suchen.
Blackout: Liebe leuchtet auch im Dunkeln von sechs Autorinnen ... spielt in einer Stadt, an einem Abend, enthält jedoch sechs einzelne Geschichten, mit sechsmal der Change auf die große Liebe. Sechs Schwarze YA-Bestseller-Autorinnen schreiben über ihre Liebe zu New York und geben Schwarzen Teenagern eine Stimme. Das klingt so mega, es ist definitiv ein Lesemuss!
Freundschaft kommt auf leichten Füßen von  Katie Clapham ... spricht mich alleine optisch total an (ich stehe einfach auf Türkis). Die Geschichte soll warmherzig und zum Wohlfühlen sein. - Minnie, Lena und Alice sind keine Freundinnen, gehen aber auf dieselbe Schule. Ihr Leben dreht sich außerdem um Sport und ausgerechnet das Laufen bringt die drei Mädchen zusammen. Eine besondere Freundschaft entsteht.