Dieser All Age- und Jugendbuchblog wurde beendet. Schau dich jedoch gerne um! Infos dazu gibt es HIER.

Mittwoch, 31. August 2016

Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im September 2016

Im September erscheinen tolle Bücher! Es sind einige Reihentitel dabei, aber auch erstaunlich viele Einzelbände habe ich gefunden. Nach wie vor sind diese für mich besonders reizvoll. Und da ich gerade fleißig dabei bin, meine "liegengebliebenen" Reihen fertigzulesen, bin ich immer neugierig auf neue Mehrteiler. 11 Bücher wandern im September auf meine Wunschliste.


Fantasy - Dystopie - Mystery

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)



Godess of Poison: Tödliche Berührung von Melinda Salisbury ... ist meines Wissens ein Trilogiestart und klingt nach jugendlicher High Fantasy (?). Twylla ist die Verkörperung der Großen Göttin und soll eines Tages den Kronprinzen heiraten. Jeden Monat muss sie ein Gift trinken, gegen das sie immun ist. Doch jeder, der Twylla danach berührt, wird infiziert und muss sterben.
Federwelt von Elisabeth Denis ... "Federherz" ist der erste Teil der Dilogie, einer märchenhaft-phantastischen Internatsgeschichte. Zufällig lese ist das Buch gerade. "Federwelt" schließt die Geschichte ab, und obwohl ich noch nicht weiß, wie Band 1 endet, wandert Band 2 auf meine Wunschliste.
Flawed: Wie perfekt willst du sein? von Cecelia Ahern ... ist das erste Jugendbuch der weltbekannten Autorin und gleichzeitig der Start einer dystopischen Dilogie. Celestine lebt in einer perfekten Welt, in der Fehler nicht erlaubt sind. Als sie in einer entscheidenden Situation aus dem Bauch heraus handelt, bricht sie damit alle Regeln.


 

Plötzlich Banshee von Nina MacKay ... klingt irgendwie schräg und lustig, aber auch spannend. Alana ist eine Todesfee der irischen Mythologie - eine Banshee. Und zudem noch recht tollpatschig. Sie kann sehen, wenn Menschen sterben werden, und kreischt los wie eine Sirene, wenn sie jemandem begegnet, dessen Zeit bald abläuft. Als mehrere Leichen auftauchen, gilt es, das Geheimnis einer dunklen Sekte zu lüften.
Stone Rider von David Hofmeyr ... fiel mir wegen des Covers auf. Der Planet ist heiß und trocken, die Luft giftig, das Leben hart und entbehrungsreich. Alle wollen auf die Sky-Base, einen Ort, wo alles anders ist. Man kann sich ein Ticket dorthin verdienen, wenn man das härteste Motorradrennen der Welt überlebt und gewinnt. Klingt nach einer spannenden Dystopie, bzw. Postapokalypse.


Drama - Spannung - Abenteuer - Lovestory

(erhalte genaue Buchinfos mit einem Klick auf das jeweilige Cover)



Für dich soll's tausend Tode regnen von Anna Pfeffer ... Emi ist von Vielem genervt. Vom Umzug, den neuen Schulkameraden, ihrem Vater und Bruder. Jedem wünscht sie in Gedanken eine Todesart. Dann muss sie auch noch eine Strafe mit dem Alphatier der Schule, Erik, ableisten. Sie wünscht ihm tausend Tode an den Hals, bis sie merkt, dass er gar nicht so nervig ist. Das klingt nach viel schräg-schwarzem Humor und einer süßen Lovestory.
Annähernd Alex von Jenn Bennett ... ist eine moderne Verwechslungskomödie à la E-Mail für dich. Minks Erzfeind und der Junge ihrer Träume entpuppen sich als ein und dieselbe Person. "Die Anatomie der Nacht" von derselben Autorin war mir zu kitschig. Aber die Geschichte klingt nett, darum würde ich es gerne nochmals probieren.
Was wäre wenn von Meg Rosoff ... hat den Deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen, es ist keine Neuerscheinung, aber eine Neuauflage von FISCHER Taschenbuch. David hat Angst vor dem Schicksal. Er ist sich sicher, dass es irgendwann zuschlagen wird. Also versteckt er sich davor, ändert sogar seinen Namen und verlässt sein Zuhause. Doch so einfach lässt sich das Schicksal nicht austricksen.



Eine Geschichte der Zitrone von Jo Cotterill ... soll laut Verlag eine Hymne auf das Lesen und die Freundschaft sein. Calypsos Dad schreibt ein Buch, und vergisst darüber oft, dass er eine Tochter hat. Umso mehr Zeit Calypso mit der herzlichen Familie ihrer neuen Freundin Mae verbringt, desto staubiger und leerer kommt ihr das eigenes Zuhause vor.
Wolf Moon River von Rainer M. Schröder ... spielt nach einem Flugzeugabsturz in der kanadischen Wildnis und ist ein Abenteuer- und Spannungsroman. Patrick muss sich mit der verhassten Olivia zu Fuß durch die Wildnis schlagen, um Hilfe zu holen.
Worte für die Ewigkeit von Lucy Inglis ... hat ganz hervorragende Kritiken, das Buch wird hochgelobt. Zuerst dachte ich an einen Fantasyroman. Es geht aber um zwei Liebesgeschichten, die in verschiedenen Zeitepochen spielen, aber einen Bezug zueinander haben.


Auf die Wunschliste!

Dienstag, 30. August 2016

Rezension zu "Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums" von Sarvenaz Tash



Verlag: Magellan Verlag (Juli 2016)
Originaltitel: The Geek's Guide to Unrequited Love
Übersetzer: Sandra Knuffinke und Jessika Komina
Reihe: - , ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 304 S.
ISBN: 978-3734850271
16,95 € [D]

Genre: Jugendbuch

© Cover- und Zitatrechte: Magellan Verlag


Das Thema
Graham und seine beste Freundin Roxy könnten nicht perfekter zusammenpassen. Das denkt zumindest Graham. Schließlich haben sie exakt dieselben Interessen, verstehen sich ohne Worte und sind beides echte Nerds. Darum sucht Graham auch nach einer guten Möglichkeit, um Roxy seine Liebe zu gestehen. Wie gut, dass in New York die Comic-Convention ansteht, eine Messe, auf die sie sich schon seit Monaten freuen. Und welcher Ort wäre für einen Liebesbeweis besser geeignet? Doch Graham hat seine Rechnung ohne die Gesetze einer nerdigen Convention gemacht ...

Die Rezension

Der Anfang: "Ich weiß, wir sind schon ewig befreundet, Roxana. Ich kann mich an höchstens fünf Jahre meines Lebens ohne dich erinnern. Aber ..." Hier käme jetzt das nächste Panel. Und in einer perfekten Welt würde ich Roxy selbst bitten, mit dabei zu helfen.

"Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums" ist gleich doppelt reizvoll. Da wäre zuerst der Umstand, dass sich eine Junge in seine beste Freundin verliebt. Vielen Lesern wird es schon mal ähnlich ergangen sein. Dann sind die beiden auch noch echte Nerds, lieben alles, was mit Comics, Serien und Superhelden zu tun hat. Dass man die Ereignisse einer großen Comic-Messe kaum vorausplanen kann, dürfte klar sein. Ein humorvoll-realistisches Lesevergnügen ist vorprogrammiert.

Ich-Erzähler Graham macht es einem leicht, die Geschichte zu mögen. Er ist Teil einer großen Comic-Szene, und völlig begeistert von einem bestimmen Autoren. Alleine, dass seine beste Freundin Roxy diese Vorlieben teilt, macht sie zu seiner Traumfrau. Nebenbei erfährt man aber auch viel von Grahams Gefühlen, seinen Ängsten und (Wunsch)Vorstellungen. Dadurch nimmt man ihn nicht nur als Nerd, sondern auch als Mensch war. Die Integration einer Comic-Geschichte, und ihre Wirkung auf Grahams Gefühle, ist perfekt.
Von Roxy erfährt man nicht allzu viel, aber genug, um sich ein gutes Bild zu machen. Da sie die Geschichte nicht erzählt, könnte man sie auch als Nebencharakter betrachten. Das wurde sehr geschickt umgesetzt, denn um Graham gruppieren sich im Laufe der Convention-Tage einige Jugendliche, die alle eine besondere Rolle in der Geschichte spielen.

Es ist die Authentizität die von Anfang an fasziniert. Die nerdige Szene rund um eine Comic-Convention ist nicht so leicht einzufangen. Der Autorin gelingt das spielend. Entweder hat sie sehr gut recherchiert oder sie ist selbst ein Fan, und umgeben von echten Nerds dieser Szene. Alles, was auf der Convention passiert - Warteschlangen, Autogrammstunden, Panels, Diskussionsforen, Workshops, ... - spiegelt die Geschichte sehr glaubhaft und lebensnah. Man hat schon fast das Gefühl, zusammen mit Graham und seinen Freunden durch die Hallen zu schlendern. Allerdings ist das Ganze stellenweise fast schon zu ausufernd geraten. Leser, die mit dem Thema Conventions oder Fan-Messen überhaupt nichts anzufangen wissen, könnten sich von den vielen fiktiven Star-Namen und Terminen der Jugendlichen überrannt fühlen.

Die Geschichte liest sich zwar humorvoll, beschränkt sich dabei aber auf einen realistischen Humor, mit Szenen, die zur Geschichte passen. Dadurch ist das Buch vielleicht nicht ganz so lustig wie erwartet, wirkt aber nicht gewollt humorig, sondern bringt durchaus auch Ernsthaftigkeit und viel Gefühl mit. Das macht auch das Ende deutlich, das so gar nicht typisch ist, trotzdem zu positiven Effekten und guten Erkenntnissen führt.

Das persönliche Fazit
"Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums" ist ein schönes Buch im Hier und Jetzt mit einer Geschichte voller Nerds, viel Gefühl und realistischen Momentaufnahmen. Die Charaktere sind sehr liebenswürdig und tragen alle zu einem humorvoll-authentischen Lesegefühl bei. Besonders gut gefiel mir der Ausgang der Geschichte, der nicht das typische Happy-End zeigt, und trotzdem genau richtig happy ist. 4 Sterne!


Aufmachung: 4,5 / 5
Handlung: 3,5 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de

Samstag, 27. August 2016

Review zu "Mord ist nichts für junge Damen: Ein Fall für Wells & Wong" von Robin Stevens



Knesebeck Verlag (August 2016), Band 1/9
Hardcover, 288 Seiten,
übersetzt von Nadine Mannchen,
14,95 € [D]


Deepdean-Mädchenschule, 1934. Als Daisy Wells und Hazel Wong ihr eigenes, streng geheimes Detektivbüro gründen, gibt es zuerst gar kein wirklich aufregendes Verbrechen zum Ermitteln. Doch dann entdeckt Hazel die Lehrerin Miss Bell tot in der Turnhalle. Zuerst denkt sie, es sei ein schrecklicher Unfall gewesen. Aber als Daisy und sie fünf Minuten später zurückkommen, ist die Leiche verschwunden. Jetzt sind die Mädchen sicher: Hier ist ein Mord geschehen! Und nicht nur eine Person in Deepdean hätte ein Motiv gehabt ...
Nun haben Daisy und Hazel nicht nur einen Mordfall aufzuklären - zuerst müssen sie beweisen, dass es überhaupt ein Mord war. Fest entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen, bevor der Mörder wieder zuschlagen kann (und bevor die Polizei eingeschaltet wird, natürlich), müssen Hazel und Daisy nach Beweisen suchen, Verdächtige ausspionieren und all ihre Intuition einsetzen. Doch werden sie Erfolg haben? Und wird ihre Freundschaft diese Herausforderung bestehen? (Text-, Cover-  und Zitatrechte: Knesebeck Verlag)


"Da ist sie", sagte ich und zeigte mit dem Finger auf die Stelle. "Ich hab's euch ja gesag-"
Doch als ich an meinem ausgestreckten Arm entlang auf den Boden Blickte, wo - nur Minuten zuvor - Miss Bell gelegen hatte, fehlte von ihr jede Spur. Die Turnhalle war vollkommen leer und ruhig. Nur ein kleiner dunkler Fleck auf den polierten Dielen zeigte, wo sich ihr Kopf befunden hatte.
- S. 30


Meine Meinung
"Mord ist nichts für junge Damen" hatte vom ersten Moment diese magische Anziehung auf mich. Dabei kannte ich weder die Autorin, noch hat dieses brandneue Jugendbuch das kleinste Bisschen mit Magie zu tun. Der Roman sieht besonders aus und er klingt auch sehr besonders, wie eine Art Revival altertümlicher Internats-Krimis. So etwas gab es doch früher, oder? Jedenfalls scheint sich hier der erste Eindruck zu bestätigen. Robin Stevens Debüt ist ein charmantes Lesevergnügen mit einer Geschichte, die aus der Masse heraussticht.

Daisy Wells und Hazel Wong, beide 13-jährige Schülerinnen der Deepdean-Mädchenschule, haben eine Detektei gegründet. Daisy ist die Vorsitzende, Hazel die Schriftführerin. Ihre bisherigen Fälle (heimlich fremde Tagebücher lesen und anderen Schülerinnen hinterherspionieren) waren nicht sehr aufregend. Das ändert sich schlagartig, als Hazel in der Turnhalle die Leiche einer Lehrerin findet ... die nur Minuten später wie vom Erdboden verschluckt ist.
Schon auf den ersten Seiten wird klar, das wird ein entzückendes Lesevergnügen. Die Sprache ist gepflegt, angepasst an Romane der 30er-Jahre, jedoch modern interpretierte und gut verständlich. Auch das Schriftbild wurde authentisch an die Geschichte angepasst. Die schwarz-weiße Übersichtskarte der Schule und einen Auflistung der wichtigsten Personen schmücken das Buch zu Beginn. Hier stimmt alles, und der Roman macht im Gesamtbild einen sehr hochwertigen Eindruck.

Ich-Erzählerin Hazel hat einen tollen, oft trockenen, Humor. Sie ist die Sympathieträgerin der Geschichte. Als Leser erhält man einen guten Einblick in ihre Hintergrundgeschichte, ihre Stärken, aber auch Schwächen und Ängste. Hazel ist Daisy gegenüber sehr ergeben und angepasst. Dagegen wirkt Daisy fast schon zickig und resolut, oft nicht sehr freundlich gegenüber ihrer Freundin. Im Laufe der Geschichte finden beide Mädchen erst richtig zueinander, bis sich am Ende ein liebevoll-respektvolles Miteinander entwickelt. Das wirkt glaubhaft und gut durchdacht.

Der Kriminalfall, bzw. die Spannung, wurde an die Zielgruppe angepasst. So hat die Geschichte auch Passagen, in denen augenscheinlich nicht viel passiert, die Ermittlungen nebensächlich werden. Aber selbst dann ist die Anziehung der Handlung ungebrochen. Gegen Schluss steigert sich die Spannung und die Lösung des Falls wird für viele Leser unerwartet oder überraschend sein. Die Handlung ist für diesen ersten Band abgeschlossen, weitere Folgen werden hoffentlich folgen.

Fazit
"Mord ist nichts für junge Damen", der erste Fall der Detektei Daisy Wells & Hazel Wong, ist ein Highlight im Jugendbuch. Die Geschichte hat eine exzellente gehobene Sprache, die zum Flair einer Mädchenschule der 30er-Jahr passt. Sie liest sich sehr charmant mit einem feinen Humor. Der Kriminalfall ist besonders und unaufgeregt spannend, die beiden jugendlichen Detektivinnen sind eine Klasse für sich. Diese moderne, junge Version eines Agatha Christie-Krimis kann sich äußerlich und innerlich sehen lassen und ist eine große Empfehlung! Ich hoffe auf viele weitere Fälle für Wells & Wong. Für den Reihenstart gibt es von mir 4,5 von 5 Punkte.

© Damaris Metzger, damarisliest.de





Reiheninfo Ein Fall für Wells & Wong-Serie:

Band 1 - Mord ist nichts für junge Damen




Dienstag, 23. August 2016

Rezension zu "Das Spiel von Liebe und Tod" von Martha Brockenbrough



Verlag: Loewe Verlag (Juli 2016)
Originaltitel: The Game of Love and Death
Übersetzer: Jessika Komina und Sandra Knuffinke
Reihe: - , ab ca. 14-17 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 400 S.
ISBN: 978-3785582626
18,95 € [D]

Genre: Urban Fantasy

© Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


Das Thema
Seattle, 1937: Henry hat sich Hals über Kopf in Flora verliebt, eine hübsche junge Frau, die davon träumt, eine weltbekannte Pilotin zu sein. Jeden Abend singt sie in ihrem eigenen Nachtclub, den Henry regelmäßig besucht, nur um ihr nahe zu sein. Und auch Flora mag Henry gerne, jedoch wehrt sie sich gegen ihre Gefühle, denn Floras Haut ist schwarz und eine Beziehung mit einem weißen Mann ist in dieser Zeit undenkbar.
Beide wissen nicht, dass sie nur Spielfiguren in einem uralten Spiel zwischen Liebe und Tod sind. Bisher hat immer der Tod gewonnen, doch auch die Liebe setzt alle ihre manipulativen Fähigheiten ein, um das Spiel dieses Mal zu gewinnen.

Die Rezension

Der Anfang: Der Mann im eleganten grauen Anzug materialisierte sich im Kinderzimmer neben dem schlafenden Säugling und zog die süße, milchduftende Nachtluft ein. Er hätte jede Gestalt annehmen können, nach der ihm der Sinn stand ...

Das Thema von "Das Spiel von Liebe und Tod" klingt unheimlich interessant und sehr speziell. Doch sooft man dieses liest, so richtig vorstellen kann man sich unter dem Buch nichts, und umso größer ist die Anziehung. Man will wissen, um was es hier genau geht. In der Geschichte ist es tatsächlich so, dass Liebe und Tod menschliche Gestalt angenommen haben, um ein uraltes Spiel zu spielen, bei dem es jedem der beiden ums Gewinnen geht. Die Spielfiguren sind Menschen, von den Gegnern schon als Säuglinge ausgewählt. Verlieben sich Paare vor dem ausgemachten Termin, hat die Liebe gewonnen. Sollten sie sich trennen, gewinnt der Tod, und einer der beiden Menschen muss sterben. Tod und Liebe scheuen sich nicht davor die Menschen bis zum äußersten zu manipulieren. Denn beiden wollen unbedingt gewinnen.

Ich komme jeden Abend wieder, dachte er. Jeden Abend, einfach nur, um zuzuhören. Er konnte nicht anders. So lange hatte er sich bemüht, sich stets nützlich zu machen pflichtbewusst und anständig zu sein. Aber das ging jetzt nicht mehr. Nicht wenn dieses Mädchen im Spiel war [...]. - S. 55

Henry hat früh seinen Eltern verloren und wächst bei wohlhabenden Freunden seines Vaters auf. Er möchte seiner Adopitvfamilie beweisen, dass er es verdient bei ihnen zu leben, denn ihm geht es gut, im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, die nach dem damaligen Börsencrash alles verloren haben.
Auch Flora wurde früh zur Waise und lebt mit ihrer Großmutter zusammen. Ihr geht es den Umständen entsprechend gut. Zwar hat sie als schwarze Frau mit Diskriminierung zu kämpfen, doch ihr Nachtklub läuft, und ein Freund ihres Vaters überlässt ihr sein Flugzeug für ihr liebstes Hobby, das Fliegen. Flora und Henry ahnen nicht, dass sie die Hauptrolle im Spiel von Liebe und Tod spielen, auch nicht, als ihr Leben völlig aus der Bahn gerät, und sie nicht das Geringste dagegen machen können.
Neben den Haupt- und Nebencharakteren, haben auch die Liebe und der Tod diverse Auftritte im Buch, als Menschen oder auch mal in anderer Gestalt. Diese Begebenheiten sind oft sehr speziell, haben etwas leicht Gruseliges oder Unabwendbares an sich. Man wartet richtiggehend darauf, dass die beiden wieder in Erscheinung treten.

"Das Spiel von Liebe und Tod" liest sich sehr ruhig, aber nicht langweilig, und profitiert eindeutig von der Zeitepoche, einem Seattle der 30er-Jahre. Abneigungen gegen Andersdenkende, Homosexuelle oder schwarze Menschen kommen sehr gut beim Leser an. Sehr beeindruckend ist die Implementierung von historischen Begebenheiten in die Geschichte, für die hier meist der Tod verantwortlich gemacht wird. Durch ein noch häufigeres Auftreten von Liebe und Tod hätte die Autorin dem Buch noch etwas mehr Aufregung verleihen können. Gegen Ende münden die Ereignisse in einen bombastischen Schluss, der tief beeindruckt, aufwühlt und anrührt. Es bleibt das Gefühl eines literarischen Kunstwerks.

Das persönliche Fazit
"Das Spiel von Liebe und Tod" ist vor dem Lesen schwer zu fassen, denn die Inhaltsbeschreibung klingt abstrakt. Als dann im ersten Kapitel klar wird, dass hier Liebe und Tod als Menschen gegeneinander ein sehr reales Spiel spielen, war ich sofort gebannt. Die Geschichte ist meisterhaft aufgebaut, oft beeindruckend und tiefgründig. Etwas mehr Spannung und Herzklopfen hätte sie nochmals aufgewertet. Der Schluss ist erstklassig. Er hat mich sehr begeistert, enorm aufgewühlt und zu Tränen gerührt zurückgelassen. Auf jeden Fall im Auge behalten!


Aufmachung: 4 / 5
Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 3,5 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de