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Freitag, 18. November 2011

Rezension zu "Eternally: Selbst die Ewigkeit kann uns nicht trennen" von Lisa Cach



Verlag: INK (August 2011)
Originaltitel: Wake unto me
Übersetzer: Susanne Arnold
Reihe: Bd. 1 , ab ca. 12-15 J.
Ausführung: Hardcover/SU, 347 S.
ISBN: 978-3863960193
17,99 € [D]

Genre: Urban-Fantasy


Klappentext
Eigentlich gehört Caitlyn gar nicht in die amerikanische Kleinstadt, in der sie lebt, das spürt sie nur zu deutlich. Als sie ein Stipendium in einem angesehenen Internat in Frankreich angeboten bekommt, ergreift sie die Gelegenheit, ihrem engen Leben zu entfliehen. Im Château de la Fortune begegnet sie fortan jede Nacht im Traum einem geheimnisvollen Jungen, der aus einer anderen Zeit zu kommen scheint. Caitlyn weiß: Sie und er sind Seelenverwandte. Aber wie kann sie jemanden lieben, der gar nicht wirklich existiert? Als Traum und Wirklichkeit sich auf einmal vermischen, erkennt Caitlyn, was sie wirklich in dieses Internat geführt hat. Und das wird ihr Leben für immer verändern … (Bild- und Textquelle: Egmont INK)

Über die Autorin
Nach Jobs als Telefonseelsorgerin und als Englischlehrerin in Japan ist Lisa Cach überglücklich, dass "Arbeit" mittlerweile bedeutet, Liebesgeschichten mit Zeitreisenden und Geistern zu schreiben. Das verregnete Seattle ist ihr Zuhause, und obwohl sie die Stadt liebt, nutzt sie jede Gelegenheit in die Ferne zu reisen.
Weitere Romane von Lisa Cach sind bei INK in Vorbereitung.

Rezension

Der erste Satz: "Ist sie das?"

Die 15-jährige Caitlyn wird von einer geheimen Schwesternschaft, auf ein französisches Château, ein Internat, eingeladen. Die Schwesternschaft erhofft sich, dass Caitlyn "Die Dunkle" aus ihrer Abstammungslinie ist, welche die Möglichkeit hat das Herz des Schicksalsrads zu finden. Dadurch soll die Schwesternschaft mehr Macht bekommen.
Caitlyn ahnt nicht, was von ihr erwartet wird und nimmt das Angebot, auf dem Internat zu studieren an. Sie hat zwar oft schlimme Albträume und befürchtet selbst, nicht ganz normal zu sein, hält sich aber sonst für kein besonderes Mädchen. Im Château angekommen, werden ihre Albträume schlimmer und sie begegnet in manchen Träumen einem Jungen. Gemeinsam versuchen sie das Rätsel um das Herz des Schicksals zu lösen. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn der Seelenverwandte in einem Traum, in einer anderen Zeit feststeckt.

Frau Cachs Geschichte beginnt sehr düster. Die Sprache ist einfach und bildlich, über 2-3 fehlende Satzzeichen kann man hinwegsehen.
Schon von Anfang an wird klar, dass es sich bei Caitlyn nicht um ein normales Mädchen handeln kann. Auch wenn sie selbst alles dafür tut, um normal zu erscheinen, holen sie ihre Träume und Visionen regelmäßig ein. Die am meisten relevanten Träume sind wohl die, wo Caitlyn auf Raphael trifft, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt. Und hier fängt es auch schon an. Der Umstand nämlich, wie die beiden sich treffen, wird nicht hinterfragt. Zwar macht sich Caitlyn ihre Gedanken darüber, dass sie sich zu einem Jungen aus ihrem Traum hingezogen fühlt. Raphael hat dazu seine eigene Theorie, aber da beide sich im Traum ja (meist) sehen können, wird alles so hingenommen, wie es eben ist. Die Annäherung der beiden wirkt dadurch so unreal, dass ein romantisches Gefühl sich nicht so recht einstellen mag. Warum fliegt Caitlyn manchmal und manchmal nicht? Warum ist sie teils sichtbar und teils unsichtbar? Und warum hat sie manchmal historische Kleidung aus der Vergangenheit an und seht an anderer Stelle im Nachthemd vor Raphael? Diese offenen Fragen wirken unbefriedigend und hätten eine genauere Ausarbeitung benötigt.
Außer Caitlyn selbst und dem (Traum)Jungen Raphael scheinen überhaupt einige Charaktere sehr gutgläubig zu sein. Als Caitlyn ihre übernatürliche Geschichte zwei brandneuen Freundinnen anvertraut, wird wieder nichts hinterfragt. Es wird schon alles stimmen, auch wenn man die neue Freundin gerade erst kennengelernt hat. So kann keine Person, außer in Ansätzen Caitlyn, eine besondere Charaktertiefe entwickeln. Die meisten bleiben blass und fast alle wirken wie Randfiguren.

In "Eternally" sollten historische Inspirationen mit einer romantischen Fantasygeschichte gemischt werden. Was ganz interessant beginnt, entwickelt sich nach dem ersten Drittel zu einer recht zähen Lektüre. Historie und Übernatürliches überwiegen, die Romantik darf man suchen (und findet sie nur spärlich). Lange Dialoge und Beschreibungen historischer Bilder oder Szenen langweilen recht schnell. Viele darin vorkommende Personen nimmt man nur am Rande war. Am Thema Übernatüchliches hat die Autorin sich reichlich bedient. Ein bisschen Tarot hier, ein bisschen luzides Träumen da. Geister, Körperbesetzung, Parallel-, Traumwelten - alles da, alles thematisiert! Dagegen sind die Treffen zwischen Caitlyn und dem geheimnisvollen Raphael eher selten. Romantikfeeling kommt so kaum auf.

Kurz vor Schluss legt die Handlung an Dramatik noch mal nach, wird aber teils zu absurd und enthält Szenen, mit denen selbst routinierte Fantasyleser wenig anfangen können. Junge Leser oder solche, die sich mit dem Thema von Anfang an nicht anfreunden konnten, werden einigen Ausführungen am Ende nur schwer folgen können. Die Lösung um Caitlyn und Raphael wirkt auch für eine Fantasylektüre zu überzogen. Sie wird viel zu rasch abgehandelt, da eine Schlüsselperson nur kurz erwähnt wurde und dann eine große Schlussrolle bekommt. Und auch hier wird diese Tatsache von allen Beteiligten sofort akzeptiert ohne groß zu hinterfragen. Für den Leser ist das nicht zufriedenstellend.

Persönliches Fazit
"Eternally: Selbst die Ewigkeit kann uns nicht trennen" wird sicher seine (eher jüngere jugendliche) Leserschaft finden. Bei mir hat das Buch keinen Eindruck für die Ewigkeit hinterlassen. Aus einem interessanten Start wurde einen zähe Lektüre mit zu vielen historischen Abhandlungen, blassen Charakteren, kaum vorhandener Romantik und einer seltsam zu fassenden Schlusshandlung. Ein ewiglich schönes Cover macht leider keinen ewiglich guten Serieneinstieg. Darum an dieser Stelle nur 2 Sterne.

Handlung: 2 / 5
Charaktere: 2 / 5
Lesespaß: 2 / 5
Preis/Leistung: 2 / 5

© Damaris Metzger, damarisliest.de